Monday, 30 June 2014

Kopftuchdebatte

So sah es also aus in Bayern vor etwa 50 Jahren: Kopftücher überall. Inzwischen sind sie ja etwas aus der Mode gekommen. 
Das liebe Mädi an der Gitarre bin ich, und die junge Dirndlschönheit hinter mir ist mein Mütterlein.
A trip down memory lane: headscarves were everywhere in Bavaria in the late sixties. They have rather gone out of fashion. 
I am the serious girl with the guitar. Behind me, my lovely, dirndled-up Mummy.

Friday, 27 June 2014

Ein Traum in zuckersüß und rosa

Das Rezept habe ich vor ein paar Wochen bei der Queen of Pink entdeckt. Endlich fand ich mal die kreative Muße (oder Muse) , Erdbeeren in stilvolle Mini-Cheesecakes zu verwandeln. Inzwischen gibt es sogar in unserem Dorfladen, dem bösen Discounter, zuckersüße reife Bioerdbeeren, die man auch gerne waschen und so, wie sie sind, verspeisen kann. Wahrscheinlich kommen die vom gleichen Erdbeerfeld, wo die Localistas sie im Schweiße ihres Angesichts pflücken.
Für die Fotos habe ich mich mal richtig food-photography-mäßig ins Zeug gelegt: Chiaroscuro mit den obligatorischen überkreuzten Silberlöffeln auf altem, geflickten Leinen. Hübsch, oder?
I discovered the recipe for this little delight in one of my favourite German blogs and finally found the creative headspace to make it. By now, the strawberry season has reached my local village store which happens to be one of those undesirable discounters. But hey, they have lovely ripe, sweet organic strawberries, crying out to be eaten straight from the punnet - washed, of course. They probably come from the same PYO field where true locavores dutifully pick them.
I really went to town on the food photography here, all chiaroscuro with the de rigeur crossed silver spoons on old white linen. Nice or what?
Zuerst werden diese englischen Ingwerplätzchen mit Butter zermalmt, für den Käsekuchenboden. Ich hab so einfache Kekse mit Ingwer hier noch nicht gefunden.
***
I start by mashing up some ginger biscuits with butter to make the base for the cheesecakes. My friend Debbie brought them from England  - I haven't yet found this cheap and cheerful variety here.
Nächster Schritt: Schlagsahne mit Sahnesteif schlagen, 150-200g Erdbeeren mit 150g  Frischkäse und 50g Magerquark pürieren (ich natürlich Sahnequark). Schlagrahm drunterziehen und im Kühlschrank kühlen lassen.
Dann mit einem Spritzbeutel so schön wie möglich auf den Keksboden in die Gläschen füllen, dekorieren. Fotografieren. Essen.
Next step: Beat your double cream until it's firm, blend 150-200g strawberries with 150g creamcheese and 50g quark or ricotta, fold in the cream and leave to chill in the fridge. Use a piping bag if you want this effect, or else just spoon it into the bowls, on top of the biscuit base.
First the foto. Then tuck in.

Thursday, 26 June 2014

Weiße Nächte, schwarze Nächte

Ich habe in letzter Zeit einige gräßliche schlaflose Nächte verbracht, diese 4-Uhr-früh Horrorshow,  wo die Zukunft in düstersten Farben vor mir herwallt, wo keine Homöopathie und kein Yoga mehr hilft (höchstens noch frühstücken um 4.30).
Einmal habe ich sogar meiner Mutter eine ihrer "Nerventabletten" geklaut - ich bin zwar eingeschlafen, aber erst um 11 völlig gerädert aufgewacht und den ganzen Tag völlig lull und lall durch den Tag getaumelt. Sorglos einschlafen ist die beste Schlafgarantie, aber von meiner Freundin Bine habe ich gelernt, dass man auch mal eine Nacht nicht schlafen kann und die Welt geht nicht unter.
Recently I have had some truly unpleasant sleepless nights, these 4 a.m. horror shows where your future flashes in front of your eyes - and this future does not look good. I tried everything from homeopathy to yoga, even breakfasting at 4.30 a.m. (food always good!)
I even nicked one of my Mum's knock-out pills, something I'm unlikely to repeat. It sent me to sleep all right, but I woke up at mid-day and spent the rest of the day in a sort of gaga wonderland.
Luckily I learnt from Bine that it doesn't kill you if you don't sleep for a couple of nights...
Coincidentally, today I found a wonderful poem on my (absent) sister's blog, also about all the things that haunt you in the dead of night.
Sorry it's in German...

