Tuesday, 29 November 2011

Retail Therapy

Dank einer weiteren Zahn-TÜV-Aktion durfte ich gestern keinen Kaffee und drei Tage keinen Alkohol trinken. Ich darf derzeit nur weiches Zeug ohne Kanten essen, damit die nagelneue Zahnlücke nicht beschädigt wird. Davon später.Zur Zeit ist in meinen körperlichen Ersatzteillagern ganz schön was los, gleichzeitig hängt das Mütterlein am Sauerstoff, so dass manchmal eine gewisse Konkurrenz aufkommt, wer denn jetzt das "ältere G'lump" ist von uns beiden.
Zur Belohnung - essen und trinken durfte ich nicht, sinnlos Geld ausgeben schon - habe ich mir gestern nach dem Zahnarzt ein wunderbares Paar Waldviertler Schuhe gekauft, eben keine für den Winter und das zu erwartende Regenwetter, sondern Wildleder-Tanzschühchen in Größe 9, richtige Mädi-Schuhe!
Ihr Frauen da draußen, die ihr auf Riesenlatschen lebt, versteht vielleicht, wie hingerissen eine Frau ist, wenn sie in dieser Größe etwas kriegt was weder Turnschuh  noch "Unisex/NoSex"-Schuh ist.
Später gab es dann das Abendessen für den hohlen Zahn: Grießbrei. Mit sehr weicher Birne. Den Granatapfel habe ich nicht gegessen, sondern zu Saft verarbeitet.
Wie Grießbrei geht, wisst ihr? Milch warm machen, Grieß reinrieseln lassen bis man Widerstand spürt, mit Honig süßen, aufkochen und quellen lassen.
You all know how to make semolina pudding? Heat up some milk - half a pint, maybe - dribble in the semolina until you feel resistance when stirring. Add honey, take off the hob once the milk starts rising to boil.
If you find semolina traumatic because of school dinners, just use trendy polenta.
This was my dinner last night after FINALLY getting up the courage to have a ruined tooth pulled out.
No coffee, no food with corners, no alc, for three days.
I feel a little old and worn out, so I resorted to the old trick of shopping. I found girly shoes for my size nine feet ("herring boxes..."), a dream. They did the trick. I feel like dancing now.

Sunday, 27 November 2011

1. Advent, nichts wie raus an die Sonne!


Heute am 1. Advent ist es so strahlend blau und sonnig draußen, dass man bis zum Abend warten muss, bevor ein Lichtlein brennt.
Plätzchen gehen aber immer, und ein paar Butterplätzchen habe ich gestern noch zusammengebracht, ohne größeren Schaden anzurichten. Sind ja auch einfach! Oma-Rezept unten, ich habe übrigens die doppelte Menge gebacken (früher war man bescheidener). Der Guss ist dank Granatapfelsaft rosa.


The sky is ridiculously blue, no weather for lighting advent candles.
Biscuits, however, can be eaten in all weathers, and yesterday I managed to bake a batch of butter cookies without any major disasters.
In case you were wondering, I am back in the land of 20/20 vision, with my new glasses.
The cookies are very easy, all you need is shape cutters.
Knead 200g unsalted butter with 140g vanilla flavoured sugar and 280 g plain flour, smooth it with a couple of spoonfuls of cream or milk, then roll the pastry out flat and cut your favourites shapes.
I covered them with icing sugar mixed with pomegranate juice.

Saturday, 26 November 2011

Fehlermeldung

Wahrscheinlich hatte ich mir einfach zu viel vorgenommen, heute.
Ein ganzer Tag frei, meine Mutter wieder zuhause, bestens versorgt und gut drauf.  Ein herrlich düsterer Nebeltag, geeignet für Kochexperimente.
Alles ging schief.
Die Kürbistorte kam als Kürbis-Baatz aus dem Ofen.
Der Nebel lichtete sich, und ich musste dringend zwei Stunden durchs Moos wandern und sensationelle Fotos vom Rauhreif machen.
Und zum Schluss machte ich perfekte Schokobrownies. Beim Transport vom Ofen zum Tisch fielen sie auf den Boden. Ich war ganz ruhig und klaubte die Brösel Stück für Stück auf - zum Glück hatte ich nachmittags noch staubgesaugt.

