Tuesday, 31 July 2012

Fear of blogging





Ein Gedanke quält mich, seit ich so viel in Foodblogs herumsurfe: Was ist das hier eigentlich für ein Foodblog, in dem kaum je etwas Sensationelles oder Trendiges passiert? wo selten Fleisch oder Fisch gekocht, sondern immer nur am unteren Rand der Cuisine herumexperimentiert wird? Ich habe nie im El Bullí gegessen, kenne weder die Straßenküche in Pnomh Pen noch die Heimat der Macarons in Paris; ich weiß nicht, wie Tagine in Marrakech schmeckt, und ich habe nie Hahnenfüsse in Taipeh probiert. Verdammnt, neben bayrischen Biergärten kommt höchstens mal ein indischer take-away in Nordlondon vor! Ich habe keine Meyer Lemons, mag kein Salzkaramell und keinen Kimchi, und kann mir keine Trüffel leisten, um meine Kocherei global relevant zu machen. Dazu glaube ich auch nicht an das eine, genaue Rezept, sondern an eine etwas chaotische Fusion von vielen. Ein Foodblog, der nichts von all dem anbietet, sollte sich eigentlich in die Ecke stellen und schämen.
Aber ich rufe zwei Experten zu Hilfe, die meine Methode des Ungefähren und Improvisierten zu stützen scheinen. Bernd Seifert, angeblich der weltbeste Konditor, auf die Frage nach dem Rezept für seinen einmaligen Panettone: "Aber klar könne man das Rezept haben. Backen Sie ihn, sagt er. Zehnmal, zwanzigmal. Er wird Ihnen nicht gelingen. Es geht nicht um das Rezept. Es ist die Alchemie" (SZ vom 29.6.2012). Also, die Lust zum Kochen, die Freude am Essen, und das Ausprobieren.
Der andere Küchenzauberer ist Adam Gopnik, dessen Buch "The Table Comes First" (eine Art Kulturgeschichte des Kochens) bei mir immer in Griffweite liegt. Auch er glaubt nicht an Rezepte, die Sätze wie "nehmen Sie 2 1/2g Himalayasalz" enthalten - außer vielleicht für die Restaurantküche, wo Rezepte präzise für alle Köche angegeben werden müssen. "What’s the recipe? you ask the weary pro chef, and he gives you a weary-pro-chef look, since the recipe is the totality of the activity, the real work. The recipe is to spend your life cooking". Gopnik ist sehr witzig in seinen Kommentaren zum "kulinarischen Zeitgeist", der Alltagsköchen oft ziemlich absurde Geschmacksverirrungen abverlangt.
In der eigenen Küche geht es ums Ausprobieren, Verbrennen, Versalzen, Improvisieren, darum, das Mögliche zu machen und das Unmögliche zu versuchen und dann manchmal ein fabelhaftes Gericht fertigzubringen. Es geht auch darum, innerhalb seiner Möglichkeiten, des Machbaren, der erhältlichen Zutaten, zu bleiben.
Was nicht heißt, dass ich nicht mit roten Backen Rezepte lese, die Dinge wie Veilchensirup (ah, diese Küchenschabe), ausgekratztes gebratenes Knochenmark, Salbeischäumchen und Langoustines mit getrüffeltem  (hallo Bolli!) enthalten. Im Englischen gibt es dafür den wunderbaren Begriff "food porn": Rezepte lesen, die meine Kochkünste nie hergeben würden und über den Computer sabbern. Manchen Kochtrick habe ich von den Bloggöttinnen gelernt, und einige Foodblogs haben mich außerdem beim Fotografieren inspiriert - das Auge isst ja sowas von mit Aber was ich am Ende koche, das kann jede/r, der gerne isst. Wenn er also überhaupt einen hat, dann ist das der Zweck meines Blogs: eine Anleitung zum Ausprobieren!
 Recently I have been suffering foodblogger’s fear of not being up to scratch. What kind of a food blog is this, where nothing sensational or trendy is ever described? No meat and hardly any fish is cooked, my food zone consists of half-hazard experiments along the culinary bottom line. Ingredients are sourced not in Italian delis and exotic foreign places but in the odd farmers’ market and, more often than not, in discounters and supermarkets. There are no exciting visits to Michelin starred restaurants, I am no fan of the molecular, and I have yet to taste Cambodian street food or moss and birch twigs served in Danish restaurants.
How to justify a foodblog then that won't give exact recipes nor use innovative ingredients?
But wait! I found two experts who seem to endorse my approximate approach, my experience of try and fail and try again. One is Bernd Seifert, apparently the world’s best confectioner who, in an interview with Sueddeutsche Zeitung, responds to a recipe request for his sensational Panettone: "Of course you can have the recipe. You bake it, ten times, twenty times. You will not be able to reproduce it. This is not about recipes. It is about alchemy”. You may start with a recipe, but you have to make the cake your own.
 My current foodie guru is Adam Gopnik, whose book "The Table Comes First" (a kind of cultural history of cooking)  lives on my bedside table. He doesn’t believe in instructions like “take 2 1/2g of Himalaya salt" – except maybe for the restaurant kitchen where recipes have to be reproduced scientifically. "What’s the recipe? you ask the weary pro chef, and he gives you a weary-pro-chef look, since the recipe is the totality of the activity, the real work. The recipe is to spend your life cooking". Gopnik is very funny on culinary fads and fashions .
 Back home in my kitchen it’s all about trial and error, about making what is possible and trying out the impossible, and sometimes ending up with a sublime dish. It’s also about cooking with what’s available, instead of chasing after a trendy ingredient that will cost you an arm and a leg and not really make any difference to the dish.
Which doesn’t meant that you won't find me scouring recipes in food blogs and books which describe exotic stuff like crystallized violets, foamed sage, fried bone marrow or langoustines with truffled aïoli - but that's just food porn. Sometimes, food porn ideas make their way into my cooking and sex it up a bit. And food porn has done a lot to inspire my photography!
I guess the justification for my blog is to show that cooking is possible, that anyone who is interested in eating can get good at it. I did!

