Friday, 1 June 2012

Spargel ist mein Kuchen

Eigentlich wollte ich ja diese Spargeltörtchen machen, die so aussehen wie Natas.
Aber die Muffinförmchen waren schon vergeben, weil ich für die befreundete Wirtschaft wieder Maronentörtchen machte. Sie sind ein Hit, und soo einfach...nein, sie machen saumäßig Arbeit. Vor allem das Maronenpüree: wenn man die Biomaronen (aus der Vakuumpackung) mit Rohrzucker und ganz wenig Wasser mit dem Stabmixer püriert,  saugt er sich am Boden so fest, dass man ihn nur mit Gewalt wieder hochkriegt. Ansonsten alles wie im früheren Post schon beschrieben.
Also gab es statt Spargeltörtchen einen Spargelkuchen, gemacht mit dem gleichen zuckerfreien Mürbteig wie die Maronenwunder. Und dazu eine grün-weiße Spargelsuppe.
Der Mürbteig: einfach 250g Dinkelmehl mit 125g Butter verkneten, unter Klarsichtfolie ausrollen. Wird sehr sehr mürb (bröselt!) aber köstlich.
Auf den Boden weiße und grüne, leicht vorgekochte, Spargelköpfe verteilen. Darüber eine Mischung aus 3 Eiern, einem Esslöffel saurer Sahne, einer Tasse Milch, Muskatnuss, Salz und 100g geriebenen Bergkäse gießen. Ich habe noch einige Scheiben Frühlingszwiebel und eine Handvoll roter Paprikawürfel reingetan, zwengs der Farbe. Etwa 40 Minuten backen - aufpassen!
***
The shortcrust pastry here is almost too short! too crumbly! too delicious.And too easy: 250g spelt or wholewheat flour, kneaded with 125 butter.
 Place the blanched asparagus heads on the pastry bottom, then pour a mix of 3 beaten eggs, a tablespoon of soured cream, a cup of milk, grated nutmeg, salt and 100g grated cheese over it. I also added a handful of diced red peppers and sliced spring onion for colour. Bake the pie on 150° for about 40 minutes. But keep watching it!
My intention today was to make those little natas-like asparagus tartlets, but all my muffin tins were busy. I was baking for my pub-owner friend again today, apparently the chestnut tartlets were a great hit and she wanted more of them. And they are soo easy. Not. They are actually quite fussy to make, unless you get hold of sweetened chestnut puree. I had to make it by pureeing whole, vacuum-packed chestnuts with sugar and just a little water, with the handmixer sucking itself to the bottom of the jar so that I had to yank it out each time...
So, anyways*, instead of little delicate tartlets, I made this delicious asparagus cake with leftover shortcrust pastry - no sugar, this time. And washed it down with a fine asparagus soup.
*****
Hier ein weiteres Bild aus dem Familienarchiv: meine Mutter, etwa 34, mit ihren zwei bockigen Kindern und deren bester Freundin. Alle drei habe eben eine Watschn gekriegt, weil sie auf dem Wendelstein davongelaufen sind. Die Freundin schwärmt noch heute davon, wie zugehörig sie sich gefühlt hat, weil sie in die Watscherei einbezogen wurde.
Another picture from the family archives. This is my Mum, ca.1954, aged 32, with her two sulky daughters and their joint best friend. All three have just received a slap from Mum because they went awol on top of a mountain. To this day, the friend is proud to have been included in the slaps. Gave her a sense of belonging.
Happy days!

14 comments:

  1. Hattet ihr gar kein trauma von der watschn ;))

    ReplyDelete
  2. Liebe Ilse, jetzt ist es so weit, daß ich endlich mal 'meinen Senft' zu Deinem wunderbaren Blog abgeben muß... habe ja lange nur Luises blog gelesen, aber seit ich auch regelmäßig bei 356 nachschaue, bin ich begeistert von Deiner Koch-Leidenschaft. Und überhaupt: für mich ergänzt Ihr beide Euch in Eurer Verschiedenheit auf's Köstlichste. Schon allein an Deiner Wortwahl kann ich mich ergötzen - z.B. 'ein Seitenfoto' - so ein einfaches, doch eindeutiges Wort. Ich bin wirklich keine, die gerne kocht, aber Deine Beschreibungen verlocken mich immer wieder, so spielerisch und kreativ. Dein Humor ist mir auch jetzt, 50 Jahre später, immer noch so vertraut.
    Und witzig finde ich, daß wir nach sehr verschiedenen Lebenswegen(Ihr beide ganz schön 'unterwegs',während sich mein Leben in einer ca.200 km Ost/West-Spanne zwischen Obergünzburg u. Grafing abspielte) eigentlich zu ziemlich ähnlichen 'Ergebnissen', Einstellungen, Werten gefunden haben - so kommt es mir jedenfalls
    vor.
    Also, ich verabscheue Kochsendungen im TV, fühle mich aber sehr angesprochen und verführt durch Deine persönlichen Kochgeschichten - und so schön fotografiert mit dem schönsten Zubehör - einfach ein animierender Augenschmaus.
    Wie Ihr mit Eurer Mama umgeht und Trudl, die Rebellin,an sich - das ist schon auch immer ein Erlebnis!!
    Na ja, und die Bilder von Euch im Tüpfel-look und heute sogar mit mir-dankbar und stolz auf die Gemeischaft in Sachen Watsche... da mußte ich einfach mal schreiben - obwohl ich mich eigentlich lieber zurückhalte.
    Liebe Grüße, auch an Trudl von Eurer treuen Leserin Ger-traudchen