Das Rezept für die Brownies ist übrigens kindisch einfach:
250g Butter mit 250g Schokolade deiner Wahl schmelzen
200 g  Zucker, braun oder weiß, mit 3 Eiern verrühren
200 g  Mehl, große Prise Zimt und 100 geriebene Mandeln reinmischen
Teig auf einem mit Backpapier ausgelegten Blech ausstreichen.
Bei 180° backen bis das Testmesser sauber zurückkommt. Aufpassen!
Im Idealfall auskühlen lassen, mit Kuvertüre bestreichen und in kleine Würfel schneiden.
 Aber es stellte sich heraus: auch die Brösel schmecken ausgezeichnet, mit Schlagsahne.

Maybe I simply tried to pack too much in: a completely free day! Yesss!
My Mum out of hospital, looked after by my sister. A comfortingly crappy day, ideal for home pursuits. Two hot recipes to try out. What happened?
the savoury pumpkin cake turned out a pile of mush
the sun came out briefly, tempted me outside for a creative photography experience
the chocolate brownies turned out perfect. I dropped them on the kitchen floor when I transferred them from the oven to the table. I didn't even scream, just quietly saved what I could from the (thankfully freshly vacuumed) floor. I screamed inside, though.
until we found that a bowl of crumbs topped with whipped cream tasted like the real thing.
the recipe couldn't be easier.
Melt 250g unsalted butter with 250g chocolate of your choice, broken up,
Mix 3 organic eggs with 200g caster sugar, add 200g flour, cinnamon and 100g ground almonds.
Spread the cake mix on a baking tray covered with baking paper. Bake at 180°C in a fan assisted oven, carefully watching! Ready when knife test is positive.
Now, ideally, let it cool down, cover with melted chocolate and cut into cubes.
OR scrape from clean floor.

Tuesday, 22 November 2011

Walnusspaste á la Melanie

Es ist so weit, ich habe das Rezept

200 g Walnüsse gemahlen (mach ich immer mitm pürierstab)
200 g Butter
schaumig rühren
Dann
2 fein gehackte Knoblauchzehen
5 EL Tomatenmark
50 g Olivenöl
Kräutersalz
Pfeffer
Kreuzkümmel
Paprikapulver
dazugeben und vermengen.

Schmeckt zum Frühstück (s. Foto, Melanie links im Bild), zum Abendbrot, von Luisa auch zu Spaghetti getestet

Utterly delicious garlicky walnut spread
200 g Walnuts, ground in a coffee grinder or with a handmixer
200 g butter
whisk these to make a smooth puree
then add:
2 finely chopped cloves of garlic
5  tblsp tomato puree
50 g olive oil
herb infused salt
pepper
cumin ground in a mortar
paprika powder
Ideal for breakfast, lunch and tea. Also tried and tested on spaghetti.

Monday, 21 November 2011

Live Tweet aus Grafing

Gestern  in der Bäckerei, stehen drei Frauen um die Verkäuferin herum und ich höre gerade das Ende des Satzes "..und jetzt woas i ned wos i mid dem Herrgott macha soi!" Darauf eine der Frauen: "Stäin doch in Gartn", und die dritte "Do konst dann amoi a Katz eigrobn". So fanden drei Hausfrauen auch für den Herrgott einen Nutzen.

