Sunday, 26 March 2017

Das Leben und der Sonnenschein


Halb sieben und die Sonne scheint noch.  Ein Tag wie ein Gedicht.
It's half past six and the sun still shining.  A day like poetry.
 























Ich trinke heute auf den Frühling, auf die Rückkehr des Lichts. 
Lasst unser Leben ein Fest sein, sagte Linton Kwesi Johnson in seinem poetischen Gedächtnis an den kürzlich verstorbenen karibischen Dichter Derek Walcott, beide wichtige Stimmen in der zeitgenössischen englischen Literatur.

Zu diesem Fest gibt es bei mir natürlich Kuchen, oder eigentlich einen "Queen Pudding". Gefunden habe ich den auf dem sehr professionellen Blog von Miss Foodwise
Meine Puddingform hat dann letzten Endes einen kleinen, feinen Guglhupf draus gemacht. 


·        85 g feinen Zucker

·        85 g Butter, Zimmertemperatur

·        2 Eier

·        85 g Weizenmehl

·        25 g kleingeschnittene Glacékirschen - hatte ich nicht, ich nahm kandierten Ingwer

·        3 EL Zitronensaft

·        Abrieb einer halben Biozitrone

·        1/2 Tl Backpulver

Ofen auf 180°C vorheizen. eine kleine Backform mit Butter einstreichen
Butter und Zucker cremig rühren, die Eier nacheinander dazugeben und ein paar Minuten verrühren. Das Mehl mit dem Backpulver mischen und darunterziehen, dann Kirschen bzw. Ingwer, die Zesten und den Zitronensaft dazumischen. Den Teig in die Form geben und ca. 45-50 Minuten backen (Zahnstochertest!
´Today I am drinking to spring, to the return of light, with a delicious drink that in England - very unfortunate - shares its name with an item of feminine hygiene. 
"Sit, feast on your life" - this is the last, inspirational line of a poem Linto Kwesi Johnson recited on the death of St.Lucian poet Derek Walcott. What else is there to do?
And today's feast is the Queen Pudding, as found here on Miss Foodwise's blog.

Happier
than any man now is the one who sits drinking
wine with his lifelong companion under the winking
stars and the steady arc lamp at the end of the pier.

 from: White Egrets

Wednesday, 22 March 2017

Die Schönheit der Rübe


Ich probiere immer gern alles aus, was mir in der Welt des Kochens begegnet. Heute finde ich mich im Land der Speiserüben. In Italien gibt es "cime di rapa", ein grünes Kohlgemüse. In England aß ich purple sprouting broccoli, jetzt sind dort Kalettes angesagt. Ein wahrer Foodiekindergarten, mit poké, Einhornkuchen... Obwohl.. diese matcha millefeuille...katchapouri... Aber zurück zur Rübe.

Als mir klar wurde, dass cime di rapa eigentlich nichts anderes ist als das Rübengrün (ein Wort, das meine für Wortschönheit anfällige Schwester sofort bezaubert hat), erinnerte ich mich plötzlich daran, dass im Kohlrabigemüse meiner Oma immer was dunkelgrünes drin war - nämlich das Kohlrabigrün (cavolo rapa), das ja im Supermarkt oft schon entfernt ist. Das Grün! so voller Mineralstoffe und Vitamin C!
Sofort ging ich heute zum Gemüsehändler meines Vertrauens und kaufte Mairübchen.
Geschmort in ganz wenig Wasser, mit dem Mairübchengrün in Butter geschwenkt sind sie köstlich.
Dazu machte ich Fleischpflanzerl und Kartoffelsalat, angemacht mit Radieschen, dem Rübenkochwasser und hausgemachter Mayo: ein Fest!
 In cooking, I often pick up on trendy foods and try them at home. Recently, the Guardian had an article about hipster foods. with kalettes the latest superfood for the culinary kindergarten. Kale and other trendy greens like purple sprouting broccoli or cime di rapa have been on my menu before. But it suddenly occurred to me that cime di rapa are simply turnip leaves.
 I remembered how my grandmother used to cook kohlrabi that always had dark green strips in it: the leaves, which are often discarded, and so full of vitamin C and minerals. Off I went and got some young turnips, with their leaves.
You only need to stew them in a little water and tossed in butter, sea salt and a touch of baharat or nutmeg they taste so good! I served them with a nice meatball and potato salad. I used the cooking water from the turnips to wet the potato salad and added radishes and home-made mayo.

Na gut; nach so viel Gemüse noch was Süßes: hier meine Mousse au chocolat mit filetierter Blutorange
***
And after all that green stuff, here's a bit of chocolate mousse with blood orange filets

Thursday, 16 March 2017

Ach, Bayern! Frühling! Käse!

