Wednesday, 28 November 2012

Tage wie diese

Eigentlich hätte ich gestern nicht jodeln sollen (genau so wird mein erster Roman anfangen). Als ich heute morgen aufwachte und nur noch krächzen konnte, war mein erster Impuls: Kreisch. Das ging aber nicht. Und als ich vor dem Fenster wieder mal dicken Nebel sah, meine Bank mir den Onlinezugang verweigerte, meine Redakteurin mir zwei Mails mit Änderungsanfragen schickte und sowohl meine Mutter als der Engländer anriefen, um mir mitzuteilen, dass sie auch krank seien - gerade heute, wo Luisa heute ihren zutiefst verdienten Flug nach Lissabon antritt - da war mir kurz nach Riechsalz zumute. Luxusprobleme. Wenigstens geht mein Internet, die Korrekturen sind schon erledigt, ich kann lesen und schreiben und meine Mutter kriegt Hausbesuch von ihrer geliebten Ärztin. Ab jetzt erst mal nur noch heißer Holler,Ingwertee, Aspirin und ...Risotto. Ganz kann ich's dann doch nicht lassen.
I shouldn't have yodelled last night (I bet not many blogs start with this sentence). When I woke up this morning, I realised that my voice had gone. Croak, But hey, stiff upper lip!
Worse to come,when I opened the blinds to more swathes of fog, when the bank refused me access to online banking, my editor sent two emails with queries and both my Mum and the English patient called to say that they were sick, too - just as my sister is off on her hard-earned trip to Lisboa - I experienced a "pass the smelling salts moment". Still, at least the internet is working, I can read and write, the editing was no sweat and Mum is being visited by her angelic doctor. So all that is required is: lean back, drink lemon and ginger tea, and think of England.
Gruß aus der Küche - Resterl-Risotto mit Wirsing (bei uns heißt er ja eigentlich Wirsching), vitaminreich und gut
*****
I fed myself with leftovers risotto and boiled Savoy cabbage, excellent and healthy fare

ACH, und danke, Luisa: ich rufe einen gesunden Winter mit viel Sonne und ohne Nasentröpferl

Monday, 26 November 2012

Kurznachrichten

These news are mainly for my German readers
but here is one for Harvey Morrell: thank you for putting me on to Tamar Adler's book "An Everlasting Meal". It has become one of my everlasting bedside books!

An Barbara (und alle, die den Nebel trotzdem lieben): Bruck ist leider nicht Venedig, aber wenigstens fällt man bei Nebel nicht gleich in einen Kanal.
An ~Lilly: das fabelhafte rote Pesto hat uns zusammen mit den Spiralnudeln das ganze Wochenende ernährt; ich bedanke mich. Nie habe ich so köstliche Vollkornnudeln gegessen. Korrektur: Noch nie habe ich Vollkornnudeln gegessen - sie waren köstlich. Jetzt freue ich mich auf das Kürbiskernpesto, dunkel und verführerisch.
An Karin: die Pfefferoni sind wunderschön, ich trau mich aber erst ran, wenn ich wieder bei voller Gesundheit bin. Das Uhudlerwunder ist natürlich schon leergefressen, äh, kein Wunder!
An meinen Lieblingsgastwirt: diese Woche fällt aus, ich trinke gerade nur heiße Zitrone mit Ingwer und esse Mürbteigplätzchen, diesmal mit Mohn. Den Teig habe ich meist im Kühlschrank vorrätig (für den Weltuntergang).
An die ARD: jetzt habt ihr endlich den besten Tatort auch noch versaut! Kapiert ihr denn gar nichts? Dieser Tatort ist ja schon eine leise Krimiparodie, den müsst ihr nicht NOCHmal parodieren. Und Börne ist amüsant, weil er Börne ist, nicht weil er doofe Hütchen trägt und in Kuhscheiße fällt. Mannmannmann was war das denn für ein Desaster.
Ende der Nachrichten, und hier das Wetter: Nebel ist weg, heute genieße ich die heilende Sonne. Übermorgen schneit es.
Schnelle Mahlzeit für eine kranke Köchin: Foccaccia vom Aldi (aus meinem Weltuntergangsvorrat), aufgeschnitten, mit Olivenöl beträufelt, mit Knoblauch eingerieben, eine Mischung von Harissa und Tomatenmark draufstreichen, geschnittene Tomaten drauf. Backen, wenn fast fertig noch den Mozzarella drüber und schmelzen lassen. Dann den ebenfalls aufgebackenen Deckel drauf - essen geht nur mit Messer und Gabel, außer man ist Stefan Raab.
 Quick snack for a sick cook: take a supermarket foccaccia out of your foodstore (the one you're keeping for when the world ends). Cut it lengthways; prepare one half with olive oil, rub garlic in, spread a mix of tomato paste and harissa (or red pesto) on it, sliced tomatoes on top, then bake both halves. When it is nearly done, put the top half in the oven and mozzarella on top of the tomatoes, let it melt, put the lid on and eat with knife and fork - lockjaw alert!
 Beim Sonntagsspaziergang begegnen uns ein Falkner, Radler, Reiterinnen und zahlreiche sonnensuchende Paare. Unter der Woche ist hier friedlich tote Hose.
Our Sunday walk was an interesting mix of horseriders, cyclists, a falconer and a number of sun-seeking couples. Nothing much going on during the week. 