Saturday, 19 November 2011

Aktionstage

Die Eurokrise , die lösen wir doch mit links. Nichts gegen die Probleme, mit denen ich diese Woche gekämpft habe:
Meine Mutter im Krankenhaus, in Rosenheim. Ca. 40 Minuten Autofahrt - gottseidank abwechseln mit meiner Schwester (live aus dem Rosenheimer Krankenhaus hier.
Das linke Auge ist immer noch entzündet. Neue Brille bestellt, ein Glas kostet 450 Euro.
Donnerstag Nacht wach gelegen mit so grausigen Zahnschmerzen, dass ich am Freitag freiwillig den Zahnarzt um die lange aufgeschobenen Wurzelbehandlung bettelte.
Aber nichts Schlimmes, wo nicht auch was Gutes rauskommt: Der Zahnarztbesuch bot mir die Gelegenheit, an diesem wunderbaren Freitagnachmittag mit betäubtem Unterkiefer durch den Englischen Garten zu wanken, und später, als ich den Mund wieder aufbrachte, im Café des Völkerkundemuseums eine göttliche Maronensuppe zu essen (perfektes Zahnlos-Essen).
Und dann endete der Tag sogar noch ganz reizend. Luisa brachte zwei unserer Lieblings-Yoga-Yodelgruppefrauen vom Weibermarkt in Bad Feilnbach mit heim, worauf wir mit Rotwein, Glückstee und M.'s köstlichen Walnussaufstrich (Rezept demnächst) den ganzen Abend herumsaßen, ratschten und viel zu lachen hatten.

Und so geht eine Maronensuppe, die ich letzten Herbst gemacht habe:
Ca. 500g Maroni aufritzen und 20 Minuten im Ofen rösten.
Dann grob schneiden.
In einem Topf ein wenig Suppengrün (Lauch, Petersilie, Karotte – Sellerie hat einen zu starken Eigengeschmack, finde ich) und ein paar kleingewürfelte Kartoffeln in Butter anschwitzen

Mit Brühe (selbst gemacht, z.B. mit einem Hühnerbein, oder Gemüsebrühwürfel) aufgießen. Die Maroni mitkochen bis alles weich ist.
Ich habe keine Kräuter dazugegeben, um den Eigengeschmack der Kastanien nicht zu überdecken.
Die fertige Suppe durch ein feines Sieb streichen und mit Sahne abschmecken. Schmeckt wie Samt!
So ähnlich sieht die Maronensuppe aus - this is what chestnut soup looks like
...und so war der Englische Garten.
The English Garden on a November afternoon
I don't know about you, but the Euro crisis left me completely cold this week. I had other problems.
My Mum is in hospital, 30km each way. Luckily, my sister and I share the visits, and more luckily, Mum seems to be be good spirits "I need my sunglasses, two blouses, my newspaper....". The cup has passed us once again. This is not what a dying woman sounds like.
My eye still red, new glasses will cost a small fortune.
Thursday night, hellish toothache all night, volunteered for root canal treatment.
Dazed and confused, I took a post-treatment wobble through the park.
Finished the outing with a velvety chestnut soup in the Museum café and came home to friends, wine and a lot of laughter.
You can make the soup at home for (almost) nothing:
Make cross-wise incisions in 500g chestnuts (NOT conkers) and roast them in the oven for 20 minutes, then cut them up roughly.
Meanwhile, sweat a chopped onion in butter or ghee until translucent, add a large diced potato and some chopped leek.
Top up with stock or your choice, add the chestnuts. When all is softened, pass through a fine sieve and stir in some slightly whipped single cream. Enjoy.

Tuesday, 15 November 2011

Fingernudeln ist kein Verb

Hier ist einer von vielen Lösungsvorschlägen zum Thema "Was machen wir mit dem vielen übrigen Kartoffelbrei?"
Wir schlagen ein Ei drüber und geben Mehl dazu, bis es eine Art fester Teig wird. Würzen: Meine Oma hat immer Majoran reingetan, auch Muskatnuss ist fein. Den Teig zu einer Rolle formen und Stückchen abschneiden und zu Fingern wuzeln (oder auch rollen).  In Öl oder Butterschmalz braun braten, und fertig sind die Fingernudeln, zu denen es meist Sauerkraut gab.
This is just one of the many solutions on the topic of "what to do with leftover potatoes/mash". Potato "noodles" were one of the delights of my childhood, my grandmother usually accompanied them with healthy live-giving Sauerkraut.
We were the pioneers of vegetarian food without knowing it.
Make a dough with your mashed potatoes, flour and an egg, add marjoram and nutmeg. Make a dough roll and cut off small pieces which you turn into fingers with your palm, then fry them in the healthy, locally sourced, organic oil of your choice.