 Ein wunderschöner Tag am Tegernsee gestern, zu einer Zeit wo noch nicht ganz Deutschland dorthin unterwegs ist und sich quälend langsam, Auto an Auto, durch die Ortschaften schiebt...
Mein Plan war, endlich mal die Naturkäserei in Kreuth anzuschauen; ich liebe es ja, Käse an seinen Entstehungsorten zu besuchen! Die Käserei ist toll, ziemlich neu, am Fuß der Berge. Eine unwiderstehliche Auswahl an Käse, Topfen, Frischkäse, Heumilchbutter und auch sonst alles Mögliche von Schnaps bis Pesto. Dazu das Café, wo man köstliche Käsekreationen (und Dampfnudeln, die man allerdings nach einer Essensportion nicht mehr schafft!) frisch zu essen kriegt. Luisa und ich teilten Kasknödel und Tartiflette, aber drei Viertel der Tartiflette nahm ich mit heim: zu großzügig war der Käse darauf aufgetürmt!
Zum Mittagessen am nächsten Tag kochte ich noch ein paar Kartoffeln und mischte sie unter die Tartifletteresterl. So konnte ich damit auch noch den Engländer beglücken.
Ach ja, und das Essen genossen wir zum ersten Mal in diesem Jahr draußen, später auch den Kaffee auf dem Steg in Tegernsee; glückselig.
Tartiflette, muss man unbedingt daheim machen, so einfach und so befriedigend, wenn man Käse liebt. Es muss nicht immer Reblochon sein, jeder leicht schmelzende Käse geht. Aber so viel wie die liebe Käserei draufgelegt hat, braucht nicht einmal der passionierste Käseliebhaber.
The sun was out, and the car freshly oiled, so off we went to one of the gorgeous lake Bavaria is studded with. There is no point going there during holiday season, with cars backing up through the towns. But this is not the busy time, perfect for an outing.
There happened to be a cheese maker on Lake Tegernsee I've been wanting to check out, being a bit of a cheese freak.
Not only do they make terrific cheese, you can also eat there with a view of the mountains. Alfresco for the first time this year! I had tartiflette, a mountain of cheese more than half of which I took home with me. It made a jolly little lunch for me and the man the next day, with some added potato.
Luisa and I finished our outing with coffee on the other side of the lake, a favourite place to sit and watch people go by and the water lap the jetty...

Sunday, 12 March 2017

The long trip home

Two ladies in an hotel, Oban, Scotland 
 
Eigentlich bin ich von Natur aus ein unruhiger Couch Potato und eine verhinderte Reisende. In meinem Leben sind Reisen meistens zu extensiven Aufenthalten geworden. Eine lange Liebesgeschichte mit Rom, 25 Jahre London, ein Jahr in Sevilla, und jetzt bin ich wieder in Bayern aufgeschlagen. Ich war noch nie in Asien, wo gerade einige gute Freunde aufregende Abenteuerreisen machen, nie in der Karibik, wo Danny in Barbados eine farbenfrohe Fortsetzung von WKD mit anderen Mitteln geschaffen hat. Weder in Kuba noch in Nicaragua, weder in Afrika noch in Indien bin ich je gewesen. Ein bisschen bedauere ich es, aber ich weiß dass ich dafür nicht geschaffen bin, lange Flüge sind mir ein Graus. Ich habe ja in Europa noch so viele Traumziele, die mich beschäftigen: Frankreich und Skandinavien kenne ich fast gar nicht, es zieht mich immer wieder nach Italien, nach Schottland, Spanien, Portugal... Namen die mich verzaubern: San Sebastian, Gargano, Zahora, Almuñécar, Nazaré, Cornwall, Iles de Glenan, Zaragoza...
Ein Leben reicht nicht aus, um alles zu sehen.

Demnächst zieht es mich mal wieder nach Großbritannien...

Sonnenuntergänge am Meer sind überall in der Welt schön.  
Hier in Kent

***

Sunsets by the sea are loveley anywhere in the world - particularly so in
Whitstable
Scotland

London














I am not the world's greatest traveller, scared ot long-haul flights... never been to South-East Asia or India, where some of my best friends feel quite at home. Nor have I visited the Caribbean, where Danny has created a colourful offshoot of WKD in Barbados.
I've always preferred to stay a while in places I liked: Rome, London, Sevilla. And then I want to return to them.
But this couch potato is beginning to feel stirrings of travel again... currently, a trip to London is top of the list
< Porthscatho, Cornwall ****   > Two Bridges in Dartmoor

Tuesday, 7 March 2017

Das gelbe Leuchten

FRÜÜÜHLING!

Dazu ein Rezept für Beeren-Quarkkuchen von Petra (Chili und Ciabatta), das seit Jahren in meiner Nachbackliste wartet. Dieses Wochenende hatte ich Beeren in der Tiefkühle und Quark, der weg musste.
Also machte ich mich daran, in ganz leicht abgewandelter Form:
 

Zutaten für den TEIG
200 Gramm Mehl (ich halb 405, halb 1050)
2 Teel. Backpulver
Prise Salz
1 Prise Muskatnuss
115 Gramm Butter
200 Gramm Rohrohrzucker
2 Eier
160 ml Buttermilch (ich: Joghurt mit Milch gemischt, da keine BM im Haus)

für den BELAG
250 Gramm Quark 40%, wenn möglich eine Stunde abtropfen lassen. Ich vermute, mit Topfen oder Ricotta funktioniert das auch sehr gut.
100 Gramm Zucker
1 Tl Speisestärke
1 Ei
abgeriebene Orangenschale
300 Gramm gemischte Beeren (ich habe eine tiefgefrorene Beerenmischung genommen)
Handvoll Mandelblättchen  
 
