Wednesday, 29 February 2012

Blog-Schaltjahr: Leaps, no boundaries

Heute vor genau vier Jahren, nämlich auch an einem Schaltjahrtag, begann mein Leben als Bloggerin. Dieser ist der 757. Eintrag, und insgesamt ist mein Blog *staun* fast 170.000 mal besucht worden.
Eigentlich müsste ich heute aufhören, zwengs der Symmetrie.
Ich mag aber nicht. Ich werde gnadenlos weiter bloggen, bis mir nix mehr einfällt und meine Leserinnen mit nachlassender Aufmerksamkeit andeuten, dass ich besser Schluss machen sollte. Und was bringt das bloggen? Mir hat es eine ganze Welt von interessanten Menschen eröffnet, die selber bloggen oder ihre Ideen als Kommentare einbringen. Und es hat sowohl meine Kochkünste als auch meine Fotos weiter gebracht, hauptsächlich durch das Studieren kreativer Blogs von anderen. Man kann vom Bloggen zwar nicht leben, obwohl es eine Art Arbeit ist. Aber ich habe in den letzten vier Jahren so viele Streicheleinheiten erhalten für meine Bemühungen, dass ich nie wieder Therapie brauchen werde. Dafür bedanke ich mich  hier mal wieder. Womit? Mit Kuchen, natürlich!
ein Galette des Rois, mit dem bewährten Blätterteig aus 250g Butter, 250g Mehl und 250g Quark.
Was vom Teig übrig bleibt, kann man übrigens sehr gut einfrieren.
Eine Lage Teig in die Kuchenform eurer Wahl möglichst dünn ausrollen, darauf eine Mischung aus 50g Mandeln,  50g Haselnüssen, 100g Zucker, 100g zerlassener Butter und 2 geklepperten Eiern streichen. Darüber nochmal eine Lage Teig legen und mit Milch oder einem Eigelb bestreichen. Ca 45 Minuten backen. Ich weiß, dass dieser Kuchen in Frankreich zu Neujahr gegessen wird, aber ich kam eben erst jetzt dazu. In München am Hauptbahnhof gibt es Galette des Rois übrigens an diesem fabelhaften Stand, Brioche d'Or.

It was exactly four years ago when I started blogging - on a leap-year day, like today. This is my 757th post, and the blog has been visited 170,000 times. Really I should wind down the blog today, for the sake of symmetry. But I won't, because I enjoy it too much, sod symmetry. Until the day when my readers signal that they have had enough I will continue this bit of vanity publishing. Vanity, because although t'is work of a kind, it does not support me financially (never would I consider advertising on my blog), but it has given me so much attention through friendly comments that I shall never need therapy again. I also learnt a lot from reading other food blogs, both about making food and how to take good pictures of it. For this I am truly grateful!! And how do I express my gratitude? With a cake, what else!
Here is the cake I made for a visit from my favourite niece, a Galette des Rois based on a recipe from MariannaF. I know this galette is a French New Year's treat, but I made it anyway, although it is not even Chinese New Year any more.

Monday, 27 February 2012

Lokalkolorit

In Grafing macht gerade eins der Einkaufsparadiese meiner Mutter zu, der Hafenmair (auf dem Bild bei einer der Leonhardifahrten). Im einzigen Geschäft in Grafing, wo man Töpfe, Geschirr und Haushaltskram kaufen kann, geht einfach nichts mehr. Die Verkäuferin erzählte unter Tränen, seit 50 Jahren sei sie hier und jetzt kommen die Leute nur noch und lassen sich beraten und bestellen dann im Internet. Ich hatte plötzlich ein schlechtes Gewissen, weil auch ich mich von der unsichtbaren Hand des Marktes hauptsächlich Richtung München oder schwedisches Möbelhaus leiten lasse. Einer nach dem anderen verschwinden Namen, die in Kleinstädten ja eine feste Größe sind: Drogerie Daxenberger, das Fruchthaus Boni, der Grießmüller, Milli-Mayer, Hut Mayer, und jetzt der Hafenmair (das große Maier-Sterben?). Jetzt gibt es halt nur noch Edeka, Rossmann, Aldi etc. - den Schlecker gibt es ja vielleicht auch bald nicht mehr, wobei sich hier die Tränen in Grenzen halten. Die Farbe verschwindet aus den Kleinstädten. Aber nicht ganz!
Denn diesen herrlich bunten Plastikteller habe ich noch schnell beim Hafenmair gekauft, und dazu gleich einen Mohnkuchen gebacken.
 Das Rezept stammt aus dem zauberhaften Kochbuch von  Delicious Days; ich habe es ganz leicht verändert und mit einem sehr großrügigen Zitronen/Puderzuckerguss, äh, begossen. Dadurch schmeckt er sehr zitronig. Habe mich auch an Nicoles Rat gehalten, alle Zutaten bei Zimmertemperatur zu verarbeiten, was mehr Vorausplanung verlangt, als ich normalerweise aufbringe. Aber es lohnt sich.

