Tuesday, 31 December 2013

Es gibt sie doch, die Zukunft

 Das Jahresende ist eine emotionale Zeit. Es ist schwer, nicht irgendeine Art von Bilanz zu ziehen, sich nicht eine ganz andere Welt zu wünschen. Meine neue Welt, in der ich am 1. Januar 2014 erwachen möchte, ist voller entspannter, fauler Gutmenschen, Spinnern, Pazifistinnen, Wehrdienstverweigerern, Frauenverstehern, Sozialromantikern, Weltverbesserern, Warmduschern und Weicheiern, von VegetarierInnen und bescheidenen Teilzeit-Fleischessern, des ganze Gschwerl halt. Menschen die Gedichte lesen und Lieder schreiben, die tanzen, singen und kochen, radeln, reiten und Motorrad fahren, aus Freude an der Arbeit werkeln, gerne essen und viel Champagner, Kellerbiere und naturtrüben Fruchtsäfte trinken. Eine Welt ohne Helden und Supermodels, ohne Mörder und anstrengende Selbstverwirklicher. Kinder schreiben Romane, sie finden ihre Eltern toll, auch in der Pubertät. Feminismus ist total cool, die Weltreligionen sind abgeschafft, bei den  Olympischen Spielen gibt's nix zu gewinnen. Niemand spielt Schach, alle spielen Go. Niemand besteigt aus blödem Ehrgeiz den Mount Everest, sondern wir wandern hin und wieder alleine auf einen Hausberg, weil das ein unglaublich geiles spirituelles Erlebnis ist. Mondlandungen sind abgesagt.
Ereignisse, die ich verpasst habe und die als Reload zur Verfügung stehen: die 60er-Jahre in Kalifornien ohne die harten Drogen, das erste Glastonbury Festival, die Orchestre Rail Band du Buffet de la Gare live in Bamako, Physikunterricht bei Herrn Schrödinger, und (speziell für meine Schwester) den Steinzeitfrauen beim Bemalen der Höhlen zuschauen....
Wahrscheinlich würden schon ein paar Leute freiwillig in so einer ereignislos schönen, elegant langweiligen, von Musik und köstlichem Essen parfümierten Welt leben. Mindestens zwanzig davon kenne ich schon. Das wäre ein Anfang.
Habe ich noch irgendwas vergessen? Alle Gute im Neuen Jahr!
The end of a year is an emotional time. Difficult to suppress the need to take stock, to re-imagine the world in which we would like to wake up on January 1st, 2014. My world will be populated by relaxed, lazy do-gooders, draft-dodgers, pacifists, daydreamers, champagne socialists, softies and wimps, cowards, shirkers and all that riffraff. Vegetarians would rub shoulders peacefully with responsible meat-eaters. People would read poems and write songs and symphonies, dance, sing and cook, rides horses, bicycles and motorbikes. We will love our work, enjoy our food and drink lots of champagne, real ales, coffee with oomph and freshly squeezed fruit juices.
A world without heroes and supermodels, without murderers and annoying achievers. Children will write novels, adore their parents - even when they reach puberty. Feminism will be cool, world religions are abolished, Olympic Games are held for the fun of it. Nobody plays chess, everybody plays Go. Landing on the moon is off. Noone climbs Mount Everest from stupid suicidal ambition, instead we walk the Highlands or the coastal paths - a highly spiritual experience. Events I missed will be available for reload: the sixties in California without the hard drugs. The first Glastonbury Festival. A live gig by the Super Rail Band from the Buffet de la Gare live in Bamako. Physics lessons from Mr.Schrödinger. And (for my sister) we will be watching stone age women paint the caves...
I suppose a few people will volunteer to live in such an uneventfully beautiful. elegantly boring but never dull world, perfumed by music and delicious food - I know at least twenty. That would be a start.
Anything else? Happy New Year all!