Saturday, 28 July 2012

Samstags zuhause

Nach dem Gewitter ist vor dem Gewitter diesen Sommer. Hier sieht es düster aus gerade, perfektes Wetter für Essensproduktion. So verbrachte ich den frühen Nachmittag wieder mal beim Spiel mit dem Mörser: Basilikum aus dem Garten, eine Handvoll Pinienkerne, schön viel geriebenen Parmesan, Salz und genug Olivenöl damit die Nudeln davon bedeckt werden. Und dann mörsern. Kann man natürlich auch mit dem Zauberstab machen, aber ich mag die Konsistenz des Pesto lieber handgemacht, da wird es gröber und g'schmackiger.
 Another thundery afternoon gathering out there, darkness at noon: it's that kind of  summer. Ideal for staying in and playing with food. My basil plant is growing beautifully, so I made some pesto again:  I throw basil leaves, a handful of pine nuts, lots of freshly grated parmesan in the mortar with a pinch of salt and enough olive oil to coat the pasta. Mash it all together with the pestle, it makes a rougher, tastier pesto than doing it with the hand mixer.
 Anschließend machte ich die genialste und schnellste Nachspeise. Ein paar Bananen in wenig Butter und mit einem Schuss Cointreau, Grand Marnier oder Rum anbraten. Hier gibt's dazu Schlagrahm mit Himbeeren, und mein selbst gemachtes Vanilleeis. Ich rate allen EisliebhaberInnen, sich schleunigst auf Ebay oder sonstwo eine Eismaschine zuzulegen.
Es ist ja so einfach, Eiscreme herzustellen, und man weiß dann genau was drin ist. Was kommt rein? Alles mögliche, Hauptsache Vollmilch und Schlagrahm, (Eigelb kann, aber muss nicht rein - auf keinen Fall bei Fruchteis), nicht zu viel Zucker, Vanilleessenz oder geriebene Schokolade. Wer's modisch lila mag kann eine Milch-Lavendel-Infusion machen, wer meint das macht weniger dick, probiert es mit Zitronensorbet...
Ich werde in nächster Zeit ein bisschen experimentieren, und sicher nie wieder Industrieeis kaufen, mit diesen undefinierbaren Fetten und E-Faktoren, die da drin sind..Ich bin jetzt der Eiskremfundi!
This is one of the best desserts, ever. Fry sliced banana in a little butter and douse with Cointreau or some such liqueur, or rum. Serve them with ice-cream which from now on I urge you to make at home. Nothing could be easier, and you know exactly what you are eating. I have heard such bad stories about what they put in industrial ice-cream - never again. Ice-makers are not that expensive, check out ebay or your local charity shop (more likely to get them in winter, though...)
The main ingredients are cream and full-fat milk, not too much sugar, and a fruit puree of your choice. Or just some vanilla powder. Or chocolate chips. Or infuse your milk with lavender, if you want to be reelly reelly trendy. Egg yolks are optional, you can heat them over boiling water with the sugar and mix in the cream. No yolks for sorbets, I will experiment with a lemon sorbet shortly.
I have become an Icecream Taliban!
Aah - schon gehts los. Die ersten dicken Regentropfen, hoffentlich hört es dann endlich auf, nach der Gülle zu stinken, die vor Gewittern jeweils großzügig vor unserer Haustür verteilt wird.
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The first fat raindrops are hitting the terrace, I hope the rain will do away with that awful smell of the manure they spread liberally just outside our house.