    ReplyDelete
  3. das foto ist ein hit. alle, auch die anderen erwachsenen, schauen grantig, nur eure mum nicht. und ihr seid so herzig trotzig.
    liebgrüßt
    ingrid

    ReplyDelete
  4. Zum Kugeln komisch - die beleidigten Mienen der 3 gewatschten Madl! - So schön kann/konnte Ausflug sein!
    Liebe Grüße aus der Theresienstraße - auch an die immer noch resolute Mamma - von Heike, der Freundin der Regentropfen!

    ReplyDelete
  5. Maronen sind wahrscheinlich so stärkehaltig wie Kartoffeln, die "verkleistern" beim Pürieren auch so. Die einzige Lösung die mir einfällt, wäre, die Maronen durch eine Kartoffelpresse zu drücken.
    Alte Fotos und ihre Geschichten – ein Traumpaaar.

    ReplyDelete
  6. Dein Spargelkuchen sieht verdammt lecker aus! Schon vorgemerkt für Montag....Über die Watschngeschichte mußte ich gerade herzhaft lachen :) Selten ist wahrscheinlich so a Watschn so positiv in Erinnerung geblieben :)

    ReplyDelete
  7. Ich kann zu der Watscherei nur sagen dass meine Mutter wahrscheinlich der einzige Mensch ist dem ich glaube, dass sie aus Liebe watscht. Deshalb traumafrei.
    Und ich freu mich sehr ! dass das "Traudchen" meinen Blog liest und toll findet - denn die Jugend, sie kehrt ja doch zurück!!

    ReplyDelete
  8. Bin gerade wieder einmal Bauer, Bäuerin usw. in Personalunion und schmachte deinen Spagelkuchen an!
    Mein Projekt der letzten Tage entspricht in etwa deiner Kuchenabstinenz... ich gehe einfach noch eine kleine Stufe weiter und mach radikal auf fdH.... aber bei meiner momentanen Tiefenschärfe ... ich flüstere dir!!
    Das Gruppenbild mit Damen ist ein echter Hit.... toll, dass es auch noch echte Stimmungsbilder aus vergangenen Zeiten gibt!!
    Wûnsche dir ein heiteres Wochenende
    und grüsse dich ganz ♥-lich Brigitte

    ReplyDelete
  9. haha, Smilla hat heute einen Literaturtag! Erst die Dürre, Matte, dann kommt der Böll! FdH ist bewundernswert, Fr..keinen Kuchen ist für mich gerade mal machbar!

    ReplyDelete
  10. ....komisch..meine kinnings gucken immer so- (konntest ja "live" erleben) obwohl ich mich "pädagogisch korrekt" (????) verhalte..

    gruß
    c.

    ReplyDelete
  11. Herrlich, liebe Ilse! Das ist ja ein absolutes Highlight-Bild....
    und deine Cook-And-Eat-Bilder sind mal wieder großartig!
    HG
    Birgit

    ReplyDelete
  12. Genau genau, so hab ich das auch gemacht (Sie haben mich SEHR angestachelt mit diesen Spargeltörtchen)- nur der Käse darf nicht zu heftig sein, gell, sonst killt er das zarte Spargelaroma. Pleased, as always, to read you.

    ReplyDelete
  13. Das stimmt, lihabiboun, ich glaube wenn ich die Tartelettes mache, werde ich nur creme fraiche nehmen, ohne Käse!

    ReplyDelete
  14. When Spargel is in season in your part of the world, it is everywhere! I was in Vienna recently, and had plenty of spargel in many forms, and saw even more of it on menus and in markets. Delicious!! I wish I could read German better so that I could read your blog.

    ReplyDelete