Monday, 14 November 2011

A fistful of hallelujas and a fish pie

Vielleicht hätten die Alarmglöckchen klingeln sollen, als ich entdeckte dass unser Nachbarort Nebelberg heißt. Nomen est omen, und so. Jedenfalls scheint hier der Nebel noch gemütlich  liegenzubleiben, wenn anderswo schon die Sonne scheint. Aber mei, es ist halt November. Und statt fruchtlos zu meckern, machte ich einen Fischauflauf (und nicht "Fischpastete", wie die fish pie in schlechten Übersetzungen oft genannt wird - ein schlichter Auflauf), frei nach Ottolenghi und Jamie Oliver.
  • Mit Milch, Butter und geriebener Muskatnuss eine Menge Kartoffelbrei machen - was man mit den Resten machen kann, zeige ich demnächst.
  • Zwei frische* und ein geräuchertes Fischfilet nach Wahl in ca. 1/2 l Milch einlegen. *da ich nicht an der Ostsee wohne, heißt "frisch" aus der Gefriertruhe des nächsten Supermarktes.
  • Von dort kommen auch die Krabben, die ich in etwas Öl mit Frühlingszwiebeln, viel Petersilie und einer Prise Chiliflocken anbrate. Mit Chili muss man experimentieren, wieviel möglich ist, ob getrocknete Flocken oder frische Schoten. Nur nicht die Augen reiben.
  • Die Fische auf einem Teller zwischenlagern und in Stücke brechen.
  • Jetzt in einem Topf 60g Butter schmelzen, ca. 60g Mehl reinrühren  (rühren) und mit der fischigen Milch aufgiessen (rühren) bis eine dicke Bechamelsauce (rühren) entsteht. Weg vom Herd, die Fischstücke reinlegen.
  • Eine Bratreine mit Butter auspinseln, erst den Fisch reinlegen, dann die Chili-Krabben, die Bechamelsauce drübergießen, ein paar Erbschen drüberstreuen, wegen dem Farbeffekt.
  • Kartoffelbrei oben drüber streichen und nach Wunsch mit der Gabel Wellen reinziehen.
  • Im Backofen bei Umluft mit 160° backen bis alles tobt und braun wird.
  • Dazu gab es ein Zwiebel-Karottengemüse mit Kokosmilch - ein köstlicher Beitrag meiner Schwester.
UND JETZT trinken wir ein Glas besten Prosecco, Cava oder Champagner und feiern Berlusconis Abgang!

"Foggy Hill" is the name of the village next to mine. Maybe alarm bells should have rung when I chose my new home. And indeed, fog seems to love our village, hug it, cling to it and everywhere around it. But, hey, it's November. Mustn't grumble! Something I , a natural grumbler, learnt in England. So instead of grumbling, I cooked a fish pie, a free adaptation of Jamie O's recipe, with a touch of Ottolenghi. My dear friend G. very elegantly introduced me to them (tinned) smoked oysters at a time when macaroni cheese was the height of sophistication in communal households everywhere.I did not have the oysters required by Ottolenghi, so I made do with frozen prawns.

First, make a large amount of mashed potatoes
  • Soak one smoked and two large fresh* fish fillets in about half a litre of milk. (*I live in the Bavarian hills, so the fish was fresh from the nearest frozen fish counter)
  • This is where the prawns came from, too, which I fried in good rapeseed oil with lots of parsley and a bit of chili.You have to experiement with chili to find out how hot you want your dish. Trial and error. Don't rub your eyes.
  • Put the fish on a plate and break it into pieces.
  • Now melt about 60g butter in a saucepan and stir 60g plain flour in, add the fishy milk  (keep stirring) and some grated nutmeg (keep stirring) until you get a thick-ish bechamel sauce, Take it off the hob and put the fish pieces in.
  • Butter an oven-proof dish, put the fish pieces in first, then add the chili prawns and sprinkle some peas for colour effect.
  • Spread the mash on top and make waves with a fork, if you are that way inclined.
  • Bake in a fan assisted oven at 160°, otherwise at 180° until it bubbles wildly and turns brown.
  • Carrot dish with coconut milk courtesy of my sister. Delicious.
AND NOW have that glass of bubbly to celebrate that Berlusconi is FINALLY gone.