Saturday, 24 November 2012

Guglhupfen

Eines Tages, während meiner kuchenfreien Wochen, fiel mir ein, dass ich irgendwo ein Rezept für einen Speckguglhupf gebunkert hatte. Guglhupf ist zwar verdächtig nah dran an "Kuchen", ähnelt im aber nur der Form nach.
Ich hatte alle Zutaten im Haus, musste also nicht hinaus in den fiesen Nebel.*
*als ich noch in der Stadt wohnte, hätte ich nie diese beiden Worte, fies und Nebel, in einem Satz benutzt. Nebel fand ich romantisch, er vertiefte das Gefühl der heimischen Gemütlichkeit. Jetzt, den zweiten Herbst auf dem Land, wird mir der Nebel ein bisschen zu persönlich, er steht sozusagen ständig vor meiner Haustür. Es drängen sich dann eher die Worte "Geh weg. Es reicht jetzt  langsam!" auf.
Es handelt sich um einen Hefeteig (eh schon Alarmstufe 1), deshalb hielt ich mich haargenau ans Rezept. Und siehe, er war wunderbar aufgegangen und schön fotogen. Aber wie meine Mutter messerscharf bemerkte, er ist "a bisserl dürr" geworden (sie hat ihn auch schnell ganz hinten im Kühlschrank zur Entsorgung freigegeben).
Hier das Rezept:


1 Würfel frische Hefe (42 g)
½ TL Zucker
200 ml Milch
450 Gramm Mehl
75 Gramm Butter
Prise Salz
2 Eier
80 Gramm Walnußkerne
150 Gramm geräucherter Speck
Mehl für die Arbeitsfläche
Fett und Semmelbrösel für die Form

Hefe zerbröseln, mit Zucker und etwas lauwarmer Milch verrühren und 10 Minuten gehen lassen. Mehl, zerlassene Butter, Salz und Eier in einer Schüssel aufschlagen, die aufgelöste Hefe und die restliche lauwarme Milch dazugeben, zu einem glatten Hefeteig verkneten. Mit Mehl bestäuben und zugedeckt in der Wärme etwa 1 Stunde gehen lassen, bis der Teig schön aufgegangen ist.

Walnusskerne hacken und den Speck in feine Würfel schneiden. Hefeteig auf einer leicht bemehlten Arbeitsfläche kräftig kneten, die Nüsse und den Speck reinarbeiten. Den Teig in eine gefettete, mit Semmelbröseln ausgestreute Gugelhupfform geben (vorher in jede Mulde eine halbe Walnuß legen) und abgedeckt noch mal 20 Minuten an einem warmen Ort gehen lassen.  
Backofen auf 180 Grad, Umluft 160 Grad, Gas Stufe 3 vorheizen und den Gugelhupf etwa 1 Stunde backen.   
Ja, komischerweise war er staubtrocken, und ich frage mich, ob Zwiebeln  - die in manchen Rezepten reinkommen - ihn saftiger gemacht hätten.
Er schmeckt ein bisschen brotig, und man kann ihn sehr gut mit Butter, Avocado, Frischkäse usw. bestreichen und mit Wein runterspülen. 
Allerdings bemerkte der Engländer, er würde nie einen Wein trinken, der "Kaiserstuhl" heißt.