250g weiche Butter mit 180g Zucker schaumig rühren. Nach und nach 5 Eier reinrühren, dann 100g Mohn und 70g creme fraiche dazugeben. Eine heiß gewaschene Biozitrone in den Teig abreiben - mit dem Saft anschließend den Guß machen, indem ihr so viel Puderzucker reinrührt bis er gießbar ist.
Zum Schluss 200g Mehl, gemischt mit 2El Backpulver, darunterheben. Rühren, in die gebutterte und bemehlte Form eurer Wahl gießen und ca. 45 Minuten bei 180°C (160° Umluft). backen - bis das Test-Holzsteckerl sauber rauskommt. Wenn abgekühlt, Guss drüber. Schmeckt überraschend gut mit Schlagrahm. Und einem alten Fischmesser.
Sunday is cake day, and this Poppyseed cake goes peculiarly well with those late-Feb-stay-at-home days. I adapted a recipe from Munich blogger Deliciousdays' really wonderful cookbook.
One of my Mum's favourite shops in our little home town is closing, very sadly.
However, I managed to grab this Dee-liteful multicoloured cake plate to sit my splendid poppyseed queen on.

Preheat the oven to 180°C (160° fan assisted). For best results, all ingredients should have room temperature. Prepare the baking dish in advance: Brush it generously with soft butter (I use the butter wrapping to do this) and dust it with flour thoroughly, then give the up-side-down tin a pat on the back to get rid of excess flour.
Now cream together 210g butter and sugar until smooth, then add five eggs, one by one, 100g ground poppy seed, 70g crème fraîche (if you like, the zest of an organic lemon), always stirring. Finally, add 200g flour with 2 tsp baking powder to the batter and stir until everything is well blended.
Pour batter into the prepared baking tin and bake just below the middle rack in your preheated oven, for about 45-50 minutes, or until a wooden skewer comes out clean. Let the cake cool for about 10 minutes, then turn it onto a plate. 
I made icing from the zested and juiced lemon with icing sugar - LOTS of it!

Saturday, 25 February 2012

Andalusische Geschichten

Als ich neulich auf Arte den Film von Carlos Saura sah, Flamenco Hoy, hat mich unerwartet die Sehnsucht nach Spanien überfallen (ich bin einfach überfällig!)  Ich habe von Anfang an zu dieser Musik eine Affinität gespürt - mich erinnerte die ganze Flamencokultur an bayerische Volksmusik - Jodeln, Schuhplatteln, Zwiefache, die manchmal peinlichen Trachten. Alles irgendwie uncool, Großelternkultur, aber voller Kraft. Beides wird jetzt von einer jüngeren Generation wieder entdeckt und neu interpretiert. Sauras Film ist natürlich eine künstlerische, showmäßige Interpretation von Flamenco, aber er ist teilweise atemberaubend schön. Am Montag 5. März um 11.00 Uhr wird er im ZDF wiederholt, falls es jemand interessiert.
In Andalusien gibt es an jeder Straßenecke viel rauere und authentischere Flamencoversionen. Von September 1995 bis Mai 1996 lebte ich in Sevilla. Ich machte damals in London ein Zweitstudium in europäischer Wirtschaft und Politik, und als Sahnehäubchen ein einjähriges  Spanischstudium. In Spanien studieren, in der ehemaligen Zigarrenfabrik von "Carmen", die jetzt die Uni von Sevilla ist! Nach drei Durchhaltemonaten, wo ich mich fremd und oft zutiefst einsam fühlte, die Sprache schlecht sprach und mir dafür Tag für Tag Sevilla "erlief", hatte ich Glück und fand mich plötzlich unter Freundinnen. Unser Nachbar war Flamenco-Gitarrist; durch ihn fanden wir die geheimsten Musikboaz'n und die Flamencoschulen von Triana, dem alten Arbeiterviertel von Sevilla (das wahrscheinlich inzwischen voll von Künstler-Lofts und Coffeebars ist)! Ich war drauf und dran, dort zu bleiben und mich in Vejer als Lehrerin zu bewerben. Wenn ich jetzt diese Musik höre, beschleicht mich das unwiderstehliche Bedürfnis, nach 16 Jahren endlich mal wieder dorthin zu fahren.
Zudem habe ich entdeckt, dass im Corral del Conde, wo ich anfangs gewohnt hatte, Ferienwohnungen vermietet werden!  Ein Wink des Schicksals.
 My best friend from Sevilla to this day, Lola, making paella
 Concha was the one who saved me from being all alone in Sevilla
 Here I am on the beach near the lighthouse of Trafalgár...
...and here, posing outside my favourite café on the Alameda de Hercules