Monday, 30 December 2013

Winterliche Törtchen

 Nach einem gemütlichen Sonntags-Familienessen auf der Ebersberger Alm kam ich gestern heim mit einem unbestimmten Gefühl, etwas backen zu wollen. Nach den ewigen Plätzchen musste mal was Handfesteres her. In meinem Vorratsschrank wartete seit Monaten ein Glas Maronen, und ich erinnerte mich vage an irgendein Rezept mit Maroni-Mousse. Also war experimentieren angesagt.
Aus 120 g weiche Butter, 100g Zucker, 1 Ei und 1 Eigelb, 300g Mehl und dem Saft und Abrieb einer halben Biozitrone knetete ich einen Mürbteig. 30 Minuten kühl stellen,dann ausrollen und damit eine große gebutterte und bemehlte Tarteform oder mehrere kleine 
Tartelette-Förmchen auslegen.
Die Maroni verarbeitete ich mit einem halben Becher Schlagsahne und 100g Puderzucker mit dem Zauberstab zu einer Creme. Die Zutaten können variieren, einfach Sahne und Zucker dazugeben, bis sie cremig, und je nach Geschmack, süß genug sind.  Man könnte natürlich auch fertiges Maronenpüree  (siehe unten) nehmen, wenn man es denn findet. Oben drauf verteilte ich noch etwas geschmolzene Halbbitterschokolade. Das Ganze wird bei 180° backen, bis der Teig goldbraun ist.
After a family Sunday lunch in one of our favourite restaurants yesterday, I returned home with an urge to bake something. A 320g jar of ready-cooked chestnuts had been sitting in my so-called pantry for a while, waiting for inspiration. I vaguely remembered a recipe for a chestnut mousse, and decided to experiment with a chestnut and chocolate tartelet.
Knead a shortcrust pastry with 120 g Butter, 100g sugar, an egg plus one yolk, 300g flour and the juice and zest of half an organic lemon.
Chill for 30 minutes (the pastry, that is).
Roll the dough out and lay it in a large or five or six small tartelet tins.
For the filling I blended the chestnuts with enough cream (in the UK you are lucky enough to have double cream) and icing sugar to have a creamy, slightly sweet consistency.
I topped the tart with some melted dark chocolate for extra wickedness. 
Bake at 180° until the pastry shell goes a golden brown.
You could also use the classic, ready-sweetened chestnut puree if you can find it. 

Dazu selbstverständlich Schlagrahm, und ein Tässchen des bevorzugten Heißgetränkes. Frohen lauschigen Wintersonntag!
Best eaten with a dollop of best whipped or double cream, accompanied by your hot drink of choice.
 Oh, and - bye-bye, Christmas!

Friday, 27 December 2013

Business wieder as usual

Kulinarisch haben wir uns dieses Weihnachten leicht gemacht: Am 23. machte ich Tagliatelle mit Tomatensauce, und am Heiligen Abend gab's Luisa's leckeren Kartoffelsalat und Wiener.
Der kleinste gemeinsame Nenner von Oma (=Mütterlein) bis Lieblingsnichte fürs Weihnachtsessen waren Wirsingkrautwickerl, von denen ich so viele machte, dass wir die ganzen Feiertage Rumfortversionen derselben hatten. 
Dazu gab es das traditionelle weihnachtliche Standkonzert auf dem Marktplatz, die Krippe in der Kirche, wo für ein Zehnerl schon seit eh und Herrje das Jesuskind herausfährt und segnet. Und dann die Bescherung: Alle bekamen schöne Geschenke - obwohl wir uns jedes Jahr schwören, dass wir jetzt erwachsen sind und das alles nicht mehr brauchen. Aber so kindisch sind wir dann doch.
Für den zweiten Feiertag hatten wir ein Plätzchen/Tee/Apfelauflauf-mit-Schaumwein-Happening für Freundinnen organisiert, das war die perfekte Krönung der Feiertage, mit viel Gelächter und Erinnerungen an unsere garstige wilde Jugend, auf die die heutigen Kinder mit Entsetzen und schneller Heirat reagieren.
Eines meiner Geschenke hat mit Backen zu tun, und wird in Kürze hier vorgestellt werden.
 
