Thursday, 6 June 2013

Nichts mehr zu meckern

 Der zweite Sonnentag, die Wasserpegel sinken (und die Häuser der armen Überfluteten stinken...).
Auf der Terrasse trocknen langsam die Kissen, und meine Bohnenpflanzen fangen endlich ganz schüchtern an zu sprießen. Beim Frühstück leuchtet die Sonne durch die Quittenmarmelade. Und schon mäht der Nachbar den Rasen vor meinem Wohnzimmerfenster, kaum dass das Gras aus dem Wasser auferstanden ist. Über den Rasenmäherwahn auf dem Lande könnte ich...aber der Eintrag heißt ja: nichts mehr zu meckern. 
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It's the second sunny day in a row! Water levels are falling, the cushions on the terrace are drying and my bean plants are making another attempt at sprouting. At breakfast, the sun illuminates the quince jelly. The neighbour is mowing the grass which has barely recovered from the flattening rain. I could write books about lawn-mowing mania in the countryside...but the title of this post is: Nothing left to moan about.
Nach einer Woche vegetarischen Kochens - Besuch! - habe ich gestern ein Zitronenhuhn gemacht. Es sieht roh schöner aus als gekocht, schmeckt aber wahrscheinlich gekocht besser. Zwei Hennahaxerl (Hühnerschenkel) aus dem Gefrierfach, über Nacht im Kühlschrank aufgetaut, habe ich mit Zitrone und Piment d'Espelette in Olivenöl und Zitronensaft mariniert, dann mit geschnittenen Frühlingszwiebeln in der Marinade im Ofen bei  200° Unter- und Oberhitze ca. 40 Minuten gebraten (selber nachschauen, ob das Fleisch durch ist!).
 After many days of vegetarian cooking for our guests I felt a strange urge to eat meat again. I had two chicken thighs in the freezer, and after gently thawing them in the fridge over night, marinated them in olive oil and lemon juice, after rubbing them with lemons and piment d'espelette. I put them in the oven with the marinade and some chopped spring onions, and cooked them at 200° for about 40 minutes. Please check whether your meat is thoroughly cooked!
Als Sättigungsbeilage machte ich aus den oft erwähnten alten Semmeln, die mir meine Mutter immer mitgibt, einen schnellen Semmelknödelteig mit dem kleingeschnittenen Brot, Ei, Petersilie, geriebener Muskatnuss und warmer Milch. Meine Erfahrung ist, dass man die Mengen einfach selbst ausprobieren will. Ist der Teig zu hart, noch ein Ei rein. Ist er zu weich, mehr Brot dazugeben, oder notfalls Semmelbrösel. Salz überlasse ich der jeweiligen Köchin, ich nehme eher wenig.
Anstatt umständlich Knödel daraus zu machen, wählte ich den Faulenzerweg und packte den Teig in meine kleine, gebutterte Guglhupfform. Nach etwa 30 Minuten Backzeit - in der er im Ofen wie ein herrliches Soufflée aufging - kam ein runzliger, aber köstlicher, Knödlhupf heraus.
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As a stodge side dish, I made a spontaneous guglhupf from stale white rolls, cut into small cubes, soaked in warm milk and mixed with two beaten eggs, grated nutmeg and parsley. Salt is up to you. You mix it all up, if it's too soggy, add more small bread bits, or panko. If it is too hard, throw in another egg.
I baked it for about half an hour, watched it rise like a perfect soufflée; then out came this shrivelled little bastard which tasted surprisingly delicious.

13 comments:

  1. Hihi - Knödlhupf - was für eine tolle Idee, was für ein tolles Wort. Die Quittenmarmeladenfarbe schleck ich jetzt dann vom Bildschirm ab....

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  2. Dein Menü sieht so lecker aus, dass ich mich am liebsten dazusetzen möchte!
    Mein Lieblingsbauer giggert auch.... Das Winterfutter für seine Kuhdamen sollte langsam heimgeführt werden.
    Unsere Weiden sind jedoch immer noch zu nass.... Der Schaden wäre größer als der Gewinn....
    Schick dir herzliche Sonnengrüsse
    bbbbbbrigitte

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  3. ja, in den knödelhupf hab ich mich auch verliebt!!!
    bei uns gibts auch eeendlich soooonnne!!!

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  4. Den Knödelhupf finde ich ja witzig. Tolle Wortkreation.
    Versinkt so ein Rasenmäher nicht noch im nassen Boden?

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  5. Ich musste über den schlaffen Knödlhupf auch kichern!
    Constanze - LEIDER nicht!

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  6. Smilla, ich würde dir gerne meinen Nachbarn zum Mähen schicken, ihr könnt ihn dann gleich behalten.

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  7. wenn ich Ruhe im Garten will geht garantiert irgendwo der Maeher an.... unser Nachbar sammelt alte, mit stinkenden, lauten Motoren betriebe Gartengeraete, gegenueber ist der Friedhof, der wird jede Woche zwei Stunden von einem Contractor dauergemaeht, um alle Grabsteine rum..... Need I say more? Bin froh, dass das Wasser bei Euch endlich abfliesst. LG Gudrun

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  8. Es ist schon tragisch. Wenn dann endlich die Sonne scheint und das Leben lacht, eine sich auf den Balkon setzen möchte und in Ruhe ein Buch lesen, dann fangen im Stundentakt !! abwechselnd die Rasenmäher an oder die Handwerker oder die Laster kommen zum Entladen.
    Reinhard Mey hatte ja eine Rasenmäher-Diskussion losgetreten vor ein paar Jahren auf Sylt.
    Darüber hat er später ein Lied gemacht. Sehr lustig.

    Hier im Nachbarland Niedersachsen wartet man auf die Wellen an Wasser aus dem Süden.
    Das muss doch ein schlimmes Gefühl sein zu wissen, da kommt was auf mich zu und im Grunde bin ich in manchen Landstrichen schlicht weg machtlos. Das Wasser wird kommen...

    Gut das ich im 3. OG wohne. Letztens bekam ich von meiner Versicherung eine Möglichkeit aufgetan, meine Wohnung nun gegen Lawinen, Überflutungen und Tornadoschäden zu versichern.Nur 6.54 Euro pro Monat mehr.

    Beste Grüße
    Oona
    die nun an einem Krimi reicher ist.
    DANKE!



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  9. den knödelhupf find ich super, danke für die inspiration, obwohl ich doch leider mal eine kritik anbringen muss.........semmelknödel zum zitronenhuhn ??

    aber hauptsach, die schmeckts !

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  10. Betrachte den Knödlhupfmal als Stück Semmel - schon passt er zu allem. War ja genug Soss da!
    Oona - Lawinen sind bei dir wohl eher unwarhscheinlich?
    Gudrun - zum Teil sieht es noch gruslig aus in Bayern, aber nicht bei uns...

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  11. ...eben. Deswegen habe ich das Schreiben der Versicherung so in die Tonne gedrückt... Lawinengefahr ... PAH !

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  12. Ich bin auch grad Fan geworden von dem Knödlhupf! Das ist ja eine tolle Idee.

    Ah, und endlich Sonne, gell, das tut gut!

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  13. Im Moment finde ich so viel Inspiration für die das Kochen in den unterschiedlichen Blogs. Wie auch andere Mitschreiber komme ich zu dem Schluß, den Knödlhupf probiere ich auch aus. Dabei finde ich, das hat nichts mit einem Faulenzerweg zu tun. Klösemachen geht doch viel einfacher, finde ich zumindest.

    Hab Dank für diese Anregung.

    egbert

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