One of the streets near where I lived

 Rosario in full flamenco gear
By complete accident I watched Carlos Saura's Film, Flamenco Hoy,  on TV and was transported back to the nine months I lived in Seville. 18 years ago, at the age of 45, I enrolled in a degree course in European studies in London, and the thing that really attracted me to the course was studying Spanish in Seville for one academic year. I adored Flamenco instantly - the whole culture with its sometimes ridiculous get-ups reminded me of Bavaria - the Feria in April, an amazing spectacle, overwhelmed and almost appalled me, in the same way as the Oktoberfest does. For a few months I experienced the depths of loneliness, but then I got lucky and made some amazing friends who opened the complete Seville experience to me: visits to flamenco bars in the outskirts of town and to flamenco schools in the working class area of Triana. Through one of my friends, I even had access to a "casita" at the Feria. A neighbour of ours was a flamenco guitarist, and through another friend who was a member of one of the cofradías I enjoyed the full in-depth experience of the Semana Santa.
Now I discovered that the Corral del Conde building, where I used to live, rents holiday flats. I know it's a sign: I just have to go back.
My friend Ralph did this drawing of the patio in the Corral del Conde when he visited me
A family watching the Semana Santa procession, with the Sevilla motto on the balcony

Thursday, 23 February 2012

A poem and a pudding

Poetry in motion: meine Freundin Isabel schickte mir dieses Foto aus London. In der U-Bahnstation Tufnell Park - meiner früheren Haltestelle - postet ein Angestellter jeden Morgen ein Gedicht.

Und dazu gibt's Grießpudding, ein schnelle Nachspeise für hungrige Tage, an denen kein Kuchen im Haus ist:
1/2 Liter Milch, 1 tl Butter, 50g Zucker, etwas Vanilleextrakt oder Vanillezucker in einem Topf unter Bewachung kurz aufkochen. Ein Ei trennen, das Eiweiß mit 1 Eßl. Zucker und dem Salz steif schlagen. 65g Grieß in die heiße Milch rühren und quellen lassen, nach einigen Minuten das Eigelb unterrühren. Wenn der Brei lauwarm ist, den Eischnee darunterheben. In einer Form oder einem Weckglas abkühlen lassen. Kann man mit Kompott oder auch Schokosoße essen (würde mir natürlich nie einfallen). Ich habe ihn diesmal mit meiner wunderbaren leicht bitteren Orangenmarmelade aufgeschmackt.
I love all puddings made with semolina, so comforting. Here’s a quick fix for days when there’s no cake in the house.
Heat ½ litre of milk with a teaspoon of butter or a dash of cream, 50g sugar, vanilla extract or sugar and let it boil up once. Turn off the heat, pour in 65g of semolina, let it swell, then add the egg yolk to the warm mixture. When it has cooled down some more, fold in the beaten eggwhite. Let it set and cool in a nice container, like a cup or a pudding mould. It tastes best with a fruit compote or if you will be a pig, chocolate sauce. I served it with my home-made tangy runny marmalade.