Die Tagliatelle machte ich wie gehabt, mit einem Ei pro 100g Mehl, Salz, Wasser zum Händebefeuchten, und etwas Olivenöl. Die Tomatensauce ist genial einfach, abgekupfert von Giulio Hazan's Family Cookbook: eine ganze geschälte Zwiebel mit einer Dose Pelati und einem Esslöffel Butter in ein Töpfchen sperren, salzen und pfeffern, dann bei kleiner Hitze so lang köcheln lassen, bis die Zwiebel in ihre Einzelteile zerfallen ist. Verrühren, auf die Nudeln verteilen, Parmigiano drauf und auf geht's.
I made  the tagliatelle as always, with one egg for every 100g flour, salt, some olive oil and water to moisten my hands. The tomato sauce is a wonder of simplicity if not speed: peel an onion, put it in a saucepan, throw in a can of peeled or diced tomatoes, a large tbsp butter, salt, pepper. Cover it and forget about it simmering away until the onion falls apart. Stir, spoon on the pasta, grate cheese over it and eat.
Die Wirsingkrautwickerl sind unproblematisch, die kann wohl jedeR, der oder die mal eine Küche von innen gesehen hat. Wirsingblätter kurz in kochendem Wasser  blanchieren, damit sie faltbar werden. Hackfleischfüllung mit Majoran, Muskatnuss, einem Ei, eingeweichtem Brot und fein geschnittener Zwiebel zusammenmanschen, in die Blätter rollen und mit irgendeinem Werkzeug, z.B. auch hölzernen Schaschlikspießen, sichern. Im Ofen bei 180° eine halbe Stunde garen, wenn's oben braun wird, mit Backpapier abdecken. Ab und zu mit dem Kochwasser des Wirsing übergießen. Soße mit etwas Schlagsahne verfeinern.
***
The savoy cabbage rolls are kind of self-explanatory. You blanch the individual leaves to make it easier to wrap the filling in them. I filled them with  a mix of mince with finely chopped onions, grated nutmeg, marjoram, an egg and some soaked bread. Put them in a buttered dish, and bake in the oven at 180° for about 30 minutes. Keep dousing them with the cabbage cooking liquid and if they start getting brown, cover them with a sheet of baking paper. The liquid can be thickened with cream.
The culinary side of this year's Christmas was easily dealt with: on Monday, I made homemade tagiatelle with a simple but fine tomato sauce.
Christmas Eve we had Luisa's excellent potato salad with frankfurters.
And for Christmas dinner, we all agreed on the lowest common denominator; from favourite niece to Mum it turned out to be savoy cabbage rolls with mash and carrots in a creamy sauce. Mega amounts were provided which lasted us over the three days, supplemented with cartloads of my biscuits and a delicious apple-ricotta bake.
There was the Christmas concert by our local brass band in the town square, and the traditional visit to the church to visit the little Jesus child, which comes out on little casters and blesses everyone for only ten cent. Despite assurances that we are now adults and we should cut out all the presents etc., everyone got a heap of lovely things to unwrap.
One of my presents is to do with baking and will be presented shortly...

Saturday, 21 December 2013

Abendessen mit Freundinnen, morgens Nebel

Neblig war's, der Mond schien helle...****A thoroughly foggy day today, fading full moon at night
Wunderbares Abendessen gestern abend bei meiner Freundin J.: eine Art Lasagne aus gekochter Hirse, mit Mangoldstiehlen und Feta weitergekocht, dann die Hirse/Feta-Schicht abwechselnd mit einer Schicht gedämpftem Mangold, Tomatensoße und geriebenem Käse schichten. Ich würde hier mein tolles Bahratgewürz einsetzen. Schmeckt königlich und ist adaptierbar für Veganer - statt Käse kann man Tofu nehmen, allerdings gibt's dann keine Käsekruste.
Aber man kann nicht alles haben, entweder gutes Gewissen oder Kruste.
Ich machte die Nachspeise, eine Art Cranachan/Trifle mit Äpfeln, davon ein anderes Mal.
 
