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Ausflug ins Blaue - Into the Blue

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Und wie blau dieser Tag war - angeblich der letzte in diesem Januar, anschließend wieder zurück ins Grau. Also fuhren wir endlich mal wieder an den Starnbergersee, der durchsichtig und still in der Sonne dalag.
Dieser Eintrag ist vor allem ein schöner Gruß an meine Schwester, die jahrelang hier gewohnt hat und mir dadurch bei meinen Besuchen aus London einen wunderschönen Ferienplatz verschafft hat... Die Jahre in Ambach! Oft in Vertretung von Luisa, die öfter mal in Afrika oder im Himalaya unterwegs war, schwamm ich im See, direkt vor der Haustüre, konnte morgens mit der Lieblingsnichte frühstücken, abends mit den "Fischmeistern" rumsitzen und ihnen die neuesten Folgen von Dynasty (Denver Clan) erzählen, die in England schon liefen - dafür wurde ich mit Wein abgefüllt. Schon etwas länger her, und alles anders jetzt...
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I haven't been to Starnberger See for some years. My sister used to live there and I spent many, many holidays there when I lived in London. Sheer bli…

Making beautiful days

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Man könnte meinen, so, Winter, keine Arbeit, leben in der Kleinstadt, noch nicht mal Enkelkinder... daraus könnte man einen herrlich deprimierenden Roman machen, der dann Literaturpreise gewinnt. Aber nein. Stattdessen freu ich mich an jedem Sonnentag, das Kochen und Backen wird mir nie zu blöd, sogar Wäsche aufhängen macht Spaß: ich bin RENTNERIN! Wenn ich abends ins Bett gehe, weiß ich - nichts pressiert morgen. Vor lauter Entspanntheit habe ich gestern den Termin bei der Augenärztin fast verschwitzt (10.45) und dem Briefträger heute um 11 die Tür im Morgenmantel aufgemacht.. um mich nicht total zu blamieren, schniefte ich ein bisserl ins Taschentuch. Darauf er: ich habe auch Grippe! (Der Arme ist aber noch nicht in Rente). You might think that a couple, living in a small town like mine, with not that much excitement, no work, no grandchildren, and gray winter days, is the stuff prize-winning depressing novels are made of. But hey, there is water in this glass!  "The Opposite …

Auf der Suche nach Schnee

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Ein paar Tage in der Nähe der Berge - das ist wie ein kleiner Urlaub. Wieder mal im Hotel, die Freiheit, fünf gerade sein zu lassen. Ein paar Schneeflocken auf den Bäumen in Aschau, wie japanische Tintenzeichnungen. Aber kaum über die Grenze nach Österreich in Sachrang kam die Sonne raus, überall lag dick Schnee, quietschbunte kleine Kinder fuhren auf den so genannten Zwergerlpisten herum, alle froh. Wir Kaffee auf der Hausbank vor einem Gasthof. Zwei Tage mit sehr viel Essen - die Portionen in bayrischen Gasthäusern sind unmenschlich, und als nachhaltige Zeitgenossen essen wir auf. (Unfassbar, ganz nebenbei, was die wohl alles wegschmeißen, denn an Schweine darf man ja Essensreste auch nicht mehr verfüttern). Am Abend schauten wir kurz in das Jahreskonzert in Aschau rein - viele Zuschauer in Tracht - zu unserer Überraschung spielte das gedirndelte und getrachtelte Orchester nicht, wie erwartet, bayerische Klassiker, sondern Stücke von Queen und den Beatles. Wir entfleuchten. Ich ver…

2020 vision

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Vor 20 Jahren war es. Ich lebte gerade noch in London, hatte keine Ahnung, dass ich das nächste Neujahr schon in unserer neuen Wohnung in München verbringen würde.
Das Haus in London, wo es im Winter durch die hölzernen Fensterrahmen zog und der Wind vom Keller durch die Ritzen im Holzboden wehte. Mann, das war kalt, trotz der Zentralheizung. Meistens kauerten wir alle im Wohnzimmer auf den Sofas um die Gasheizung herum, schauten Fernsehen und quatschten durcheinander - nie konnte man Filme wirklich verfolgen, weil immer irgendjemand einen Kommentar dazu hatte.
Wir waren eine große glückliche Familie. Wir waren eine langlebige, gut etablierte Wohngemeinschaft, wir hatten seit 25 Jahren in leicht veränderter Zusammensetzung zusammen gelebt, wie eine wahlverwandte Familie. Wir kochten zusammen, oft, kauften zusammen ein, stritten ums Putzen und um Geld, hin und wieder, und hatten mindestens zweimal jährlich fabelhafte Feste. Halloween: als Skelette und Gespenster und Bräute Draculas verk…

Wir schaffen das!

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Am Heiligabend schien kurz die Sonne, Wahnsinnsföhn, die Berge zum Greifen nahe. Wir schafften es, genau da, unseren heiligen Spaziergang zu machen, mal ganz abenteuerlich in der Nachbarstadt Ebersberg. Wir wateten durch baatzige Wiesen, sahen die ersten Palmkätzchen und einen Reiher. Schön, fast wie Ostern.