Heute finde ich auf dem Blog meiner abwesenden Schwester dieses schöne Gedicht:

schlaflos

nachts plötzlich ziehen seelenwolken auf
erinnerungsgewitter
da stockt der atem
ein blitz fährt durch die brust

ein käuzchen ruft
frisch ist die nachtluft

zur grauen stunde
wetze ich die sichelmesser
und schneide ab was mir
den atem raubt

tröstend legt sich die
kühle decke über mich
draussen singt schon der hahn
mit vielen hunden

die sterne sind verhüllt
sanft fällt der regen

einatmen -
da wirbelt gedankenstaub auf
ausatmen -
da fliesst die schwere aus den adern
in die dunkle milde nacht

leicht ist der traum
froh das herz
im zistrosenduft

die seelenfänger gebannt
das lebensmeer spült strandgut an
und holt es wieder

Tuesday, 24 June 2014

Erdäpfelkas und ein Hauch von New Orleans

Das war ja wirklich zauberhaft gestern abend. Wie selten ist es, dass einfach so ganz lässig auf der Straße Musik gemacht wird. Es gibt natürlich diese streng regulierten Straßenmusiker hier, die manchmal ganz toll sind. Aber diese Mischung aus Musik und street food (äh...Straßenfutter) - die ist wirklich selten. Wir fühlten uns nach New Orleans in die wunderbare Serie "Treme" versetzt. Die Band ist einfach so gut, die können alles, vom Zwiefachen bis Trad Jazz, jede/r MusikerIn genial und lustig. Ich liebe G-Rag/Hermanos in jeder Kombination. Vor allem die Trommel gefiel mir diesmal - knallhart auf dem Ölfass. So viel geballte gute Laune rundum, das war schön.
***
This was one of the best street music events I have seen in Munich. The band are local heroes who play in various combinations and an absolutely vast range of sounds. Everybody was in a good mood, the music was irresistible. Also, you don't often get this combination of music and street food in our parts. A happy evening.
Street food - a rare thing in our parts
The menu reads:
Potato "cheese"
smoked pork with bread and freshly grated horseradish
the rest you can work out for yourselves
Erdäpfelkas auf die Hand - take-away potato cheese
 
Daheim  musste ich heute sofort den Erdäpfelkas (Kartoffelkäse), ein bayrisch-österreichers Hybrid, nachbauen - schmeckt einfach köstlich
***
As soon as I got up today, I had to make this delicious Austro-Bavarian potato dish 
1 kleine Zwiebel, fein gehackt                           one small onion, chopped finely
1-2 Knoblauchzehen, fein gehackt                     1-2 cloves of garlic, chopped finely
125 g Sauerrahm                                             250 g sour cream and/or creme fraiche, mixed
125 g Créme fraiche                                         Chopped chives, salt, pepper to serve
Schnittlauchröllchen, Salz und Pfeffer               and…about 500g potatoes boiled in their skins
ca. 500g gekochte Kartoffeln
    Die Kartoffeln werden mit dem Stampfer zerkleinert, damit sie noch stückig bleiben. Die anderen Zutaten druntermischen. Ich habe auch, ganz unorthodox, frischen Majoran reingetan. Im Kühlschrank eine Weile ziehen lassen, dann auf frischem Bauernbrot essen.
     ***
    Mash the potatoes so that it is in small pieces. Add all the other ingredienst and chill for a while before eating it spread on fresh wholemeal bread.

    Friday, 20 June 2014

    Coming up: Bavarian folk events!








    Wer G-Rag und die Landlergschwister noch nicht kennt, hat was verpasst. Könnte voll werden...


    Und am Sonntag, 3. August, ist um die Mittelstation der Hochriesbahn das Almsingen, bayerisches Folklore-Hoedown mit vielen Sing- und Musikgruppen.

    So. Jetzt kann niemand mehr sagen, ich würde diese Dinge für mich behalten!

