Monday, 30 September 2013

Abenteuer in der Blogküche, oder: Es ist nicht alles schön was schmeckt.


Mein Plan war es, ein köstliches Mahl zum Thema Take Five zu zaubern. Haha.
Also ging ich zum Metzger Kammerloher, einer der beiden wirklich guten in Grafing, und kaufte ein Stück Rindfleisch, aus der Hüfte. Fleisch ist nicht mein Medium, ich war etwas nervös.


The plan was to cook a meal following a blog project called Take Five, possibly a little ambitious for me as my skills in the area of cooking meat are underdeveloped, to say the least. I started with a nice chunk of beef from one of our fabulous local butchers.
Weil ich eine sparsame Hausfrau bin, kochte ich damit zuerst mal eine Fleischsuppe. Alles ging nach Plan, eine feine Rinderbrühe entstand und wurde eingefroren. Dabei fällt mir auf, dass ich unbewusst immer mehr die Küchengewohnheiten meiner Mutter übernehme. Z.B.Fleischsuppen kochen, in Tupperware abfüllen und einfrieren, das macht sie heute noch, mit 90. Und alte Semmeln in der Kaffeemühle zu Semmelbröseln verarbeiten, einfach weil wir nix wegschmeissen, denn Semmelbrösel brauche ich ca. zweimal im Jahr.
 The only way I feel really confident about cooking meat is by making beef stock with lots of nice root vegetables. Something I must have picked up from my Mum, who is a workaday, no frills sort of cook. She still makes stock and freezes it in tupperware containers. And so do I.
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Das Rindfleisch wurde durch den Fleischwolf gedreht, ich wollte nämlich Haschee machen, eine Lieblingsspeise aus meiner Kindheit. Wir mussten zu dritt den Fleischwolf bändigen - eine füttern, einer halten und eine drehen...Aber zum Schluss war das Fleisch dann willig.


As I tried to put the meat through the meat grinder, it took three of us to hold the hellish thing, feed the meat in and turn the handle. In the end, the meat complied and turned into hash, a beloved dish that my Gran used to make.
 Ein Körbchen Tomaten köchelte ich mit Oregano, einem halben Peperoncino und Salz weich, drückte sie dann durch einen feinen Seiher und reduzierte die Tomatenessenz noch ein bisschen, um sie einzudicken.
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I simmered a basket full of small tomatoes with basil, oregano and half a chili until they was really soft, them strained them through a fine sieve and reduced the tomato essence to thicken it.

Und hier haben wir das Resultat der Arbeit einesVormittags: Take five.
Polenta, mit einer Parmesan-Walnusskruste im Ofen überbacken.
Haschee aus Rindfleisch in Tomatenesssenz gekocht.
Geraspelter, in Butter gegarter Hokkaidokürbis.
Lecker, aber sah aus wie "Babyfood", wie der Engländer liebevoll bemerkte.
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Here we have the result of a morning's work: Take Five
Polenta, baked in the oven with a parmigiano-walnut crust
Beef hash cooked in tomato essence
Grated hokkaido pumpkin sautéed in butter.
Delishous. But "looks like baby food", as my co-diner kindly commented.
Aus dem restlichen Haschee machte ich nochmal baby food: eine Sheperd's Pie. Die hat es bei mir schon mal gegeben, aber dieses Mal schmeckte sie granatenmäßig gut - ein perfektes Resterl-Gericht.
Haschee in einer Auflaufform ausbreiten, Kartoffelbrei drauf spachteln, Käse darüberreiben. Im Ofen ca. 15 Minuten überbacken.
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And while I was perfecting baby food, I made this model of a sheperd's pie with the rest of the meat.
I have done a sheperd's pie before, but this one, the end result of a long chain of misadventures, turned out utterly umami.

Friday, 27 September 2013

Schon wieder Computeraussetzer - meine Bilder wieder mal untergegangen, aber dieses Mal hoffentlich zu retten. Zum Glück hat meine Schwester ein paar alte Laptops, die guten Willens für mich ins Internet gehen.
Also - bis auf Weiteres.
 
Yet another computer failure, fotos gone but I hope this time not irretrievably. Luckily I can limp into the web with this old laptop of my sister's.
So, see you around.