Thursday, 26 July 2012

Gegessen wird auch im Sommer

Es ist Sommer. Ganz klar Sommer.Ich wandere behende durch den Wald zum Steinsee (ans andere Ufer, wo man gerne auch noch ganz ohne Bikini eine gute Figur macht).  Ich schwimme in dem himmlischen Moorwasser - möglichst vor die Schulkinder mit den Augustinertragerln kommen, oder auch am frühen Abend. Ich werkle im Garten und trotze den Schnecken Bohnen und Chiliblüten ab. Und wir essen natürlich.
Freitags geht's oft mit Mama nach Taglaching, wo sie gerne mit dem Wirt schäkert und das immer hervorragende Freitagsfischgericht isst. Montags und dienstags kann man im Café Bauer in Wildenholzen Mittag essen - nichts für Feiglinge! Vier bis fünf Beilagen ("schreit's wenns eich ned langt" und Fleisch (s.unten). Dieser Mittagstisch ist nämlich ursprünglich für die umliegenden Schwerstarbeiter und Bauern gedacht, aber auch unsere appetitlose Mutter lässt sich durchaus verführen - ganz zu schweigen vom Rest der Familie.
Doch meistens koche ich auch daheim, und oft sehen die Gerichte trotz weniger Kochhingabe sehr hübsch aus, so wie diese Ravioli hier.
Pastateig schüttle ich inzwischen aus dem Handgelenk: 2 Eier, 200g geeignetes Mehl (momentan noch der Rest meines 00-Typs aus Italien) und etwas warmes Wasser oder Olivenöl, damit der Teig geschmeidig wird. Dann einfach rollen, rollen, rollen, bis er die richtige Dicke hat. Mit Nudelmaschine geht's natürlich einfacher, und Eline vom Blog Küchentanz empfiehlt, den Teig nach einer Ruhepause mehrere Male durch die größte Öffnung der Maschine zu jagen und ihn zwischendurch immer wieder zu falten.
Wer keine Ausstecher hat, nimmt ein Glas und drückt die Ränder mit der Gabel zusammen.
Beim Kochen von Mangold (das weiß natürlich jede, aber ich sag's trotzdem) erst die Stiele schneiden und vorkochen, weil das Grün nur wenige Minuten braucht). Dazu machte ich mir ein kleines Gelberübengemüse, gebunden mit einem Hauch Maizena und Crème fraîche.

  It is summer again. I hike up hills through cool woodland to our lake where you can still swim in the nude without wasting much thought on "oh how is the state of my bikini figure today"? because noone else does, there. It's bliss in the soft, still cool water, whether at lunchtime - before the schoolkids arrive with their cases of beer - or early evening, after they have gone home for their dinner.
 We also like to go out for local meals, there is so much unpretentious and good home cooking, as well as the fine organic cuisine of our favourite local (picture at the top with my Mum, as usual, flirting with the landlord). Above is a wonderful place, a semi-private café run by a brother and sister. Originally they cooked for the local farmworkers, hence the scary size and quantity of the dishes. Despite complaining of lack of appetite, Mum always tucks in fearlessly.
I do cook at home, a lot, but it doesn't always look as pretty as this pasta dish I made the other day. I am getting really blasé about making pasta dough now - just knead 2 eggs and 200g plain flour with a little warm water or olive oil - you get the knack after a couple of attempts. Let the dough rest under a tea towel, then roll it out again and again until it has the right thickness. With a pasta machine it's easier, you chase the dough through the widest setting two or three times, having folded it each time.
If you don't own Ravioli cutters, use a glass and press the rims down with a fork.
For a filling I blanched some Swiss chard, stems first, because they take much longer than the leaves, then chopped it and mixed it with plain soft goat cheese. They were accompanied by a fine little carrot dish, the cooking liquid thickened with a bit of cornflour and crème fraîche.