My mind was working overtime trying to find an alternative to baking cakes in the past few weeks. Finally,  I found a reasonable cake look-alike in my archives, a yeasty dough with cheese and bacon, companion to fine wines and crackling firesides on a foggy night. Fog we have a-plenty, I never knew there was so much fog in the world until I moved to my country paradise. Sadly, no crackling logs, only a banal but reliable central heating.
I stuck to the recipe and produced a beautifully risen, perfect Guglhupf. But what happened to it? It was dry as dust and only fit to eat smothered in fatty spreads like butter, cream cheese or avocado, and washed down with a lively red wine. My Mum discreetly hid it at the back of the fridge, from where I equally discreetly removed it....
I give you the recipe anyway, maybe one of you will have more luck than I.

Crumble a cube (42 g) of  fresh or a packet of dried yeast into a bit of warm milk. Leave to rise for ten minutes or so. Mix 450 g plain flour with the remaining milk, the yeast mix, 75g melted butter, a pinch of salt and two beaten eggs. Knead a smooth dough, by hand or in a machine, dust it with flour, cover with a kitchen towel and leave in a warm place until its volume has doubled.

Meanwhile, chop 80g of walnuts and 150g of smoked bacon. Now knead these into the risen dough, give it a good workout. Butter and flour the guglhupf tin - or a bread tin, whatever, put halves of walnut in the bottom - for deco - and place the dough in the tin. Leave to rise again for 20 minutes. Heat the oven to 180°C (fan-assisted 160/ Gas mark 3) and bake for about one hour.   

Backen und auch spazierengehen ist im Moment nicht drin. Bin rotzschniefend erkältet und schaffe es gerade mal bis zum Briefkasten.
*****
 I am not in a walking mood just now, getting to the letterbox and back is all the exercise I manage with my sniffling headcase cold

Thursday, 22 November 2012

Mein erstes Fresspaket...































...oder ist dies schon ein Weihnachtspackerl?
Es kam von Chez Lily, die mir jetzt auch verraten hat, wie ihr Blog heißt.
Danke, liebe Rosa fürs Organisieren.
Das Päckchen kam mir gerade recht heute, Nebeltristesse gepaart mit beginnender Erkältung, na servus.
Sehr toll sehen die die zwei selber gemachten Gläser Pesto aus,  eins mit Tomaten, eins mit Kürbiskernen!
Dazu gibt es eine Packung Dinkelnudeln aus der Region, und zwei Nürnberger Lebkuchen, aber nicht die Papperdeckel vom Discounter! Nein, sie kommen von einer Nürnberger Familie Dell, sicher von Hand geknetet und toll gewürzt.
Und last not least, eine Trinkschokolade am Steckerl (?) und selbstgebackenes Stollengebäck. Also liebe Lilly, ich bedanke mich sehr bei dir und bin sehr neugierig darauf.






Tuesday, 20 November 2012

Ruhige Kugeln

Nochmal zum Thema Rentnerparty ist hier ein Gedicht von Wendy Cope, das ich vor drei Jahren gepostet habe, als ich noch dunkelbraune Haare hatte!

  • Darf ich noch kurz anmerken, dass "boring", "lang-weilig" für mich persönlich kein Schimpfwort ist! Boring ist für mich gleichbedeutend mit langsam, genussvoll, Platz lassen...kurz, das Gegenteil von hektisch und anstrengend.

  • I would like to add that boring is not a negative notion for me - it contains an antidote to a hectic world, a space to think - or not. 

Das Gedicht verlangt nur durchschnittliche Englischkenntnisse.

On the topic of all yesterday's parties - here's a poem I posted three years ago, when I still had dark hair...

If you ask me 'What's new?', I have nothing to say
Except that the garden is growing.
I had a slight cold but it's better today.
I'm content with the way things are going.
Yes, he is the same as he usually is,
Still eating and sleeping and snoring.
I get on with my work. He gets on with his.
I know this is all very boring.

There was drama enough in my turbulent past:
Tears and passion-I've used up a tankful.
No news is good news, and long may it last,
If nothing much happens, I'm thankful.
A happier cabbage you never did see,
My vegetable spirits are soaring.
If you're after excitement, steer well clear of me.
I want to go on being boring.

I don't go to parties. Well, what are they for,
If you don't need to find a new lover?
You drink and you listen and drink a bit more
And you take the next day to recover.
Someone to stay home with was all my desire
And, now that I've found a safe mooring,
I've just one ambition in life: I aspire
To go on and on being boring.


