Monday, 1 November 2010

Luxus

Auf dem foodblog Esskultur wurde vor einiger Zeit mal das Thema "Luxus beim Essen" diskutiert. Die Bandbreite dessen, was Leute als Luxus empfinden, ist groß und hängt natürlich mit dem Einkommen zusammen - aber nicht nur. Während ja lediglich ein gutes Einkommen dazu gehört, in einem angesagten Gourmettempel für 200 Euro zu essen, wird es von anderen als Luxus empfunden, auf einem Wochenmarkt gutes frisches Gemüse einkaufen zu können, selber Blaubeeren zu pflücken (was ja gleichzeitig eine Art Urlaub ist), Zeit zum Brotbacken zu haben, frische Kräuter auf dem Balkon, oder bei einem Bauern Biokartoffeln zu ergattern. Einfach dummer Luxus sind Dinge wie überteuerter Spargel oder Erdbeeren im Winter, eh klar. Als fast obszön empfinde ich überzüchteten, überwürzten, übergestylten Elitefraß, oder Exklusivgags wie Entenstopfleber, Kobe Beef, Belugakaviar, Carpaccio vom Gelbflossenthunfisch...
Allerdings ist das alles nicht obszöner als die global grassierende Fleischeslust und die Verachtung, mit der das Essen behandelt wird: billig gekauft, dann leicht weggeworfen. Für mich heisst Luxus, genug Geld zu haben, dass ich mein Brot in der Hofpfisterei auch vor der Happy Hour kaufen kann, dass ich (meistens) Zeit habe, alle möglichen Kochexperimente auszuprobieren, dass ich guten Wein trinken (es muss ja nicht Chateau Pétrus sein) und gute frische Zutaten kaufen kann. Die Grundlage ist wohl, dass ich mit gutem Essen aufgewachsen bin und Schmäh erkenne.
One of the food blogs I follow had an item about what readers think constitutes luxury. Most of them poo-pooed the obvious: beluga caviar, kobe beef, force-fed duck liver...There is no art to throwing a hundred quid at the latest trendy gourmet temple. I am not interested in exclusive food for the elite, to eat some rare species just because I can afford it.
When I went shopping the other day, I thought about what one comment said "For me, luxury is being able to buy what I want without worrying about money".  In a world where lots of people simply can't eat, I am also grateful that I don't have to resort to "dumper diving" to get fed. So my luxuries are quite simple: fresh organic potatoes from a farm, living in a country where foraging for mushrooms and wild strawberries is a pleasure, markets where I can buy colourful tomatoes and courgettes, picking fresh herbs from my balcony. To have time to bake my own bread, and to drink good wine that doesn't have to be some show-off Robert Parker number. Most of all, that I was brought up to recognise and eat good food and not fall for the blingy stuff.

10 comments:

  1. Du bringst es auch für mich voll auf den Punkt!! So klar und deutlich und ohne Firlifranz!! Merci♥♥♥
    Das neue Blog-Kostum ist einmal mehr seeehr hübsch!!
    Morgen zieht hier übrigens das Schlampentum wieder aus, teilweise wenigstens!!
    Heb's guet
    Herzlich bbbb

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  2. wenn ich dran denke in was für umständen ich schon gelebt habe ist alles luxus was ich grad habe.
    nach südtirol fahren und helmuts brennnessel- käse- und speckknödel essen. zum beispiel. wahnsinn!!

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  3. Bread-Yes! Cheese-Yes! Wine-Yes! Who needs more?

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  4. Luxus heißt: frische hochwertige Lebensmittel kaufen zu können. Chi chi brauch ich nicht.

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  5. ...da gibts nix mehr dazu zu sagen, ausser, bin ganz deiner Meinung !!

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  6. Schön gesagt! Mir gefällt dein Foto sozusagen auf dem Dach des Blogs auch ausnehmend gut.

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  7. Leckere biologische Lebensmittel, das ist für mich Luxus. Täglich fantasievoll zu kochen und zwar ohne Kaviar und Koberind, das erfreut mein Herz. Manchmal viele Leute am Tisch haben die sich über ein leckeres Rübenmus oder eine Bratapfelparfait freuen, tut meiner Seele gut.
    Was mich wirklich nervt, und danke das du es erwähnt hast, sind diese Wegwerfer. Döner kurz angeknabbert landet auf der Strasse. Es ist dieser Mangel an Wertschätzung den ich als negativ empfinde.
    Alles Liebe Karin

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  8. Oh ja - Luxus ist total subjektiv!

    Es ist durchaus luxuriös einen Vormittag mit leckerem Kaffee und Keksen im Internet zu verbringen und sich stundenlang Gedanken über ein Menue für liebe Freunde zu machen .....

    Oder die Sonne zu fühlen die durch die momentanen Goldenen Blätter scheint - wenn sie scheint, heute war es herrlich stürmisch und mild....
    Luxus im November: T-Shirt bei der Arbeit!

    Herzliche Grüße,
    Beltane

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