Tuesday, 24 September 2013

Blau gemacht

 Gestern war perfektes Herbstwetter und ich fuhr spontan los, um den viel gelobten Kirchsee bei Bad Tölz zu erkunden.
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Perfect autumn weather yesterday tempted me to get in the car and explore a lake I had heard good things about.
 Ich fuhr über Land, mein Lieblingstempo beim Autofahren liegt bei ca. 60kmh, erst mal von Feldkirchen nach Holzolling nach Holzkirchen.
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I drove through the villages and along fields at my preferred speed of about 60 km per hour.
 Und, ja, es gibt wirklich noch ein bisserl "oids Glump" in Bayern, das sich vor dem Neubau  retten konnte. Die Bäuerin konnte nicht fassen, warum ich gerade dieses Haus fotografieren wollte. "Wei's oid is?" fragte sie vorsichtig.
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 Yes, there are some really beautifully grotty old houses still in Bavaria, and the owner couldn't see any reason for me to take a picture of it. She ventured a guess: "Because it's old?"
In der Klosterwirtschaft Reutberg aß ich ein sehr feines Ochsengulasch. Trotzdem würde ich die Wirtschaft nicht empfehlen, es ist so ein Anziehungspunkt für Omnibustourismus. Aber die brauen ein feines Bier!
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I had lunch in an old Monastery with an attached brewery with a nice view over the countryside, but I found the place too touristy. There are plenty of villages across the country with nicer beer gardens.
Der Kirchsee ist wunderschön, fast rund, und man kann wahrscheinlich bis zur anderen Seite waten, er war sehr flach
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Kirchsee is a lovely lake, almost circular, and very shallow, I walke way in and it never went past my hips
 Ja - ich war im Wasser! Wunderbares weiches Moorwasser, kühl...
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Yes I did dip into the wonderfully soft moor water, cooled off...
 Blick auf Kloster Reutberg - a view of Reutberg Monastery
Weil ich schon so nah am Tegernsee war, fuhr ich noch auf einen Cappuccino dort hin
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As I was this close to Tegernsee, I decided to have a coffe there.
 Leider war das schöne Café am Steg in Tegernsee zu Montag Ruhetag!! Praktisch überall in der Welt!
Aber der Cappuccino in der Gelateria war eins A.
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Sadly my chosen café was closed - Monday seems to be international closing day. I managed a quick cappuccino in an Italian café, perfect.
Tegernsee ist eigentlich furchtbar - eine Lastwagenrennstrecke mitten durch den Ort, aber irgendwie hat es dann doch seinen Charme.
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Like many small towns, Tegernsee is plagued by the road straight through its centre, a racing track for huge lorries. But is has its charms.
Noch ein Haus, das ich mit der Kamera vor der Abrissbirne rette. Da kommt dann wahrscheinlich ein protziger Vierspänner mit geranienbefallenen Balkonen hin.
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Another little old house that's going to be gone next time I go to this town, to make way for a big fuck-off block of Bavarian-flavoured flats.

Saturday, 21 September 2013

Holleria!

