Thursday, 30 April 2015

Night and day

Die Freuden des Landlebens: Schlecht geschlafen, früh aufgewacht, Spaziergang zu den benebelten Apfelblüten mit Blick aufs benebelte Bruck. Am Hügel zu erkennen ist Nachbarhündin Dolly.
Dann Frühstück im Bett, con tutto.


Schlecht geschlafen? Warum denn?
Mal abgesehen davon, dass mir nachts, wenn ich so wachliege, die Frage durch den Kopf geht: Wieso ist Nepal eins der ärmsten Länder der Welt? Wieso lassen alle die Trekker und Everest"bezwinger", die wohlgemerkt keine armen Leute sind, von ihrem Geld nichts in diesem Land, einem ihrer "Lieblingsziele"?
Ansonsten, vielleicht Schuldgefühle?
Mütterlein im Seniorenheim zur Kurzzeitpflege, sie empfindet es als Abschiebehaft. Aber meine Schwester und ich wollen jetzt einfach mal zusammen verreisen.
Ist das krass? ganz grausam und unmenschlich? Nein.
Heute habe ich sie besucht und erwähnt, dass ich mir Sorgen mache um sie. "Ah geh, wega mia?" winkte sie ab. Also, ab jetzt schlafe ich wieder besser.
Im Seniorenheim "sitzt" auch eine Freundin von ihr, die sich schon drauf freut, mit ihr Karten zu spielen. Diese Gefängnisterminologie kommt nicht von ungefähr - wer verlässt schon freiwillig sein eigenes Heim und geht ins Seniorenheim, wo seltsame fremde alte Leute an funktional hässlichen Tischen sitzen und mit Gehhilfen durch die Gänge schlurfen. "Da san ja lauta oide Leit", bemerkte sie einmal völlig richtig.
Aber jetzt sind wir im Urlaub. Ganz egoistisch. In ein paar Wochen darf Mütterlein wieder heim, zur liebevollen Rundumpflege durch Luisa, mit liebevoller Hilfestellung von mir. 
Those are the joys of country life: after a night of rotten sleep I get up to a misty morning, apple blossoms, neighbour's dog Dolly, and return to bed with a delicious breakfast.
Why do I sleep badly?
I have nights, where my brain simply won't switch off. 
For one, I am haunted by Nepal, all that horrible inefficiency after the disaster. How can Nepal be one of the world's poorest countries? Haven't the millions of well-off trekkers and Everest climbers left any of their money to the local economy?
And there are my own private guilt feelings: Mum is in the old people's home for some weeks of "respite care" for my sister and me. She hates it, of course, "all these decrepit old people". She even has a friend there who is welcoming her, looking out for her, wants to play cards with her. I never had children, but my sister says it's like taking your child to nursery for the first time. They cry and cry, and as soon as your back's turned, they are playing Canasta.
I went to see her today, and mentioned that I had a bad night's sleep worrying about her.
"What - about me?" she said, implying "don't be so silly".
Off we go!
Mittags lacht mich die Tulpe aus dem Garten an. Und ich mache ganz schnell ein Muffin-Blech mini-Quiches.
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Lunchtime: my tulip is smiling at me, and I make a quick muffin tray of mini quiches with spinach.

Monday, 27 April 2015

Die grüne Zeit beginnt

Spargel gehört einfach zum Frühling, er ist genau so grün, so zart und so saftig!
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Asparagus completely belongs to spring - both are so green and juicy and tender...
 In London war mir ein Stand in der food-Meile aufgefallen, der so eine Art Spargelburger fabrizierte. Neu und sensationell für mich, für echte 24-Karat Foodies wahrscheinlich ein alter Hut.
Auf ein halbes Bagel/Semmel/Muffin werden ein paar gedämpfte Spargelstangen arrangiert, ein pochiertes Ei drauf und darüber die - natürlich schnell selbergemachte - Hollandaise. 
Ich glaube, er hat's mit einem Spritzer Worcestersauce perfektioniert.
In the South Bank food mile, I noticed something that was new to me but probably old hat for real foodies: a kind of egg benedict with asparagus instead of ham. Classy! On a base of a muffin, he arranged the steamed asparagus, a poached egg and some nice freshly made Hollandaise sauce.
I think he added a splash of Worcester sauce.