Wednesday, 22 February 2012

Der grüne Mittwoch

Wirkliche Köchinnen wissen das schon lange, aber für mich ist es eine phantastische Entdeckung, dass man aus jedem grünen Kraut und jeder Nuss - und sogar aus Kernen - Pesto machen kann.
Das Erbsengrün, das ich vor ein paar Wochen zum ersten Mal geerntet habe, wuchert weiter, und heute habe ich eine Handvoll davon im Mixer zu Pesto püriert. Ich hatte Rumfort-Pistazien im Schrank, die erhitzte ich in einer Pfanne ohne Fett und mahlte sie in der Kaffeemühle. Mit dem Erbsenkraut, einem zerbröckelten Stück Parmesan und Olivenöl - alles nach Gefühl bemessen - wurde daraus ein sehr feines Pesto. Dazu verzehrte ich meine restlichen sechs Stück Spinatravioli. Ja, so ein feines Mittagessen mache ich auch ganz für mich alleine! Anschließend ein sonniger Besuch beim Steinsee, der komplett zugefroren ist. Vermutlich wird es eine Weile dauern, bis auch die Taffste (=Luisa) da drin schwimmt. 
It is quite possible that I am the last cook on earth who discovered that pesto can be made from virtually anything green and anything nutty. Today I had a brainwave looking at my pea-shoots - they keep shooting and crying out to be used. I cut a handful of them and blended them with some elderly pistachios (toasted in a dry pan and ground in a coffee grinder), a dash of olive oil and some crumbled parmigiano. There is no recipe, these are the kind of things you can try at home - I did.
I ate this rather fine pesto with my remaining, frozen, home-made ravioli. This is the kind of lunch I make for myself - quick, simple, wholesome, delicious. Followed by a crunchy walk in the snow to our swimming lake, which is frozen solid. It should be quite a few weeks before even the toughest gal (=my sister) swims in there!
 Luisa walking on (frozen) water

Tuesday, 21 February 2012

Dienstag Krapfentag

Ich gebe zu - es freut mich, in einem Land zu leben, wo man wenigstens ein paar Wochen im Jahr dafür ausgezeichnet wird, "narrisch" zu sein. Wünsche euch allen einen besonders narrischen - und auch noch sonnigen - Faschingsdienstag!
 I have to admit I appreciate living in a culture that rewards being "crazy" - at least for a few weeks every year. I wish you all a very jolly and sunny Mardi Gras/pancake Tuesday!
Pfannkuchen mit etwas zu flüssig geratenem Lemon Curd
Pancakes with a lemon curd that turned out a little too runny

Saturday, 18 February 2012

So schaut's aus

Ein Besuch in München: Schwelgen in Nostalgie in meinem alten Viertel, Käsevorrat auffrischen bei der Käsemaus. Besuch bei Rosa Schnuppensuppe, die Bitterorangen für mich hatte. Sarcletti hat renoviert und sieht nun wirklich italienisch aus - Rimini, anno 1988. Kaufhof: was, kein Saclá-Pesto mehr? Dafür 240 Fantasy-Pastasorten, die kein Mensch braucht. Im Löwengarten treffe ich ganz zufällig Helga B, auch eine Freude. Ein Brezensandwich am Ostbahnhof, während man vergeblich auf die S4 wartet. Keine Freude.
In der Stadt, da sind schon andere Ausblicke geboten - zum Beispiel diese Liebesschlösser an einer Isarbrücke, und erwachsen agierende Kleinkinder. Bei uns aber, bei uns gibt's Sonnenuntergänge hinter dem Bahnhof, eine Küche mit Blick auf Schafe, und die Wirtschaft in Taglaching, wo das Essen einfach ist, einfach perfekt. Ois Bio, und frischer Fisch.
*****
I had a few days of commuting to Munich this week, meeting  friends, wallowing in nostalgia in my ex-neighbourhood, checking out my old corner cafe now renovated to within an inch of its life, bumping into fellow blogistas and shopping for cheese. Of course the sights are more interesting. and people are quirkier in that big metropolis that is Munich. But back home, there are sunsets behind the station and such food in our local pub, good and pure, hand-peeled by friends.

