Sunday, 2 December 2012

Einmal Catatonia und zurück

Winter.
Sprechen kann ich wieder, essen auch. Aber essen gehen oder was Fotowürdiges kochen, das dauert noch ein bisschen. Allerdings müsste ich lügen, wenn ich sagte ich hätte eine Woche auf dem Sofa, ohne Telefon (keine Stimme) nicht genossen. Sowas macht man einfach nicht ohne einen wirklich guten Grund. 
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Eine unerwartete Freude machte mir kleines Packerl mit wunderschönen Bohnen aus Österreich! Nachdem ich ganz subtil bei ihr kommentierte:  Ich will auch solche schönen Bohnen! 
sprach die Küchenschabe:  na, wenn du welche willst, wirst du vielleicht auch welche bekommen ... ;-)
Ich kann die nächste Pflanzsaison kaum erwarten.
 A happy surprise arrived with a little packet of beans from a very kind Austrian blogger - completely out of the blue. She must have read my mind. Can't wait to put them in soil!
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Jeden Tag hab ich meinen Sirup vom Radi geschlürft und dabei wahrscheinlich ganz nebenbei ein halbes Pfund Kandiszucker mitgeschlürft. An dieser Stelle möchte ich den Biomarkt Korn in Grafing extra loben - ein Wort ins Ohr von Herrn Korn (ja, er heißt wirklich so) und am nächsten Tag war eine Steige schwarzer Radi da.  
Day after day, I sipped my home-made remedy, a black radish stuffed with rock sugar. My voice did come back, but I probably consumed half a pound of sugar in the process.
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Zum Glück wusste ich meine Mutter in guten Händen - Anschi vom Pflegedienst ist fast schon wie eine dritte Tochter (Ich glaube, sie liebt sie mehr als uns - jedenfalls legt sie für uns nie ein Kaffeegedeck mit einem Schokomaikäfer auf).
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Gestern war ich zum ersten Mal seit einer Woche wieder bei Frau Mütterlein, und sie war in Hochform. Auch sie ist erkältet und noch dazu hat ihre Schokodealerin vergessen, ihr den bestellten Nachschub zu bringen.Ich mache ihr Rührei mit Lachs: "mach ned so vui, do grausts ma glei". Dann: "des is so trocken, des bring i garned runter" (Sie aß aber doch einen Teller voll, indem ich ihr kleine Portiönchen nachschob). Dann kam sie auf die Idee, sie wolle Weihnachten auf der Fraueninsel verbringen, und ich verstand was los war: sie fühlt sich so schwach, und je schwächer ihr Körper wird, desto höher bäumt sich ihr Wille auf. Wie grausam eigentlich, dass eine so starke Frau mit soviel Lebensenergie in diesem abgebauten Körper stecken muss.
Ich überrede sie zu einem Kartenspiel, weil ich weiß, da lebt sie auf. Sie besiegt mich 4:1. Zwischendurch sieht sie mich mal etwas entgeistert an und sagt plötzlich: "Dass i erleb, wie meine Kinder grau werden, hätt i mir ned denkt." Vielen Dank, Mütterlein - made my day...
Hier ist sie, links, mit ihrer Schwester, ca. 1930. Man kann ihr nicht böse sein.
Mum, ca.1930, on the left, with her sister. How could you be cross with her?

Yesterday I ventured out to my Mum's to make her lunch. She was in one of her moods, "Don't make too much - just looking at it makes me queasy". Then: "it's so dry, I can hardly swallow it". I kept filling her plate when she wasn't looking, and she wolfed it down. She is not that well, and her chocolate dealer let her down yesterday, forgot to bring her supplies. She hates being weak, makes plans for holidays when she can hardly get up from her sofa. It's not fair.
I talk her into a game of cards, she beats me 4-1. Suddenly she looks at me, shakes her head and says "I never thought I'd live to see my children go grey".
Thanks Mum, made my day.

10 comments:

  1. Des Gsiiiicht! Hinreißend. (Und jetzt weiß ich, woher du deine Schuhgröße hast. Meine ist mir genetisch ja immer noch ein Rätsel.)

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  2. ach, die starken Frauen und das hohe Alter. Kenn ich, weil meine Großmutter Mitte 90 ist, alles mitbekommt, aber nichts mehr geht... :(

    Aber das mit dem Radi - ist das ein Rettich? und dann Kandis rein und dann??? Hilft gegen... Alles?

    Alles Liebe
    beate

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  3. Kaltmamsell: Stimmt, ist mir noch gar nicht aufgefallen was für Latschen sie hat! Und ich hab's meinem Vater angelastet.
    Irka Beate: Radi hast du korrekt +bersetzt, und er ist ein traditionelles Heilmittel. Man gräbt ein Loch in die Mitte und füllt es mit Zucker und trinkt den Sirup. Nach einigen Tagen ist der Husten weg und der Radi trockengeschrumpelt. Es gibt böse Menschen die sagen, der Hüsten wäre auch so weggegangen, und man hat ein Kilo zugenommen.

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  4. Hausmittel sind doch die Besten.
    Ich mag diese "alten" Bilder.
    Weiterhin gute Besserung!
    LG
    Oona

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  5. -endlich hab ich das fensterl gefunden, wo ich auch mal einen comment für dich ablassen kann - es drängte mich schon oft dazu . ganz besonders an 'an einem tag wie diesen' wollte ich dir sagen, wie sehr ich deine einträge, diesen unverwechselbaren, feinen Ilse-humor genieße.. selbst, wenn es dir gerade so 'reinhagelt'.. gute besserung - auch eibischwurzel hilft gut u. kleidet den schlund schön mit beruhigender schutzschicht aus.
    ger-traudchen

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  6. freut mich, dass die Kleinen gut angekommen sind :-)!

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  7. ja, das denk ich mir mittlerweile auch, dass das als muttr auch nicht so lustig ist, zu sehen, wie die eigenen kinder alt pardon älter werden..........grau haare und falten bekommen, aber das ist der lauf der dingen !

    weiter gute besserung, sehr empfehlen kann ich auch zwiebelsirup, frau schneide eine zwiebel, überschütte mit braunem zucker und läßt über nacht stehen, dann löffelt man den sirup !

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  8. Gertraud, das Fensterl hast du bestimmt gefunden weil ich heute so stark an dich gedacht habe, als ich in Grafing war. Eibischwurzel? ich werde mal nachfragen in der Apotheke...

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  9. Die Gespräche mit deiner Mutti finde ich so köstlich, dass ich sie immer zweimal lesen muss. Genau wia aus´m richtign Lem - wias hoit bei uns in Bayern is!!!
    Weiterhin gute Besserung!
    Doris

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  10. Liebe Ilse! Dank deiner abitionierten Keksbackerei, habe auch ich mich wiedermal aufgeschwungen und dein Ingwer-Orangenkeksrezept nach gebacken. Nur mit dem Unterschied, dass ich die Teigrollen mit dem Eischneider in Scheiben geschnitten habe und so geniesse ich gerade diese wunderbaren Kekse zum Kaffee und hab auch schon dein Schokobrownierezept rausgeschrieben. der dank sei dir ewig sicher.
    Uns hat der Föhn zum Glück noch verschont und ich hoffe so bleibt es.
    Dir noch vorweihnachtliche Grüsse und viel taumelige Freuden in London Yonis

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