    Thursday, 19 June 2014

    Austrian Abenteuer

    Spontaner Ausflug nach Österreich! Stolz bin ich, ich Hasenfuß, ich Zauderin, ich hab mich einfach ins Auto gesetzt und bin ganz allein um das ganze Salzkammergut herumgefahren. Ganz allein war ich nicht: ich hab mich dort mit zwei Bloggerinnen getroffen, die mir internetmäßig schon lange vertraut sind. Eine von ihnen wohnt sogar dort, und ich hatte endlich Gelegenheit, mir die Berge, den See und die Blumen anzuschauen, von denen sie ihre schönen Fotos postet.  Ich habe gebadet (im eiskalten Traunsee und im badewannenwarmen Fuschlsee), wir sind spazierengegangen und Taxi gefahren, haben gejaust und gegessen und ganz viel geratscht. Und natürlich fotografiert. Zurück fuhr ich, ganz allein und todesmutig, sogar am Höllen(!)gebirge entlang.
    Es war toll. Ich werde jetzt öfter Auto-Abenteuer unternehmen, so ganz spontan.
     Der Traunsee - der Traunstein - die Plätte (ja ich hab auch neue Worte gelernt)
     Schloss Orth, oben links, wo diese Serie gedreht wurde die praktisch jeden Nachmittag im Fernsehen läuft...und läuft... Rechts oben ist St.Gilgen am Wolfgangsee
    Das Bier kommt direkt aus der Gegend und war äußerst trinkbar
     Das ist also Gmunden, wo meine gestreiften Tassen herkommen
     Ein Garten voller Zauber
     Nach dem Schwimmen abends gab eine Kaspressknödlsuppe in der Jausenstation
     Diese wunderbaren Boote, eben Plätten, sind ein bisserl wie Gondeln
     Die Kaslaiberl im Schwemmholz'schen Stammlokal haben's gebracht
     
    Hätt's nicht gebraucht nach dem Essen, war aber gut - der M...* im Hemd
     *politisch korrekt: der Braunhäutige
     Mohnflesserl - hab ich auch neu gelernt
     Bye bye Traunstein, hinter Traunkirchen
    Ein feiner Rhabarberkuchen auf afrikanischem Porzellan
     Zucchiniblüten aus einem oberösterreichischen Garten

    Kaffeepause in der Bäckerei Obauer in St.Gilgen

    Meine idyllische Badebucht am wunderschönen türkisblauen Fuschlsee
    Schloss Fuschl, ein Hotel, in dem die Zimmerpreise bei 275 Euro anfangen...wär eh nix für mich
     Aber schön ist es schon.

    Thursday, 12 June 2014

    Hitzefrei!

    Mit diesem improvisierten Rhabarbereis aus Rhabarberkompott und Schlagsahne, kurz angefroren...
    ***
    Here's an improvised icecream made with stewed rhubarb and whipped cream, lightly frozen
    ...verabschiede ich mich in eine kleine Sommerpause 
    *** 
    I'm off on a short summer break

    Wednesday, 11 June 2014

    Hundstage


    Schwimmern im wunderbar frischen Steinsee geht nur noch um 9 Uhr früh, bevor die Pfingstferienfeierndern Kinderhorden einfallen. Was auch noch geht ist, auf dem Heimweg Hollerblüten sammeln und in Zucker, Wasser und Biozitronen einlegen, um in einigen Tagen Hollersirup daraus zu kochen.
    ***
    Our local lake is safe to swim in until about 9a.m. before the marauding hordes of holiday-high children take it over. On the way home, we collect elderberry blossoms to marinate in sugar water and lemons, which in a few days will be turned into elderflower cordial.
    Daheim gibt's zum Frühstück Kaffee mit frischem Brot und meiner gerade gekochten Erdbeermarmelade, ich mische jeden Morgen eine Handvoll meiner winzigen Walderdbeeren aus dem Garten drunter.


     Back home, breakfast is coffee and fresh bread with my home-made strawberry preserve, fragrant with little wild strawberries from the garden, mixed in.
     
      Unterwasser - Hollerblüte, das kühlt! *** A cooling look at the underwater world of the elderflowers

    Sunday, 8 June 2014

    Sonnige Pfannkuchen

    Feiertäglichs Ausflüge machen wir bei dem tollen Terrassenwetter nur in unserer unmittelbaren, klatschmohnleuchtenden, kornblumenblauen Umgebung. Gegessen wird schnell und einfach, vor allem mit erdbeerlastigen Nachspeisen*. Und natürlich stellt sich die Frage "werde ich damit meine hoaklige Muatta verführen können" auch über die Feiertage, wenn ich meine schnellen, kurkuma-gelben Pfannkuchen anbiete. 
    Die Antwort ist ziemlich sicher "nein", aber Hauptsache uns schmeckt's! Mütterlein wird sich zuerst beschweren, um dann mit Heißhunger Marmeladenpfannkuchen zu essen. Alle sind zufrieden.
     