Sunday, 18 November 2012

Kuchenwallfahrt, abgebrochen

Gestern war ein schöner Tag. Ein so schöner Tag, mit so verführerischem Sonnenschein, dass es einen Richtung Berge zog. Irgendwo im Hinterkopf hatte ich einen Namen abgespeichert: Fischbachau, riesige, mannshohe Kuchenstücke. Also erst mal rauf auf den nächsten Berg, um sich den nötigen, moralisch abgesicherten, Appetit zu erarbeiten. Was gar nicht so einfach war, denn ich merkte mal wieder, dass es mit meiner vertikalen Fitness nicht weit her ist, während mein Begleiter, seit jungen Jahren Raucher, wie eine Gemse - sorry, Gämse - den Berg hinauf sprang. Als wir uns unsere Belohnung holen wollten, merkten wir sehr schnell, dass das Café Winklerstüberl eine Art Kuchenwallfahrtsort ist, ein Torten-Glastonbury, mit einem Parkplatz so groß wie die Theresienwiese und nicht ganz so gemütlich wie bei McDonalds. 
Dafür wartete daheim eine andere Belohnung. Schon vor Tagen hatte ich meine do-it-yourself Ravioli angesetzt, heute waren sie "reif"! Die Anleitung dazu fand ich bei lamiacucina, und es hat tatsächlich funktioniert - das original Slow Food.
Man nehme 300 g  Ricotta, lässt sie ein Stündchen in einem Metallseiher abtropfen, salzen, pfeffern, etwas Zitronenschale reinreiben. Dann mit einem Löffel Kugeln ausstechen und in Hartweizenmehl wenden. Meine Bällchen waren viel zu groß, ich würde so 15-18 Stück machen aus 300g.
Jetzt kommen die Jungs in ein tiefes Bad aus feinstem DeCecco  gemahlenen Hartweizengrieß, in einer großen Tupperdose mit Deckel.  Etwa drei Tage im Kühlschrank liegen lassen, immer wieder wenden, schütteln. Die Feuchtigkeit die das Mehl der Ricotta entzieht, verwandelt es irgendwie in Pastateig!
Nach drei Tagen sind sie fertig, und sie werden wie ganz normale Ravioli im siedenden Wasser ca. 5 Minuten gekocht (meine Elefanten brauchten 10 Minuten).
Ich habe dazu ein fein geschnittenes Zucchinigemüse gemacht, mit klein geschnipseltenen getrockneten Tomaten und Sardellen und Minze, in Olivenöl und einem Löfferl Butter gekocht. Es war der Hit: Weltmeister im Slow Food!
It was a lovely day yesterday, and finally I got my posterior in gear and drove to the nearest mountains. The idea was to have a bracing walk and then get a cake reward. To cut a long story short, the walk was all uphill struggle for me, while my companion, life-long committed smoker, skipped right up like a mountain goat.
I did feel good and entitled, but in the end we found the cake reward not rewarding enough:  the café we had aimed for turned out to be a site of cake pilgrimage for the whole of Bavaria, with more cars than an IKEA car park.
So instead we headed home and I reaped a different kind of reward in the Slow Food category.
Check out here how they are made - it really works! I served the ravioli with finely cut courgettes, slowly cooked in olive oil and a pat of butter, with diced sundried tomatoes, mint and some anchovy. It's well worth trying at home!
Bayrische Schafe - Bavarian Sheep

