Tuesday, 30 July 2013

Fünf Geschmacksrichtungen

      Wonach schmeckte das letzte Wochenende? Diese Frage stellt Nata in ihrem Blog, nun schon zum zweiten Mal.
Dieses Mal möchte auch ich gerne meinen Senf dazugeben.
1. Es schmeckte erst mal:
Nach Italien: kaum daheim, gab es Spaghetti cacio e pepe (zweiter Versuch), in der neuen Italien-Klassik Pastaschüssel, die ein bisschen aussieht als sei sie aus dem gleichen Porzellan gefertigt wie Bidets (haha).
Es schmeckte nach Familie (eigene): die Lieblingsnichte schwebte für ein kurzes Wochenende durchs Haus; das Mütterlein musste getröstet werden weil jemand gemein zu ihr war.
...und nach Familie (Wahlverwandtschaften):  wir trafen uns mit einer alten Freundin meiner Mutter und vier ihrer fünf wunderbaren Töchter in einem lauschigen, luftigen Biergarten unter Kastanienbäumen zu einem mediterran anmutenden Mittagessen.
2.       Heiß?
Ab in den See, dann Taglachinger Schnee gegessen. Mein alter Dampf-Fernseher laut stinkend durchgebrannt. Endlich darf ich Flachbild kaufen!
3   Eiskalt?
Wie gesagt, meine neue Getränkeerfindung Apple Sunrise: ein Schuss naturtrüber Apfelsaft, mit Mineralwasser auffüllen, einen Schuss Johannisbeer(oder einen anderen roten)sirup reingeben - zisch!
4 Was blieb übrig?
           Am Sonntagabend gab’s die Spaghetti cacio e pepe gepimpt als Carbonara, begleitet von 
           beginnenden schaurig-schönen Sturmböen.
Auf die Hitze vorbereitet?
Nach zwei Tagen kühlenden Regens, in denen ich mit meiner öden Recherche zu Ende kam und endlich meinen geliebten Camilleri, „La forma dell’Aqua“ fertig las, bin ich jetzt voll gerüstet für ein weiteres italienisch-heißes Wochenende, das zwei größere Geburtstagsevents bringt – ich bin mit Löwen gesegnet an allen Ecken und Enden. Das heißt: ich darf wieder Kuchen backen!

Sunday, 28 July 2013

Sommer, überall

Es muss mal gesagt werden, dass dieser Sommer ein richtiger Sommer ist. Nach dem miesen Juni, ein perfekter Juli, und das in ganz Europa - 42°C im Schatten in Lissabon, 39°C in Milano, und 38° auf meiner Terrasse, jetzt. Eine gute Gelegenheit für eine Kuchen- und Backpause; dafür habe ich in Italien die besten Melonen, die saftigsten Pfirsiche und pfundweise die dicksten roten Kirschen gegessen. 
Und jetzt bin ich wieder da: neue Festplatte, neues Fotoleben. Ich zitiere den Kommentar von Constanze: "Manchmal mistet das Leben für dich aus, egal ob du willst oder nicht". Und bedanke mich für die vielen, hilfreichen Streicheleinheiten nach dem Absturz! Scheint ja öfter zu passieren...
I would like to note here once and for all that this summer is a dream of a summer. I rarely get to wear my best hot-weather gear so extensively as this year - no shoes, loose shirts, hair pinned up against the sweat...nights under a sheet, no bedding...tropical feeling..Temperatures back home were the same as in Milan - just shy of 40°C. A perfect opportunity to have a break from cakes and baking. In Italy I ate so much fabulous fruit - piles of cherries, juicy peaches, absolutely divinely ripe melons. 
So, now I am back to a new hard drive in my computer, starting a new foto life! As one friend commented, "sometimes fate tidies up your life,whether you want it or not". And thanks for all the sympathetic feedback! 

