Tuesday, 28 February 2017

Stadt, Land, fast food

Mit diesem Stück bin ich vor ein paar Jahren auf  the XX aufmerksam geworden. Dank einer guten Freundin kamen der Engländer und ich in das ausverkaufte Konzert im Zenith, ein seltenes Glück, denn es kommen nicht viele Bands nach München die ich kenne und die uns beiden gefallen. Es hat uns Couch Potatoes großen Spaß gemacht, mal wieder laute Musik zu hören, die mich aus meinem ländlichen Schlummer weckt. Dabei möchte ich anmerken, dass wir a) um Generationen die Ältesten dort waren, und b) war der Sound ein Horror. Durch das Grunddröhnen der Halle ging das Filigrane dieser Band vollkommen verloren.

Es ist schon lustig, in unserem Alter in ein Rockkonzert zu gehen - wir haben ja diese Art von Musik schon im Entstehen miterlebt. Die Assoziationen sind Post-Punk, the Cure, Malaria, Joy Division, Patti Smith, ein bisschen Kraftwerk... alles schon zwischen 45 und 30 Jahre alt... Joy Division habe ich 1980 im Lyceum in London gesehen, das hatte halt einen ganz anderen Einschlag. Aber so ist es, wenn man alt ist und schon so viel gesehen und gehört hat, da wird man leicht ein bisschen gelangweilt, nach dem Motto "alles schon mal dagewesen".

In dieser ungewöhnlich rasanten Woche mit mehr Arbeit und mehr Ausgegen gab es oft nur "schnelle Teller". Kein Problem, wenn man Kichererbsen, Avocado, Biozitronen, Olivenöl, Eier und gutes Brot im Haus hat - im übrigen gibt es beim größten Discounter jetzt auch ein sehr essbares Houmous, das man mit Olivenöl aufpeppen kann (oben links). Dazu die Ratatouille vom Vortag, die kann man tagelang essen.

In der Mitte wartet ein "bayrischer Burger", also ein Fleischpflanzerl, auf den Verzehr. Dekoriert mit Avocado und Feldsalat und einem Resterl von der Ratatouille, und oben drauf eine Ladung selbstgemachte Remoulade: eine Mayonaise anrühren, zwei hartgekochte Eier, Kapern und Essiggurkerl klein würfeln und druntermischen. Auf der Terrasse fand ich noch ein paar Blättchen überlebenden Estragon, fertig. Die Semmel ist gekauft, an dieses fluffige Burgerbrot werde ich mich bei nächster Gelegenheit wagen.
Last week, I had the opportunity to see the XX live in Munich. It's been a while since me and my fellow couch potato have been out to see live music, and it's not often that a favourite band comes to Munich and awakes me from my country slumber. Despite being generations apart from the crowd and an atrocious sound system, it was thoroughly enjoyable. Being old, we are also a bit blasé and less likely to be blown away by new bands. This one brought back happy memories of bands we'd seen live some 30 odd years ago: the Cure, Joy Division, Patti Smith, Malaria, even Kraftwerk. They have added a sort of techno beat to their early, more subtle stuff.

Food was on the fast side last week due to unusual workload and several events. I had made a ratatouille, which I added to houmous, avocado and a poached egg one day, and the next day to a home-made burger with an equally home-made remoulade: make a mayonaise, add chopped gherkins, capers and boiled egg and a little green herbs.
I found some surviving tarragon leaves on the terrace. Now add some nice bread.

Sunday, 26 February 2017

Jodelalarm in Taglaching

Luisa schaffte es, nach einer 20stündigen Reise gestern um halb 4 früh endlich in ihrem Bett zu landen, wobei der längste Teil der Reise in der S4 nach Grafing stattfand ... 
Und um 11 Uhr früh war da die  Finissage von Gabriele Krause-Nehring in Taglaching, mit Lesungen von Tamara Koch mit Unterstützung von Rosa und Nadia. Wir beiden waren als musikalischer Background eingeladen. Es war ein Spaß! Wir jodelten der Wirtschaft  was vor - und alle sangen mit. Es war so schön, dass wir uns spontan vornahmen, am 2. April einen Jodelworkshop zu veranstalten... watch this space...
 Endlich wieder ein echt bayrisches Essen!   ***  Back from Portugal to down-home cuisine
My sister came back from Portugal last night, after a 20-hour journey, mainly due to inexplicable delays on local transport. Undeterred, we turned up in our local pub at 11 for a jolly yodellling performance. It was such fun that we decided on the spot to organise a workshop in April.