So sah der Holler vor einem Monat aus - zu grün zum Verkochen. Gestern pflückte ich ein paar Dolden, um Hollergelee zu machen. Faul wie ich bin, habe ich sie an den kleinen Stangerln gelassen und nicht "abgebeerlt" (abgepult, ihr lieben Nordlichter). Erst als die Sache schon am Kochen war, rief ich meine Mutter an, die früher immer ein köstliche Holler-Zwetschgenmarmelade gemacht hatte. Sie riet mir, zum "abbeerln" (ich liebe dieses Wort). Zu spät.
Ich habe dann in meiner wunderbaren "Enzyklopädie der essbaren Wildpflanzen" nachgelesen über Sambucus nigra, die Hollerbeere, weil ich einmal einen Tag und eine Nacht gereihert habe, nachdem ich die schmackhaften Beeren roh gegessen hatte! Außer mir wissen das vermutlich sowieso alle.
Also - die grünen soll man nicht verkochen, und die Stangerl auch nicht, weil da Spuren eines Giftes enthalten sind. ABER: wenn man das Gewächs pasteurisiert (bei 80°C ca. 20 Minuten köchelt), ist es ok.
Und genau das habe ich gemacht, mit 1:1 Gelierzucker. Dann durch die saubere Windel durchpassiert und abgefüllt. Schmeckt traumhaft, aber fast zu süß. Wie Hollerbonbons. Nächstes Mal mach ich's mit weniger Zucker.
Übrigens, die Böhnchen unten links oben sind meine erste Ernte von Wachtelbohnen. Danke, liebe Küchenschabe!
Top left - my first crop of pinto beans! Hooray!
Yesterday I went for a bike ride to see what the elderberries were doing. Last time (top picture) they were too green, you are not supposed to cook green ones because there are traces of some poison in them, as well as the stalks. Also, don't ever eat the berries raw, I had a terrible night of being very sick after innocently - stupidly - stuffing my face with handfuls of them. Very bad!!
However, once you cook them they are fine. Being too lazy to pare the berries off the stalks I cooked the lot, 300g fruit with 300g preserving sugar. I phoned my Mum who used to make the world's finest elderberry and damson jam, and she said "take them off the stalks!"
Too late. But I checked it out, if you pasteurise them by simmering the fruit for 20 minutes at around 80°C, the poison is gone.
I got one very delicious jar of elderberry jelly that tastes just like - jelly fruits! Definitely less sugar for the next lot.

Thursday, 19 September 2013

Making Kasnudeln

 Kaum wird's kühl, juckt es mich in den Fingern und schmerzen die Oberarme, denn ich knete mit Begeisterung und Händen. Ich muss wieder Nudeln machen. Das Gebiss wird aus der Schublade rausgekramt, die Pastamaschine an den Tisch geklemmt, auf geht's. Ich hab mich diesmal an eine Art Kasnudelrezept gehalten, wie es in den österreichischen Blogs manchmal vorkommt, zum Beispiel hier bei der Kärntnerin. Dort sind die Nudeln größer und werden natürlich wunderbar perfekt "gekrendelt" (was man auf Foodblogs nicht alles lernen kann!), während bei mir das Gebiss das Krendeln übernommen hat. Ist auch schön.
                             Wer keine Gebisse hat, krendelt oder drückt die Ränder mit der Gabel runter!
Wie ich den Nudelteig mache, habe ich hier ausführlich beschrieben.
Diesmal knetete ich aus 350g Weizendunst und 4 Eiern mit etwas Salz und Olivenöl einen glatten Teig, der für all diese Nudeln und sogar am nächsten Tag noch für die Lasagne reichte. Gut kneten, damit der Teig weich und glatt wird. 
Da braucht's keine Fitnessgeräte mehr.
Wer den Teig aufhebt, sofort in Klarsichtfolie oder ein feuchtes Geschirrtuch einwickeln, sonst trocknet er aus.
Ich schnitt extra große runde Scheiben aus und füllte sie mit gekochten, durch die Presse gedrückten Kartoffeln, gesalzen, gemischt mit Frischkäse, und zwar frei nach Gefühl. Für die Original-Kasnudeln wird Topfen/Quark verwendet, und dazu etwas Grünes. Sarah Wiener nimmt Kerbel (ach Sarah - endlich sieht man sie wieder auf ARTE!), die Kärntnerin Bärlauch, es geht auch Koriander, Minze und Petersilie, Ich persönlich hab's Grünzeug glatt vergessen.
I often make my own pasta, it is such fun and so satisfying: here is a recent description. Of course it is not a good idea to make your own pasta when you are really hungry. It's much easier and quicker than you think but not exactly instant gratification.
This time, I used 350g durum wheat flour, a pinch of salt, some olive oil and four eggs, kneading for quite a while to make the dough supple. 
Tones your biceps and triceps!
The dough was enough for all these ravioli, plus a lasagne the next day.
If you keep the dough in the fridge, wrap it in a damp kitchen towel or clingfilm, or it dries out.
I can't give you exact measurements for the filling, I don't work like that - my cooking is mostly intuitive and based on what I have in the fridge, plus trial and error.
Just boil four or five potatoes and press them through a potato ricer, or mash them.
Mix the potatoes with quark, ricotta or cream cheese, some salt, and herbs from your garden/window sill.
I forgot about herbs, but you can add any green stuff you like - mint and parsley, chervil, wild garlic, coriander, depends where you want to go, taste-wise.
Cut out large pastry discs and fill them with the potato and cream cheese mix.and fold them over.
If you don't have these denture-like gadgets, just use a fork to press down the rims.
Fertig "gekrendelt" kann man sie sehr gut einfrieren, oder sofort in viel Salzwasser vier Minuten kochen. Dazu in Butter gebratener Salbei.
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When they are all filled and the rims pressed down, they are perfect for freezing. Or you eat them straight away with sage leaves fried in butter...