Friday, 16 November 2012

Nebeltrost

So sieht es aus, wenn bei uns viel Verkehr ist: Reiterinnen, die die Pferde eines benachbarten "Gnadenhofs" bewegen, welcher arme alte Klepper vor dem Pferdemetzger rettet. Bei uns gibt es mehr Pferde als Kühe. Und Autos.
Heavy traffic outside my living room window - horses disappearing into the mist. We have more horses than cars around here, thanks to a farm that gives shelter to old, clapped-out horses.
Verleitet durch das unfreundliche Draußen, besinne ich mich wieder auf  häusliche Werte, wie zum Beispiel das Backen. Auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen: ich kaufe keine Industriekekse mehr. Plätzchen backen ist so einfach, und ich weiß dann, dass keine Transfette und sonstige Schweinereien drin stecken.
Und seit ich die Mürbteigformel 3:2:1 plus Eigelb entdeckt habe, hält mich nichts mehr. Hier nahm ich also 300g Mehl, 200g Butter, 100g Zucker und 2 kleine Eigelb von unseren Nachbarhühnern. Das Eigelb macht den Teig seidig, geschmeidig und "geel", und das Eiweiß wird wieder eingefroren. Außerdem mischte ich in den Teig ganz klein geschnittenem Ingwer - soviel man will - und abgeriebene Zitronenschale. Aus der Hälfte des Teigs forme ich eine Rolle, die andere zu einem Ball, und kühle sie. Von der Rolle schneide ich dann Scheiben und backe sie als runde "Essplätzchen"; die Kugel wird dünn ausgerollt und dann werden die schönen Vorzeigeplätzerl ausgestochen. Beim Backen muss man aufpassen wie a Haftlmacher, weil die schneller verbrennen als man sagen kann "ich geh noch schnell in den Keller". Mit Puderzucker und Zitronensaft den Guss machen, fotografieren, essen.
It's the return of the big fog, going out there is not all that tempting. What is tempting, though, is the return to baking - why did I ever think I had to stop? It's so satisfying to make things that no shop could do better than I! And all is made from top-hole ingredients.  At the risk of repeating myself: I don't buy supermarket biscuits any more. Well, I might be tempted when I am in England, those miles of shelves piled with shortbread, chocolate ginger biscuits, chocolate digestives...
As a warm-up baking exercise, I baked some lemon and ginger biscuits today. Nothing could be quicker, easier and more tasty.
Shortcrust pastry works on the 3:2:1 plus egg yolk principle.
So for 300g flour, 200g butter and 100g sugar I used 2 yolks, lovely and yellow, from my neighbour's hens. Use as many as you need to make your dough shiny and supple.
I also added some very finely chopped ginger and grated lemon peel.
Make a roll and put it in the fridge for maybe half an hour, then cut thin slices off the dough sausage and bake them on a try. Stay close and watch them, they bake faster than you expect! Of course you can also roll out the dough and make stars, or shortbread, or whatever. Ice them with a mix of lemon juice and icing sugar. Done!
Und so sieht es nach hinten aus: grau-bunt
And this is the back view: grey with colourful leaves.

Thursday, 15 November 2012

Junge Menschen rocken

Manchmal ist Bahnfahren wirklich lustig. Gestern abend fuhren Luisa und ich wie immer zu unserem wöchentlichen Yoga+Jodeln+Pizza-Event, als eine nicht enden wollende Schar von Kindern aller Altersgruppen wie Heuschrecken über den Zug herfielen (auf dem Weg in die Oper, mit Lehrern, wie wir erfuhren. Respekt!).
Schon war eine Stimmung im Zug! Die Jungs in unserem Abteil unterhielten uns mit einer Einführung in die Moves des Gangnam. Keine Ahnung? Ein pummeliger Koreaner hat soeben einen MTV-Award gewonnen für diesen Tanz, der Michael Jackson wie Rudolf Nurejev aussehen lässt. Und ALLE Jugendlichen können es. Steile Lernkurve für uns.
Yesterday on the train to Munich - our weekly outing for yoga, yodelling and pizza. This train journey was not the usual boring half hour as we sat facing these boys who didn't hesitate to familiarise us with the latest moves of gangnam. Never heard of it? A Korean rapper just got an MTV award for this dance style that makes Michael Jackson look like Nureyev. It was hilarious, and a steep learning curve for us.
Ach, und das habe ich neulich bei Hugendubel gesehen
*****
Oh, and  I spotted this marvel in a Munich bookshop the other day