Thursday, 23 February 2017

Dunkle Geschichten





























Der Föhn.... der Föhn... Langsam knackt es im ewigen Eis
***
Our Permafrost is finally cracking thanks to a persistent warming storm from the Alps





Ja, ich koche jeden Tag auch was Vernünftiges, aber zur Zeit kann ich mich mal wieder vor Ideen zu Kuchen und Mehlspeisen kaum retten. Neulich wagte ich mich an diese Nachspeise, formerly known as "M... im Hemd", ein Schokodampfpudding, der mit Schokoladensoße und Schlagrahm garniert wird. Ermutigt hat mich der Kommentar von Friederike, man könne ja diese steamed puddings auch einfach im Glas in einem Wasserbad herstellen. Ich hielt mich sklavisch an dieses Rezept, das überraschend einfach zu machen war.



I do cook and eat healthy sensible food every day, but at the moment, I am on a roll with baking, inspired by countless blogs and recipes coming my way. Last week alone, I attempted two new chocolate cakes.
The first one is actually a steamed chocolate pudding, a traditional Viennese recipe. I cooked the puddings in the oven, in fire-proof glass jars I put in a baking tin filled half-way with water.
The jars are brushed with liquid butter inside and then coated with sugar before pouring the batter in.
Use this recipe if you want to try the glass jar method.







Im Archiv des Süddeutsche Magazin fand ich dieses sehr einfache und überaus lohnende Rezept für 
"Schokoladen Tortinas" von Anna Sgroi:
100 g dunkle Schokolade (70 % Kakaoanteil)
 100 g Butter
 150 g Zucker
 3 frische Eier
 50 g Mehl (Typ 405), gesiebt
Schokolade in Stücke brechen, mit Butter in einem Topf bei sehr niedriger Temperatur schmelzen.
Zucker und Eier verrühren. Mehl hinzugeben und gut vermengen. Butter-Schokoladen-Mischung hinzugeben. Masse erkalten lassen und anschließend in kleine gebutterte Backförmchen füllen. 
 Bei 160 °C etwa 12 Minuten im Ofen backen (meine brauchten ca. 20 Minuten)
Sie sind innen noch ganz weich und schmecken 100% schokoladig...
Much easier to make and a lot of fun to eat are these little chocolate cakes.
Break 100g dark chocolate (70 % cocoa) into pieces and melt them over simmering water together with  100g butter
Beat 3 fresh eggs with 150g sugar until fluffy
fold in 50g plain flour, sifted
Now add the slightly cooled chocolate-butter mix
Fill into muffin moulds and bake at 160 °C for about 12 - 20 minutes
They should be quite soft inside. 

Sunday, 19 February 2017

Rumfort-Schnellgericht

  Ich habe ein Gericht erfunden! Es  ist eine Tortilla mit Serviettenknödeln und ich nenne es Knödilla.
Letzte Woche machte ich zum Gulasch eine Rolle Serviettenknödel, die man ja bekanntlich sehr gut einfrieren kann (am besten schon in Scheiben geschnitten fürs Portionieren). 
Gestern also Knödilla: Knödelscheiben anbraten, mit einer Eier-Milchmischung und mit viel geriebenem Käse bedecken und kurz im Ofen backen. Ein Gedicht!


Hier unten sehen wir: Wahre Liebe, ein Fundstück von der Lieblingsnichte und verspäteter Beitrag zum Valentinstag!

This recipe is probably a minority interest for the English speaking world, I don't think Knödel, white bread dumplings, cooked in a linen napkin will ever catch on big time. They are delicious, though, usually served with roast pork or goulash.
I cut the leftovers up, fried them and baked them in the oven, coverd with an egg-milk-cheese mix, and called the dish Knödilla (tortilla, geddit?)

on the left: True love! a late entry for Valentine's day from my niece.

Thursday, 16 February 2017

Ich will nur spielen

Draußen fröstelt es immer noch vor sich hin. Drinnen braucht man was Süßes als Begleitung zum neuesten Serienwahnsinn, "The Night Manager", mit Hugh Laurie als Schweinehund, neben dem Dr. House wie ein netter Märchenonkel aussieht.
Wenn's schnell gehen soll bei der Kuchenproduktion, bietet sich die Linzertorte an. Einfacher geht's fast nicht, Hauptsache es ist eine feine Marmelade im Haus. Die runde Kreation machte ich mit Aprikosenmarmelade, was der Engländer mit der anerkennenden Bemerkung "Mhm, schmeckt wie Treacle Tart!" quittierte. Treacle tarts, gefüllt mit Rübensirup oder Golden Syrup, und jam tarts gehören zu den klassischen englischen Backwaren. Vermutlich war eine der Forderungen der Brexiteers: "gebt uns unsere einheimischen Kuchen zurück"! Stimmt, da sind ein paar wirklich feine Sachen dabei, aber die nimmt euch ja niemand weg - wir haben doch die Linzertorte!