Wednesday, 18 September 2013

Stürmische Badetage

Auf dem Weg zum Steinsee gestern war es gerade noch sonnig genug, so dass Luisa und ich frohen Mutes in die kalten Fluten sprangen.
On the way to our increasingly cooler "swimming pool" in the local woods, the sun made a brief reassuring appearance, making it easy to jump into the water.
Kaum aus dem Wasser raus, kamen schon die bösen Wolken und trieben uns sportlich-schnell zurück zum Auto.
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On the way home, the clouds thickened and we speeded back to the car.
 Daheim gab es zum Aufwärmen eine kräftige Kürbiskartoffelsuppe, mit einem winzigen Schuss Pfefferoni-Öl, einem Geschenk von Bloggenossin Schwemmholz; dazu gut butterige Croutons aus Roggenbrot und Schnittlauch, der auf der Terrasse den Herbststürmen trotzt.
Back home, we warmed up with a bracing pumpkin soup, flavoured with a bit of extra chilli oil and topped with buttery rye bread croutons and chives from the terrace herb garden.

Monday, 16 September 2013

Küchenalchemie

Diese Zaubertorte habe ich neulich unter den Leckerbissen von Annaré entdeckt, und musste sie einfach ausprobieren. Sie sah verblüffend aus und schmeckte auch, aber ich würde sie eher für einen Kindergeburtstag backen, denn die Creme im Inneren ist nichts anderes als ein Schokoladenpudding. Der Teig ist praktisch flüssig, wenn er in die Form gegossen wird, und setzt sich in drei Schichten. Eben magisch!
Wer sie nachmachen will, hier ist das Rezept auf deutsch:
Vier Eigelbe mit 150g Zucker schaumig schlagen.
125g Butter schmelzen und abkühlen lassen
Die Butter und etwas Vanilleessenz zur cremig geschlagenen Eier-Zuckermischung geben 
50g Kakao und 60g Mehl sieben, mit einer Prise Salz unter den Teig heben und nur so viel rühren, dass sich alles vermischt. Dann 1/2 Liter lauwarme Milch langsam in den Teig rühren.
Nun die Eiweiße mit einem Schuss Essig oder Zitronensaft in einer einwandfrei sauberen Schüssel nicht zu steif schlagen.
 Zuerst werden ein paar Löffel vom Eischnee unter den Teig gehoben, sachte vermischt, am besten mit dem "Gummihund". Dann die Schokoteigmischung vorsichtig ins restliche Eiweiß unterheben, sodass der Eischnee nicht zusammenfällt.
Diese Mischung in eine gebutterte und  bemehlte Glas- oder Keramikform füllen, die nicht viel mehr als einen Liter Flüssigkeit fasst (messen!)
Im auf 160ºC (O/U) vorgeheizten Backofen den Kuchen eine Stunde backen. Er darf etwas zusammenfallen, aber wenn er dann im ausgeschalteten Ofen abkühlt (ohne die Ofentür zu öffnen), fällt er weniger zusammen weil der Teig innen fester wird. Anschließend gut auskühlen lassen, am besten über Nacht. Mit Kakao bestreuen und in Quadrate schneiden.
The blogosphere is full of wonders. Only recently, on this blog, I came across a recipe for a magic cake, in Italian, with a lot of helpful pictures!
First, you melt 125g butter and let it cool down.
Beat four egg yolks and 150g sugar until white and creamy.
Add the butter and some vanilla essence to the egg-sugar mix.
Sift 50g cocoa and 60g plain flour and fold it, with a pinch of salt, into the batter. 
Then, slowly, stir 1/2 litre of tepid milk into the mix
Beat the four egg whites with a dash of white vinegar (I used lemon juice) until firm, not stiff., in a scrupulously clean bowl (says the Italian recipe!)
Now, carefully fold a few spoonfuls of the egg white into the chocolatey batter. Then pour the chocolate batter into the remaining egg whites, careful not to break up the egg whites.
 
