Thursday, 30 August 2012

Auffi aufn Berg, ummi auf'd Oim, eini ins Wasser!

Diese letzten Sommertage rasen vorbei, irgendwie ist ständig was zu tun. An Luisa kann's nicht lieben, sie ist wohl die pflegeleichteste Einbeinige, die man sich vorstellen kann und weiß mir raffiniert zu verheimlichen, wenn es bei ihr was zu helfen gibt.  Am Dienstag habe ich mir einen Tag freigeschaufelt und bin mit meiner Freundin B. in die Berge gefahren, nach dem Motto "Was, du wohnst in München? du fährst sicher ständig in die Berge!" Naja, bei Föhn sehe ich sie wenigstens ständig.
B. und ich sind beide weder besonders athlethisch noch ehrgeizig und einigten uns auf eine harmlose, aber wunderschöne Bergwanderung am Samerberg. Von Törwang fährt man einen irrwitzig steilen Weg hinauf zum Waldparkplatz, und von dort gibt es verschiedene gut markierte Wanderwege.
Schwarzrieshütte: don't go there on Monday or Tuesday!
Notproviant: Birne
Wagneralm: go there any day after 2p.m.
Wir gingen erst mal zur Schwarzrieshütte, von der ich gehört hatte dass sie sehr schön ist und gutes Essen hat. Natürlich hatten wir das winzige Schild unten nicht gesehen: Montag und Dienstag Ruhetag. Also aßen wir B.'s mitgebrachte zünftige Brotzeit, eine harte Birne, tranken Wasser und gingen dann quer rüber zur Wagneralm. Sie liegt traumhaft am Hang, mit Blick über das Chiemgau. Kulinarisch beschränkt sich der einsilbige Wirt auf Wiener, Wurstsalat, sehr gutes frisches Brot und etwas ältliche Auszog'ne. So gut haben mir Wiener übrigens schon lange nicht mehr geschmeckt, auch mit Weißwurstsenf!

Auf der Wagneralm

Rindvieh mit Aussicht - cattle with a view
Bayerns schönstes Freibad - yes, it's completely free
Erl in Tirol mit kleinem Kaisergebirge im Hintergrund
Auf dem Heimweg machten wir eine Badepause in dem wunderbar kühlen Wasser des schönen Naturbads zwischen Törwang und Grainbach, fuhren mal schnell zum Tanken nach Österreich und genossen dann das wie immer köstliche Essen beim Pfeifenthaler in Bad Feilnbach. Bei der Heimfahrt - mit offenen Fenstern, mangels Cabrio - duftete das ganze Land nach frisch gemähten Heu.
 Beim Pfeifenthaler in Bad Feilnbach (ich kriege übrigens nichts für dieses Product Placement)
Kaaspressknödel, naturtrübe Apfelsaftschorle, Altbayrisches Schnitzel (mit Senf- und Krenkruste)
Sadly for all of you readers abroad, this is just a little bit of travel porn for you. On Tuesday, I did what people always expect when I say I live in Munich (and I don't get round that often to doing it):
I went for a hike in the mountains with my friend B., followed by a swim in a glorious natural outdoor pool and a meal in one of my all-time favourite country inns. I think we may have caught one of the last hot summery days. So, just enjoy the photographs and if you want to see all this, I am happy to tell you where to go.

Sunday, 26 August 2012

Neue Ernte

Nachdem jetzt klar ist, dass meine rätselhaften Ballons auf der Terrasse Tomatillos ssind, habe ich nachgesehen, was man damit machen kann. Mexikanische Küche ist nicht wirklich meine Spezialität, da heißt es jetzt lernen. Heute habe ich die erste Ernte von den Stauden gepflückt und werde mal eine Salsa machen. Den Rest kann man angeblich blanchieren und einfrieren. Falls jemand frische Tomatillos braucht, meldet euch: Exklusiv! angeblich gibt es sie sonst nur auf dem Viktualienmarkt. Das andere Gartenwunder - ausser dem unerwarteten Cocktailtomatenregen - ist die erste American heirloom-Tomate von einem Strauch, der aus einigen winzigen Kernen von Rosa entstanden ist.
Das Wunder der Natur, ein Erfolgserlebnis!
 frische Ernte - today's crop
 ¡HOLA! tomatillo!
 Tomatillo, halbiert - cut in half
heirloom tomato, halbiert - cut in half
So it turns out that I have a terrace garden full of  Tomatillos and not a Mexican recipe to try them out with! Apparently you can blanch and then freeze them, and looking at the hundreds of lovely green tomato-lookalikes, that's what I will be doing.  Next to the sudden mega-crop of cocktail tomatoes, the other great surprise today was the first of many American heirloom tomatoes which I grew from a few seeds given to me by Rosa. Gardening is turning out to be a success!