Wednesday, 15 February 2012

Tarts in the snow

Meine Londoner Freundin Lola hat mich auf einen hübschen Artikel von Jeanette Winterson aufmerksam gemacht für diejenigen unter uns, die vom Zauber herzförmiger Kuchen oder müder Rosensträuße unberührt bleiben. Komisch, wie Valentine auch immer in den Fasching fällt, oder?
So rosig sah es noch gestern abend aus; heute morgen nach Schneesturmnacht waren wir praktisch eingeschneit. Das nenne ich romantisch!
Aber da es auch an solchen Tagen nicht ganz ohne Kuchen geht, möchte ich hier meine Neuschöpfung vorstellen: eine Maronentarte nach dem Vorbild des allerdings unerreichten Maronentörtchens von Obori, das ich an dieser Stelle glaube ich schon öfters erwähnt habe.
Dazu ist Folgendes zu sagen:
1. Es gibt kein Rezept, ich habe es aus dem Ärmel geschüttelt:

2. Die Tarte hat eine Mürbteigbasis, z.B. aus 100g Zucker, 250g Mehlt und 150g Butter. Sie muss blind gebacken werden. Ich machte den Fehler, die Kidneybohnen direkt auf den Teig zu legen - man legt sie natürlich auf ein zugeschnittenes Stück Backpapier, sonst muss man sie einzeln rausfieseln.

3. Maronencreme zu machen ist gar nicht so einfach! Am besten man kauft sie fertig, wenn    man sie dann findetIch hatte 500g vakuumierte gekochte Bio-Maronen von Maria aus der Taglachinger Wirtschaft bekommen, die ich mit etwa 300g Puderzucker und etwas Milch verquirlte (manche Rezepte für Maronenpüree verlangen Sahne). Sie wurde nicht so richtig fest, und so hab ich die Paste kurz auf die Terasse gestellt, wo sie ein bisschen anfror und leichter durch die Kartoffelpresse zu drücken war.

4. Dann kommt die Sahneschicht: ich schlug einen Becher Sahne steif und mischte ihn mit 200g Frischkäse vom Typ P****delphia. Ich vermute, man könnte auch Quark oder Ricotta nehmen. Dann löste ich 2 Blatt Gelatine in Orangensaft auf, weil die Orange gerade da lag (Improvisation ist alles) und wärmte das ganze auf bis sich die Gelatine aufgelöst hatte. In die Sahnemasse einrühren und in den Kühlschrank (=Terasse) stellen.
Zum Schluss das Ganze zusammenbauen: Auf den Mürbteigboden erst die Sahenmasse spachteln, und mit der Kartoffelpresse die Maronencreme drauf drücken.
Meine sah vergleichsweise eher laienhaft aus, schmeckt aber fast so gut wie die von Frau Obori (siehe unten).
My London friend Lola pointed me in the directions of this sweet article by Jeanette Winterson in the Guardian - for all of us who tried to prove once upon a time that money was not the centre of the universe. Perfect romantic soundtrack: James Blake, "There's a limit to my love". Or maybe Frank Zappa, "Broken hearts are for assholes"?

There is, however, no limit to my quest for a perfect sweet chestnut tart. The one in the diptych above is from my much-loved Obori patisserie in Munich. My own tart tasted almost as good but lacked in the presentation department. I will keep trying!

Makin the tart is quite a lot of work unless you find ready-made sweetened chestnut puree. I made this recipe up - improve it if you can and tell me about it.
1. Chestnut puree is made by adding half a ton of icing sugar to cooked pureed chestnuts -you can find them ready for use in a vacuum pack. I used 500g and about 300g sugar, plus some milk (or cream). If you want to do them spaghetti-style, chill the mixture and put it through a potato press.

2. Prepare a tart base with 250g plain flour, 150g butter and 100g caster or icing sugar. Blind-bake it, but don't forget to put baking paper under the beans or you will fish them out of one by one afterwards, like I did.

3. I made the cream filling by mixing a tub of whipping cream (whipped) with 200g cream cheese (you could use ricotta, maybe?) and more icing sugar and vanilla essence. To make it more solid I softened two sheets of gelatine in a bit of squeezed orange and heated it up to dissolve it. Let it cool a bit and stir into the cream/cheese mix.

Then assemble your tart and enjoy, even if it does not look quite as elegant as the original.
And this is what my little village looks today: we are snowed in! Now that's what I call romantic!