Lovely dinner at my friend J.'s last night. She made a kind of lasagne with boiled millet to which swiss chard stems and feta was added.
(I would now add my special spice, Baharat). Then you layer the millet, wilted Swiss chard leaves, tomato sauce and grated cheese, grilled at the end. Really fine dish which can of course be adapted for vegans by using tofu instead of feta. No cheese on top, though - you can't have a perfectly clean conscience AND a cheese crust.
 I made for pudding a kind of trifle/cranachan which I will post another time.
 Der wunderbare Frost verzaubert immer noch das Land***Lovely frosty days continue to weave their magic

Wednesday, 18 December 2013

91

Heute feierte meine Mutter ihren 91.Geburtstag, in alter Frische, mit viel Besuch, unaufhörlichen Telefonanrufen, Geschenken, Karten, Weißwürsten und Brezen um 11 Uhr morgens. Das ist Tradition.
Sie stand es sehr gut durch und jammerte ein bisschen, nach dem Motto "mei, warum muas i denn so vui Leid kenna", aber es war klar, dass es so und nicht anders sein musste.
  
 My Mum had her 91st Birthday today. Naturally, visitors were piling in, non-stop phone calls, cards, gifts, sausages and beer at 11a.m. (That's traditional).  
She loved the whole knackering day, but allowed herself a little moan about why did she have to know so many people?? But it was obvious that any other turnout would have constituted a flop.
Die hochbegabten (oder war das hochbetagten?) Töchter und Freundin Evi gaben eine Gesangseinlage zum Besten: 
Schau, Mama, ganz ohne Noten!
***
Her mature and talented daughters, with an even more talented friend, sang a few songs for her. 
Look Mum - no sheet music!
 
 Und am Abend hatte ich sogar noch Zeit, die nächsten Weihnachtsschweinereien zu backen. 
Diese Haselnuss-Schokoplätzchen sind der Hammer. 
Einfach mit dem Handrührer 3 Eiweiß mit eine Prise Salz steif schlagen, 80g Puderzucker reinrühren und noch etwas schlagen. Die Eiweißmasse in einer Schüssel mit 200g geriebenen Haselnüssen mischen. 
Kleine Häufchen auf Backpapier auf ein Blech setzen (siehe kleines Foto), ich hab's mit einem Spritzbeutel probiert, aber das hat designmäßig nicht wirklich viel beigetragen.
Bei 170° etwa 15 Minuten backen, abkühlen lassen, dann in 120g flüssige Schokolade tauchen und mit gehackten Mandeln dekorieren. 
Ich hatte keine und musste mit dem Messer Haselnüsse von der Schale befreien vor dem Mörsern...nie wieder.
Und jetzt bis Weihnachten warten.
(Spritzbeutel/piping bag: facebook)
 I even had the energy left to bake another batch of fiendishly delishous hazelnut cookies.
Just whisk 3 egg whites with a pinch of salt until almost stiff and add 100g icing sugar.
Fold this into a bowl with 200g ground hazelnuts and mix carefully. 
Use a spoon or a piping bag to set little mounds on a baking tray (I always use sheets of  baking paper on top, easier to get them off when baked).
Bake for about 15 minutes at 170°C. 
Leave to cool, then dip them in melted chocolate and top with chopped hazelnuts. I didn't have chopped nuts so I had to strip whole nuts - desperate work - and pound them into submission. Next time, I will buy chopped.
Try not to eat them all at once.
 Ach, und der Sonnenuntergang heute...Zauberei***Today's sunset was pure magic