Thursday, 23 August 2012

Ess-Stress - nein danke!

Oh mein Gott, ich habe mir neulich im Fernsehen den Film "El Bullí" angeschaut. Ein ausgezeichneter Dokumentarfilm, nur vom Zusehen war ich so gestresst dass ich nachts zweimal mit Herzklopfen aufgewacht bin.  Ich kann es nicht fassen, dass so viel Leidenschaft, Talent, Kreativität die fast an religiöse Hingabe grenzen, nur darin münden, ein paar Reichen (oder auch weniger Reichen, die ein Jahr sparen, um sich dieses Statussymbol zu leisten) alljährlich neue Thrills zu verschaffen.
Irgendwo in einem Foodblog habe ich von einem Gang namens "Ingwerluft" gelesen: geht's noch? Oder es gibt das berüchtigte snail porridge im englischen Molekularpalast, The Fat Duck, und El Bullí setzt noch eins drauf mit Gerichten wie einer Suppe aus Wasser und Haselnussöl - etwas gezwungen aus dem Ärmel geschüttelt auf der Suche nach neuen Texturen für die neue Saison. Wohlgemerkt - nicht Gerichte, sondern neue Texturen, neue Geschmackserlebnisse. Fenchel mit Yuzu das aussieht wie Fischfilet. Pilze als Pasta. Fischsauce mit Eiswürfeln. Alles vorher sous-vide, vakuumisiert, alles möglichst weit weg vom Essen wie es wirklich aussieht.
Mei, wer's mag...Ich lebe derzeit in einem Lieblingsbuch, "The table comes first" von Adam Gopnik. Nie habe ich vernünftigere, interessantere, informativere, lustigere Sätze zum Thema Essen gelesen.
My own five-star cuisine
Meine Sterneküche:Kartoffelpuffer mit Kohlrabi
Sterneküche, gar die molekulare, und auch die neue nordische, ist mir nicht nur deshalb unsympathisch weil es eine dämliche Elitekultur ist, sondern wegen diesem übertriebenen Dekozwang: hier ein Tröpfchen, da ein Schäumchen, ein Zweiglein, und, ja - Luft....
Es könnte eine Gaudi sein, stattdessen ist es eine Art Zirkus - supergestresste Menschen produzieren Grenzerlebnisse für übersättigte Konsumenten. Es wäre ja kein Wunder, dass Chef Ferran Adrià Pause machen will - aber der Mann ist ein getriebener Daniel Düsentrieb, der kennt keine Pause.
Er hat jetzt ein Kochbuch namens "The Family Meal" geschrieben, eine Sammlung von Rezepten für das gemeinsame Essen der "Family", seine Angestellten. Ich vermute, es stellt die als Essen erkennbare Quintessenz aus all dem Talent in seinem Restaurant dar. Und warum mich das interessiert? Weil ich schon a bisserl a Food-Nerd bin, trotz meiner begrenzten Möglichkeiten, und gern meinen Senf dazugebe.
Meine Tomaten wollen jetzt scheinbar doch rot werden!
My tomatoes have finally turned red now.
The other night I watched the film about the now historic restaurant phenomenon "El Bullí" - if you haven't heard of it you must have been holidaying on Mars for the past ten years. An excellent documentary, I watched it with my nose pressed to the screen. I woke up twice in the night with palpitations: the stress the chefs were under was so, ahem, palpable. On the one hand, I detest all these star chefs and their antics, all this elite cuisine, but it also has a gruesome fascination, because it's about people who are really passionate about food. Only, I find it a shame that all that creativity, passion, talent is focussed on creating culinary sensations for some expense account suits, the privileged and the rest of us poor saps who save all year and feel ecstatic when they have finally bagged a booking that will cost them as much as fitting a new kitchen (ok, an IKEA kitchen).
Why am I even talking about this? Because I am a long-standing food nerd, despite my severy handicaps - no money, no travel, no decent shops in the vicinity. So I live my food adventures largely vicariously, and then blog about it. And keep coming back to my favourite book about food, "The table comes first" by Adam Gopnik. Everything you ever wanted to know about food is in there!
My five-star gourmet kitchen: poached pears with star anise
Meine Sterneküche: Birnenkompott mit Sternanis