Sunday, 12 February 2012

Winterfreuden

Auf die Idee, dass man hinter unserem Haus schlittenfahren kann, wäre ich von alleine nicht gekommen! Gestern bei Sonnenuntergang...
 It never occurred to me that I could take a sledge (or a binliner) up to the hill behind my house.
this was yesterday around sunset...
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 Bei diesem kalten Wetter gibt es außer Kuchen schon hin und wieder auch was deftiges, so zum Beispiel ein Szegediner Gulasch mit Bratkartoffeln, anstatt der "klassischen" Salzkartoffeln (die langweiligste Art, Kartoffeln zu essen). Die Bratkartoffeln vom Typ Linda, möchte ich vorausschicken, wurden im restlichen Gänsefett von Bollis Leberpastete mit Rosmarin aus dem tiefgekühlten Garten gebraten. Ab jetzt gibt es dann wieder herzfreundliches Olivenöl - gerade aus Portugal eingeflogen.
Das Gulasch ist ein Traum, es kocht sich von selbst. Ich nahm 500g gemischtes Schweine- und Rindsgulasch von unserem Supermetzger in Grafing. 2 oder 3 große Zwiebeln und ein paar Knoblauchzehen grob schneiden, anbraten im Fett eurer Wahl, dann das Fleisch dazugeben. Mit etwas Wasser aufgießen, dann mit Kümmel, Salz und Rosenpaprika würzen. Deckel drauf, nach 10 Minuten ca. 300g Sauerkraut, ebenfalls vom Metzger, dazugeben. Ich hatte ein paar gemischte Mini-Paprikas, die habe ich auch reingeschnitten. Mit Wasser auffüllen bis es alles bedeckt, Deckel drauf und auf kleiner Flamme so lang wie möglich köcheln lassen - mindestens eine Stunde.
Contrary to what might transpire from my blog - I don't just live on cakes. These cold days cry out for big savoury dinners, and this Szegediner Goulash is one of them. Very conveniently it cooks itself, just fry a couple of large chopped onions, a bit of garlic and 500g pork and beef cubes in the oil of your choice. Then add some chopped red pepper, cumin, salt and mild paprika and some water. A little later throw a small tin of sauerkraut in the mix, cover the lot with water and let it stew on low heat for as long as possible, at least an hour. Classic side dish is peeled potatoes cooked in salt water, I preferred potatoes fried in goose fat. This fatfest will have to stop soon. When it gets warmer.
*****
Bei uns auf dem Lande gibt es übrigens ein seltsames Fruchtbarkeitsritual: die Geburt eines Kindes wird mit aufgehängter Babywäsche und einer Storchfigur angekündigt. Das führt dann zu surrealistischen Installationen wie dieser hier. Hallo Anthropologen - ist das spezifisch bayrisch? In England hab ich's jedenfalls nie erlebt.
Out here in the Bavarian wilderness, you often encounter surrealist installations such as this one. Putting baby clothes on a line to indicate the birth of a baby? Hello anthropologists: do other tribes follow this fertility cult, too? Never came across it in England, for sure.

Friday, 10 February 2012

Winter lament

Es ist eine alte Weisheit, dass jedes Jahr, wenn die Eiscafés langsam wieder aufmachen, bei uns der Winter beginnt. Wer's nicht glaubt, sollte mal in meinem Blog meine Einträge aus den vergangenen Jahren lesen! Der Winter beginnt im Februar, oft nach einer trügerischen Schneeglöckerlwoche, wo man schon die Stühle auf Balkon und Terasse stellen möchte. Fasching im Schnee hat doch Tradition! Als Kind war ich ein Harlekin in Wollstrumpfhosen! Und genau so ist es auch dieses Jahr. Und auch der Schnee in England ist längst Schnee von gestern - keine Sensation mehr!
Vor drei Jahren war ich in Portugal um diese Zeit, wie schön das war!  An den Bildern wärme ich mich jetzt noch.
Over the decade I have now lived in Germany, winters have changed. No longer do they start when you want them - at Christmas - an end with the snowdrops. They have shifted to February and March, when you have just reached the point of having REALLY had enough, when all the icecream parlours return from Italy and it's carnival. Read my blog and see for yourself! Even in England spring snow is no longer a novelty. Three years ago I was in Portugal in February and returned to snow. The pictures still warm me - at least my heart!