Ich habe dieses Mal nicht das Crostatarezept genommen, sonder den Teig nach dem österreichischen Rezept mit geriebenen Mandeln gemacht:
Teig:
200 g Mehl
200 g Mandeln, geröstet, gemahlen (ich habe gemahlene Mandeln genommen, klat)
200 g Butterstückchen, zimmerwarm
150 g Zucker
1 Ei
1 TL Zimt
Belag:
Ca. 1/2 Glas Konfitüre (ich schwarzes Johannisbeerengelee und Apfelgelee)
1 Eigelb mit 1 EL Milch verrührt zum Bestreichen (hab ich weggelassen)

Für den Mürbteig das Mehl mit den Mandeln vermengen, mit den Butterflocken, Zucker, Ei und Zimt schnell verarbeiten. Die Teigkugel in Folie wickeln und ca. eine halbe Stunde kühlen.

Eine Form einfetten oder mit Backpapier auslegen. Die Hälfte des Teigs ausrollen, in die Form legen, glattdrücken. Reichlich Marmelade deiner Wahl drauf streichen (im Original Ribiselkonfitüre).

Den übrigen Teig zu dünnen Würsten rollen.  Sollte der Teig zu weich sein, etwas Mehl dazugeben und nochmal kalt stellen. Dann werden die Stränge gitterförmig auf die Torte gelegt.

Im vorgeheizten Backofen bei 180°C für ca eine Stunde hellbraun backen - aufpassen! 
Weil's pressiert hat, ist mein Gitter etwas "unorthodox" geworden (Originalton Margret G.) Mit dem restlichen Teig habe ich ein paar Plätzchen verbrannt gebacken.

"Mhm, tastes like treacle tart!", my resident English person said contentedly on tasting the round tarte  above. I had spread it with apricot jam, while the classic preserve for Linzertorte is blackcurrant.
Jam tarts are on the list of favourite home-grown cakes for stalwart Brits. But take that, Brexiteers: you are welcome to your jam tarts - good old continental Linzertorte and crostata are way superior!
...and here's the recipe. One of the quickest and most elegant cakes you can make - if you take the time to do the grid pattern properly.
While outside the frost is still clinging to the rooftops, we are completely riveted by our latest box set madness: The Night Manager. Who would have thought, that Hugh Laurie could top his nasty character in "House"..

Saturday, 11 February 2017

Posttraumatisches Frühstück am Samstag

 Kaum scheint die Sonne nach einer schier endlosen Reihe grauer Tage, kommt wieder alles in Bewegung.  Was auf diesem Frühstückstisch nicht zu sehen ist, sind meine Blutdrucksenker. Die letzte Woche war ein schierer Alptraum mit für mich unfassbar hohem Blutdruck. Da mit zunehmendem Alter mein Hang zur Hypochondrie steigt, war ich natürlich überzeugt, dass ich eines Morgens aufwache und tot bin. Ist zum Glück nicht passiert, dank der bedingunslosen Unterstützung der Freundinnen und einer Überdosis Yogaatmung.
Dazu hat mir ein kompetenter Medizinmann bestätigt, dass alles durch die richtigen Kanäle fließt und ich halt, altersgemäß, eine höhere Dosis von dem Zeugs nehmen muss. Da Luisa und ich immer wieder mit Staunen beobachten, womit Mütterlein und Freundinnen alt geworden sind (Fett, Zucker, Kohlehydrate, Pillen aller Art, völlig ohne Diäten und, im Alter, Bewegung), beunruhigt mich das jetzt einfach nicht weiter.
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As a card-carrying hypochondriac, I was mega anxious this week because my blood pressure suddenly went through the roof. With a lot of help from my friends, plenty of yoga breathing and the reassurance from a Doc that everything is flowing as it should, I can now enjoy the first sunny day and my leisurely Saturday breakfast with the favourite man, followed by my new daily whack of Valsartan.
But hey, my Mum lived to over 90 on all sorts of medication plus cakes and coffee...

 

 Eine der Freuden meines Samstagmorgen ist der Gang zum Bäcker für den Brotvorrat der nächsten Tage.
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One of the joys of Saturday mornings is the walk up the hill to the bakery.