Tuesday, 21 August 2012

Heiße Nächte

Gestern nacht dachte ich, die Welt geht unter - der Wind spielte Fußball mit meinen Blumentöpfen, der Himmel war wie eine defekte 10,000-Watt-Glühbirne, an-aus-an-aus-an, ich wachte auf von diesem Rauschen und Wetterleuchten das garnicht mehr aufhörte. Ich kann mich nicht erinnern dass die Hitze sich je so dramatisch entladen hat, immerhin nach fast 40° im Schatten gestern. In der Stadt kriegt man die schlechtgelaunte Natur nicht so mit wie hier, wo überall Bäume mitrauschen und der Himmel so groß ist. Heute früh jedenfalls wieder kaum ein Hauch....Sonne, Freude, Eierkuchen.
Oder vielmehr, Salat mit Flußkrebsen. Es gibt sie wieder bei unserem Dorfladen, dem mit den vier Buchstaben.
Der Salat ganz einfach, knackige Blätter, geviertelte Tomaten, in Scheiben geschnittene Avocado (Meine patentierte Avo-Methode: ich halbiere sie, nehme den Kern raus, schneide die Scheiben mit einem stumpfen Messer in der Schale und kippe sie auf den Teller). Das dressing war einfach Zitronensaft, Crème fraîche und Kräuter aus Eigenproduktion.
Dazu gab es ein paar Rumfort-Bratkartoffeln.
Yesterday, temperatures went up to nearly 40°C and the hike up to the lake wasn't possible until 5p.m. During the night I woke with the feeling of being on a ship tossed by a storm; my bedroom was lit up by constant flashing, for at least half an hour, trees whooshing outside, the flowerpots on my terrace sliding along, chairs crashing about...I could have read a book by the light of those flashes. Yeah I was scared. In the city you don't get this close to Nature in a bad mood. But this morning, innocent sunshine returns, and all those sodden cushions will dry as the heat returns.
Another salad day, then.
Our village shop (****the discounter ) is stocking crayfish again, so yesterday we had a salad with crisp little gem lettuce leaves, small tasty tomatoes, an avocado, herbs and crayfish, with a dressing of crème fraîche and lemon juice. Sole concession to carbohydrates was some fried left-over potatoes.

Sunday, 19 August 2012

Reifezeit

Wenn ich auf meine eigenen Tomaten warten müsste, würden wir wahrscheinlich alle verhungern. Aber es gibt sie ja zu kaufen, und derzeit sind die kleinen Holländer echten Tomaten täuschend ähnlich.  Was in meinem Garten noch geradezu ausufernd gedeiht, sind diese Dinger die aussehen wie Physalis, die ich aber als Chilisamen erworben habe.
Sie wachsen wie verrückt, ich habe inzwischen ungefähr 50, und innen bekommen sie jetzt einen harten Kern. Kann irgendjemand sie identifizieren?
If I had to wait until my own tomato harvest comes in we would all starve; they are all still at the small, hard and green stage. Luckily tomatoes are plentiful in the shops and actually taste and smell like the real thing. Meanwhile, these mysterious physalis lookalikes are growing like weeds on the terrace and are developing a hard ball inside. Can anyone help to identify them? I thought I had bought chilli seeds.
Heute Nachmittag: 28°C in der Küche, 37°C auf der Terrasse
Ja ich war natürlich am Steinsee, Luisa trägt's mit Würde und würde es nicht anders wollen, bei der Hitze. Wenn wir unsere Terrassentür öffnen, schlägt uns eine Hitzewand entgegen, nicht unähnlich als wenn man im Juli in Sevilla aus dem klimatisierten Flughafen heraustritt - also trotz dieser Hitze machte ich heute mittag Nudeln, wie in Italien. Und die haben wir auch mit Vergnügen in der Bruthitze auf der Terrasse gegessen. Ja, auch Luisa. Im hilfreichen Polizeigriff kann sie über das kleine Treppchen mit einer Krücke gut herunter- und auch wieder hinaufhüpfen.  
Und das gab es: kleine Tomaten halbieren, mit Olivenöl anbraten, viel Petersilie und Basilikum darüberstreuen, salzen (bei dieser Saunahitze nehme sogar ich mehr Salz als sonst). Dann über die Tagliatelle bzw. Bandnudeln kippen, Parmesan drauf und schnell essen. Dazu Salat.
Anschließend kaufte ich Eis und zockte im Krankenhaus eine Partie Rummikub mit meiner spielsüchtigen Mutter. Es geht ihr wieder blendend und ich hole sie morgen raus, bevor sie aus Langeweile noch was anstellt.
Yes of course I went swimming in the lake, and my sister grinned and bore it with dignity. But the heat, the heat: it is like opening an oven door as you step out onto the terrace. Luckily our flats are cool, in winter we curse the terracotta floors but in summer they make life - mediterranean. The temperatures are mediterranean, too. I am loving it.
Lunch was...you guessed it, mediterranean. Tagliatelle tossed with grilled tomatoes, basil and parsley from the garden, parmesan and olive oil. More salt than usual because of the sweating. Very summery, on the terrace. With a little support Luisa hopped down the steps to the terrace and up again. Later, I bought some ice-cream and popped into the hospital for a round of Rummikub with my game-starved mother. Tomorrow I will get her out of there, before she is bored to death.











