Sunday, 30 November 2014

Das Lichtlein brennt wieder

Jedes Jahr nehme ich mir vor, selber einen schönen Adventkranz zu basteln, um in  diesen Tagen der gnadenlosen Nebelsuppe unser Heim mit Licht zu füllen.
Und jedes Jahr fahre ich am Samstagabend kurz vor Torschluss zum Supermarkt und kaufe den letzten, den es noch gibt. Aber trotzdem ist er auch dieses Jahr wieder sehr schön geworden.
Schönen Ersten "Apfent" wünsche ich allen!

Every year, I am full of good intentions to create my own, personal, special advent wreath which will fill our home with light, in these days of relentless opaqueness. And every year, I drive to the supermarket on the Saturday night and purchase the last one in the shop. Still, I made it nice.
Happy First Advent to you all!

Und weil es langsam wieder bergauf geht mit der allgemeinen Verfassung, gibt es heute für mich und den Engländer endlich wieder was Schönes, Vorweihnachtliches zu essen. Mütterlein wünscht sich Rahmspinat und Kartoffelbrei, so sei es.
Wir Erwachsenen essen ein orientalisch angehauchtes Pilaw (Pilaf?) das ich im Vorbeiblättern in einem türkischen Blog sah. Da ich das Rezept nicht lesen konnte, hielt ich mich an die Bilder, geht auch.

Ich kochte den Reis wie immer im Bett vor. Sicherlich falsch, denn ich vermute, dass der Reis mit dem Fleisch zusammen gekocht wird beim richtigen Pilaw. Aber es schmeckte auch so gut.
Dann briet ich ein halbes Pfund Kalbsgulasch (vom besten Grafinger Metzger) mit viel Ziebeln und Knoblauch in Olivenöl an, stäubte etwas Stärkemehl drüber und löschte mit meinem besten steirischen Reiterer Rosé-Noagerl ab.
Eine Weile köchelt es dahin, dann kommt noch Gemüsebrühe drauf, dass immer genügend Flüssigkeit da ist.
Gewürzt wird mit piment d'espelette und einem Teelöffel Ras-el-hanout, auf kleiner Flamme weiterköcheln lassen -
je länger, desto besser.
Kurz vor dem Servieren mische ich eine Handvoll zerstückelte Maronen ins Fleisch, dann kommt der Reis darunter und alles noch mal gut heiß gemacht. Zum Schluss wird der Reis mit Berberitzen (oder Granatapfelkernen) gesprenkelt.
Köstlich! Zergeht auf der Zunge. 
Because things are looking up again, I wanted to eat something nice with my Englishman of choice today. I made this delicious, slightly oriental-flavoured pilau rice dish I had seen in passing, on a Turkish language blog. Of course I couldn't read the recipe, so I had to make it up from the picture.
 
As always, I cook the rice using my bed method. I am pretty sure that  the correct way to make pilau is more like cooking risotto, but it worked out fine.
The rice done, I gently fried a chopped onion and two cloves of garlic in olive oil and added 1/2 pound of cubed veal - naturally from our good local butcher. When it was all nice and brown, I custed it with some corn flour and deglazed with the last of my best Austrian rosé wine.
I seasoned with ras-el-hanout and a bit of piment d'espelette. You could use ground nutmeg, a touch of cinnamon and paprika powder instead, or a hint of chilli, nothing to spicy.
About five minutes before you want to take it off the heat, add a handful of chopped chestnuts to warm them through. Sprinkle the pilau with barberries or pomegranate seed.
This is real melt-in-the-mouth comfort food!
Meanwhile, Mum remains firmly on mash and creamed spinach. Whatever makes her happy.

Friday, 28 November 2014

Wüstensuppe

Nachtrag:
Was mich aus meiner schlechten Laune herauskatapultiert hat, ist dieser Film, "Sound of Heimat". Was für ein wundervoller Seelenbalsam! Wer Musik liebt und sich fragt, wo wir eigentlich daheim sind, muss sich den Film unbedingt gönnen. Schon allein wegen der hundert chinesischen Schulkinder, die "Alle Vögel sind schon da" spielen.