Wednesday, 8 February 2012

Top of the pops!

Wir sind ja so verwöhnt...aus warmen Wohnungen betrachten wir die Eiszapfen...aber mir reicht's eigentlich jetzt mit dem Winterzauber. Ich bin so müde...Und wonach greift die müde Kochfee? Nach Zucker. Solange er noch nicht gesetztlich verboten ist. Es ergab sich, dass wegen besonderer personeller Umstände (ein Mitesser fiel mehrere Tage aus) von einem Schoko-Guglhupf einiges übrig blieb, und ich ergriff die Gelegenheit, mich auch mal an die cake pops (=Steckerlkuchen) zu machen. Mann, das ist die ideale Rumfort-Kuchenverwertung, einfacher geht's nicht, aus einem ältlichen Kuchen was Schickes zum Afternoon Tea zu machen.
Kuchen zerbröseln, mit Frischkäse (oder für die unter euch, die keine Angst vor Cholesterin haben, flüssiger Butter) zu einem "Teig" vermischen. Dann Bällchen formen und auf Schaschlikspießchen aufspießen. Es kling einfacher als es ist, weil sie die Tendenz haben, runterzugleiten. Viel Spaß dabei.
Die Bällchen, oder "pops" in flüssige Glasur tauchen und trocknen lassen. Man kann natürlich wild dekorieren, ich habe in den Blogs schon unglaubliche Kunstwerke gesehen. Aber das ist nichts für jemanden mit null Geduldsspanne. Sind trotzdem nett geworden, oder?
This frosty winter is beginning to be tiresome, despite all the white magic. And tiring in a way that demands a lot of sugar. I dread to think what I will look like when all those layers come off. Meanwhile, it seemed the ideal moment to try out the latest craze in cakes: after muffins, cupcakes, macarons and brownies, here come the cake pops. Sounds harmless, doesn't it. Just pop one in your mouth, and another one....Surprisingly, they are fantastic. What a great way to magic up a cake just before it approaches staledom. You crumble it, add some soft cheese - or softened butter, if you are not scared - and make little balls. Hold the balls with some kind of wooden lollipop stick and dip them into chocolate frosting. I used ready made, or you can melt chocolate and mix it with cream and/or...butter. This requires some dexterity which I am sure most of you have in abundance. I don't, and made a bit of a dog's dinner of them. In various blogs I saw some amazing decorations. But even mine look pretty, they will give any tea party a touch of class!

Monday, 6 February 2012

Cool snacks

Bei dieser Kälte schrumpft meine Wanderlust aufs Minimum, was ich von meinem Appetit eher nicht sagen kann. Gerade jetzt macht es Spaß, in der warmen Küche Neues auszuprobieren. Letzte Woche sah ich in der englischen Tageszeitung Guardian, dass in Londons trendigen Cafés eine neue kleine Zwischenmalzeit aufgetaucht ist für die Schönen und Schlanken: pochierte Eier auf roten Beten (auf Spinat ist es ja inzwischen "a oida Huad!"). Ich habe es also für meine Freundin S. und mich nachgekocht, mit einer zusätzlichen Schwammerlbeilage. Und siehe, es war köstlich!
Das Rezept könnte einfacher nicht sein: pro Person eine gekochte rote Rübe grob raspeln, mit Salz und Pfeffer und einem winzigen Schuss besten Olivenöls würzen und darauf ein pochiertes Ei platzieren.
Wie das geht? Das Wasser in einem großen Topf zum Kochen bringen, einen Schuss Essig dazu und schnell umrühren, dass ein Strudel entsteht. Das Ei in einen Schöpflöffel schlagen und vorsichtig in die Mitte des Strudels gleiten lassen, ca. 4 Minuten kochen.
Dazu habe ich uns "funghi trifolati"gemacht: in Scheiben geschnittene und in Öl mit Petersilie und Knoblauch gebratene Kräuterseitlinge. Anschließend der besagte Minimalspaziergang mit zugefrorenen Nüstern, wie die armen kalten Pferderl. Abends gab es dann was solideres...mehr darüber morgen.
ah, the dear Guardian, source of information about the latest food ideas for the slim and beautiful in London cafés...A little snippet caught my interest, as it contains some of my favourite foods and I tried it out for lunch on my friend S. The idea is simple - eggs florentine on grated cooked beetroot instead of spinah, add salt and pepper and a dash of olive oil. Poach your eggs, one after the other, by stirring a large pan of boiling water and some vinegar into a whirlpool, cracking the egg into a spoon and gently glide it into the vortex. Cook it for maybe 4 minutes, then take it out with a slotted spoon.
I added my own detail, with funghi trifolati: sliced king oyster mushrooms, fried in olive oil with parsley and garlic. This lovely snack was followed by the most minimal of walks, in a double-digit frost that makes the nostrils fur up. This is winter how I remember it from my childhood.