Friday, 17 August 2012

Dahoam is' aa schee

Freundinnen und Leserinnen von Luisa können sich denken, wie sie an Beinbrüche rangeht: frontal. Trotzdem weigerte ich mich, nach Südtirol zu fahren - die Vorstellung, sie jetzt gleich allein in der Wohnung zu lassen, ging irgendwie nicht ("Fahr! ich komm schon klar! Wenn ich Hilfe brauche rufe ich...an"). Und das Wetter ist auch hier schön. Die Lieblingsnichte brachte es auf den Punkt: "Würdest DU fahren, wenn Ilse in der Situation wäre?" Na also. Also bleibt für mich als Aufgabe nur, sie hin und wieder mit kleinen Mahlzeiten zu mästen. Und gekocht wird ja bei mir sowieso. Zum Beispiel Apfelstrudel, diesmal mit dem bewährten Quarkblätterteig.
Zur Erinnerung: 250g Mehl mit 250g Quark und 250g Butter verkneten, kalt stellen. Nochmal kneten, ausrollen, falten, kalt stellen. Dieser Teig kann nur kalt verarbeitet werden, sonst wird's a Baatz.
Äpfel schälen, in  Scheiben schneiden, mit saurer Sahne, Zucker und geriebenen Nüssen vermischen - ich nahm Haselnüsse und Walnüsse. Wenn's sein muss, noch Zimt oder Tonkabohnenabrieb.
Alles nach Gefühl - bei meiner Oma durften wir Kinder dann die restlichen sahnigen, nussigen Äpfel aufessen. Wer keine Enkel hat, muss dass selber machen.
Dann Teig mit so viel Mehl wie nötig stückweise so dünn wie möglich ausrollen - Vorsicht, Geduldsarbeit - und die Apfelfüllung einbauen.
Eine Bratreine im Ofen mit Butterschmalz wärmen, die gefüllten Streifen nebeneinander reinlegen, mit Vollmilch, Butterflöckchen und etwas Zucker bedecken und ca. 30 Minuten bei 200° backen, bis der Strudel knusprig ist und blubbert. Dass er mit Schlagrahm oder Vanillesauce am besten schmeckt, muss ich ja wohl nicht dazusagen.
Eine schnelle Vanillesauce (Warnung: nix für Gourmets) kann man aus einer Packung Vanillepudding mit doppelt so viel Milch machen.
 Friends and readers of my sister's blog can now imagine, how she deals with a broken leg: full-on. She is not one for wailing and begging for help. Still, I refused to go to Italy, and my niece convinced her to let me stay by reminding her that NO way would she have gone if I were in this situation.
So I am staying, it's lovely and summery here, and I can indulge her with the odd food treat I am cooking anyway.
Apple strudel, for example, this time with my all time favourite quark pastry.
To remind you, I mix equal parts quark, butter and flour, roll and fold the pastry several times and cool it in between. It has to be cold to be rolled out or else you have a squashy mess.
Peel a lot of apples, slice them and mix with sour cream, ground hazelnuts (I had walnuts, too) and sugar, add some cinnamon or grated tonka beans if you must.
I do it all by rough estimate like my Grandmother, she let us eat the left-over apples with cream. If you have no grandchildren, you have to eat them yourself.
Then roll the cold dough out as thinly as possible, with as much flour as necessary. Spoon the apple mix on the strip of dough and roll it up, then put the filled dough rolls in a baking tin that has melted ghee or butter in it.
Pour full-fat milk over the raw strudel, some butter if you like, and sprinkle sugar over it.
Bake at 200° for about 30 minutes, until it is crisp and bubbles.
Tastes best with double cream or custard - but you know this already.