 Die entzückenden Töchter "helfen" beim Backen, und der "Bäckerbua", wie meine Mutter dieses Pracklmannsbild immer nannte, schiebt mir immer noch etwas extra in die Tüte - hier ein zweites Schokocroissant und einen "Gruschlkuchen", wie er das improvisierte Gebäckstück neben dem Dinkelvollkornbrot nennt.
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His oldest daughter now "helps" in the bakery, while he always stuffs some extra treat into my bag.



Anschließend spaziere ich mit der vollen Tüte den Kirchhang hinunter und freu mich an dem immer anderen Blick aufs Nachbardorf oder, bei Föhn, in die Berge.  Besonders heute, wo endlich wieder das Licht in der Landschaft eingeschaltet worden ist.

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My way home is down the hill with an ever-changing view of the countryside, sometimes with a grand view of the mountains.

Tuesday, 7 February 2017

Good Housekeeping, oder der perfekte Haushalt

Samstag früh, nach einer durchschnarchten Nacht und Flucht aufs Sofa
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Saturday morning, after fleeing from a snoring attack

Wo ich wohne, kann man morgens nicht schnell die Zeitung kaufen, dazu braucht es eine kleine Autotour. Also lese ich zum Frühstück entweder die von gestern, oder den lieben Guardian, online. Heute früh musste ich über diesen Artikel über schlampige Wohnungen sehr lachen; noch mehr amüsiert haben mich die Leserbriefe, die sich daraus ergaben. Eines der Highlights war die Leserin, die das "hideying up" erfand - das Verstecken von Krempel anstatt mühsamen Aufräumens ("tidying up").
Ich selber bin eine gelungene Mischung aus Schlampe und serienweiser Zwangsneurotikerin. Fenster putzen - nur wenn man bei Sonnenschein nichts mehr sieht, oder wenn meine Vermieterin anfängt, meine Fenster von außen zu putzen. Staubsaugen: ständig, weil mir schon bei einem Haar, das auf dem Teppich liegt, gruselt. Sollte ich im Bad ein Silberfischchen entdecken, bin ich praktisch am Telefon zum Kammerjäger. Ich finde die eingebauten Duschtüren eklig und hätte lieber einen Vorhang, den ich in die Waschmaschine stecken kann. Andererseit ist das Leben zu kurz, um ständig mit der Essigflasche den Kalk aus der Badewanne zu kratzen.  Und den Saum vom Vorhang im Klo habe ich immer noch nicht umgenäht. Man arrangiert sich halt.
In der Küche bin ich ständig am Wischen und Kehren und gehöre unglücklicherweise zu den Köchinnen, die während des Kochens schon zwanghaft abspülen und wegräumen. Aber mein Backofen... Wie kriegt man diese jahrelangen Kohleablagerungen je wieder weg? Ich tröste mich mit dem Gedanken, dass ich beim nächsten Umzug einen nagelneuen Ofen kaufen werde. Und dann wird alles makellos sauber sein. Oder doch lieber gemütlich?
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Due to living nowhere near a newsagent, my breakfast is often accompanied by reading the Guardian online (I have paid up, by the way, and recommend we all do it!) This article by Michele Hanson made me laugh - she often does that. Among the very amusing comments someone came up with the notion of "hideying up" as an alternative to tidying - shove it under the sofa.

Personally, I wouldn't say I am a slob - I am a mix of laissez-faire and OCD around the house. I don't like hairs on the carpet - instant hoovering, at the same time I couldn't care less about cleaning my windows, until the first spring sunshine comes. But if I spot just one creepy-crawly around the house I go into spasms, ready to call Pest Control. I like things to be hygienic, but life's too short to spend it on all fours cleaning under the sofa.

My oven is charred, I can't look at it. I am looking forward to the next time I move house when I can finally buy a new one. I am, however, one of those unfortunate obsessive cooks-cum-kitchen porter who clean and tidy whilst cooking, which doesn't aid concentration on the main task.
One day, my life will be balanced and relaxed, clean and cosy. And I will have sewn a seam on the bathroom curtain.
Grown-up, in a word.



Zwischendurch scheint die Sonne, man kriegt Lust auf eine marokkanische Teeparty. An Minze fehlt es auf der Terrasse gerade, also machte ich grünen Tee mit Minze. Kuchen vom türkischen Laden in Grafing.  
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We do get occasional sunshine, even in winter, calling for an impromptu fusion tea party: green tea with mint. Cakes courtesy of our local Turkish shop. We are so cosmopolitan now.