Saturday, 12 November 2011

Shopping and eating

Ein strahlendblauer Samstag, an dem einen nichts im Haus hielt. Und so machten wir den Wochenendeinkauf zur Abwechslung bei unserem örtlichen Öko-Dallmayer, dem Hofladen in Hermannsdorf. Die Frau vor uns in der Schlange kaufte für €80 Fleisch ein: man fühlte sich geradezu lächerlich nur mit einem Pfund Hackfleisch und ein paar Lammbratwürsten....aber später zu Hause, wurde das Ganze zu Lamm-Hotdogs verarbeitetet, dazu Wirsing. Eine feine Sache! Abends gab es dann Spaghetti Bolognese, ein Dauerbrenner im Hause 356. Es war wunderbar, den Blättern beim Fallen und den Hühnern beim frei herumlaufen zuzusehen.
This bright blue Saturday called for a country outing, and we did the shopping in our local farm shop which happens to be a bit up-scale. A woman next to us in the queue was buying 80 euro's worth of meat which made our mince and lamb sausages look a bit pokey. However, accompanied by a fresh savoy cabbage, we turned out a couple of fine lamb hotdogs (lunch) and a rich SpagBol (dinner).
It was wonderful to watch the leaves fall and the chickens range freely!
Dieser Stein steht bei Hermmansdorf, Teil einer Art Mini-Stonehenge. Innerhalb des Steinkreises sind die Namen aller in Bayern bedrohten und ausgestorbenen Arten auf die Steine eingraviert.

Thursday, 10 November 2011

One-eyed in the mist

Hat der Mond einen Hof, sagt die weise Smilla, wird das Wetter doof. Und saudoof war es heute, als ich in die Stadt fuhr, um mein Auge vorzuzeigen. Nächste Woche krieg ich eine Brille, dann kann ich endlich wieder funktionieren. Schluss mit herumkutschieren lassen von meiner Schwester, mit faul herumliegen und Hörbücher hören, mit Arbeit scheuen...Die Stadt voller Nebel und herrlichem junk food, und ich kaufte die ersten Granatäpfel.
Bei Mc** gibts gerade Asiatisches
Wontons with a sesame dip at Mc** - delicious
The queue outside the new Thai take-away where I used to live
Die Schlange vor dem neuen Thai Fastfoodladen am Rotkreuzplatz
Donnersberger Brücke, not too sadly missed...
They say when the moon has an aureole, the weather will turn crap. I went into town to have my eyes checked, it seems I will have glasses and 80% sight next week - no more being chauffeured around by my patient sister, lying on the sofa with audio books, shirking work. Last night moon's aureole was promptly followed by a day of impenetrable fog in town and country. But the city - full of delectable junk food, and the first pomegranates.
Wieder daheim - back home

Wednesday, 9 November 2011

Nocken, gar nicht fad

Da mein Auge noch keine erkennbaren Dioptrien anzeigt, bin ich sicht-lich noch eingeschränkt, aber in der Küche schon wieder recht aktiv. Gestern machte ich mich an die "Wolke Sieben", ein Rezept von Nicky"Delicious Days", deren Kochbuch ich gerne auch einäugig lese. Wie alle besten Rezepte ist es kindisch einfach zu machen und köstlich.
Man mische:
500g Quark (und zwar keinen mageren, bitte), das Ausgekratzte einer Vanilleschote, die Schale einer Biozitrone (ich schüttete auch ein bisserl Saft rein) und 50g Zucker, und hebt einen Becher geschlagenen Schlagrahm darunter. Das Ganze in ein Drahtsieb schütten, welches mit einer Mullwindel ausgelegt ist. Über Nacht das Sieb im Kühlschrank in eine Schüssel austropfen lassen, dann kann man prächtige Nockerl formen.
Bemerkung am Rande: Der (Bio)Quark war komplett abgelaufen - ich sage jetzt nicht wie lang. Und er war frisch und genießbar. So viel zum Thema Ablauffristen bei Lebensmitteln.
Irgendwie passt dazu die Platte "Let England shake" von PJ Harvey. Ein absolut großartiges Gesamtkunstwerk, allen Anglophilen besonders zu empfehlen.
 serviert mit Zitronenraspeln...
.....oder mit Zwetschgenkompott 
 serve with damson compote.....or with lemon scratchings
Still can't see properly, waiting for my eyes to settle into a recognisable strength for getting new specs. Meanwhile, world-famous German blogger Nicky"Delicious Days" gave me the idea for this pudding. Like all the best and favourite recipes, it is laughably easy to make, looks elegant and tastes divine. And incidentally, I proved how rubbish the sell-by dates can be! I had two pots of way out-of-date organic quark (curd) in the fridge and when I opened them, they smelled and tasted quite fresh. This is all I have to say on the topic of sell-by dates.
I made the mousse in one of my cloth nappies in a strainer, left it over night in the fridge and cut out little dumplings with two spoons.
As they say - the proof is in the pudding!
The soundtrack to this wonderful pud is the equally wonderful CD "Let England Shake" by the wonderful PJ Harvey.