Wieder daheim, ist es genauso heiß. Ich genieße es***Back home, the temperature is the same as in Italy. Love it.
Mein derzeitiges Lieblingsgetränk ist Mineralwasser mit wenig Apfelsaft und einem SchussJohannisbeersirup - Apfel Sunrise!
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My current thirst quencher is a little apple juice topped up with sparkling water and a dash of redcurrant syrup - Apple Sunrise!
Und dazu eine tortilla de patatas mit viel Mojo und Ketchup
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For dinner, a potato tortilla with lots of hot sauce and ketchup
Ja, und so sah es in Milano aus ***and this was the weather news in Milan
Die Bahnfahrt durch die Schweiz war eher erfrischend
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The train journey through Switzerland went through some refreshing countryside
In Zürich verpasste ich meinen Anschluss, ein Drama, aber keine Tragödie. Die Zeit vertrieb ich mir in der Confiserie Sprüngli, wo ich diese unbeschreiblich köstlichen Winzlinge von Macarons, die Luxemburgerli, verkostete. Oben sieht man die Bahnhofswirtschaft in Zürich. Geht's noch, ihr Schwyzer? Kein Wunder, dass das Schnitzelbrot CHF22,50 kostet - wer soll denn diese prächtigen Bauten finanzieren?
In Zurich I missed my connection - a drama, not a tragedy. I passed the time in the Sprungli patisserie in the station, tasting these delightful small macarons that go by the name of Luxemburgerli.
The station café (above) is of such imposing grandeur, that I remained unsurprised by the prices of food there - someone has to pay for all this splendour.
Die neueste Mode in Italien ist Aperitivo mit Buffet - €5 für das Getränk, und das Buffet gibt's gratis dazu. Die Krise?
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The latest gastro-fashion in Italy appears to be the aperitivo with added buffet. You buy a drink and get all this amazing food thrown in. Maybe a gesture towards the New Poor?
Spaziergang an Milanos Kanälen entlang, den Navigli. Sie wurden für den Bau des Doms gebaut, um auf Schiffen den Marmor zu transportieren. Jetzt sind bis auf zwei alle zugeschüttet. Das Viertel war früher von Studenten und Arbeitern bewohnt, jetzt ist es natürlich auf dem Wege der Gentrifizierung.
A walk along the Navigli canals, built for the construction of the huge Cathedral in Milan, to transport the masses of marble needed. Later they were all filled in, apart from two. The area was once studenty and poor, now of course being gentrified out of range of most Milanese
Sogar für Eis war es zu heiß***Too hot even to eat ice-cream
Trotz Hitze haben wir gut gegessen, Crostini zu Mittag, abends köstliches Obst und Gemüse
There was food - a lunch of tramezzini they called crostini- but we mainly ate delicious fruit and veg, cheap and plentiful
Die ganze Kiste für - €6,50 - for the whole box!

Gallerien in Milanos Piazza del Duomo und am großartigen, vom Faschismus gestylten, Bahnhof 
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 Galleries on the Cathedral Square and in the bombastic main station
Einen Abend kochte unser Gastgeber Involtini - mmhm***One night our host cooked delicious involtini (roulades)
Zwei Models stöckeln am Kanal entlang***Two models wandering past, looking good
Eine wunderbare kleine Bäckerei***  A wonderful bakery
Straßenleben***More passers-by
Unsere italienische Familie wohnt ausserhalb Milano in.....We stayed with family outside Milan, near...
Auf dieser schönen Terrasse wurde gegessen
 Our dinners took place in this opera-like scenario
Eines Abends brachte Fabio die Nachspeise aus seinem Dorf Rivolta, in dem anscheinend der beste Konditor der Region praktiziert!
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One night, Fabio brought our dessert was from his village, which is called Rivolta. It was anything but revolting.
Zum Abschluss den Mailänder Dom, der von außen wirklich wunderschön ist. Innen fand ich ihn eher bedrückend.
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Finishing off with the Cathedral of Milano, an stunningly weird and wonderful building, while inside I found it rather gloomy.