Monday, 23 July 2012

Kunst und Kuchen

 Am Samstag traf ich mich in München mit meinen beiden lieben Ex-Kolleginnen aus unserer Foodjournalistenzeit. Vor sieben Jahren ging das Heft während der damaligen Krise (war da was?) Pleite und wir fingen alle drei ein völlig neues Leben an. Seitdem treffen wir uns ein, zweimal im Jahr, um die Wirtschaft durch intensiven Kaffee- und Foodkonsum zu beleben. Ich verfolge ihre Karrieren und das Heranwachsen der verschiedenen Kinderchen und lerne dabei viel über die Vereinbarkeit von Kindern und Arbeit. Es ist alles wahr, was man über Benachteiligung von arbeitenden Müttern, Doppelbelastung und Mangel an Kitaplätzen so hört.  C. könnte ein Buch schreiben über ihr Leben mit einem reizenden Mann und zwei kleinen Kindern, mit dem Titel: "Warum er unser Leben super findet und ich ständig ausraste", während S. am klassischen Alleinerzieherinnensydrom leidet, das ungefähr so geht: "Wieso ich immer alles für meine Tochter getan habe und sie trotzdem ständig ausrastet". 
Zu den Schauplätzen unserer Gespräche gehörte dieses Mal unter anderem der Hofgarten, gespannt war ich auf diese Installation - ich erwartete sowas die The Gates (Installation des Ehepaares Christo) in New York, aber es waren nur eine Reihe lächerlicher, schäbiger Plastikvorhänge die die Kolonnaden verunstalteten. Ich würde sagen, die können weg.
About twice a year I meet up with my two favourite ex-colleagues from our days as food journalists on a magazine that, sadly, went belly-up in one of those crises in the early 2000's that no-one remembers now. We usually meet in different cities and, to make our contribution to the economy, visit many cafés for a space to chat. This way I learn a lot about the stresses of being a mother of two young children whilst wanting to keep a career going (yes, it's as hard as one imagines, and the book C.would write would be about "Why my husband thinks our life is great and I keep freaking out").
Or about the thankless task of bringing up a daughter as a single parent (yes - whatever you do it's not good enough and she will hate and abuse you for being young, bright and good-looking).
On our wanders we passed through Munich's Hofgarten park which I adore. It is now being vandalised by an art project, something to do with curtains adorning the colonnades - not quite "The Gates", thank you very much.
Wesentlich kunstvoller wieder mal die Kuchen im Café Luitpold, wo wir tapfer draußen im kalten Sommersturm saßen
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Much more artistic I found the cakes in Café Luitpold, where we sat outside in the bracing summer gales 
Neulich hatte ich irgendwo ein Rezept für Crabcakes (so eine Art Krebsfleischpflanzerl) gelesen und war die ganze Woche besessen von der Idee. Natürlich gibt es im Landkreis Ebersberg nirgends Krebsfleisch, und ich hatte mich schon damit abgefunden, die Flusskrebse vom Aldi auszuprobieren - sogar die waren am Freitag ausverkauft. Als ich gestern in "der Stadt" war, schaute ich auf dem Viktualienmarkt - gab's nicht. Im Kaufhof gab es Konserven mit Krebsfleisch aus Thailand oder Borneo, für 20 Euro; aus England bin ich gewohnt dass es überall billige Dosen mit crab meat gibt, aber das ist halt eine Insel! Ich kam wieder mal zu dem Schluss, dass es doch sinnvoll und erschwinglicher ist, lokal und regional einzukaufen und zu kochen. Aber manchmal überkommt mich die Lust auf so etwas völlig bescheuertes, etwas das es in Bayern eben nicht gibt. In Schottland oder Neuengland gibt es crab sandwiches, so wie es halt bei uns Leberkässemmeln gibt. Gleich packt mich die Nostalgie, (griechisch: Heim-Weh) nach nordischen Meeresgegenden.
Daheim, am Sonntag, erfreute ich den Engländer dann eben mit original englischen Lachspflanzerln, die man in jedem besseren Pub zu essen kriegt (soviel zum schlechten englischen Essen). Normalerweise gibt es dazu dicke Fritten und Mayo. Hier mit Guacamolekugerln und Karotten-Bohnengemüse, verfeinert mit Creme Fraiche und gebunden mit ein wenig Maisstärke. In den Pflanzerlteig packte ich pochierten Lachs (TK aus dem Supermarkt), gekochte mehlige Kartoffeln, ein Ei, fein geschnittene Frühlingszwiebeln und ein paar Anchovies, gehackt. (zum Thema Anchovies und den fabelhaften Food-Autor Adam Gopnik werde ich demnächst was posten).
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Back home, I made a certain English person's day with my original UK gastro pub salmon fishcakes.
I fried the small patties in good oil and served them with a dish of carrots and homegrown beans. I thickened the cooking liquid with creme fraiche and a sprinkling of corn starch. No mayo, no big chips, instead dollops of guacamole.
After reading about them in one of my many food blogs, I had been obsessed all week with wanting to make crabcakes. Fat chance, in Bavaria. The only tinned crab meat I could find - I went to Munich especially - cost 20 euros a tin, ha ha, never mind the fresh stuff. How I missed the UK then, with its abundance of weird fishy things, cheap tinned crab and salmon and gentleman's relish and...STOP. I bought frozen supermarket salmon instead, boiled some floury potatoes, poached the salmon (after defrosting, naturally) and mashed the two up with some chopped spring onions, piment d'Espelette (one of the few foodie objects that I actually love and use) and some anchovies. (More on the subject of anchovies and Adam Gopnik soon).