Monday, 7 November 2011

Suppenkaspersonntag

So richtig als Adlerauge kann ich mein gerötetes Sorgenkind noch nicht bezeichnen. Es stellte sich heraus, dass ein kleiner Schnitt auf der Bindehaut (zum Glück nicht auf der Hornhaut) ist, Woher, bleibt rätselhaft. Also muss ich weiterhin mit Tropfen und Salben hantieren. Aber Geduld! Und falls jemand mal AugenOP-Ratschläge braucht, kommt vertrauensvoll zu mir, ich weiß jetzt Bescheid...
All dies hielt mich nicht davon ab, am Samstag mit Luisa und Evi am Chiemsee zu jodeln, dass die Schwarten krachten.
Luisa schwamm im Chiemsee, und Evis Hund Raika jodelte mit.
Am Sonntag machte ich eine feine Selleriesuppe:
Zwiebeln in Rapsöl und Butter anbraten, einen Selleriekopf in Stückchen hacken und mit anbraten, dann eine große Kartoffel, geschält und gewürfelt, und ein paar gehackte Thymianblättchen und Petersilie dazugeben. Mit Fleischsuppe (die meine Mutter immer noch aus Knochen kocht und uns "Kindern" gibt) und Wasser aufgießen und köcheln, dann mit dem Zauberstab pürieren, mit etwas Rahm und roten Pfefferbeeren, oder auch gemahlenem Piment d'Espelette, servieren.
Dazu wagte ich ein Experiment, ich nannte es Brotbrötchen.
Als Kind aßen wir praktisch immer altes Brot. Manchmal gab es Brotsuppe, aber man musste ja immer das alte Brot essen bevor das frische angeschnitten werden durfte... Ich versprach mir, wenn ich groß bin, esse ich nur frisches Brot. Daher mache ich hin und wieder tatsächlich eine Brotsuppe, trotzdem bleibt bei mir immer viel gutes Bauernbrot übrig. So kam ich auf die Idee, das alte Brot gewürfelt in Milch einzuweichen, mit Majoran und Sonnenblumen und Kürbiskernen zu würzen, mit zwei Eiern und Mehl zu einem Teig zu vermischen und in der Muffinform zu backen. Innen waren die Brötchen etwas baatzig, deshalb werde ich nächstes Mal das eingeweichte Brot ausdrücken bevor ich es zum Teig machte, aber sie schmecken köstlich zur Suppe. Man kann sie natürlich variieren, z.B. dachte ich an kleingeschnittene getrocknete Tomaten, Feta etc.
Als Magentröster für die am Geburtstagfeiern leidende Lieblingsnichte war das Essen jedenfalls genau richtig. Und die Brotbrötchen schmecken auch am nächsten Tag noch getoastet.
Still suffering from reddened eyeball, a visit to the Eye Clinic A&E showed a small cut in the conjunctiva. More drops and salves and smeary vision, but luckily nothing life-threatening. All this did not get in the way of a marvellour golden autumn outing to the mountains with our yodelling unit on Saturday, and a culinary experiment on Sunday.
I made an autumnal celeriac soup: lightly sweated onions in butter and rapeseed oil, chunks of celeriac and a large peeled cubed potato, simmer with a beef stock which my Mum keeps supplying us with. Add chopped thyme and parsley, blend and eat with some cream and pepper berries.
Then I had this inspiration about what to do with my wonderful old organic rye bread. We never quite finish loaves of bread because one of my great luxuries is never to eat stale bread. Sometimes I make a bread soup, but still there is lots left. So I thought why not make it into a sort of muffins?
So I soaked the bread in milk and blended it with two eggs and enough flour to make it into a dough. Next time I would squeeze the bread dry before processing it. You can add anything to it - seeds, sundried tomatoes, feta...and bake them in your muffin tray. They tasted lovely with the soup, which fed the whole family and incidentally helped sort out my niece's post-birthday party stomach. And they toast brilliantly the day after!