Sunday, 21 July 2013

Irrungen, Wirrungen, palpitations and a crash

Was waren das für Tage!  Nächtelang lag ich herzklopfend wach im Bett, mein Blutdruck in ungeahnten Höhen - warum?? Ich dachte natürlich, ich sterbe. Und dann habe ich die Arbeit eines ganzen Tages,  fieseligste Recherche, verloren, als mein Computer abstürzte. Und er ist nicht zu retten. Alles weg, 5 Jahre Rechnungen, Steuer, mein Fotoarchiv, meine gesammelten Schreibversuche. Auf dem USB-Stick hatte ich nur meine Rezepte... Gottseidank hat die "cloud" meinen Blog gerettet, viele Fotos kamen auf Picasa durch, und auf Yahoo einige meiner mail-Adressen. Die Moral von der Geschichte? Als ob ich das nicht vorher gewusst hätte: alles doppelt und dreifach abspeichern. Verdammt. 
Gekocht wurde in dieser Woche nur das Nötigste, gebacken schon garnicht. Es gibt also nichts zu zeigen. Außer: das Leben an sich geht ja weiter, und der Sommer ist groß! 
Jetzt fahre ich erst mal vier Tage nach Milano, dann schauma mal weiter. 
What a week I have had. Lying awake a night I don't know why, blood pressure through the ceiling, palpitations. Then my computer caught it, crashed, taking with it all my documents, my collected writings, five years of invoices and tax returns, my outlook mailbox: irretrievably lost. Amazingly, Picasa saved many of my fotos onto the mysterious cloud, and I had saved the recipes on a USB stick (the RECIPES??). I am making a fresh start. What do we learn from disaster? Save everything at all times onto an external hard drive or massive USB stick. Not that I didn't know that before.
Not much cooking has been happening, and no baking at all, so there is no much to show in the way of food production. Except a bit of life always goes on, and it really is summer.
I am off to Milan for a few days...
 Unser Automechaniker rief uns zum Johannisbeerbrocka auf. Es gab eine reiche Ernte, Mückenstiche und Johannisbeergelee.
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Our favourite car mechanic called us to take away the redcurrants in his garden. Mosquito bites, rich pickings and some jars of jelly were the result. 
 Einen Abend gingen wir auf das geliebte Tollwood. Als wir in Neuhausen wohnten, radelten wir fast jeden Abend kurz hin und genossen das Bio-Globalfastfood. Hier soundcheckt die Blassportgruppe
An evening at the Tollwood festival. It used to be a bike ride away when we lived in Munich, and we enjoyed the global organic fast food there. Above, the sound check of one of Bavaria's mushrooming modern jazzy brass bands.
 Radlhauptstadt Tollwood - City of bikes
Griechischer Bergtee aus Niederbayern - Besuch von Ute
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Greek herb tea from a Bavarian garden - a visit from Ute

Tuesday, 16 July 2013

Kleine Pause

Hallo Welt! Ich habe mal wieder Priorität Arbeit, Kochen auf Sparflamme gesetzt, zwischendurch Schwimmen.
Wir essen dann demnächst wieder. 

Saturday, 13 July 2013

Ganz sizilianisch heute


Sommer - Sonne - baden gehen - lesen 
Schnell Spaghetti kochen , und als Nachspeise eine blitzschnelle Erdbeertarte
Pasta alla Norma kommt aus Sizilien, ist also bewährte Heißwetterkost. Ich machte es mit Spaghetti, meine liebste Pastaschutta! 
250g für drei Portionen  - das reicht für zwei gesunder Esser und eine heimkehrende, ausgehungerte Schwester, glaubt mir. 
Eine große Aubergine würfeln, gern auch zwei (qb!). Im Originalrezept wurde sie gesalzen und zieht eine halbe Stunde Wasser. Den Schritt übersprang ich, und habe sie gleich in einer guten Menge Olivenöl angebraten, mit einer Prise getrocknetem Oregano, einer halben getrocknete roten Chilischote reingebröselt, 4 geschälten und zerdrückten Knoblauchzehen. Eine kleine Dose gehackter Tomaten dazugeben, pfeffern. Wenn die Spaghetti fertig sind, 150 Pecorino reiben und drunterziehen, (die Sizilianerin würde "ricotta salata" nehmen, die haben wir hier aber nicht) mit etwas Spaghettikochwasser verrühren.
Zum Schluss eine grosszügige Handvoll frischer Basilikumblätter drüber streuen. 
***
Zur Erdbeertarte habe ich morgen noch etwas zu erzählen. 
Because it's hot and I want to go out for a swim, and then sit on the terrace, here is the shortcut to yet another hot pasta dish: 
I made it with spaghetti, which is my favourite dry pasta, and found that 250g of the stuff is ample for two healthy eaters plus a hungry sister returning from Portugal via Paris. For afters, I made this delightful quick strawberry tart - wait, I am planning to talk some more about tarts soon.