Tuesday, 17 December 2013

Das Wochenende, in Natur und Küche

Die Natur wird jeden Tag frostiger, schöner, sonniger, und dann die Sonnenuntergänge. Jeden Abend möchte man sie fotografieren, diese Farborgien. Aber letzten Endes ist einer so schön wie der andere, und immer öfter schau ich aus dem Fenster - aha, Sonnenuntergang - und geh wieder an den Computer/in die Küche/aufs Sofa. 
Nature is getting prettier every day, with the frost and the sunshine, and then there are the sunsets. The first few, you rush out with the camera, trying to catch it, to have it. Then comes the evening when you look outside and think - ah, sunset - and get back to computer/kitchen/sofa, whatever.
 Weil Sonntag war, machte ich nochmal den versunkenen Apfelkuchen, den ich am Samstag schon für  die Yogajodlerinnen gebacken hatte. Geht sehr schnell!
125g weiche Butter mit 125 Zucker und einem Packerl Vanillezucker (oder geriebener Tonkabohne) gut aufschlagen. Drei Eier dazu und weiter schlagen. 200g Mehl und eine EL Backpulver drunterheben, mit 2-3 EL Milch geschmeidig rühren. Dann in eine große Springform füllen.
Ca.6-7 Äpfel halbieren - geschält oder nicht. Einschneiden und auf den Teig legen - sie sinken beim Backen von selber ein. Ich habe Pinienkerne darauf verstreut und die Äpfel mit Basenas herrlichem Quittengelee bestrichen. Bei 180° O/U ca. 45 Minuten backen. 
 Because it was Sunday, I baked yet another apple cake. This one is particularly easy to make and absolute heaven. And so light...
You beat 125g softened butter with 125g caster sugar and a packet of vanilla sugar (or half a grated tonka bean). Add three eggs, keep whisking. Fold in 200g plain flour and a tbsp baking powder.
Spread into a buttered and floured tin.
Core and halve about 6-7 apples, cut grooves into them and lightly lay them on the dough, they sink in when it cooks. I also sprinkled some pine nuts over it and spread it with quince jelly to make the apples toffee-like. Bake at 180°C without fan, for about 45 minutes.

 Bei Vollmond schlafe ich oft mal nicht so gut, irre nachts um drei in der taghell beleuchteten Wohnung herum.  Hin und wieder jammert der Esel, oder ein Fuchs lässt dieses seltsam menschliche Geschrei hören. Dazu sehe ich dieses Bild aus dem Küchenfenster.
 
On nights when the moon is full, I often find myself wandering the brightly lit flat at night, sleepless. This is what I see looking out my kitchen window. Occasionally I can hear the donkey moan, or a fox screams its weirdly human scream.

Friday, 13 December 2013

Freitag der 13. - heute gibt es Süßes statt Saures

Schöne Tage, wenn der Nebel erst weg ist *** Beautiful days, once the fog has lifted
Und währenddessen geht's weiter mit dem Plätzerlprojekt.
Gestern machte ich mich an ein ganz neues Gebäck, das ich neulich bei Freunden zum ersten Mal probiert habe: Mandel-Pistazienplätzchen - eine Art Baklava meets Florentiner.
Dank an Manu für das Rezept!
Super köstlich, einfach zu backen, und macht garantiert nicht schlank.
***
Meanwhile, I continue with my christmas biscuit project. 
Yesterday I made these truly delicious nutty diamonds, a mixture between baclava and florentines and guaranteed to get in the way of any slimming projects. I got the recipe at a party - yes I have become someone who hunts down recipes at parties.
250g Mandelblättchen und 100g ganze Pistazien mischen. Orangenschale reinreiben - natürlich bio!
100g Butter mit 250g braunem Zucker (Honig?) und Becher Schlagrahm aufkochen und in die Mandelmischung rühren. 150 g Mehl darunterheben
***
Mix 250g almond flakes with 100g whole pistachios. Grate some orange zest from oganic oranges into the mix.
Heat 250g brown sugar with 100g butter, add 200ml single cream and bring to a brief boil. Then pour it over the nut mix. Fold in 150g plain flour.
Die Mischung auf ein mit Backpapier belegtes Backblech streichen
Auf der 2.Schiene von unten ca. 20 Minuten backen, dann unter dem Grill noch kurz bräunen.
Wenn es abgekühlt ist, schnell in Rauten schneiden.
***
Spread the mixture on a baking tin lined with baking paper.
Bake on the second shelf from the bottom, at 150° fan-assisted, for about 20 minutes.
Then brown it briefly under the grill, and cut into diamond shapes as soon as it's cooled down. 
In Rauten schneiden?
Ich musste ungefähr eine Viertelstunde Internetrecherche machen, bis ich eine Anleitung fand, wie man Rauten schneidet. 
Ja, so blöd bin ich, in Mathe hatte ich immer nur Fünfer.
Und so geht's: Einmal längs 2cm breite Streifen schneiden, dann diagonal.
***
How the hell do you cut diamond shapes?? 
I had to do about 15 minutes tedious googling before I came across a sensible instruction. Yes, I am not a genius when it comes to geometry.
In case you don't know, either: you cut one-inch-strips lenghtways and then the same diagonally, starting in a corner.
Dreiecke, Verschnitte und andere "malfatti" kommen in die Schale zum Sofortessen.
***
All the little offcuts and other misfits go straight to a bowl from which  they will be eaten as TV snacks.
 Die schönen Rauten machen sich auf den langen Marsch in die Weihnachtsplätzchendose
 ***
The perfect diamonds are getting ready for the long march into the Christmas biscuit tin
Ganz nebenbei machte ich gestern auch noch Vanillekipferl, die kennen wir ja schon vom letzten Jahr.
***
I also made some almond and vanilla crescents - very traditional, but we have seen those last year.
Weihnachten bei uns im Dorf *** Christmas in our village
Klopfo-Sternsinger:  "Für des wos ma kriagt ham, bedank ma uns schee!"
Sechs Kinder fließend bayrisch singen zu hören, das war mir die zehn Euro wert. Kleiner hatte ich's nicht.