Ich durchwandere nämlich wieder einmal die kulinarische Wüste, die sich immer auftut, wenn ich "dran" bin, unsere Mutter zu betreuen. Kaum vom Sessel kommt sie hoch, das kleine Häufchen Elend, aber sie hat das Heft fest in der Hand und weiß genau, was sie will und was sie ganz sicher nicht will. Altersmilde? Fehlanzeige.
Mit jeder Faser ihres fast 92-jährigen Körpers kämpft sie gegen ihre inzwischen fast totale Abhängigkeit.
Was ich damit sagen will? Bin eh angeschlagen, kreatives Kochen ruht.
Gestern hat Mum sich Bandnudeln gewünscht. Ich koche eine Schinkennudelversion mit winzigkleinen Schinkenwürfeln und einer Sahnesoße - ohne Soße geht nichts (obwohl sie die Auszog'nen von der Anni problemlos trocken verspeist hat). Also, Bandnudeln. Zwei Gäbelchen von einer sowieso schon winzigen Portion - "des bring i ned obi". Ich mach's jetzt wie meine Schwester - anstatt sie zu schimpfen, nehme ich wortlos den Teller und entsorge das Mittagessen. So ähnlich muss es sein, wenn Mütter versuchen, dem Kind Broccoli schönzureden, was natürlich in unserer Kindheit kein Thema war: wir haben gegessen, was die Erwachsenen aßen
Verhungern tut sie nicht, wie gesagt, Schmalznudel. Und Pralinen. Schokoküsse liebt sie auch, die Süße. Das Schöne am hohen Alter ist, man muss nicht mehr auf gesundes Essen achten.
Abends gibt es Suppe. Suppe geht immer.
Draußen: täglich Nebelsuppe

I am traversing that culinary desert called "my turn to take care of my Mum". Barely able to get out of her chair, she is still in command of everything that goes on. Especially what she wants to eat. There is no sign of that famous mellowing with old age; with every fibre of her body she clings to the power to say NO!
What am I saying here? Any fun cooking and my food blog are on hold, while I limp around the kitchen cooking delicious little snacks for Mum which she routinely rejects. I suppose it's like a mother trying to sell broccoli to a recalcitrant child.
Naturally, when my sister and I were little, we ate what the adults ate, no questions asked.
Still, one of the freedoms that come with old age is that you don't have to eat healthily. So I am confident Mum will not starve, as long as she gets her daily bowl of soup, her chocolates and the buns her friends bring her.
The weather is also jolly - finally November has come into its own with days of impenetrable - peasouper.

Monday, 24 November 2014

Der Veggieburger

Die Fäden sind gezogen. Die Zähne sind wieder beißfest. Die Brücke (over troubled Zahnfleisch) sitzt und hält. Ich darf wieder Rohmilch und Eierprodukte essen. Also gab es heute das erste feste Essen: einen richtig gesunden, knackigen happy Burger. 
Möglichst nicht zu resche Semmel aufschneiden und belegen
Selbstgemachte Mayo
Ein Stück leicht gegrillter oder in der Pfanne angebratener Manouri (ein köstlicher Schafskäse aus dem Bioladen, ein anderer Kochkäse oder Halloumi gehen natürlich auch)
Eine Scheibe Tomate
Eine Scheibe Avocado
Schwarzkümmel und Kresse als Deko
Mit Auf Wunsch mit Salz und Piment d'Espelette oder Chiliflocken würzen
Reinbeißen
Geht doch.
Auf der Auer Dult habe ich mir diesen Plastikdeckel gekauft, der luftdicht verschließt - wie man sieht, kann man damit den Topf sogar hochheben!
***
 I bought this airtight lid in a market; it's so tight you can even lift the bowl up with it
 
I am back in business for solid food. Stitches are pulled out, teeth ready to chew, and the bridge over troubled gums is installed. I am back on raw milk cheeses and eggs. 
 So, for my lunch today I made a solid, healthy, happy burger. 
Cut a bun - not too crunchy just yet - open and layer it with
Homemade mayonnaise
A slice of toasted or grilled organic Manouri cheese (a very delicious sheep's milk cheese). You can substitute it with halloumi or mozzarella (not grilled)
A slice of tomato
A  slice of avocado
Nigella seeds (aka black cumin) and mustard cress for deco
Season with salt and piment d'Espelette or chili flakes if you like
Take a bite
Teeth still in place.