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Christmas Eve. We made dash for the hills at the first sign of sunshine, it was a bit like Easter, the first catkins on the hazel bush, a heron sitting in a tree, muddy grass, babbling brook. Lovely.
And that was the last bit of sun we've seen since.



Seitdem regnet es und wir beschäftigten uns still mit essen, trinken und dem Fernseher. Eine Menge alter Sherlock Holmes Filme und zwei Minuten Sissi, bevor es mit schlecht wurde. Romy Schneider natürlich bezaubernd, aber der Kaiser....

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So, since then it has been largely eating, drinking and watching something - a lot of old Sherlock Holmes and two minutes of incredibly schmaltzy German christmas classic, Sissi, before it …

Sanfte Weihnachten - Christmas light

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Weihnachtsstress. Meines Erachtens ein Oxymoron. Weihnachten ist Weihnachten, also gut.  Stress hingegen ist schlecht, passt demnach nicht zusammen. Der einzige, der berechtigten Weihnachtsstress hat, ist möglicherweise der Paketdienst. 

Meine kleine Familie geht dieses Jahr in die volle Zen-artige Festtagsruhe. Luisa genussvoll in Portugal, wir mit extreme couching, Netflix und höchstens 100 Schritte pro Tag.
Keine Geschenke, keine Besuche, keine aufwändigen Dekorationszwänge. Einfach was Gutes zu essen, im Zuge der festtäglichen Narrenfreiheit vielleicht mal eine Flasche Ruster Ausbruch. Und Eierlikör, vom Hof der glücklichen Hühner.

Ach ja, und erstmals keine Weihnachtsplätzchen-Massenproduktion dieses Jahr.
Dafür versuchte ich mich heuer zum ersten Mal an Mince Pies.
Die Füllung, das so genannte "mince meat" (so genannt vielleicht weil es ein bisschen wie Hackfleisch aussieht?), habe ich selber gemacht, aus Bio-Zitronat und Orangeat, Rosinen,frischen Datteln, Walnüssen …

Trudl, 18.12.1922

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Nachmittags hat sie gerne geschlafen, legte sich aufs Sofa und weg war sie. „Aber nur zehn Minuten!“ , dann wachte sie von selber auf.
Heute wäre sie 97 geworden, unsere Mama. Besser so. Alt sein war wirklich nicht ihr Ding.
Und sie ist sowieso immer da.
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Sie liked her afternoon nap, just lay down on the Sofa, „only ten minutes“, and woke up after ten  minutes.
Today would have been her 97th birthday.
Better this way. Being old really did not suit her at all. She is around us all the time.

Computerprobleme und Flucht in den Wald

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Es ist so: ich habe endlich, nach jahrelangem Kampf mit einem immer älter und langsamer werdenden Laptop, ein MacBook Pro erworben, günstig, von einer sehr lieben Freundin. Und jetzt muss ich mich langsam und zäh in das neue System eingewöhnen. Meine Fotos zu finden ist unglaublich kompliziert, alles funktioniert umgekehrt vom PC, die Maus (ja, ich arbeite mit einer richtigen Maus) fährt runter wenn ich rauf will und umgekehrt. Ich komme mit den Tastatureingaben nicht zurecht, die Korrekturfunktion zerlegt mir jeden Text, das Layout macht was es will.
Eigentlich dachte ich ja, dass nun alles geschmeidig und schnell läuft und ich meinen Blog wieder kreativer und spontan vollschreibend kann - und illustrieren. Leute, das wird noch dauern.
*** This is what's going on: after years of struggling with my ageing, ailing, wheezing PC laptop I have finally acquired a MacBook Pro from a very dear friend. And now I'm finding myself struggling a little trying to adapt to the new system. …

Mein ideales Hotel

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Ich liebe Hotels. Es gibt sie überall, die kleinen Hotels, zu denen ich gerne wieder zurückkehren  würde - in Portugal, in Südtirol, in England, hier, ganz nah. Ein Ort, der nichts von mir fordert, wo nichts mich an mich erinnert. Um nichts muss ich mich hier kümmern - die Heizung, die zu viel verbraucht - Haare im Waschbecken? Bett nicht gemacht? Geht mich nix an. Ich lebe im Luxus, ein paar Nächte.
Und morgen früh steht das Frühstück auf dem Tisch, ich muss es nicht einkaufen und nicht abräumen. Frau Kontrolletti ist im Urlaub.

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I have a thing about Hotels - how I love them! Everywhere I go, there is a hotel I want to return to one day.
A place where all care ceases, a place where nothing reminds me of me. I don't have to worry about trivial things, like: am I turning the heating up too high? Am I leaving hairs in the sink? A place where someone will clean up after me. I don't have to make the bed. In the morning, my breakfast waits for me, I don't have to clear up. Just rel…