Tuesday, 10 December 2013

Wir bleiben in Österreich, mit Zwickerbusserl

Das Informations-Crowd"finding" zu Wien ist ja ein voller Erfolg, vielen Dank an alle! 
Das Hotel ist gebucht, und heute kaufe ich die Fahrkarten für die 4-stündige Bahnfahrt.
Ich denke, die drei Tage werden wir problemlos füllen und dann wahrscheinlich im Frühling ("wenn der weiße Flieder wieder blüht") nochmal kommen. Ich freue mich sehr darauf und werde gern  die Thermounterwäsche einpacken, gegen den Ostwind.
 In diesen Tagen bin ich arbeitsmäßig unbelastet und habe Zeit, mich auf Weihnachtsbäckerei zu konzentrieren, obgleich das Wetter derzeit eher zum Frühlingsspaziergang einlädt. Gestern habe ich Zwickerbusserl gebacken, die ich hier bei diesem eleganten, präzisen Koch gesehen hatte (nicht sicher, ob man diesen Link öffnen kann). 
Der Teig wird aus 150 g Mehl, 150g weicher Butter, 2  Eigelb und 1 Pck.Vanillezucker geknetet und 30-60 Minuten kaltgestellt.
Für den Baiserbelag die 2 Eiweiß mit 300 g Puderzucker steif schlagen.
Den Teig dünn ausrollen und Smit einem Glas (ca. 3 cm) ausstechen. Die Scheiben auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen. Den Eischnee in einen Spritzbeutel mit mittlerer glatter Tülle füllen und auf die Scheiben kleine Spitzen aufspritzen. Das Blech in der Mitte des vorgeheizten Rohres bei 150°C ca. 30 Min. backen (aufpassen!)
Wenn die Plätzchen ganz kalt sind, jeweils zwei mit heißer Marillenmarmelade zusammenkleben.

Meine sind natürlich etwas rustikaler ausgefallen, aber ich find sie nicht schlecht für den ersten Versuch. 
Zwei Sachen habe ich falsch gemacht:
Die Butter nicht mit Hitze schmelzen. Sie soll einfach zimmerwarm und weich sein, sonst wird's Butterschmalz und der Teig bröselt zu sehr.
Für das Baiser nahm ich normalen Zucker, Puderzucker ist besser. Und nicht sparen! weil ich statt der 300g nur 200g nahm, konnte ich das Baiser nicht mit dem Spritzbeutel draufspritzen (eleganter!).
Ich habe es eben mit dem Löffel draufgelegt.
Ansonsten ging alles glatt. Und das beste ist - sie sind wirklich einfach zu machen!
The public research for the Vienna trip is going really well; I got so many tips and ideas for things to do that I am sure we will have to go back another time. Maybe in spring, when the dreaded easterly winds don't require us to wear thermal underwear. But I am really excited about the trip now, hotel is booked, and today I will get the train tickets.
My workload is very light this month, so I am getting into baking Christmas biscuits already. The first ones I tried were new to me, an Austrian cookie called Zwickerbusserl (a pinch and a kiss?). 
For the pastry, mix 150g flour and a packet of vanilla sugar with 150g softened butter and two egg yolks, make a smooth pastry in a bowl and put it in the fridge for half an hour.
Beat the two egg whites with 300g sugar until quite stiff.
Roll out the pastry and cut out rounds with a small glass, no bigger than 2 inches.
Place them on a baking sheet lined with baking paper, and pipe (or spoon) a dollop of meringue on top of each round. Bake for about half an hour at 150° and - watch!!
When they are quite cooled, stick two together with warmed apricot jam. 
And then hide them until Christmas.
They are really easy to make, but mine came out too crumbly, because I heated the butter to soften it. Just leave it to soften at room temperature.
Use icing sugar for the meringue, it blends in better than caster sugar. And use the full 300g - otherwise you won't be able to use a piping bag. I just used 200g, so I had to spoon the meringue on the pastry discs instead of piping.