 Daheim sofort nachgebaut, mein Spargel war ein bisschen weicher gekocht, ich stehe bauernmässig auf Gemüse, das nicht zu sehr al dente ist. 
Wie man ein Ei pochiert, weiß doch inzwischen jede, die hier mitliest! Wer's perfekt will, bricht das Ei erst in ein kleines Gefäß und lässt es in einen Metallring im kochenden Wasser gleiten.
Die Hollandaise traue ich mir inzwischen aus dem Handgelenk zu -
Ein Eigelb wird mit etwas Weißwein, einer Prise Salz und einem kleinen Schuss Essig, Zitronen-oder Limettensaft in einer Edelstahlschüssel aufgeschlagen, dann wird das Ganze auf ein leicht siedendes Wasserbad gestellt und man lässt ungefähr 70 Gramm flüssige Butter hineinfließen, während man mit dem Schneebesen weiter schlägt, bis die Masse cremig wird.

Back home, I felt inspired to copy this delicious snack. My asparagus was cooked a little - I am a peasant and don't like my veg too much al dente. 
Anyone who has followed this blog knows by now how to poach an egg. If you want it quite perfect, break the egg into a little bowl first, put a metal ring in the simmering water and slide the egg into it.
A Hollandaise sauce I make now more or less in my sleep:

In a metal mixing bowl, whisk an egg yolk with a small glass of white wine, a pinch of salt and some vinegar, lemon or lime juice. Place the bowl over simmering water and add slowly about 70g of liquified butter. Keep whisking until the mix goes creamy.
 
Und - ja, Luisa und ich waren heute richtig IM Steinsee und sind ein bisschen geschwommen. Das Sommerglück winkt.
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And, yes - my sister and I braved the waves of our lake today, we even swam a few strokes. Summer bliss beckons.

Sunday, 26 April 2015

Samstag

 Morgens pressiert es - Flohmarkt in Haidhausen

Flohmarkt macht müde, aber auch glücklich
Tischdecke: gekauft für die Terrasse. Buntstifte: dazu geschenkt gekriegt als der Engländer ein Zeichenbrett kaufte
 Das bezaubernde Café Fortuna, Pariser Straße
Das Angebot ist fast italienisch

Gerade kann man auch wieder draußen sitzen
Abends noch ein Spaziergang zur Eierfrau

Friday, 24 April 2015

Amaro, amaretti

Man muss ihn lieben, den Frühling. Aufwachen, Sonne, Vogelgezwitscher, Rasenmäher, blühende Bäume...

Und endlich habe ich wieder Zeit und Seelenruhe zum Backen! A bisserl g'schlampert waren sie, meine Amaretti, nicht ganz wie die Abbildungen in den diversen Rezepten, aber sehr köstlich. Ich werde mich weiter dran üben.
175 g Mandelpulver
150 g Zucker
2 Eiweiß
4 Tropfen Bittermandel-Extrakt (hatte ich nicht daheim, also rieb ich eine halbe Tonkabohne in den Teig)
 Puderzucker
Den Backofen auf 150°C vorheizen.
Puderzucker in einen tiefen Teller sieben.
Mandelpulver, Tonkabohne (oder Bittermandel) und Zucker gut mischen. Das Eiweiß* dazugeben und das Ganze vermischen, bis eine homogene Masse entstanden ist.
*in meinem Rezept war nicht angegeben, dass das Eiweiß steif geschlagen sein muss, also habe ich - gehorsam wie ich bin - es flüssig verarbeitet. Ich vermute, dass mit steif geschlagener Eischnee ein (noch) besseres Ergebnis rauskommt!
Mit zwei Teelöffeln Kugeln in Walnussgröße formen,im Puderzucker wälzen und auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen.
Ca. 20 Minuten backen. Die Amaretti sollen aussen knusprig und innen noch weich sein, abkühlen lassen und vom Backpapier wegdrehen.
 