Pour the batter it into a dish that takes exactly one litre - if it is too big, the cake will come out too flat.
Bake it in a pre-heated oven at 160°C (no fan) for an hour. Before taking it out, shake the mold to see if the batter isn't still wobbly. Leave it to cool down in the closed oven and refrigerate, ideally over night.
It's a strange thing that emerges: The bottom is a bit jelly-like, the middle is like firm blancmange, and the top is the cakey layer. Dust it with dark cocoa and cut it into squares. Tastes very nice, and might be perfect for a children's party. Or for some very childish adults. We liked it!
Here is a Spanish version, una tarta mágica, in case it helps you.
Ganz zum Schluss: ich hab mal wieder Lasagne gemacht, und kann jetzt mit voller Autorität sagen, dass man die selbstgemachten Nudelplatten vor dem Backen NICHT kochen muss, einfach in die Reine schichten, abwechselnd mit Fleischsauce und Béchamelsauce. Das macht die Lasagneherstellung noch einfacher, noch dazu kann man ja alles schon vorher vorbereiten.
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New and definite insights into the making of lasagne: I made one this weekend and can now tell you with absolute certainty that your home-made pasta sheets do not need boiling before laying them out in your oven dish. Makes lasagne an even simpler dish to put together, especially since everything can be prepared the day before.

Friday, 13 September 2013

Notfallküche Tomatenrisotto.

Manchmal finde ich es einfach zu lustig, in Bayern zu leben. Wie die Leute so reden! Heute beim Einkaufen in Grafing, zwei Damen mit gut sitzenden weißen Dauerwellen: "Do host nix vasamt, des Weda war saugreislich gestern" (Übersetzung: Du hast nichts verpasst, das Wetter war unerfreulich"). Und neulich beim Bäcker Scholz, eine weitere Handwerksbäckerei, die in Kürze zumacht - meine Oma hat dort schon ihre "zehn Semme" für eine Mark gekauft - sagt die Verkäuferin, gut gelaunt: " Bis auf Allerheiligen samma no do". Ja mei.
Und am Sonntag wählen wir den Spaßkandidaten.
 Vor der Haustüre, gestern, ein Rohrbruch direkt vor unserer Einfahrt. Weil's ja noch nicht nass genug war. Ich konnte also mein Auto nicht aus der Garage fahren, also nix einkaufen. Beim Regen 5km radeln - nein danke!
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Yesterday we had a burst pipe event outside our front door. As if we needed more water.
I couldn't get my car out of the drive, so - no shopping. Didn't really fancy cycling in the cold nasty rain. 
Zum Glück bin ich ja eine unheilbare Hamstererin und habe genug Vorräte angesammelt.
Wasser gab es nicht, weil ja Rohrbruch und so. Arborio war aus, nur noch Milchreis da. Das einzige was ich hatte, um dem herrlichen Risotto von der Küchenschabe nahezukommen, war ein Stück Burrata, den es überraschend in Grafing beim Korn gegeben hatte (Mozzarella geht natürlich auch!), und meinen unverwüstlichen Pecorino, noch aus Mailand mitgebracht.
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Luckily, being an incurable hoarder, I always have provisions stashed away. I wanted to copy a classy risotto I had seen in one of my inspiring who goes by the name "Küchenschabe" (let's translate it as La Cucaracha), but the only rice I had was pudding rice and there was no water.  However, I did have a ball of burrata (a soft, cream-filled mozzarella - simple mozzarella will do equally well), and my ever-lasting pecorino. 
Also, Risotto ohne Wasser, Weißwein und Brühe. Ich schwitzte den Milchreis mit einer aufgeschnittenen Frühlingszwiebel in Olivenöl an und goß ihn mit einem Schuss Rieslingsekt auf. Dann goss ich allmählich eine Dose Tomatensuppe dazu, die ich in der hintersten Ecke meiner "Speis" gefunden hatte, um die nötige Flüssigkeit zu haben. Als Edelgewürz streute ich eine Prise Piment d'Espelette darüber. Damit der Reis schön fertig quillt, ließ ich ihn noch eine halbe Stunde auf dem ausgeschalteten Herd stehen. Vor dem Essen ein Stück Butter ("mantecare") und geriebenen Pecorino unterziehen, die Burrata drauf - schmeckt hervorragend. Fazit: Risotto geht auch mit Milchreis, vor allem für ein totales Wohlfühlessen.
 So, I made a risotto - without arborio rice, white wine, water or stock. I fried some chopped spring onions in olive oil and added a cup of pudding rice - same thing, shape-wise. When the rice goes glassy, I pour a dash of bubbly which I had open in the fridge over the grains. And  now, the stroke of genius! For necessary liquid, I had a tin of tomato soup in the depths of my larder-di-da. So I kept adding the soup (and some piment d'Espelette), until the rice was done, grated the pecorina in and spooned some butter in ("mantecare"). To let the rice grains puff up properly, leave the risotto for a half hour or so before eating. The burrata, crumbled over the finished dish, adds the necessary touch of class. What did we learn? Pudding rice makes good comfort risotto!
Hinten raus besteht der Verkehr zumeist aus Autobus und Pferdemädchen.
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Behind our house - traffic consists mainly of Buses and girls on horses.