Tuesday, 14 August 2012

Ausgerutscht: Ist ja kein Beinbruch! ähm...doch!

Auf dem Weg runter vom Steinsee diskutierten Bine, Luisa und ich gerade das Thema "Alt werden, alt sein" - ein Thema das uns alle drei berührt, da wir ja um die 60 sind und sehr,sehr alte Mütter haben. Und da rutschte Luisa aus und brach sich ihr Bein, dieses nach ihrem schweren Unfall vor 20 Jahrenmühsam wieder zusammengeflickte und durch Yoga geschmeidig gehaltene Bein.
Ich kann es irgendwie nicht fassen - morgen kommt meine Mutter wegen einer kleinen Handoperation ins Krankenhaus, und wir waren froh, dass sie dort gut aufgehoben ist während wir nach Südtirol fahren. Die berühmte Yoga-und-Jodeltour findet trotzdem statt, nur leider ohne die Luisa. Und am Sonntag hole ich die beiden hoffentlich wieder aus dem Krankenhaus.
Drückt bitte alle fest die Daumen, dass sie bald wieder im Lotussitz sitzt und kichert!

On the way back from our swimming outing, Bine, Luisa and I were just discussing the slings and arrows of getting older and being old. Suddenly my sister slipped on the hill and broke her leg. The same leg that was smashed to bits 20 years ago in an awful accident, and has been lovingly resuscitated with yoga exercises. Now she is in hospital having an operation, and our yoga&yodelling troupe has to go to Italy without her. Cross fingers she will walk again soon!

Sunday, 12 August 2012

Geschenkte Gäule

Neulich winkte mir meine Nachbarin über den Gartenzaun verschwörerisch zu: das ist ungewöhnlich, denn normalerweise verhalten wir uns eher englisch, freundlich aber distanziert.  Als ich näherkam, deutete sie auf eine Kiste Äpfel: "Können Sie die brauchen? Machen's an Apfelstrudel oder an Kuchen". Da sage ich ganz sicher nicht nein, bedankte mich nett und jetzt habe ich Backprojekte für die nächsten Wochen. So ist eben das Leben auf dem Land - nur Fülle! Dazu muss ich sagen, mein eigenes Gemüsegärtlein ist eine Geduldsprobe: Zucchinis werden immer sofort heimlich in der Nacht von Schnecken verzehrt, die Tomaten fangen jetzt an, klein und grün und rund zu werden, und was die Physalisdinger mal werden - das wird spannend.
The other day my neighbour waved across the fence - we are usually very discreet and pretend we can't see each other, very English. When I came to the fence, she offered me a box full of lovely apples and suggested I make some apple strudel. Now I am looking forward to a few weeks' worth of strudel projects. I am really living in the land of plenty. I have to add that my own farm is somewhat disappointing so far: courgettes provides a midnight feast for the snails, tomatoes small, green and hard so far, and the physalis lookalike is anyone's guess. Watch this space.
Von Bloggenossin Rosa bekam ich eine Tüte voller feiner Zuckerschoten, frisch vom Acker, die ich zuhause kurz blanchierte und mit einem Kräuter-Käseomelette und einem Tomaten-Mozarellaberg zum Mittagessen servierte.  Dazwischen lag ein fabelhaftes Konzert im Theatron, bei dem ein gewisses Preißndirndl auch zugegen war. Bisher war ja der Engländer immer einen Hauch naserümpfend, wenn ich ihm bayrische Bands nahelegen wollte, und ich glaube Koflgschroa hat den Nerv nicht so direkt getroffen. Aber bei Los Hermanos Patchekos, da hat's gezündet. Ich glaube, bei denen muss man auch wirklich schon tot sein, um nicht Tanzgefühle zu verspüren.
Irgendwie ist dieser August ziemlich toll, ein richtiger Sommer zum Schwimmen, Spazierengehen, Radeln, in Biergärten und auf der Terrasse essen und ganz nebenbei noch meiner Mutter das Ausgehen und Leute treffen ermöglichen. Alles irgendwie recht schwerelos.
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From a blogger friend who has become the first agricultural geek I have ever known I got a bagful of mangetout peas - deliciously fresh from her field. I blanched them and served them for lunch the next day, with a tomato-mozarella mountain and a herb and cheese omelette. In between we went to see a couple of homegrown bands, which my English friend is usually just a touch sniffy about. But Los Hermanos Patchekos hit the spot; I think if you don't feel like dancing to their music it's doubtful whether you still have a pulse.
Und jetzt haben wir erst mal ein Schokoprojekt zu beenden, bevor ich mich auf die Äpfel einlassen kann. Schokoeis war meine neueste Sorte - ich kann nur sagen: essbar! Man schlage einen Becher Sahne, schmelze 100g Milchschokolade, mischt 100g Puderzucker hinein reibt ein wenig Tonkabohne drüber, mein neues Zaubermittel. Dann lässt man es 20 Minuten in der Eismaschine tanzen, fertig. Aber man kann es natürlich auch ganz anders machen! Dazu gibt es den besten Schokokuchen der Welt.
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Now I have to finish a chocolate project before embarking on the apples. Chocolate icecream was my latest experiment - may I say it worked out a treat? And very simple, that's what I find so amazing about icecream-making. I beat a carton of whipping cream - you can mix it with full-fat milk, if you like, added about 100g of icing sugar and 100g of milk chocolate, plus some grated tonka bean - my new magic ingredient. And then let it spin in the ice-cream maker for 20 minutes.
It was served together with a slice of the world's best chocolate cake.
 Und abends kann man hinter dem Haus sehr schön die Sonne untergehen sehen, wenn man sich noch aufrafft. Manchmal reichts allerdings nur für den Tatort.
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After dinner, if one has the energy, there are very gorgeous sunsets to be seen just behind my house. 