You've got to love spring: waking up to sunshine, twittering birds, trees in bloom, the sound of lawn mowers...
And at last, I am baking again. I didn't exactly do a great job of my first amaretti, but they were very tasty and I will keep perfecting them.
Preheat your oven to 150°C.
Cover a deep plate with sieved icing sugar.
Mix 175g finely ground almonds with 150g sugar and a few drops of bitter almond oil (I used half a ground tonka bean) until you have a solid mass, then fold in two egg whites*
Form walnut sized balls with the help of two tea spoons and place them on baking paper on a baking tray
Bake for about 20 minutes until they are crisp outside and still soft inside.
Leave to cool and twist them off the paper.
 My recipe didn't specify that the egg white needed to be beaten so, because I am a very literal and biddable person, I folded it in in liquid form. I suspect that beaten egg white will make the amaretti even better.

Thursday, 23 April 2015

A friend of mine

Ein wunderschöner Frühlingstag in München. Einer von uns hat ihn nicht mehr erlebt: Zu den Klängen von "He was a friend of mine" wurde Jimi, ein Freund der zur Familie gehörte, und Münchens größter Bob Dylan-Fan, am Dienstag beerdigt - nicht ohne uns 20 Minuten lang am Friedhof zu einer ausgesucht langen Version von Neil Youngs "Cortez the Killer" strammstehen zu lassen. Er hat noch übers Grab hinaus seinen Spaß gehabt. 
The most beautiful spring day in Munich - one of us did not live to enjoy it. Jimi, friend, family member, Munich's greatest Dylanologist, was buried on Tuesday to the sound of "He was a friend of mine". Before that, in the cemetery, he had us listen to a special long version of Neil Young's "Cortez the killer" - so he had his fun beyond the grave.

Sunday, 19 April 2015

Natürlich, London!

Es war mal wieder Zeit für den mindestens alljährlichen Besuch in London, 9 Tage eintauchen in das andere Leben. Die Anreise war surreal: Fluglotsenstreik, Abflug München Mitternacht, Ankunft Luton Airport irgendwann nachts - aber es fuhr ein Zug, er hielt sogar in Kentish Town (also in meinem "Gäu") und ich wusste die Minicabnummber immer noch auswending: 72726666! Schlüssel unterm Blumentopf, im Bett um halb 4, Brunch mit Geraldine (ein Stockwerk tiefer) um 11 Uhr morgens. Alles gut.
Stressig? na klar! Spass gehabt? Und wie. Gut gegessen? Aber immer. Am Meer, bezw. "Meer", waren wir auch, der Engländer mit seiner Inselbewohnerfamilie, ich mit Debbie wie immer in Whitstable. Überall wuseln die Enkelkinder, die Stadt wird immer größenwahnsinniger (Luxuswohnungen im Archway Tower...), die Parks glänzten grün in der Sonne, und in den Gärten blühten die Blumen. Einen kleinen Einblick in die Food Truck-Szene bekam ich an der South Bank, wo sich hinter der Royal Festival Hall eine Fressszene angesiedelt hat, die Borough Market Konkurrenz macht. Angeblich ist die Brick Lane am Wochenende das Epizentrum für Foodies, dazu reichte uns aber die Zeit nicht. 
Ein Wiedersehen mit Mel und Danny mit denen ich vor 20 Jahren ein Café in London hatte.
Natürlich wurde auch zuhause gekocht - dieses Mal hatten wir die ganze Wohnung einer verreisten Freundin für uns alleine, und für einen Besuch im Lieblings-Gastropub war auch Zeit. 
Übrigens scheinen Cannoli hier jetzt in Mode zu sein und langsam die Macarons zu verdrängen, die ihrerseits die Cupcakes verdrängt haben...Öfter mal was Neues...
Jetzt gibt's erst mal ein paar Bilder.
 As you can see, I was in London. Meeting, greeting, eating.
Reunion with Mel and Danny from WKD.
Wonderful place to stay (thanks, dear E.)
Spring.
Home from home.
Friends and grandchildren.
Fabulous.
Hier meine altmodischen Macarons, die ich zuhause gebacken und nach London mitgebracht habe - fast unbeschädigt. Rezept usw. später
***
Some of my old-fashioned macarons which I made at home and somehow managed to get, almost whole, to London.
Cannoli in the Café in Highgate Village....and in the Southbank Food Paradise
 Chris kitch in Muswell Hill - check the hipster drinking glasses!
 Zimmer mit Außenbad *** Rooms with outside bathroom on Hazelville Rd.N19
 The Magnolia tree in Kenwood - Hampstead Heath
 Es gibt ihn noch, den Milchmann *** The pint on the doorstep hasn't quite died out yet
Kaffeestand an der U-Bahn***Coffee stall outside Kentish Town station
 Waterlow Park
Ohne Fish'n'chips geht garnix***The traditional fish meal at the Lord Palmerston (soon to change landlord, who knows what it will be like...)
Blick vom Balkon "unserer" Wohnung***View from E.'s balcony
eines der vielen Enkelkinder***one of the grandchildren...
Free cash! Absolutely fabulous.
The Windy Café, Whitstable
 Roof Garden, South Bank
 