Wednesday, 11 September 2013

Ein Tag in der Stadt

Ein Tag in der Stadt, trotz Regenwetter viel Spaß gehabt. Schon  am - noch sonnigen - Montag hatten der Engländer und ich uns endlich die Ausstellung nordischer Malerei in der Hypokunsthalle angeschaut, ganz wunderbar, unbedingt empfehlenswert und noch bis 6.10.zu sehen. 
Gestern ging ich mit Margret in den Kunstbau, mit unseren Lenbachhaus-Goldkarten. Ein tete a tete unter anderem mit Georgia O'Keeffe und anderen, aktuellen, Bildern aus der Lenbachhaus-Sammlung.  Danach trafen wir uns triefend mit Luisa im Volksgarten. Margret war vom Humus nicht beeindruckt ("de megn ja mit Kichererbsen g'arbat ham, aber a Humus is des ned").  Mit Jutta probierte ich später unbezahlbare Sonnenbrillen, dann gingen wir mit Suse ins Kino: ein wunderbarer, berührender, fast herzzerreißender und irgendwie saukomischer Film: "Das Mädchen Wadjda". Im Vereinsheim bei Currywurst und Veltliner, während im Hintergrund das deutsche Fußballteam gegen den Angstgegner Faröer spielte, diskutierten wir den Film, die Bilder von diesen schwarz vermummten Frauengestalten  die intensiven Geschichten dahinter, und das unglaublich freche, starke Mädchen Wadjda.
A day "in town", much fun was had despite being soaked through by the heavy rain. After seeing an exhibition of Scandinavian paintings on Monday, which was fabulous, we did some more culture vulturing, checked out the Lenbachhaus "surplus" collection (including some beautiful Georgia O'Keeffe paintings) with our jammy gold membership cards. After that, we met Luisa in Volksgarten café, a wonderful spacious place and quite empty in the daytime, with great chilling music in the background - cosy, although the food is not much to write home about.
Later Jutta and I strolled through the sunglasses department of a department store, before we went to the cinema and saw a fabulous Saudi movie made unter great difficulties by a Saudi woman, about a girl who fulfils her ardent wish to ride a bicycle - which is apparently not allowed for girls. Over a drink afterwards, we talked passionately and at length about the shocking insight into a culture where women walk the streets like black-tented ghosts, and the often funny antics of this feisty young woman, Wadjda.