Friday, 20 July 2012

Blumen essen

So inspiriert war ich von der Waldviertlerin und ihren Zucchiniblüten, dass ich sofort in meinem Garten suchte, bis ich zwei gefunden, dazu noch eine Kürbisblüte von meinem Vermieter geklaut und ein paar Böhnchen geerntet hatte.
 I felt so inspired by a recent post from a blogger friend and her courgette flowers that I dashed out into my garden and looked for some flowers for my lunch. Admittedly I also nicked one of my landlord's pumpkin flowers and added my latest bean harvest.
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Mit einem Ei, einem Schuss Milch und etwas Mehl mache ich einen dicken Pfannkuchenteig und lasse ihn quellen, während ich die Blüten und Bohnen in Butterschmalz anschwitze. (Übrigens habe ich gehört, dass man Ghee aus Butter machen kann, und es schmeckt besser als Butterschmalz. Ich werde es demnächst probieren und berichten).
Zum Schluss gieße ich den Teig über die Blüten und backe ihn langsam - einmal umdrehen.
Und dann esse ich ihn, ganz alleine, im noch sonnenwarmen Garten.
Just one egg, a large dash of milk and a ladleful of plain flour makes a nice thick pancake batter. I let it swell while I gently sauté the flowers and the beans in some butter - I used ghee, which is easily available here. (Apparently it's really easy to make ghee at home for nothing! I will try it some time and report).
Then pour the batter over the flowers and bake the pancake slowly, slowly from both sides, and eat it. All of it, greedily, alone in the garden, on the last sunny day this week. 

Wednesday, 18 July 2012

Blogger sagt nein

Bloggen ist wieder mal eine Qual, weil Blogger ständig bockt. Es dauerte ewig, diesen kleinen Text zu schreiben. Wenn das nicht besser wird, schicke ich demnächst handgeschriebene Berichte raus!
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Blogger is messing me about, it keeps cutting out and I am losing the will to live here. This post has taken me about two days to write...I could have hand-written 400 copies in the time...

In den vergangenen Tagen gab es durchaus Berichtenswertes: Konzerte, ein Besuch, gutes Essen mit der Mama, ein neues Café und Treffen mit Freundinnen - aber wieder mal keine herausragenden Kochgeschichten. Vielleicht ist es der Sommer, aber das Kochen erledigt sich derzeit eher nebenbei. Was aber nicht heißt, dass nicht so ganz nebenbei auch schmackhafte Mahlzeiten entstehen. 