Sunday, 8 December 2013

Coffee and Walnut Sponge Cake, der Zweite, und: Hallo, Österreich!


Durch das Bloggen ist mir Österreich noch näher gerückt, als es (geographisch) sowie schon ist. Ich habe neue, exotische Worte gelernt, wie zum Beispiel: Gatsch, Pomeranzen und Paradeiser, Marillen und Mascherl. Ist es das "baba" zum Abschied, der Karfiol, oder der Topfen im Käsekuchen, die das Ösi so cool machen?
Und dann die österreichische Foodblogwelt, diese kreativen Frauen! Der Witz und die kulinarische Abenteuerlust der Küchenschabe, der unnahbar elegante Küchentanz, Frau Zii mit ihren unwiderstehlichen Geschichten, und die absolute Foodhoheit der esskultur. Der Schwemmholzblog, wo ich unter anderm die Uhudler kennenlernen durfte. Die hilflose Heiterkeit, die Frau Neudecker mit ihren Küchendesastern auslöst, die lakonischen Abenteuer von Gerlinde mit ihrem Mütterlein, die Geschichten aus Küche, Haus und Garten des Winzers und der Kärntnerin, die Geschichten aus dem Waldviertel und der Salon Claudine, wo ich erfuhr, dass "Mah!" ein österreichisches Wort ist.
Deshalb hatte ich die plötzliche Eingebung, wo ich meinen nächsten Geburtstag verbringen werde: nämlich endlich mal in Wien. Im Januar. Juhu!
Und bitte also alle hier lesenden ÖsterreicherInnen um sachdienliche Hinweise, was man in Wien (in drei Tagen) unbedingt machen muss, und was das allerschönste Hotel oder Pension ist, so was ohne Lederhocker oder braune Möbel!

 Zum Sonntag machte ich selbstverständlich noch schnell dieses Schneewittchen, einen
ur-englischen Coffee and Walnut Cake,ein Bisquitkuchen, auf englisch "sponge", den jede englische Hausfrau aus dem Ärmel schüttelt. 
Beim zweiten Versuch ist er sogar mir ziemlich gut gelungen, dank Constanzes unfehlbarem Biskuitrezept. Die Rezeptmenge reichte für zwei 18cm Backformen.

3 Eier mit 3 EL heissem Wasser schaumig schlagen
150 g Zucker dazugeben, gerne auch Vanillezucker und alles schlagen, bis 
sich der Zucker aufgelöst hat.
150 g Mehl mit 1 TL Backpulver mischen, über die Eimasse sieben und dann 
vorsichtig unterheben. 

Zwischendurch die Creme anrühren, aus 200g Frischkäse und 150g Puderzucker. 
Ich nahm Mascarpone, aber irgendwie wurde er mir zu flüssig, als ich die erforderlichen 2ml Espresso reingerührt hatte: nächstes Mal nehme ich tatsächlich Instantkaffee dazu her. Ich musste dann noch mehr Frischkäse und noch mehr Frischkäse reinmischen und habe jetzt eine weitere Dose Überzugscreme im Gefrierfach...
 