Monday, 9 September 2013

Müllers Lust

Neulich in München fand ich endlich mal den  Mehlladen  der Kunstmühle im Hofbräuhaus, der ist nämlich garnicht im Hofbräuhaus, sondern in der nächsten Parallelstraße, der Neuturmstraße. In diesem Mehlladen gibt es wirklich alles - man muss für die Pasta nie mehr in Italien Mehl kaufen. Es gibt verschiedene Mahlgrade, vom Dunst zum Vollkorn, von allen möglichen Mehlsorten, von Weizen über Hartweizen (ideal für die Herstellung von Pasta) bis Dinkel und Roggen. Es gibt Körner und Müslis, Flocken und Kleie, glutenfreie Mehle und sogar Backmischungen.  Ein Körndlparadies. Und gar nicht teuer: 1kg Weizendunst, ein griffigeres Mehl das sich gut für Spätzle und Strudelteig eignet, kostet €1,50 - bei Manufactum schon €2. Das Manitobamehl (ein Mehl mit hohem Kleberanteil für Hefeteig oder Pizza, vergleichbar mit Type 550er), das mich wegen des Namens besonders interessierte, ist für €1.50 zu haben; beim gourmet-versand.com kostet es schon 3 Euronen. Hartweizenmehl kostet €2.50, das von deCecco im gustini.de-Versand schon €4. Mehr über die Mühle gibt es hier beim Preißndirndl
(Die Verkäuferin ist übrigens nicht die Tatort-Kommissarin, und sie hat sich freiwillig für das Foto zur Verfügung gestellt!)
Last week, walking through the centre of Munich, I remembered that I had been intending to buy some specialist flour in one of Munich's artisan flour mills. It is linked to the famous Hofbräuhaus, but it took me a while to find it as it is right at the back, in a parallel street. The shop, with the most amazing range of different flours, cereals and grains and not even expensive, was a revelation to me. I bought some high-gluten Manitoba flour (supposed to be good for firm doughs like pizza) and some specially coarse flour, for those German spaetzle. They also do rough-ground semolina for making pasta. Etcetc. 
(By the way - no shop assistants were harmed in the taking of this picture - although she looks a bit tortured)
.If you are interested, there is a great comprehensive article on Italian flour types here.
Kaum daheim angekommen, musste ich sofort bis zu den Ellbogen im Hefeteig walken, um mit Manitobamehl diese fluffigen Brioches/Hefekücherl zu fabrizieren. Kann man auch für das Sonntagsfrühstück hervorragend einfrieren. Das Rezept ist abgewandelt  nach Daniel (s.Englische version).
500g Weizenmehl Type 550
50 g Milch
3 Eier
100 g weiche Butter
20 g frische Hefe 
50 g Zucker
Prise Salz
die geriebene Schale einer Biozitrone
Milch zum Bestreichen

Das Dampferl - Milch. Hefe und 1 TL Zucker - verrühren und abgedeckt ca 15 Minuten an einem warmen Ort gehen lassen bis sich eine schaumige Oberfläche bildet. Mit den Eiern, der Zitronenschale und dem Mehl verkneten. Nach und nach Zucker und Salz und zum Schluss die Butter zugeben, weiter kneten bis ein glatter, luftiger Teig entstanden ist.

Die Teigkugel abgedeckt eine Stunde zugedeckt gehen lassen, bis sie zu doppelter Größe aufgegangen ist. Je länger der Teig geht, desto luftiger werden die Kücherl.
Dann in 12 kleinere Kugeln aufteilen und auf das mit Backpapier bedeckte Blech legen, nochmal 20 Minuten gehen lassen. Dann mit Milch bestreichen und im auf 200° (O/U) vorgeheizten Backofen ca. 15 Minuten backen, oder bis sie schön hellbraun gebacken sind.
As soon as I got home, of course, I had to try out the flours. I was up to my elbows in yeast and Manitoba flour and made these little brioches, which turned out delicious. They also freeze really well and are ready for you to eat on Sunday morning! Recipe is adapted from Daniel.