Thursday, 9 August 2012

La vita é bella!

Eine der schönen Traditionen in meiner Familie ist es, Geburtstage allein, zu zweit oder alle zusammen und mit Freundinnen auf den Fraueninsel zu feiern.
 One of my family's most charming traditions is to celebrate birthdays on a little island in Lake Chiemsee, Bavaria's largest lake - alone, lovey-dovey twosome, or whole tribe. 
 Ich habe aus meinem schon erwähnten, derzeitigen Lieblingsbuch (Adam Gopnik, "The Table Comes First") Folgendes gelernt: man kann durch Askese, Kalorienzählen und viel Grünzeug essen elegant hohlwangig bleiben und länger leben - aber wozu? Man ist dann nur länger alt.
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From my current favourite read (Adam Gopnik, "The Table Comes First") I took the following wisdom: you can extend your life, by living an ascetically correct, self-denying, calorie-counting, sporty life - but it only leads to being older longer. 
Die Tradition verschlägt uns bisher immer in die Linde, bei der leider ein bisschen der Lack ab ist: Der Kaiserschmarrn war köstlich, das Abendessen dafür enttäuschend für den Preis; im Zimmer gab es keine Deckenlampe aber dafür zuviel unnötigen Schnickschnack, und das Bad war ein Plastiknasszellenhorror. Aber es gibt ja den See als Alternative, und es ist einfach so ein schönes, altes Hotel!
We always stay in the Linde Hotel, but it has become a little disappointing. Despite the impressive "Kaiserschmarrn" the food was not really up to scratch (for the price) and a bit unimaginative. Bathroom a horrible plastic cell, but hey - there is the lake! No overhead light in the bedroom, too many pointless ornaments around. But it is so romantic! 

 Überall gibt es geräucherte Renken - zum Beispiel in der Semmel mit Mmmmmhmeerrettich!
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there are little fisheries all over the island selling smoked lake fish, for example in a roll with horseradish...delish...
 Schneewittchen hat gerade die Jeans der sieben Zwerge gewaschen
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Snow-White just hung out the seven dwarves' jeans to dry
Manchmal kann ich meine Paparazzokamera nicht zurückhalten, diese karibische Szene am Chiemsee ist zu zauberhaft
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This is a bit paparazzo, sorry - I couldn't resist this Caribbean scene
 Kurz vor dem Abendessen kam ein Wahnsinnssturm auf, und wir konnten nicht im Garten essen - alles wurde in Windeseile abgedeckt (haha, Windeseile). Das Esszimmer ist aber wunderschön.
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Just before we had dinner a terrific storm passed over the island and we had to eat in the beautiful dining room instead of the garden, which was swiftly cleared by the drenched waiters.
 Nach dem Sturm - After the storm
Der Landesteg für die Fähren war voller neugieriger Möwen
The jetty for the ferries  was full of the excited seagully
 
Die Fähre im Abendlicht vor der Kampenwand
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The Ferry bathed in the evening light in front of the local alpine scenery
Es gab auch ruhige, sonnige Momente
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There were plenty of calm and sunny moments
Breakfast in the garden of Hotel Linde
 Das wunderbare Frühstück im Garten der Linde...
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...und auf der Heimfahrt grüßt Höslwang