Dies ist das letzte Mal dass ich meine Zähne erwähne. Bis zur nächsten Katastrophe.
***
This is the last time I'll talk about my teeth. Until disaster strikes again.

Friday, 21 November 2014

Soulfood mit Bandbreite

 Heute war ich einkaufen. Gute Nachricht, es gibt massenhaft Clementinen. Und es wird noch besser: Die gute Maman hat jetzt auch Maronencreme, unheimlich günstig und richtig gut. Freu mich schon auf meine Maronentartelets, demnächst.
 Der Metzger schaute mich mitleidig and und sagte nur: "Wenn's kumma tuads weh, wenn's genga duads aa weh". 
Der Bayer an sich ist ein Philosoph.
 
 I went shopping today and found that the shops are full of delicious citrus fruit now. Plus: the good Maman has a chestnut cream, insanely affordable and delicious. Can't wait to make my chestnut tartlets!
 Schmeckt großartig (und völlig vegan) auf meiner Dampfnudel zum Frühstück
***
Tastes fabulous on my brioche for breakfast, and is completely vegan
Und heute mittag gibt's a gscheide Brotsupp'n: so kann ich auch Roggenbrote kauen. Fleischsuppe - aus dem Gefrierfach - erhitzen, über das kleingeschnittene, ruhig alte, Brot gießen, ein Ei reinschlagen und ziehen lassen. Das gab's in meiner Kindheit oft, manchmal noch mit zerdrückten Kartoffeln (Stampf) und hin und wieder eine gebratene Leberwurst (ohne Blutwurst) reingebröselt. Salz, Pfeffer, Majoran. Guad is.
For lunch I made a bread soup, which is the only way I can eat rye bread at the moment. I always keep soup in the freezer, which I heat up, pour over the cut bread, season with salt, pepper and marjoram. Break an egg into the hot soup and let it set. We often had this lunch when I was a child, sometimes with a boiled potato squeezed into the soup, or with a bit of sausage.

Thursday, 20 November 2014

Soulfood: Backen geht immer

Lachen geht übrigens gut, ich habe plötzlich so viel entspannte Zeit, mir auf youTube alte Lieblingssendungen anzuschauen und wie eine Schwachsinnige vor mich hin zu kichern.
Da ich eh einem Backenhörnchen ähnle, bekam ich heute Lust zu backen. Und zwar nochmal die Dampfnudel. Mit demselben Rezept, allerdings nahm ich aus Versehen das Pastamehl, hat aber nicht geschadet - und derselben Methode, gelang mir dieses Mal so eine Art Briochekuchen, locker und weich, perfekt für eine Zahnsituation, bei der  "richtiges" Brot ausgeschlossen ist.
Diese Dampfnudelbrioche hält tagelang und ist perfekt für French toast (Arme Ritter).
Die Vanillesoße hatte ich eingefroren, sie ließ sich problemlos auftauen und wieder verwenden, nachdem ich noch ein bisschen Stärkemehl und Zucker mit Milch anrührte und sie damit kurz aufkochte. Leider ist dabei der Milchtopf angebrannt, aber den kriege ich schon wieder sauber, wie so viele vor ihm, mit der Methode Waschpulver.
Thanks to my tooth predicament, I have so much time to relax on the sofa and watch old favourite TV series, giggling insanely, all alone, with nothing important to do.
Except bake. I can't eat my usual bread so I suddenly knew I had to get up and bake those steamed yeast dumplings again. This time they turned out like the finest, crumbliest white brioche bread, which I ate with custard - perfect for toothless days like these.
Try this recipe for a super easy brioche:
Put 250g plain flour in a large bowl, make a hollow in the middle. In this you put 20g fresh yeast or a packet of dry yeast (7g), a couple of spoonfuls sugar, a pinch of salt and enough warm milk to make a little dough with a fork.
Leave this to rise while you watch an episode of Third Rock from the Sun, for example.
Then fold in two eggs (beaten with the zest of an organic lemon), and 60g soft butter, salted or unsalted, doesn't matter.
Now make a serious dough (I do it with my hands, but you can use your Kitchenaid), kneading, mixing in more warm milk, until you get a supple ball. Let it rise again again for an hour or so.
Roll the dough into a sausage shape and cut about six slices, with which you form individual balls.
Sit the balls in a buttered heavy-bottomed pan (something like Le Creuset) or a cake tin (cover it with tinfoil). Drizzle a bit of warm milk in which you melted a tbsp of butter over your balls and bake them in a preheated oven (180°) for about 40 minutes (check after 25 minutes).
By the way: this brioche keeps for days and is perfect for French Toast!