You need: 20g fresh or 8g dried yeast, 100g full-fat milk, 3 eggs, 100g unsalted butter, 500g strong (high gluten) white bread flour (I used Manitoba), a pinch of fine sea salt, 50g caster sugar.
 Warm the milk and melt the butter in it at around body temperature.
 Crumble the yeast into the liquid, and give it a whisk. Put the flour, salt and sugar in a large bowl and stir to combine, then add the liquid to the flour mix, and bring it together. Make a dough, kneading until smooth.
Now put the dough in a clean bowl, and cover it with clingfilm or a tea towel. Leave it to prove until it's doubled its size. Then gently divide it into 12 pieces, form them into balls and put them on your baking sheet. Keeping them covered with a cloth to prove for another 20 minutes.
Preheat the oven to 200C (no fan) and bake yer balls (brushed with a bit of milk) for about 15 minutes, or until they are gently browned.

Thursday, 5 September 2013

Spätsommerliche Apfeltarte

Ich bin keine Frühaufsteherin. Ich gehe gern spät ins Bett, genieße die nächtliche Ruhe und hin und wieder sogar das Fernsehen (das normalerweise eher kein Genuss ist), und schlafe morgens so lang ich will, kein Wecker klingelt. Aber wenn meine Schwester, Frühaufsteherin, im Ausland weilt und daher ich die morgendliche Frühstücksschicht bei unserer Mutter übernehme, sehe ich doch hin und wieder das frühe Morgenlicht. So wie gestern. Und was für ein wunderschönes, vernebeltes Morgenlicht! Auf dem Heimweg kam ich an einem sonnenbeleuchteten Sonnenblumenfeld vorbei, und frühstückte dann voller Erfolgserlebnis um halb zehn. 
 Early to bed, early to rise is not my motto. I like late nights, the calm feeling of everybody in their beds and I the only one awake, while mornings can be late. But when my sister, the early bird, is abroad and I have to take over the morning breakfast making shift at Mum's, I occasionally see the gorgeous 7a.m. light I usually sleep through. Like yesterday, when the village and the fields were shrouded in picturesque mist through which the sun came up with its full sunny splendour. By 9.30 I was back, feeling smug and enjoying a leisurely breakfast.
Später machte ich mich daran, etwas sinnvolles aus den grausig verwurmten Äpfelchen zu machen, die unser Baum eher widerwillig abwirft. Ein Rezept im guten alten "Schrot und Korn" für Tarte Tatin mit Rosmarin war genau das Richtige. Es reichte für eine 20cm Backform für zwei gesunde Esser, plus ein kleines Küchlein fürs Mütterlein.
Für diese Tarte wird die Form großzügig mit Butter und mit Zuckersirup bestrichen (ich benutzte meinen praktischen Golden Syrup) und mit Rosmarinnadeln belegt. Zuckersirup kann man auch machen, indem man ein Pfund Rohrzucker oder weißen Zucker in einem halben Liter kochendem Wasser auflöst und köcheln lässt bis der Sirup dick genug ist. Für dieses Rezept wurde Agavendicksaft aus dem Bioladen empfohlen.
 Wie man sieht, funktioniert die Tarte Tatin immer. Übrigens auch als deftiges Mittagessen!
Vor dem Umstürzen wartet man am besten, bis sie ein bisschen abgekühlt ist.
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Tarte Tatin is one of the easiest quick cakes to make, as long as you leave it to cool a while before turning it upside down. You can also make a savoury tarte for your lunch!
 Later that glorious day, I felt the urge to do something with the little, horribly maggot-ridden, apples that our apple tree seems to drop reluctantly every day. A recipe for a rosemary-flavoured Tarte Tatin had caught my eye, it seemed just right for a a couple of cake fans plus a picky Mum. There was enough pastry for a 20cm dish plus a tartlet.
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Knead the pastry for this quick tarte with 120g flour (or half plain white and half wholemeal flour), one egg yolk, 60g unsalted butter, 5 tbsp agave syrup  from your wholefood shop (I used Golden Syrup), then leave it to chill while you prepare the apples. 
Butter an oven-proof ceramic dish or a  pan generously, spread another three or four spoonfuls of syrup on the butter and sprinkle rosemary needles over it. Then arrange your apples, sliced or quartered, and vover them with the rolled out pastry. Bake for 15-20 minutes at 200°C, no fan.