Monday, 12 November 2012

Apfelkuchen und All Yesterday's Parties

Was ist eine Szene-Rentnerparty, wollen einige wissen. 
Szene=Leute mit denen man in der Jugend aktiv die Welt veränderte. Man trug Lederjacken, lange Haare, und alle waren irgendwie so schön. 
Rentner=man hat sich lange nicht mehr gesehen, die Haare sind weiß, kaum noch Lederjacken, ein paar Unermüdliche tragen Schlabberwollmützen und tanzen.
Party=ach ja, da war doch mal was. Jetzt gibt es ein Mitbringbuffet, das qualitativ weit über Nudelsalat hinausgeht. Die Musik, das Rumstehen und Reden. 
Um 11 denkt man, darf ich jetzt heimgehen?
Die wilden Zeiten sind vorbei.
Und endlich darf ich wieder backen. Nicht zum ersten Mal bedanke ich mich bei der hochbegabten Küchenschabe. Diesmal für dieses Rezept, das mich auf den rechten Weg zurückgeführt hat, den Weg des Apfelkuchens. Vergessen sind all die unausgegorene Ideen, die mich auf einen kuchenlosen Irrweg führten, der im Grunde nichts brachte als mehr käsehaltige Imbisse und eine irrwitzige Steigerung meines Walnusskonsums. Ich bin eben nicht für Entsagung geschaffen. Und ich habe so viele schöne rote Äpfel!
 Ich hielt mich ziemlich genau ans Rezept, trotzdem wurde das Eiweiß nicht ganz steif und lief über den Kuchen, anstatt sich in ordentlichen Spritzquadraten drauf zu legen. So ist das bei mir immer, Anarchie. Möglicher Grund: drei meiner vier Eiweiße waren eingefroren und wieder aufgetaut, und haben vielleicht ein bisschen Stehkraft verloren? 
 So habe ich eben eine Baiserhaube. Und schmecken....tat es himmlisch.
Zum Kuchen gab es statt Schlagrahm diesmal Apfelmus; das schönste Apfelmus das ich je gemacht habe, rosa, zuckersüß ganz ohne irgendwelche Zutaten. Einfach mit Kernhaus und Schale geviertelt, etwas Wasser dazu und weichgekocht. Die Äpfel durch ein feines Sieb zu streichen, ist so anstrengend, dass man mindestens zwei Stücke Kuchen verdient hat.
Today, I lost my bottle, dropped the no-cake rule and returned, finally, to making apple cake. It is not possible to reduce your cake intake while continuing to read food blogs. And my waistline wasn't that bad, anyway.
I found this divine exercise in alchemy in an Austrian blog; I stuck to the recipe faithfully but the egg-white just wouldn't go quite stiff (no carry-on style jokes here, please): possibly because I used three frozen ones and one fresh. 
But hey, I made an apple meringue cake instead of a meringue Autobahn, so what.
The base is a classic 3:2:1 shortcrust:
180g flour
120g butter
60g sugar
plus one egg yolk, it makes a beautiful smooth dough and a damn fine base.
Put it in the fridge while you peel and half the apples.
Then roll it out, arrange the apples on it, pipe the egg whites (4 plus 140g icing sugar whisked to within an inch of their lives) over the apples.
I baked it for 40 minutes at 160°C with the fan, without fan do it at 180°.
And instead of horribly fattening whipped cream, I served it with apple sauce, home-made, tangy-sweet and pink!
How is that possible, I hear you ask?
The apples are red, all I did was quarter them, throw them complete with cores and skin into a big saucepan, added a smidgeon of water - nothing else!! and cooked them until soft. Then I pushed them through a fine mesh sieve. That's enough exercise to justify at least two large pieces.

Saturday, 10 November 2012

Fast noch faster Fast Food

 Hab nur wenig Zeit heute, weil ich gleich zu meiner ersten Szene-Rentnerparty muss. Hier aber ganz schnell noch mein Spaghettiwunder: Angeregt von den Winterspaghetti der Pastaspezialistin Nata, fiel mir der kleine Ziegenkäse ein, den ich im Bioladen gekauft hatte. Perfekt! Und auch noch mit Blüten.
Während die Spaghetti im Kochtopf vor sich hin köcheln, erhitze ich in einer Eisenpfanne etwas Olivenöl mit Knoblauch und einer kleinen, in Streifen geschnittenen Staude Radicchio. Sobald al dente, werden die Spaghetti reingekippt und der Ziegenkäse darübergebröckelt. Schneller geht's kaum, schöner auch nicht.
Inspired once again by pasta specialist Pastasciutta, I decided to copy her winter spaghetti dish with a pretty little flowery goat cheese I bought in my local organic shop. As a base, you fry up a big clove of garlic and a radicchio cut into strips, seasoned with salt and some piment d'espélette, nothing else, in a heavy pan. Then throw the spaghetti in the pan and crumble the goat cheese over the whole dish. High class fast food!
 Als Nachspeise gibt es gefundene Walnüsse zu knacken, und Äpfel, geschenkt von der Nachbarin, ausnahmsweise mal nicht in Form von Kuchen.
Und alles aus der Umgebung, nix Flugware.
For afters, we have foraged walnuts and apples from the neighbours, very seasonal, very locally sourced, very correct, very delicious. And no cake.
Now, I am off to my first official radical pensioners' party.