Wednesday, 19 November 2014

Soulfoodtage: Zahnlos

Also zuerst mal eine Bitte: kann bitte irgendjemand noch Mitglied meiner Seite werden? Seit Monaten habe ich 119, und das ist eine so unfertige Zahl, die macht mich melancholisch.
Nachtrag - Einfach auf "Join this site" drücken!  Sehen kann man das ganz unten auf der Webseite, da sind aber jetzt schon 120 Bildchen - danke! Ich kann wieder ruhig schlafen.
Ansonsten bin ich gerade leidend - hab zwei Zähne gezogen und eine Zyste wegoperiert - und genäht - gekriegt, und da geht halt mit Abenteuer Essen eine Woche mal gar nichts (außerdem: kein Kaffee, kein Käse, kein Alk, nicht schneuzen, nicht niesen...) Ganz zu schweigen von der Hamsterbacke!
Deshalb ließ ich mir heute das Kindheitslieblingsessen kochen, während ich schwächelnd mit dicker Backe auf dem Sofa lag: Spinat, Kartoffelbrei und ein Ei (ziemlich hart pochiert, was Rohes geht ja gerade garnicht). Und jetzt zurück aufs Sofa, Soko Kitzbühel glotzen. "Krank"sein hat auch was, wenn's draußen nebelt und sprühregnet...
I will start with a request: could someone please join my site? I seem to be stuck at 119 members, and it is beginning to get me down.
Currently, I am a bit under the weather- I had two teeth pulled and a cyst operated on - with stitches! So, my food adventures are severely handicapped for a week or so: only soft things, no raw milk products, coffee, tea, alcohol... and no sneezing, no blowing of noses. Not to mention the hamster cheek.
So today I had my favourite childhood food cooked for me: spinach, mash and a poached egg.
Now I am back on the sofa, watching the crappiest possible series. There is something to be said for being "off sick", when it's foggy and damp outside...

Monday, 17 November 2014

Buuz, Mantı und andere Teigtaschen

Leider ist das Tageslicht derzeit alles andere als optimal zum Fotografieren, und meine superlichtstarke Lumix Kamera hat ja bekanntlich das Zeitliche gesegnet. Jetzt muss ich halt mit der verbliebenen Kamera arbeiten, die eher für Außenaufnahmen geschaffen ist.
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Daylight is scarce these days, and since I destroyed my super-lowlight Lumix camera by drowning it, I have to make do with my other camera which is more appropriate for outdoor photography.