Den Backofen auf 175°C vorheizen. Den Boden einer Springform mit Backpapier auslegen. Den Rand buttern.
Mehl, Backpulver, Salz und Muskat zusammen in eine Schüssel sieben.
In einer Rührschüssel die Butter cremig rühren. Nach und nach den Zucker einrieseln lassen und schlagen, bis die Masse hell ist. Nacheinander die Eier zufügen, dabei nach jeder Zugabe jeweils etwa 2 Minuten rühren. 
Nun abwechselnd eine Hälfte Mehlmischung und eine Hälfte Buttermilch zugeben, nur kurz rühren, mit dem Rest wiederholen. 
Den Teig in die vorbereitete Form füllen
Quark, Zucker, Speisestärke, Ei, Orangenabrieb mit dem Schneebesen verrühren. Die Quarkfüllung auf den Rührteig löffeln, dabei möglichst einen Rand von etwa 2 cm lassen. 
Die Beeren auf der Quarkfülle verteilen. Die Mandelblättchen am Rand der Form auf dem Rührteig verteilen. Den Kuchen etwa 60-70 Minuten backen (Stäbchenprobe). Falls er zu schnell braun wird, legt ein Stück Backpapier drüber.
Am  Ende passierte etwas Seltsames: Meine Quark-Beerenschicht war nach unten gewandert, der Kuchenteig blieb oben - also das Gegenteil von Petras Kuchen.
 Ich vermute, es lag daran, dass ich die Beeren steinhart gefroren oben drauf gelegt habe. 
Sah etwas weniger elegant aus, schmeckte aber trotzdem traumhaft.
  
This weekend I finally got round to baking a cake that's been languishing for quite some time on my list of recipes-found-on-blogs-that-I-absolutely-must-try-out . 
 I had a berry mix in the freezer, so it was now or never.
The cake came out in a surprising way - the berries dropped to the bottom instead of sitting decoratively on top. 
But despite the less elegant surface the taste experience was perfect.
This is the recipe:

for the dough
200g plain flour
2 tsp baking powder
Pinch of salt
Pinch of ground nutmeg
115g butter
200g brown sugar
2 eggs
160 ml buttermilk (I used a mix of yogurt and milk)
for the topping
250g full fat quark or ricotta
100g sugar
1 tsp cornflour
1 egg
zest from an organic orange
300g mixed berries (I used frozen)
a handful of sliced almonds

Preheat the oven to 175°C. Prepare a springform with baking paper and butter the sides.
 Mix the butter with the sugar until fluffy, add the eggs one by one and keep stirring.
Now add the flour mixed with salt, baking powder and nutmeg, altenating flour and buttermilk.
Place the dough in the cake tin.
Mix quark/ricotta with sugar, cornflour, egg and orange zest and spoon the mixture on top of the dough, leaving about an inch around the edge
 Now spread the berries on top of it all, and arrange the almonds around the edge. If you are using frozen, I would leave them to drip before putting them on the cake. Use the drippings for a colourful glaze, if you like!

Bake for at least an hour. Check with a wooden skewer whether the cake is cooked inside. If it gets too brown on top cover it with baking paper

Friday, 3 March 2017

Sonne! und schon wieder Schokolade


Langsam riecht es allüberall nach Frühling, und ich verlagere langsam meinen Schwerpunkt von Sofa und Küche nach draußen. Zum Beispiel gestern, als Luisa und ich wieder mal Besuch beim Mütterlein und Mittagessen beim wunderbaren Pfeifenthaler machten. Anschließend ging es schnell auffi in Richtung Berge.   Daheim verdränge ich wie üblich alles Schmähliche - die scheußlichen Nachrichten seht ihr ja selber - und backe lieber mal wieder einen Schokokuchen. Das Rezept stammt aus alten Omakochbüchern, ansehen könnt ihr es euch bei der unterhaltsamen Mrs.Flax
Anstatt Schokoguss habe ich einen Orangensaft-Puderzuckerguss gemacht. Ich finde, Schokolade und Orange sind füreinander geschafften.


Spring is finally knocking on all doors, and I am beginning to shift my centre of gravity from the sofa to the fragrant outdoors. Yesterday, Luisa and I paid a visit to our Mum, followed by the usual delicious meal in one of the prettiest country pubs around here.
From where we live, it's so easy to get up to the Alps, it is such a delightful quick escape.
Back home, I felt another chocolate cake coming on.
This one is a classic and dead easy to make:
While you melt 150g butter with 150g dark chocolate, beat three or four egg yolks - I used three - with 150g sugar until fluffy and pale yellow. Whisk the egg whites until stiff.

Fold the cooled chocolate into the egg and sugar mix, then add 110g plain flour.
Finally spoon the egg whites under.
I baked this in a medium sized loaf tin, or you can use a medium sized round tin.
Bake at 180° for about 30-40 minutes, check with a wooden skewer or a knife if it's done.
Grüße aus den Bergen an Brizanne und ihre Gang!