Wednesday, 7 November 2012

Banales, Alltägliches und Großartiges

Ich freue mich...
...über Barack und Michelles Wahlsieg - welche Erleichterung, dass der religiöse Eiferer mit seiner gehorsamen Großfamilie er nicht geschafft hat
...über den Jodelworkshop mit Traudi Siferlinger und Thomas Höhenleitner gestern Abend (organisiert vom Kulturreferat München, kein Diplom)
...über mein fabelhaft nachgekochtes Bulgurotto
...über die viele Arbeit, die mir derzeit in den Schoß fällt, z.B. ein regelmäßiges Bulletin in einem Internet-Nachrichtenportal zu allem was sich an der Ökofront entwickelt (hält mich aber böse vom Kochen und Bloggen ab)
...auf meine zwei Wochen in England, bald...
Echt geärgert habe ich mich gestern, als ich entgegen meiner instinktiven Abneigung in der Kaffeehauskette "Bohne und Malz" einen Kaffee getrunken habe und die für ein bisschen warme Milch, um die ich für den Kaffee bat, €1,50 auf die Rechnung gesetzt haben.
Schönen Tag noch!
 I am happy about...
...Obama winning four more years - relieved to see a modern woman back in the White House instead of another identikit "Politician's Wife"!
...my singing workshop last night: yodelling is good for the soul
...the totally delicious Bulgurotto I cooked inspired by my friend S.
...all the work I that is coming my way at the moment - most recently a regular online "green bulletin" for the company I work for (it does get in the way of cooking and blogging, though).
   Karotten und eine halbe Stange Lauch in Scheiben schneiden, eine halbe rote Paprika würfeln, alles in gutem Olivenöl mit einer zerquetschten und klein geschnittenen Knoblauchzehe anbraten. Einen Kaffeebecher Bulgur reinrühren bis er von Öl umgeben ist, dann mit zwei Bechern Wasser langsam aufgießen. Köcheln lassen bis der Bulgur weich ist. Wird mit Harissa und meinem neuen Liebling, Ras-el Hanout-Paste, aufgetischt.
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Cut carrots and half a leek into slices, sweat in some gently heated olive oil with a smashed clove of garlic and half a red pepper, diced.
Stir in a big coffee cup full of bulgur wheat, coating it with oil, add a pinch of salt and two cups of water. Leave to simmer, stirring occasionally, until the wheat has softened. Serve with Harissa and my new baby, Ras-el Hanout paste.
 Was wunderbar dazu passt ist ein kleiner Butternutkürbis, in Achtel geschnitten und im Ofen mit Öl und Pfeffer gebacken.
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This goes really well with cut pieces of butternut squash, oven-baked with olive oil, salt and pepper.
 But...I got really cross when a café I went to yesterday (part of a chain, of course) charged me €1.50 for a bit of extra hot milk for my coffee). Have a nice day!
Und dieses Bild habe ich für meine liebe Blogfreundin Smilla geschossen!

Sunday, 4 November 2012

Brote, belegt

Das Sandwich ist eher eine kulinarische Randerscheinung hier im Land der Marmeladebrote. Vielleicht brauchen wir es einfach nicht, ebenso wenig wie die Wiege des Krapfens ein Donut braucht.  (Bagels brauche ich persönlich schon, und Croissants auch).
Aber: diese wunderschönen Kunstwerke und  so ein Projekt wären mit keinem anderen Lebensmittel so bildhaft möglich! Wobei ich schon immer fand, dass das elegante Gurkenbrot  an sich ein Kunstwerk ist. Und Kuchen gibt es jetzt eine Weile nicht mehr. Ich möchte an Weihnachten wieder in meine schicksten Hosen passen.
 In this country of rye-bread with jam, buttered pretzels and spam-filled rolls (don't knock them!), the sandwich is a bit of a fringe phenomenon. Maybe we just don't need sandwiches, just as we don't really need Homer Simpson's donuts to replace our homegrown Krapfen. But when it comes to food art, only sandwiches offer these amusing food art possibilities...
...and the plain cucumber sandwich is a work of art in itself. And we do need the bagel. What we won't see here for a while is cake - I need to fit into my chic trousers come Christmas.