Friday, 4 November 2011

Königin unter den Blinden

Danke, danke, danke! Eure vielen guten Wünsche haben mich begleitet und es hat geklappt!
Mit meiner schützenden schwarzen Augenklappe bin ich derzeit ein lebendes Aushängeschild für die Piratenpartei, und ich fühle mich auch ein bisschen wie die wahnsinnige Vorhangschneiderin in "Twin Peaks" - weiß noch jemand, wie die hieß?
Abgesehen von einem kleinen Kratzer an der Hornhaut, dank dessen ich mir jetz noch Antibiotika reintröpfeln muss, ist alles genauso glatt gegangen wie ich es von allen Seiten gehört hatte, und kann jetzt sagen: keine Angst von Linsentransplant. Tatsächlich angenehmer als Zahnarzt, trotz Lokalnarkose direkt neben das AUUUUUUge. Man muss einfach vorher auf Beruhigungsspritze bestehen, dann summt man auf dem Heimweg so selig vor sich hin, dass der Begleiter neidisch sagt "ich will auch so eine Spritze!" Ich verbrachte zwei Nächte bei meiner Freundin J. und genoss die vertraute Neuhauser Umgebung und den "Mädelabend" im Löwi. Auf die A-Frage hatte der Arzt gesagt: "Freilich dürfen Sie ein Gläschen Rotwein trinken, nur nicht gleich Komasaufen"!
Zuhause empfing mich Soulfood: das Schwestern-Special Spaghetti al pomodoro. Und kaum brachte ich das Auge wieder auf, habe ich schnell die bewährte Tarte Tatin gebacken, diesmal mit Walnüssen. (Fotos: Archiv, so weit bin ich noch nicht).
Da Fernsehen nicht wirklich geht, bis die neue Brille sitzt - und ich kann jetzt schon einen zukünftigen Adleraugenfaktor erkennen - habe ich mich mit Hörbüchern eingedeckt. Sehr empfehlen kann ich die Alpenkrimis von Jörg Maurer, die er selber grandios liest und die, im Gegensatz zu den gehypten Allgäukrimis, tatsächlich witzig sind, mit Wendungen wie: "Harigl hatte sich festgegrantelt"....
After two nights in my friend J.'s house, basking in my old Munich neighbourhood, I came home after the successful op, adorned with a black eye patch which identifies me as a trendy member of the new Pirates Party (or that loony curtain-obsessed siren in Twin Peaks). Apparently, the new lens took to my eye in a pleasing way, and the redness due to a little scratch (scratch? what scratch?)will be taken care of with antibiotic eye drops. Already there is a hint of the eagle eye, the famous sharp colours, but I am still not really fully seeing. No telly for me, instead I am going for gentle walks in the gorgeous autumn countryside, at home I listen to a stack of audio books, among them the incredibly hilarious "A pocketful of rye", real pukka Queen's English, Miss Marple and murder among the greedy upper classes...
I came home to a lovely spaghettata courtesy of my sister, and immediately afterwards I felt I had to bake a quick Tarte Tatin, which of course I do in my sleep now. (Archive Photos, haven't quite got the hang of the camera just yet).