Heute geht es noch einmal um Nudelteig. Pasta geht auch mongolisch und türkisch, wie ich bei Friederike erfuhr, und als ich ihre "Buuz" sah, war es um mich geschehen. Dabei fiel mir auch ein, dass sie den türkischen Mantı sehr ähnlich sind, und die stehen auch schon länger auf meiner Experimentierliste. Der Teig für Buuz besteht nur aus Mehl und Wasser, aber für die Mantı nahm ich meinen unbeschreiblich guten Pastateig mit Ei.
 Teigtaschen gibt's ja bekanntlich überall in der Welt, ich habe von Pierogi über Kasnudeln bis Tortelloni schon einiges ausprobiert. Dann gibt es ja noch tibetanische Momos, georgische Chinkali, chinesische Dumplings... Kein Wunder, dass das mit dem Kochen nie aufhört.
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Today I want to show you another kind of filled pasta, it is called "buuz" and hails from Mongolia, as I learnt from Austrian blogger Friederike. They are quite similar to Turkish mantı, which I've had on my to-try-list for a while, and finally got around to making yesterday. Filled pasta exists everywhere, from samosa to momo to chinkali to chinese dim sum dumpligs, so there is no end to cooking temptation.
The dough for the buuz is made just with flour and water, but for these mantı, I used my incredibly tasty pasta dough made with eggs.
Rezeptmäßig schaut's so aus:

Pastateig wie im letzten Post zu Quadraten schneiden.
Hackfleisch mit fein geschnittenen Zwiebeln  und geschälten, klein gewürfelten roten Paprikastückchen mischen. Mit Baharat (oder Muskatnuss) Salz und Piment d'Espelette (oder scharfem Paprika) würzen.
Auf jedes Quadrat einen Löffel Fülle platzieren, je zwei Ecken zusammendrücken.
Wer's genauer wissen will, wie die Form zustandekommt schaut hier rein (ungefähr ab 10.Minute).
Ich habe sie ausprobiert, und schon beim ersten Versuch war ich hochzufrieden.
In den meisten Rezepten wird das Hackfleisch roh verarbeitet; ich habe die Mischung ein bisschen angebraten, weil ich die Teigtaschen  in siedendem Wasser nur kurz koche, bis die Nudeln gar sind, denn mir ist es lieber, wenn das Fleisch wirklich durch ist.
Auf Youtube findet man unendlich viele Anleitungen, gut gefiel mir auch diese für usbekische  mantı, die in mehrstöckigen Dämpftöpfen gegart werden - so einen hätte ich gerne!!
And this is how I made them:

Cut the pasta dough into squares, like in my last pasta post,
Mix your mince or sausage meat with finely choppe onions and peeled red peppers.
Season with baharat (or grated nutmeg), salt and piment d'Espelette
On each pasta square, place a spoonful of the meat filling.
I press two opposite corners together, then squeeze the other two corners.
Here is a video showing a different way to do them.
 I found them really easy and fun to make.
Most recipes use raw mince. I am a bit squeamish about raw meat and pre-fried it with the condiments.
 Drop your mantı in simmering water and leave them for about 6-8 minutes, until the pasta is cooked.
On youtube there are numerous examples - I particularly liked the usbek mantı steamed in a multi-storey steamer. 
I want one now!
Gegessen haben wir die Mantı auf einem Kürbisschaum, den ich mit ein paar Löffeln Jogurt püriert habe.

To serve, I draped my mantı on a bed of pureed pumpkin blended with a large dollop of yoghurt.

Friday, 14 November 2014

Have a pasta weekend!