Thursday, 11 July 2013

Bulgur und kein Ende

Nach meinem Eintrag von gestern hatte ich sofort Lust, wieder Bulgur zu kochen. Dieses Mal hatte ich aber statt dem Schnell-Koch-Bulgur das Originalkorn gekauft, also musste ich es aufkochen und 10 Minuten köcheln lassen, bevor es weich genug war. Man muss eben auf die Packung schauen, die man natürlich schon weggeschmissen hatte...
Eigentlich hätte ich gerne Merguezwürste dazu gemacht, die hatte ich aber nicht und wollte nicht extra mit dem Auto zum Metzger fahren. Als Ersatz fiel mir ein, dass ich Halloumi im Kühlschrank habe, also schnipselte ich eine halbe Packung von dem salzigen Käsewunder in die Tomaten-Paprikamischung und ließ alles ein bisschen dahinschmurgeln.
Als meine Augen auf die fast leere Packung Macadamianüsse fielen, hatte ich einen weiteren Geistesblitz: ich pflückte eine Handvoll Minze im Garten und mörserte die beiden Zutaten mit Arganöl zu einem Pesto. Bestes Multikultiessen.
My post yesterday left me with a wild desire to cook bulghur again. This time, instead of the instant stuff I had the real grain which needs boiling up and simmering for 15 minutes until soft. (fish the package out of the dustbin and read the instructions!)
I really fancied some merguez sausages, but that would have requied a drive to the butchers. So instead I used half a packet of halloumi, which I chopped into pieces and cooked with the tomatoes and pepper. When my eyes alighted on a half empty packet of macadamia nuts, I fest inspired to make a little pesto, picked some mint in the garden and pestle-and-mortared it with argan oil - another gift from my Morocco-travelling friend - into a delicious pesto. Incomparably delish multi-cultural lunch!
 Im Foodiemagazin Eatsmarter las ich, dass Wackelpudding voll im Trend ist - natürlich aus dem Grund, dass er weniger Kalorien hat als eine wirkliche Nachspeise, so wie ja auch Gummibärchen angeblich nicht dick machen. Ich hab's probiert, und der Waldmeister-Wackler sieht zwar schick aus, essbar waren aber nur die Erdbeeren und der Schlagrahm. Schlank machende Nachspeisen - wer braucht denn so was?
In one of those foodie mags I read that jelly is the new tiramisu. For all the wrong reasons: it's supposed to be a "slimming treat".
Ha ha - an oxymoron if ever I saw one.
I tried it with this good-looking poison-green stuff, but the only thing that was edible about this dish were the strawberries and the cream.

Wednesday, 10 July 2013

Bunt, geblümt, gesund mit Bulgur

Ich habe von einigen Leserinnen gehört, dass mein Blog beim Öffnen rumzickt. Falls das bei vielen der Fall ist, ziehe ich vielleicht doch noch um in mein Bloghaus, das schon bezugsfertig bei Wordpress steht. Bitte gebt mir Bescheid, ob das sehr viel vorkommt!
 Inzwischen ist ja richtig Sommer, so mit Terrasse und Schwimmen, und im Sommer gibt es bei mir oft dieses couscous-ähnliche "Bulgurotto". Ich übergieße eine Tasse Bulgur mit zwei Tassen kochendem Wasser und lasse es quellen. Inzwischen schäle ich ich eine rote Paprika mit dem Kartoffelschäler und schneide sie in Streifen, (immer rot, die gelben und grünen empfinde ich als unreif) und brate sie mit einer kleinen, kleingehackten Zwiebel in Olivenöl an. Gewürzt wird das Gemüse mit Ras-el-hanout, das gibt es inzwischen in vielen Supermärkten. Dieses epices hier hat mir meine Marokkoreisende Maria mitgebracht, und die Harissa habe ich letztes Mal in London gefunden. Ich liebe solche bunten Dosen, mit sowas fülle ich mein Gepäck, anstatt schicke Klamotten und Schuhe einzukaufen.
Zurück an den Herd: Also, eine gute Prise Ras-el-hanout über das Gemüse, das Couscous reinmischen und mit Harissa (qb) schärfen. Dazu irgendwas Grünes: bei mir gab es eine Avocado mit Yoghurt.
 Summer has come, with outings to the lake and shady lunches on the terrace. I love to make this couscous-like dish, made with bulghur, because it's easy and light and totally satisfying. Cover a cupful of bulghur wheat with two cups of boiling water and leave it to soak. Meanwhile, peel a big red pepper with a potato peeler, cut out the innards and slice it into strips.  Fry a small chopped onion with the pepper  until it's softened. For spice, I have this lovely ras-el-hanout which a friend brings me from her trips to Morocco.
The harissa tin I bought in Walthamstow; this is the kind of stuff I bring back from my travels, instead of buying trendy footwear. Of course you can buy these spices in most supermarkets, too, especially in London.
Back in  the kitchen, you fold the bulghur into the peppers and add harissa to taste. It's nice with something fresh and green, I had an avocado and some yoghurt.