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It's not like there wasn't anything worth reporting - a fine Sunday lunch with Mum, a visitor, a concert, a new café, a giggly evening with the girlfriends. There hasn't been a lot of photogenic cooking, although I produced some very edible dishes here and there.
Here's some pictures.
After luncheon with Mother, driving to town in the lovely summer rain
 Also erstmal der Fotoroman: Hier bin ich am Sonntag, nach dem wunderbaren Mittagessen in Pfaffing, unterwegs nach München. Herrliches Wetter.
On my way to Munich, a summer Sunday
Beim Sommerfest des Volkstheaters mit Jutta (an der Kamera), M. aus Berlin und Engländer. M. und ich wurden Freundinnen, weil wir beide zahnluckert sind.
Nach eigener Einschätzung sehen die beiden aus wie gealterte Graffitisprayer - coool!
Das Volkstheaterfest war wie immer wunderbar, es hörte sogar für die beiden ersten Gruppen auf zu regnen: hier sind die lieben Zwirbldirn,
Und hier ist Koflgschroa; ich habe sie zum ersten Mal gehört und war absolut bezaubert von ihnen. Die kann man auch lieben, wenn man nicht auf jodeln steht - obwohl sie das auch können.
Forget "Oachkatzlschwoaf" - "Koflgschroa" is the Bavarian word you want to practice. This Bavarian boy group is so fantastic, like a young Beach Boys with a dash of Pearl Jam, or something. I fell in love with them, and they will be famous.
 Gestern kam Besuch aus München: Barbara brachte mir Müncher Glamour, Zucchini aus ihrem Garten sowie das ultimative Pastamehl aus Hartweizengrieß mit. Barbara war übrigens meine Muse für den Entschluss, mein Haar ehrlich grau nachwachsen zu lassen - hab's noch nicht bereut.
Barbara visited me and brought courgettes from her garden, a bag of pukka pasta flour and some sorely needed glamour. Barbara was the direct inspiration for me to let my hair grow out grey. I am still happy I did it.
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Anschließend kauften wir den berühmten Erdbeerkuchen im Café Bauer, Wildenholzen. Da müssen alle Besucher einmal durch. 
All our visitors are treated to a cake in the famous farm café nearby
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Der Himmel kann zwischendurch auch mal blau hier - the sky does occasionally manage a bit of blue
AND: HAPPY BIRTHDAY TAMMY!

Saturday, 14 July 2012

Sag mal Sacher!

Sie is schuld: Bei Maxivida sehen Torten so machbar aus, so unschuldig schokoladig, dass ich gestern aus dem Stand eine Sachertorte backen musste. Zum Glück habe ich immer mehr oder weniger alle nötigen Zutaten für irgendein Backwerk im Haus, und auch hier fehlte mir nur die Marillenmarmelade, die ich durch Orangenmarmalade ersetzte - was Maxivida im Rezept ausdrücklich erlaubt hat! Die Johannisbeerl sind allerdings ein völlig unorthodoxer und im K&K Raum wahrscheinlich verbotener Zusatz, aber diese Gefahr nehme ich auf mich.
Ich folgte einem Rezept aus einem K&KKochbuch das ebenfalls ausdrücklich verbot, den Kuchen horizontal zu halbieren und ein Marmeladenzwischengeschoß zu schaffen. Dafür hielt ich mich auch bei der Glasur streng ans Kochbuch und widerstand der Versuchung, nach Maxivida etwas Butter reinzulöffeln...Ergebnis: trotz der Produktion eines halben Hühnerhofs ein bisschen trocken und der Guss mir zu süß und spartanisch. Aber SCHMECKT TROTZDEM FANTASTISCH!
Man nehme: 8 Eier und trenne sie in weiß und gelb. Weiß wird mit 50g Puderzucker steif geschlagen, gelb mit 100g desselben zu einer schaumigen Masse gerührt. 150g Schokolade und 150g Butter lasse ich zusammen über heißem Wasser flüssig werden, etwas abkühlen und dann wird das mit dem Eigelb sachte verrührt. 150g Mehl und eine Prise Salz (ich habe noch ein paar Eßlöffel geriebene Walnüsse reingeschmuggelt auf den Tipp von Maxivida hin) werden reingerührt und zum Schluss das Eiweiß untergehoben. Dann backe ich den Kuchen etwa 40 Minuten bei 180° ohne Umluft, muss man aber je nach Ofen ausprobieren - Steckerltest! Wenn der Kuchen abgekühlt ist, dick mit Marmelade bestreichen - ich habe wie gesagt meine selbstgebraute Orangenmarmalade genommen. Und darüber kommt der Guss aus 100g Bitterschokolade, 4 Löffeln Zucker, 4 Löffel Wasser und 30g Butter - einfach alles schmelzen und so oft und lang über die Torte löffeln bis alles bedeckt ist.
Tempted by fabulous multi-lingual blogger  Maxivida who is reproducing her Serbian grandmother's entire recipe book, I spontaneously made a Sachertorte for my homecoming hero. I followed a simple recipe from an Austrian cookbook which requires merely 8 eggs - separated, the whites beaten with 50g sugar and the yolks whisked with 100g icing sugar. Melt 150g dark chocolate with 150g butter (I used to say unsalted, but with the fashion for salty sweet things I say don't bother), then fold every thing together, including 150g plain flour and a pinch of salt. With a nod to Maxivida, I sneaked in a cupful of ground walnuts.
I also used her glaze made with


