Sunday, 19 February 2017

Rumfort-Schnellgericht

  Ich habe ein Gericht erfunden! Es  ist eine Tortilla mit Serviettenknödeln und ich nenne es Knödilla.
Letzte Woche machte ich zum Gulasch eine Rolle Serviettenknödel, die man ja bekanntlich sehr gut einfrieren kann (am besten schon in Scheiben geschnitten fürs Portionieren). 
Gestern also Knödilla: Knödelscheiben anbraten, mit einer Eier-Milchmischung und mit viel geriebenem Käse bedecken und kurz im Ofen backen. Ein Gedicht!


Hier unten sehen wir: Wahre Liebe, ein Fundstück von der Lieblingsnichte und verspäteter Beitrag zum Valentinstag!

This recipe is probably a minority interest for the English speaking world, I don't think Knödel, white bread dumplings, cooked in a linen napkin will ever catch on big time. They are delicious, though, usually served with roast pork or goulash.
I cut the leftovers up, fried them and baked them in the oven, coverd with an egg-milk-cheese mix, and called the dish Knödilla (tortilla, geddit?)

on the left: True love! a late entry for Valentine's day from my niece.

Thursday, 16 February 2017

Ich will nur spielen

Draußen fröstelt es immer noch vor sich hin. Drinnen braucht man was Süßes als Begleitung zum neuesten Serienwahnsinn, "The Night Manager", mit Hugh Laurie als Schweinehund, neben dem Dr. House wie ein netter Märchenonkel aussieht.
Wenn's schnell gehen soll bei der Kuchenproduktion, bietet sich die Linzertorte an. Einfacher geht's fast nicht, Hauptsache es ist eine feine Marmelade im Haus. Die runde Kreation machte ich mit Aprikosenmarmelade, was der Engländer mit der anerkennenden Bemerkung "Mhm, schmeckt wie Treacle Tart!" quittierte. Treacle tarts, gefüllt mit Rübensirup oder Golden Syrup, und jam tarts gehören zu den klassischen englischen Backwaren. Vermutlich war eine der Forderungen der Brexiteers: "gebt uns unsere einheimischen Kuchen zurück"! Stimmt, da sind ein paar wirklich feine Sachen dabei, aber die nimmt euch ja niemand weg - wir haben doch die Linzertorte!

Ich habe dieses Mal nicht das Crostatarezept genommen, sonder den Teig nach dem österreichischen Rezept mit geriebenen Mandeln gemacht:
Teig:
200 g Mehl
200 g Mandeln, geröstet, gemahlen (ich habe gemahlene Mandeln genommen, klat)
200 g Butterstückchen, zimmerwarm
150 g Zucker
1 Ei
1 TL Zimt
Belag:
Ca. 1/2 Glas Konfitüre (ich schwarzes Johannisbeerengelee und Apfelgelee)
1 Eigelb mit 1 EL Milch verrührt zum Bestreichen (hab ich weggelassen)

Für den Mürbteig das Mehl mit den Mandeln vermengen, mit den Butterflocken, Zucker, Ei und Zimt schnell verarbeiten. Die Teigkugel in Folie wickeln und ca. eine halbe Stunde kühlen.

Eine Form einfetten oder mit Backpapier auslegen. Die Hälfte des Teigs ausrollen, in die Form legen, glattdrücken. Reichlich Marmelade deiner Wahl drauf streichen (im Original Ribiselkonfitüre).

Den übrigen Teig zu dünnen Würsten rollen.  Sollte der Teig zu weich sein, etwas Mehl dazugeben und nochmal kalt stellen. Dann werden die Stränge gitterförmig auf die Torte gelegt.

Im vorgeheizten Backofen bei 180°C für ca eine Stunde hellbraun backen - aufpassen! 
Weil's pressiert hat, ist mein Gitter etwas "unorthodox" geworden (Originalton Margret G.) Mit dem restlichen Teig habe ich ein paar Plätzchen verbrannt gebacken.

"Mhm, tastes like treacle tart!", my resident English person said contentedly on tasting the round tarte  above. I had spread it with apricot jam, while the classic preserve for Linzertorte is blackcurrant.
Jam tarts are on the list of favourite home-grown cakes for stalwart Brits. But take that, Brexiteers: you are welcome to your jam tarts - good old continental Linzertorte and crostata are way superior!
...and here's the recipe. One of the quickest and most elegant cakes you can make - if you take the time to do the grid pattern properly.
While outside the frost is still clinging to the rooftops, we are completely riveted by our latest box set madness: The Night Manager. Who would have thought, that Hugh Laurie could top his nasty character in "House"..

Saturday, 11 February 2017

Posttraumatisches Frühstück am Samstag

 Kaum scheint die Sonne nach einer schier endlosen Reihe grauer Tage, kommt wieder alles in Bewegung.  Was auf diesem Frühstückstisch nicht zu sehen ist, sind meine Blutdrucksenker. Die letzte Woche war ein schierer Alptraum mit für mich unfassbar hohem Blutdruck. Da mit zunehmendem Alter mein Hang zur Hypochondrie steigt, war ich natürlich überzeugt, dass ich eines Morgens aufwache und tot bin. Ist zum Glück nicht passiert, dank der bedingunslosen Unterstützung der Freundinnen und einer Überdosis Yogaatmung.
Dazu hat mir ein kompetenter Medizinmann bestätigt, dass alles durch die richtigen Kanäle fließt und ich halt, altersgemäß, eine höhere Dosis von dem Zeugs nehmen muss. Da Luisa und ich immer wieder mit Staunen beobachten, womit Mütterlein und Freundinnen alt geworden sind (Fett, Zucker, Kohlehydrate, Pillen aller Art, völlig ohne Diäten und, im Alter, Bewegung), beunruhigt mich das jetzt einfach nicht weiter.
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As a card-carrying hypochondriac, I was mega anxious this week because my blood pressure suddenly went through the roof. With a lot of help from my friends, plenty of yoga breathing and the reassurance from a Doc that everything is flowing as it should, I can now enjoy the first sunny day and my leisurely Saturday breakfast with the favourite man, followed by my new daily whack of Valsartan.
But hey, my Mum lived to over 90 on all sorts of medication plus cakes and coffee...