Sunday, 5 February 2012

Gute Nachricht in Orange

Nach nochmaligem Aufkochen mit ca. 400g Gelierzucker hat die Marmalade ihren Widerstand aufgegeben und sich gesetzt. Geht doch! Schönen Sonntag noch.
It just won't do to give up: after boiling up the orange liquid once more with the special pectin-enriched sugar, it finally gave up its resistance and set quite beautifully. Tastes good, too, bitter-sweet just like life itself.

Friday, 3 February 2012

Orangentage

Ich finde ständig Rezeptideen, die mich nachts vor Begeisterung nicht schlafen lassen - wann darf ich endlich aufstehen und das ausprobieren? Zur Zeit ist es besonders schlimm, weil die Kälte noch hungriger macht als üblich, und ich mehr Zeit daheim verbringe. Bei einem meiner Einkaufsausflüge fand ich im Bioladen Bitterorangen, in Grafing eher eine Seltenheit. Außerdem gibt es überall Blutorangen, die ich schon als Kind so geliebt habe, wegen des Namens:BLUTorangen, und dem Papierl, in das sie immer einzeln eingepackt waren. Schön sind sie, und so gesund .
Ich habe zwei Orangenrezepte gefunden, die ich unbedingt ausprobieren wollte. Gestern gab es die süßen Schoko-Grießnockerl in Orangensoße von der Küchenschabe, und gerade köchelt auf dem Herd die Orangenmarmelade von Suse, die schauen wir uns später an - Erfolg oder Desaster? (Später: Machen wir's kurz - schmeckt gut, sieht schön aus, ich hab die Kerne rausgefieselt, alles über Nacht stehen lassen, gesiebt, gekocht, und das Ergebnis ist total flüssig. Ich habe wohl irgendwas falsch verstanden, Suse? Wie kann ich das noch retten?)
Dafür waren die Nockerl ein durchschlagender Erfolg - und so einfach. Ich folgte dem Küchenschabe-Rezept, meine Nocken waren aber weniger fluffig als  feste Schokobällchen. Schmeckt traumhaft.
Was das Filettieren der Orangen betrifft - eine Sauarbeit, die ich ab jetzt nur noch mache wenn ich einen Michelin-Stern dafür bekomme. Ich habe ja jetzt genug flüssige Marmalade, die sich hervorragend als Sauce eignet...
I am completely into experiments in the kitchen lab at the moment. It's cold outside, I am even hungrier than usual, my work is finished, I have more time. And the blogs are full of amazing ideas! I lie in bed fantasizing what I am going to try out next - can't wait. Right now, oranges are everywhere, wonderful red juicy blood oranges, and I even found some Seville oranges in my town. So I set about making marmalade today - to make a long story short, it turned into orange sauce.Tastes delicious, any ideas how to save it?

More successful my attempt at recreating a recipe from an Austrian blog for chocolate semolina gnocchi with an orange sauce, simple, too.
Heat 200ml single cream with 200ml milk with the scrapings of a vanilla pod and the seeds of two or three crushed green cardamon pods.
Add three tbsp of caster sugar and stir in 6 tbsp semolina, let it rise briefly.
Turn off the heat, stir in 100g of melted white chocolate and let it all set.
Now squeeze three blood oranges (or two and a slightly bitter Minneola)
Heat the juice with a tbsp of sugar, add a dash of Apérol or Cointreau and thicken the sauce with a tbsp of cornflour dissolved in some juice. For perfection and Michelin star standards, the recipe demands fileted orange slices - good luck. What a fiddly job. From now on I will use my marmalade for orange sauce!