 Food impressions from the South Bank
Abenteuer mit Freunden***Adventures with friends

Monday, 6 April 2015

Was vom Frühstück übrig blieb

April, April!  *****  April foolery
Osterspaziergang **** Easter Walk
Dieses Ostern war weder Zeit für Lamm noch für bemalte Eier. Aber nach einer unerwartet verstörenden Woche  fanden wir uns dann doch noch zum schönen Osterfrühstück "con tutte", inklusive Quotenmann, zusammen.
Statt Osterfladen zu backen, machte ich am nächsten Tag einen der schönsten Rumfort-Kuchen den die englische Küche (und bitte Schluss mit den meist uninformierten Vorurteilen zu dieser) zu bieten hat: Bread and Butter Pudding. Hier kann man alles weißbrotartige, was vom Frühstück übrig geblieben ist und nicht mehr taufrisch ist, verwerten: ein Croissant, ein Stück Mandelzopf, eine Rosinensemmel, oder auch das Kastenweißbrot, das sonst die Hühner kriegen.
Der Pudding ist eigentlich ein Soufflée, denn er geht im Ofen wunderbar auf, und die Grundzutaten sind:
Butter, mit der (oder bei uns: dem) die Form sehr großzügig ausgestrichen, man könnte fast sagen ausgelegt, wird
Weißbrot, klein geschnitten, in die gebutterte Form schichten
Genug Eier-Milch-Sahnemischung anrühren, mit der der Brotberg gut bedeckt wird
Wer mag, kann zwischen die Brotschichten Rosinen, Cranberries, Blaubeeren streuen, was eben da ist. Ich hatte noch Berberitzen. Rein damit.
Dazu kann man etwas zum Versüßen drüberstreichen - ich habe meinen bewährten Orangensirup genommen, samt kandierten Schalen.
Im auf 180° erhitzten Backofen backen, bis der "Pudding" leicht braun wird und schön aufgegangen ist.
Muss man unbedingt lauwarm essen, wenn der Pudding noch schön fluffig ist. Übrigens fiel mir gerade ein, dass ich diesen himmlischen Kuchen (in England wird der ja auch mal als Nachspeise gereicht...) schon mal gemacht habe.

This Easter, no-one had any head space for painted easter eggs or to plan a roast lamb. But we did manage a family gathering over breakfast, including our token man, which was lovely and festive.
Since baking had been out of the question, too, I rustled up a delicious bread and butter pudding from the leftovers of our breakfast - one of the wonderful recycling classics the English cuisine has to offer (and no more sniggers about "English cuisine" being an oxymoron, please - I will defend English cooking to my last breath!).
What you need is:
Butter to line the dish - generously!
Left-over croissants/hot cross buns/ chollah bread/ scones etc. that have gone a bit stale, cut into slices.
Raisins, cranberries, candied peel - whatever you find in your cupboards - to sprinkle between the layers of bread
A milk-single cream -egg mixture that will cover the bread mountain, amply.
Bake at 180° in your oven, until it browns and fluffs up soufflée style
I find it too heavy to eat as a dessert, so we had it - still warm - with our afternoon tea.
Oh and I just remembered that I have made and posted this pudding before.

Und hier noch ein paar Fotos aus Pilsen *** Some more pictures from my trip to Pilsen here!