Den Teig bei ca. 200° C  so ungefähr 20 Minuten backen, auskühlen lassen und zwischen die beiden Böden dick die Creme auftragen. Ich fand, ich häte ruhig beide Lagen nochmal durchschneiden und mehr Creme dazwischenstreichen können. Aber dank der unglaublich frischen Eier war der Teig garnicht trocken und schön geeeeel.
 Above, I have written a praise of Austrian food blogs and other things Austrian. I am really into our neighbour country, although the saying goes that "what divides Austrians and Germans is the shared language". But we Bavarians have much in common with them, especially our love for luscious food and cakes. I have decided to spend my next birthday in Vienna - so exciting!
For Sunday afternoon, I finally made an almost perfect coffee and walnut cake, second attempt lucky. 
The recipe is enough for two small sponge tins.
Beat three eggs with 3tbsp hot water until foamy. Add 150g caster sugar and a bit of scraped vanilla bean or vanilla sugar, and beat it some more.
Sieve in 150 g plain flour and 1 tsp baking powder and stir it into the egg mix.
 Bake at 200° C  for about 20 minutes, leave to cool. 
Assemble the two halves with the icing in between. I thought I could have cut them in half again to get more icing in, but the sponge was delicious anyway.

Here is the BBC recipe for this cake, if you want perfect instructions.

My icing was a bit of a mess - it's the first time I made a cream cheese icing. Instead of using coffee granules like the recipe demanded, I used a dash of espresso which made it too runny, so I added another tub of cream cheese to the tub of mascarpone, and more icing sugar until it finally turned spreadable. Now I have a tub of ready-made spare icing in the freezer....

Thursday, 5 December 2013

Golden Fishcakes

 Wer meinen Blog schon länger verfolgt, weiß dass meine Küche auf dem Prinzip Rumfort aufgebaut ist - verwenden, was rumliegt und fortmuss. Für diese Fishcakes ist die Grundzutat Kartoffelbrei.  
Meinen kochte ich mit einem Stück Kürbis, das schon etwas länger angeschnitten rumgelegen war, und stampfte ihn statt mit Butter mit reichlich Olivenöl und Salz. Kein Fehler, es schmeckt hervorragend.  Der Kartoffelbrei wird mit Petersilie (in England oft mit Korianderkraut, aber das findet sich im Münchner Osten eher selten), einem Ei und so viel Mehl gemischt, dass der Teig zusammenhält, aber nicht zäh wird. 
Dazu kommen Gewürze deiner Wahl - ich habe den Teig mit meiner Neuentdeckung Baharat, einer nordafrikanischen Mischung aus Muskatnuss, Cayennepfeffer, Cumin, Paprika etc. gewürzt.
Dieses Gewürz - und so ziemlich alles andere, was schmeckt und Spaß macht - gibt es, liebe MünchnerInnen, am Ostbahnhof, in einem Gemüseladen direkt am Anfang der Weißenburgerstraße. Eine Schatztruhe, dieser Laden. 
Der Fischanteil in den Fishcakes kann alles mögliche sein: von Dosensardinen, Krabbenfleisch (crabcakes) zu weißem Fischfilet , kurz in Folie im Wasserbad gedämpft, oder auch Reste von einem ganzen im Ofen gebackenen Lachs. Ich habe dieses Mal -schnelle Küche! - Räuchlachsstücke reingemischt.
Die Küchlein werden in Semmelbröseln gewendet und in gutem Öl rösch (kross) gebraten. Dazu gab es diesmal den restlichen Wirsing, kurz mit wenig Wasser gedämpft.
Anschließend gab es einen wunderbaren langen Spaziergang. Heute ist es mit dem frostig-sonnig-attraktiven Winter schon wieder vorbei und leise nieselt der Regen.
 Fishcakes is something I learnt to love in England. There is virtually no gastro pub where the fishcake is not on the menu. It took me a while to realise that I can make them at home - for nothing! And with any fishy stuff there is: crab for crabcakes, white fish, salmon leftovers from a previous dinner, even tinned sardines.
These ones were made from potatoes mixed with pumpkin, mashed with olive oil and salt. To make the cakes, add an egg, a fistful of chopped coriander leaves and a ladle of plain flour, enough to make the mixture hold together, without creating cannon balls. Coat the cakes with  breadcrumbs (I make my own from white bread, completely dried in an open jar, with pestle and mortar) and fry them in plenty of good oil. I served them with lemon and some  savoy cabbage briefly cooked in a bit of salted water. 
The meal was digested with a long walk through sunny woods and pastures. Today, the lovely frosty sun's gone, replaced by gray wet yuck.