  • 100 g / 3.5 oz dark chocolate
  • 4 Tbsp sugar
  • 4 Tbsp water
  • 30 g / 1 oz butter
  • all melted together and spooned over the cooled cake until it's thoroughly covered and shiny. Oh I forgot: the ultra-orthodox cookbook forbids cutting the cake in two layers, so I left it as one and covered it with marmalade (home-made, natch) which is expressly allowed by Maxivida in the event of not having any apricot jam in stock.
    I am, however, happy to shoulder the responsibility for the unorthodox adornment of a Sacher Torte with redcurrants, just because they are mega pretty.
    Heaven is a place where nothing ever happens (says David Byrne)
    Die Bushaltestelle und Eierproduktionsstätte in meinem Dörfli - my village bus stop which doubles as an egg boutique

    Thursday, 12 July 2012

    Albträume und Isarwellen.

    Wieder mal zog es mich diese Woche ins Voralpenland: ein Kurzbesuch bei der Lieblingsnichte bot meiner Schwester die Gelegenheit, die Kieselpyramiden an der Isar zu fotografieren und mir, meine Füße zu kühlen. Wir fanden eine Menge Wacholderbüsche und anschließend ein schönes Kaffeehaus in Leggries, wo ich den zweitbesten Quarkstrudel Bayerns genoss (den besten gab's im Berghof in Agatharied, so schön flach und intensiv schmeckte der).
    Aber vor allem möchte ich heute von einem Buch erzählen, das mich die letzten Abende bis in meinen schlaflosen Schlaf begleitet hat. Paula Fox, "The God of Nightmares" (auf deutsch unter dem Titel "Der Gott der Albträume" erschienen) hat mich völlig hineingezogen in die intensiven Geschehnisse und Nicht-Geschehnisse auf dem Weg ihrer Heldin Helen. Aus einer Kleinstadt am Hudson  (der Name Poughkeepsie scheint in der US-Literatur symbolisch für düstere Provinz zu sein) und einer klaustrophobischen Beziehung mit ihrer Mutter findet sie sich in der Bohème der 40er Jahre in New Orleans wieder. Wie Paula Fox in Helens innerem Monolog ihre Gefühle - zu ihrer Mutter, zu dem Vater der die Familie verließ, zu Menschen mit seltsamen, manchmal auch schockierenden Biographien, die ihre Freunde werden, und am Ende zu ihrem Mann - beschreibt, ist so akkurat und sparsam, manchmal rätselhaft und fast "gothic" gruslig, wenn sie die seltsam schwüle Atmosphäre der Stadt beschreibt und die für Helen oft unerklärlichen Geheimnisse ihrer Freunde. Mir kamen oft die Tränen, was mir beim Lesen eher selten passiert - höchstens mal im dunklen Kino. Aber da ich emotional derzeit schon ein bisschen umgegraben bin, haute diese Geschichte bei mir voll rein.
    Vor einigen Jahren habe ich Paula Foxs Buch "Desperate Characters" gelesen; sie wurde damals "entdeckt", weil sie irgendwie die Tante von Courtney Love ist. Wahrscheinlich ist das ein literarisch wertvolleres Buch, sparsamer, zynischer, gekonnter geschrieben. Aber dieser Gott der Albträume, das ist ein Knaller. Und das Tolle ist, es gibt noch ein paar Romane von Paula Fox, die ich mir jetzt vornehmen werde...
    Another week, another trip toward the mountains. A visit to my favourite niece offered an opportunity for my sister to take pictures of the stone pyramids and for me to cool my feet in the river Isar where it is still a mountain stream. We found a lot of juniper bushes and a nice café where I enjoyed a delicious quark strudel.
    Back home, I have spent the past days immersed in a novel by Paula Fox, "The God of Nightmares", following the events or non-events that lead her heroine, Helen to some kind of maturity. The plot is claustrophobic, told by the protagonist, a young woman who is catapulted from her boring and resented life in the provinces (Poughkeepsie seems to be a kind of byword for "nothing ever happens here unless it's bad" in US literature) to a sweltering, exotic New Orleans. By the end of the novel, things are spiralling towards tragedy both for the characters and for the world (we are in 1941), and finishing the novel brought me a sleepless night. I cried copious tears, something that happens to me in the cinema, not when I am reading. So for those of you who are ready to be involved in an unusual story of bohemian lives, tragic marriages, skewed friendship and suspicion of betrayal...get this book.The best thing is - Paula has more novels up her sleeve, something to look forward to. I read "Desperate Characters" some years ago, when she was suddenly rediscoverd - probably due to her family relationship to Kurt Cobain's widow, Ms. Courtney Love. Also a fine novel and well worth reading, the writing is more literary, elegant and spare, maybe a bit less gothic than the "God of Nightmares".