    Wir hingegen füllen unseren Pfannkuchen mit feinem Räucherlachs (natürlich aus nachhaltig gefischten Beständen), Kräuterfrischkäse und knackig gedämpftem grünen Spargel. Ich bevorzuge den grünen, weil ich ihn nicht schälen muss, weil er grün ist anstatt gespenstisch weiß, und weil man ihn an der Sollbruchstelle einfach abbrechen kann.
    Den Pfannkuchenteig mache ich mit 1 Ei pro Person, einem guten Schuss Milch und genug Mehl, um einen zähflüssigen Teig zu bekommen. Eine Prise Salz, Prise Kurkuma. Ich brate sie in Pflanzenöl.
    Dazu essen wir Feldsalat.
      
    Over this gloriously hot Whitsun holiday weekend, we keep to our own terrace and go for walks in our neighbouring colourful fields, full of poppies and cornflowers, sheltering in the green, shady woods. Food is kept simple, with lots of strawberry-based desserts*.
     I am haunted by the question "will my fussy Mum eat my lovely pancakes?" the answer to which, I know already, is NO WAY. She will make a face and then eat the pancake with jam and great gusto. And everybody will be happy.
     Us "grownups" fill our pancakes with lovely smoked salmon (sustainably fished, of course), green asparagus cooked to perfection and herby cream cheese. I love that green asparagus does not need peeling (contrary to our fat white German boys), and the wayyou bend it slightly and it will break in exactly the right place to cook the top.
    My pancakes are made with one egg per person, a generous dash of milk, a pinch of salt, a teaspoon of turmeric and enough flour to make the batter thick, but liquid. I bake them in sunflower oil, and we have lambs lettuce for greens.
    * Schnelles Erdbeertörtchen: Ich backe die Böden im Voraus und bewahre sie in einer Blechdose bis zu einer Woche auf. Der Boden wird mit Schoko-Mousse bestrichen, dann kommt selbstgemachte schnelle Erdbeermarmelade drauf und Schlagsahne. Dekoriert wird mit den ersten Gartenerdbeeren.
    *instant strawberry tart: I bake the shortcrust bases in advance and store them in a tin - up to a week.
    Line the base with chocolate mousse, add some easy home-made strawberry jam, pile up the cream and top with strawberries. These ones are my first wild strawberries from the garden.

    Wednesday, 4 June 2014

    It's raining....Fleischbällchen

    Es gibt doch nix Besseres als was Guad's, nämlich Spaghetti. Schon Al Capone ließ sich diesen Klassiker schmecken - oder habt ihr schon mal einen Mafiafilm gesehen, in dem nicht irgendwann Spaghetti mit meatballs in Tomatensoße gegessen wurden? Kostet kaum was, ist gesund und trägt die italienischen Nationalfarben.
    Man koche ca. 70-100g Spaghetti pro Kopf schön bissfest.
    Inzwischen eine Zwiebel, ein paar Knoblauchzehen, ein Stück Lauch und eine Karotte kleinschneiden, in Oliven-oder Rapsöl anbraten. Die Bratwürste (sechs Stück von A***i für unter 2 € und sehr schmackes dazu - es geht eben nicht immer bio, dafür aber local) aus der Haut drücken und kleine Kugerl formen, mit anbraten. Eine Dose kleingehackte Tomatenin den Topf rühren, Chili oder Piment d'Espelette nach Geschmack,ein Zweiglein Thymian und eins vom Oregano eine Stunde oder so mit köcheln,
    Mit frischen Kräutern und (mit oder ohne) Parmesan essen.
    And nothing's better than some tasty food. Here is the thrift version of the Mafia's favourite dish - spaghetti with meatballs in tomato sauce. I bought a very edible sausage sixpack in our local food discounter, for just over a pound. Even Jack Monroe couldn't better this one.
    Cook about 70-100g* Spaghetti per person (*depending on greed or hunger), al dente, of course.
    Chop an onion, a leek, a carrot, some garlic and fry it in olive or rapeseed oil.
    Squeeze the sausage meat out of its skin in little balls and add them to the pot
    Chuck a tin of tomatoes (I also added a carton of tomato passata), sprinkle piment d'espelette or chili and a generous dusting of oregano over it, leave to simmer for an hour or more.
    Add fresh herbs, and parmesan if you like.
     
    Abends gingen wir ins Zenith und hörten The National, umsonst, dank Freund F. Ich mag diese Band seit langem, durch diesen Hit wurden sie bekannter. Aber sie können auch laut!
    ***
     And in the evening, we had free tickets to see The National - fabulous concert, big noise, greatest hit,