 

 Eine der Freuden meines Samstagmorgen ist der Gang zum Bäcker für den Brotvorrat der nächsten Tage.
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One of the joys of Saturday mornings is the walk up the hill to the bakery.

 Die entzückenden Töchter "helfen" beim Backen, und der "Bäckerbua", wie meine Mutter dieses Pracklmannsbild immer nannte, schiebt mir immer noch etwas extra in die Tüte - hier ein zweites Schokocroissant und einen "Gruschlkuchen", wie er das improvisierte Gebäckstück neben dem Dinkelvollkornbrot nennt.
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His oldest daughter now "helps" in the bakery, while he always stuffs some extra treat into my bag.



Anschließend spaziere ich mit der vollen Tüte den Kirchhang hinunter und freu mich an dem immer anderen Blick aufs Nachbardorf oder, bei Föhn, in die Berge.  Besonders heute, wo endlich wieder das Licht in der Landschaft eingeschaltet worden ist.

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My way home is down the hill with an ever-changing view of the countryside, sometimes with a grand view of the mountains.

Tuesday, 7 February 2017

Good Housekeeping, oder der perfekte Haushalt

Samstag früh, nach einer durchschnarchten Nacht und Flucht aufs Sofa
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Saturday morning, after fleeing from a snoring attack

Wo ich wohne, kann man morgens nicht schnell die Zeitung kaufen, dazu braucht es eine kleine Autotour. Also lese ich zum Frühstück entweder die von gestern, oder den lieben Guardian, online. Heute früh musste ich über diesen Artikel über schlampige Wohnungen sehr lachen; noch mehr amüsiert haben mich die Leserbriefe, die sich daraus ergaben. Eines der Highlights war die Leserin, die das "hideying up" erfand - das Verstecken von Krempel anstatt mühsamen Aufräumens ("tidying up").
Ich selber bin eine gelungene Mischung aus Schlampe und serienweiser Zwangsneurotikerin. Fenster putzen - nur wenn man bei Sonnenschein nichts mehr sieht, oder wenn meine Vermieterin anfängt, meine Fenster von außen zu putzen. Staubsaugen: ständig, weil mir schon bei einem Haar, das auf dem Teppich liegt, gruselt. Sollte ich im Bad ein Silberfischchen entdecken, bin ich praktisch am Telefon zum Kammerjäger. Ich finde die eingebauten Duschtüren eklig und hätte lieber einen Vorhang, den ich in die Waschmaschine stecken kann. Andererseit ist das Leben zu kurz, um ständig mit der Essigflasche den Kalk aus der Badewanne zu kratzen.  Und den Saum vom Vorhang im Klo habe ich immer noch nicht umgenäht. Man arrangiert sich halt.
In der Küche bin ich ständig am Wischen und Kehren und gehöre unglücklicherweise zu den Köchinnen, die während des Kochens schon zwanghaft abspülen und wegräumen. Aber mein Backofen... Wie kriegt man diese jahrelangen Kohleablagerungen je wieder weg? Ich tröste mich mit dem Gedanken, dass ich beim nächsten Umzug einen nagelneuen Ofen kaufen werde. Und dann wird alles makellos sauber sein. Oder doch lieber gemütlich?
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Due to living nowhere near a newsagent, my breakfast is often accompanied by reading the Guardian online (I have paid up, by the way, and recommend we all do it!) This article by Michele Hanson made me laugh - she often does that. Among the very amusing comments someone came up with the notion of "hideying up" as an alternative to tidying - shove it under the sofa.

Personally, I wouldn't say I am a slob - I am a mix of laissez-faire and OCD around the house. I don't like hairs on the carpet - instant hoovering, at the same time I couldn't care less about cleaning my windows, until the first spring sunshine comes. But if I spot just one creepy-crawly around the house I go into spasms, ready to call Pest Control. I like things to be hygienic, but life's too short to spend it on all fours cleaning under the sofa.

My oven is charred, I can't look at it. I am looking forward to the next time I move house when I can finally buy a new one. I am, however, one of those unfortunate obsessive cooks-cum-kitchen porter who clean and tidy whilst cooking, which doesn't aid concentration on the main task.
One day, my life will be balanced and relaxed, clean and cosy. And I will have sewn a seam on the bathroom curtain.
Grown-up, in a word.



Zwischendurch scheint die Sonne, man kriegt Lust auf eine marokkanische Teeparty. An Minze fehlt es auf der Terrasse gerade, also machte ich grünen Tee mit Minze. Kuchen vom türkischen Laden in Grafing.  
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We do get occasional sunshine, even in winter, calling for an impromptu fusion tea party: green tea with mint. Cakes courtesy of our local Turkish shop. We are so cosmopolitan now.