    Monday, 9 July 2012

    Gewittersaison

    Mal ganz abgesehen von den dramatischen Son-et-Lumière-Shows jede Nacht war auch sonst einiges geboten in den letzten Tagen. (Ich hab's verdient nach einer Reihe von Familiendramen).  In abenteuerlichen Autofahrten bin ich gleich mehrere Male aus dem Landkreis rausgekommen, durch Regenwände, auf blaugrüne Berge und entlang mondbeschienener Wolken. Bayern ist so schön, von meiner direkten Umgebung bis hinein in die Berge. Dabei sind das Kochen und auch das gute gesunde Essen dieser Tage eher auf der Strecke geblieben; ich gestehe sogar einen nächtlichen Drive-by-BigMac. Es wurde eher getrunken, hauptsächlich alkoholfreies zum Rehydrieren. Ich traf Freundinnen, es wurde gesungen, geschwommen, und viel gelacht. Und zu guter Letzt wurde mir jetzt ein neues Projekt angeboten, mit dem ich meine Finanzen bescheiden aber langfristig verbessern kann. Ich sehe Urlaubsreisen....
    Spaziergang auf den Berg auffi in der Mittagspause beim Jodltag in Agatharied (bitte keine Jodeldiplomwitze mehr!) 
     Motivsuche kein Problem, alles schön
     Blick hinüber Richtung Schlierseer Berge
     Ein Gesangstrio aus der Region
     Just another sunset...
     Die Kirche von Holzhausen - mein einziges Bedauern die ganze Woche war, dass wir einfach nicht dazu kamen, in Bayerns bester Pizzeria (in Münsing) zu essen, obwohl wir mehrmals daran vorbeifuhren
     erfrischende Hollerschorle im Café der Schongauer Blumenschule, zu bewundern auch in Cambras Blog
     Cambra und  Inalena rahmen zwei richtig liebe alte Freundinnen ein: Luisa und G. kennen sich (und mich) seit wir 3 und 4 Jahre alt sind.
     ich genieße den Tag unter Frauen - wo übrigens das Thema "bin ich zu dick" interessanterweise völlig irrelevant war: einfach a Haufa scheene Weiba
    Luisa hielt eine Lesung über ihr Verhältnis zur Natur und eine nachhaltige Liebe zu Kräutern - alles eingerahmt von Donner und Blitz. Wir befanden uns angeblich in einem Faraday'schen Käfig...
     Auf dem Heimweg von Agatharied reichte es noch für einen Sprung in den See bei Unterlaus, bevor das nächste Gewitter ausbrach.
     ***
    After some unusually dramatic family stuff and endles dramatic thunder-and-lightning-shows, night after night, life suddenly took a very active turn this past week. I had several fun outings, driving across Bavaria, and left snails and tomaotes to fight it out among themselves. I enjoyed walls of rain as well as rising orange full moons, bluey-green mountains and endless cloud drama. Cooking fell somewhat by the wayside; I even confess one episode of drive-by-BigMac. Instead I met friends, did a lot of swimming, laughing and singing. Sounds idyllic? Too bloody right! Good times! And on toop of it all I was offered a new small project which will improve my finances in a small but rock-solid way. Holidays, here I come...
    All the pictures are from a yodelling workshop (yeah yeah, guffaws..) and a lecture my sister gave in a wonderful garden centre about a careful unexploitative way of living with nature. Lovely place, a bunch of old and new friends - and not a thought about body shape!