Ich bin ganz narrisch auf Nudelproduktion gerade. Wann immer ich einen Moment Zeit habe und einen Anflug von Kochlust kriege, gehe ich derzeit in die Nudelproduktion - dafür gibt's weniger Kuchen.
Was mich besonders freut: ich bin nicht mehr auf Italienreisen angewiesen und muss die liebe Barbara nicht nehr nerven, mir das deCecco-Pastamehl von der Metro mitzubringen: denn jetzt gibt es bei E***a (Eigenmarke) ein "Spätzle und Pastamehl", das einen 80% Anteil von Hartweizendunst hat und wunderbare Nudelplatten hervorbringt. Die unglaublich gelbe Farbe ist echt, das kommt von den unglaublich gelben Eiern, die meine verwöhnten Nachbarshühner legen. Inzwischen mache ich Pastateig wie eine routinierte Nonna: ein Ei pro 100g Mehl, die Hände ins Wasser tauchen wenn der Teig zu klebrig oder sonst unhandlich wird, kneten, durch die Maschine jagen, und dann die Nudelform meiner Wahl herstellen. Sozusagen mein Hobby.
Neulich habe ich "Garganelli" entdeckt, wieder mal in der Bartolinikitchen. Zufällig besitze ich ja dieses Holzbrettchen und habe mit großem Spaß die viereckig zugeschnittenen Pastascheiben um einen Bleistift gerollt und drübergezogen; es ist tatsächlich einfacher als es ausschaut und macht Spaß, vor allem wenn ich nebenbei Radio höre.
Natürlich sind meine Vierecke nicht mit dem Lineal geschnitten, dafür geht's aber schneller.
Die hübschen Nudeln schmecken gut mit dieser Soße aus schnell gedämpften Broccoli und in Olivenöl und Oregano eingelegten, kleingeschnipselten getrockneten Tomaten serviert. Um mehr Flüssigkeit zu bekommen, rühre ich ein bisschen von dem Pastakochwasser in den Topf. Obendrauf dann die unvermeidlichen Flusskrebse. Muss aber nicht sein, schmeckt auch ohne, dafür mit Parmesanschnitzen.
I am crazy about making pasta at the moment. Whenever I feel relaxed and inspired, I get the pasta flour out (even my local supermarket now has durum wheat flour now!) and roll out the noodle machine. With the acquired routine of an Italian nonna, I chuck the flour on the board and add an egg for every 100g, wetting my hands in a bowl whenever the dough gets unmanageable. I knead for a while, until the dough is really supple, then roll it out, chase it through the machine up to point 5 and start cutting it into shape. By the way - the pasta is yellow because my neighbour's eggs are that yellow!
It's kind of my hobby now.
I have recently discovered a new, exciting kind of pasta from the bartolinikitchens: garganelli. How could I resist? Especially since I happen to own the requisite wooden thingy!
 I cut my pasta sheets into approximately squares (I didn't use a ruler, sorry, it's quicker my way) and, wrapping them around a wooden pencil, I slid them over the board. 
 It's easier than it looks, actually, and fun whilst listening to the radio.
 
These pretty noodles look good with some steamed broccoli and chopped sundried tomatoes (which I store in olive oil and oregano). I added a dash of the pasta cooking water to make it more saucy. Personally, I like to top my plate with a handful of crayfish, but you can leave that out and just shave some parmigiano over the delicious mess.

Monday, 10 November 2014

Herbstfreuden und Dampfnudelblues

Ich kann überhaupt nicht aufhören, diesen immer wiederkehrenden zauberhaften Herbst zu fotografieren - heute am Ebersberger Klostersee und Egglburger See. Und außerdem verstehe ich jetzt den Buchtitel "Dampfnudelblues". Ich kenne ihn jetzt, den Dampfnudelblues, weil mein erster Versuch sie zu machen grandios danebenging. Dabei habe ich mir aus dem mütterlichen Küchenschrank den Original-von-meiner-Oma-Dampfnudeltopf geklaut ausgeliehen, ich weiß nur nicht genau, was ich damit anfangen soll.
Dear English-language readers, this post is only for the German Hausfrau who knows what I am talking about. I am talking about steamed yeast dumplings, "Dampfnudeln", made in this particular pot, a family piece I stole borrowed from my Mum's cupboard. The pot was not a success.  
But enjoy the pictures of our splendid autumn, anyway. I can't seem to stop taking them this year.
Weiß irgendjemand, wie man mit diesem Topf umgeht??

(Dieses Rezept stammt aus Valentinas Kochbuch)
500 g Mehl aufs Backbrett sieben, eine Mulde machen und 1 Würfel Hefe (oder 1 Päckchen Trockenhefe) hineinbröseln, dazu 1 Prise Zucker und mit 4EL lauwarmer Milch (weggenommen von 250ml) einen Vorteig machen. Zudecken und 20 Minuten gehen lassen. Dann die restliche Milch, 1 Ei und einen TL Salz mit dem Vorteig und dem Mehl verkneten, bis der Teig nicht mehr klebt - dauert ein paar Minuten.
  Aus dem Teig 8 Kugeln formen, auf ein bemehltes Brett setzen und weitere 40 Minuten gehen lassen. Nach diesen 40 Minuten in einem schweren Topf (z.B. Le Creuset) 500 ml Wasser zum Kochen bringen, salzen und 50 g Butter darin auflösen. Die Teigkugeln hineinlegen. Den Topf mit einem gut schließenden Deckel abdecken und etwa 20 Minuten bei niedriger Hitze köcheln lassen. Den Deckel nicht öffnen! Die Dampfnudeln sind fertig, wenn die Flüssigkeit eingekocht ist und sie unten eine Kruste bekommen haben. Das hört man am Knistern.
Hier fing mein Problem an - ich wollte ja diesen schwarzen Topf ausprobieren und goss die heiße Butter-Milchmischung hinein, und legte die Knödel rein.
Dieser Topf hat keinen Boden, sondern die innere Rundung ruht auf einem Hohlraum mit Luftlöchern; das heißt - ich kann damit nicht auf dem Herd kochen, sondern ab in den Ofen.
Ich erinnere mich auch, dass meine Oma die Dampfnudeln immer im Ofen gekocht hat.
 Nach 20 Minuten waren die Nudeln oben braun, aber schwammen unten in der Milch. Hmm. Ich liess sie nochmal 20 Minuten leise dampfen: immer noch batzig.
Dann transferierte ich das Ganze in eine Pfanne und kochte es auf dem Herd fertig, bis die Unterseite karamellisiert war. Mehr oder weniger.
Die Nudeln selber sind fluffig und schmecken hervorragend.
 
 Jetzt bin ich auf der Suche nach einem narrensicheren Rezept für meinen wunderbaren Topf!

Friday, 7 November 2014

Pro-crust-inating

Schon mal was von Hybridgebäck gehört? Noch nie ein Cronut - ein Bastardkind von Frau Croissant und Herrn Donut - gegessen? Brookie (Brownie+Cookie)? Duffin? (ihr dürft raten, gibt's bei St****ck's). In unserer neuheitenhungrigen Welt kanns garnicht genug Schwachsinn geben. 
Ich selber habe eigenhändig den "knuffin" erfunden: Semmelknödelteig in der Muffinform gebacken. Es wurde aber leider nicht der erwartete kommerzielle Durchbruch. Also heißt es weiter arbeiten und prokrastinieren.
 Have you heard of hybrid pastries? Apparently they are taking off in leaps and bounds, starting with the "cronut" last year (bastard child of a croissant and a donut). Now, apparently, we also have the townie, a blend of tartlet and brownie, the brookie, a brownie crossed with a cookie, and you can work out for yourselves where the muffle, the crookie and the Starbuck’s duffin have mated. 
Myself, I invented the knuffin - a dumpling (Knödl) baked in a muffin tin. 
Sadly, it failed to become the anticipated global commercial hit, so I continue to work. And procrastinate.
 
Wenn ich viel Arbeit habe, gerate ich nämlich, wie schon so oft, in die Prokrastinationszone.  
Und das führt bei mir gewöhnlich zu Kreativschüben, und was diesmal dabei herauskam, war die Erfindung eines ganz neuen Hybridgebäcks: Alles ist wie auch sonst bei einer Linzer Torte, aber ich belegte sie auch noch mit dünnen Apfelscheiben. Fertig ist die Linzer Apfeltarte.
Das Rezept:
150 Gramm Butter, 1 Ei, 100 Gramm geriebene Haselnüsse
250 Gramm Mehl, 1 TL Backpulver,150 Gramm Staubzucker mit
2EL Vanillezucker, Abrieb von 1 Zitrone, Zimt, Nelkenpulver 
Butter und den Zucker verrühren, dann die restlichen Zutaten dazukneten.
Teig kalt stellen. Drei Viertel des Teiges in eine Tarteform oder Kuchenform ausrollen oder mit den Fingern reindrücken. Mit Johannisbeer(im Original heißt sie Ribisl)marmelade (ich nahm aber meine selbstgemachte Zwetschgenmarmelade) bestreichen.
Den restlichen Teig zu Würsten rollen, flach drücken und um den Rand und als Gitter auf die Füllung legen.
40-45 Minuten (oder bis sie fertig aussieht) bei 180 Grad backen.
  Die Linzer Torte ist ja der italienischen Crostata nicht unähnlich, da habe ich übrigens hier ein besonders schönes Exemplar gefunden.
 

Today, as I entered another one of my procrastinating phases I get into when I have urgent work to do, I invented the Linzer apple tarte.  Linzer Torte is normally made just with raspberry and redcurrant jam and covered with a grid of pastry.
As simple as that, but fiendishly clever!
Here's the recipe:
Beat 150g unsalted butter with 150g icing sugar and 2tbsp vanilla sugar, grate the zest of one washed and dried organic lemon into the mix. Add one egg, 100g ground hazelnuts, 250g plain flour and 1tsp baking powder. Season the dough with a shake of cinnamon and one of ground cloves and knead into a firm dough. 
Put it in the fridge to chill for 15 minutes or more.
 Roll out two thirds of the dough and press it into a cake or flan tin, up to the edge, then spread enough jam on it to cover the base. I used my home made plum jam, and added finely sliced apples.
  Cut the rest of the dough into sausages, flatten them and lay them gridlike on top.
Bake the tarte for 40-45 minutes at 180°, or until it's browned and not burnt!
 Linzer Torte is a close relation of the Italian crostata, of which I found a marvellous example on this blog.
   
 Drinnen gibt's Kuchen, draußen schaut's aus als wäre der goldene November beendet - perfektes Wetter für Sofa und Kuchen essen.
***
It looks to be the end of the golden outdoor season. All the better for cosying up to a nice slice of cake.

Thursday, 6 November 2014

Grundvoraussetzungen

Auf der Vorspeisenplatte gibt's auch noch einen etwas anderen Blickwinkel auf den Lokführerstreik,  hier in der Süddeutschen Zeitung ein Artikel zum Arbeitsalltag:

Bei der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) [wiederum] werden Schichtpläne angeführt, die an einem Tag einen Dienstbeginn um 4.16 Uhr vorsehen, am nächsten Tag um 3.56 Uhr, und am übernächsten um 2.40 Uhr. Überdies würden diese Schichtpläne permanent geändert, niemand könne sich mit der Familie verbindlich etwas fürs Wochenende vornehmen.

Die Gewerkschaft argumentiert [daher] lieber mit absoluten Beträgen, weil die sich weniger pompös anhören: Lokführer fangen derzeit mit 1970 Euro an, im Laufe ihres Lebens können sie sich auf 2142 Euro hocharbeiten, egal ob sie eine S-Bahn oder den ICE steuern.

Die GDL strebt nun an, die Beträge zu erhöhen und die Spannbreite zu erweitern: Zwischen 2500 und 2999 Euro sollen die Einkommen nach ihren Vorstellungen liegen. Die Bahn lehnt es immer noch ab, mit der Gewerkschaft zu verhandeln, die zwar nur 30.000 Mitglieder hat, aber drei von vier Lokführern vertritt.
Auch wenn der Verfassungsschutz mich zur Kommunistin stempelt (ist wohl in den 70er Jahren eh schon passiert): Leute wie Lokführer, Piloten und Krankenschwestern sollten fürstlich bezahlt werden. Sonst kommen wir nämlich nicht mehr vom Fleck, und sind im schlimmsten Fall tot. 

OK NSA - call me a communist if you will but people like train drivers, pilots and nurses should enjoy princely pay, because without them we're all stationary or dead.