Thursday, 4 June 2015

Unserer Mutter geht es sehr schlecht, sie liegt auf der Palliativstation. Gestern sagte sie ganz schwach: "Bloß weil ich die Augen zu habe, heißt das nicht, dass ich schlafe". Wer weiß, was für Ängste ihr dabei durch den Kopf gehen. So, wie sie da liegt und kämpft und leidet, wünsche ich ihr (und ehrlich gesagt auch uns), dass sie einfach die Augen zumachen und für immer einschlafen kann.
 Hier, mit 67, so alt wie ich jetzt, klettert sie in England über einen Zaun. 
Here, at 67, same age as me now, she is climbing a fence on an English foot path. 
My Mum is very poorly, hardly conscious, in the palliative care unit of our local hospital. Yesterday she whispered to me:"Just because my eyes are shut, doesn't mean I am sleeping". Who knows what horrible anxieties she is suffering. I wish so strongly that she can just close her eyes and drift off to sleep now.

22 comments:

  1. Was du da mit knappen Worten berichtest, erinnert mich an den Tod meiner Mutter vor vier Jahren auf einer Krankenstation mit Palliativbetreuung. Sie kämpfte glücklicherweise 'nur' einen Tag... nachdem sie sich entschlossen hatte, die intensivmedizinsche Betreuung abzubrechen....und das war für alle schon schwer genug.
    Ich wünsche euch allen viel Kraft und bewundere deinen Mut, dich öffentlich darüber mitzuteilen. Wenn ich damals mit jemanden darüber reden wollte, bemerkte ich bei vielen Menschen eine Wand.
    Diese Hürde werden wir alle überwinden müssen, eine englischer 'fence' ist nichts dagegen.
    LG
    Sisah

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  2. Liebe Ilse,
    nach meinen Erfahrungen ist dieses müde sein und diese Unlust zu essen ein Zeichen, dass ein langsamer natürlicher Sterbeprozeß begonnen hat. Ob das Tage oder Wochen dauert, kann ja keiner sagen. Mit Hilfe der Palliativstation kann man aber hoffen, dass dies ganz friedlich geschieht. Ich habe meiner Mutter in den letzten wacheren Tagen alte Fotoalben gezeigt, sie hat oft gelächelt und den Namen der Abgebildeten gesagt. Und ein paar Dinge, die außer ihr keiner über mich wusste haben wir beredet. Darüber bin ich sehr froh. Man sollte diese Zeit nützen auch die letzten Probleme, die man miteinander hatte, wegzuräumen. Ach was schreib ich, Ihr wisst das sicher - ich wünsche Euch friedliche Zeiten Maria

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  3. Man kann es einem sterbenden Menschen nur noch behaglich machen und das könnt Ihr beiden gut.
    Mit Euch hoffe ich, dass sich eure Mutter in ihrer verbleibenden Zeit nicht allzu sehr quälen muß.

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  4. Mich erinnernt das sehr an den Tod meiner Großmutter - diese Kämpfephase war bei uns irgendwann vorbei, und dann ist sie sehr friedlich eingeschlafen und nicht mehr aufgewacht. Ich glaube, es hat ihr sehr geholfen, dass einfach immer einer da war und ihre Hand gehalten hat.

    Ich denke an Euch und wünsche Euch viel Kraft und alles Gute auf dem Weg.

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  5. Ich denke seit gestern öfter an eure Mutter und an euch.

    Herzlichst
    Oona

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  6. Liebe Ilse, ich las es schon drüben bei Luisa. Denke an euch. Ich fand das immer sehr erfrischend und wohltuend, wenn ich bei euch on eurem Weg mit eurer Mutter las (ihr macht das so klasse). Es wird wenig darüber geschrieben. Und es ist so ein wichtiges Thema.
    Ich wünsche euch allen dreien Kraft.

    irka

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  7. ...dieser langsame Prozess steht mir bei meiner mutter noch bevor - sie ist gerade dabei zu erblinden. "aufgeräumt" haben wir schon vor längerer zeit, als sie ihren ersten herzinfarkt hatte, das war sehr befreiend und hat unser verhältnis nachhaltig gebessert.
    ich kann mich da nur meinen vorgängerinnen anschliessen und wünsche dir und luisa
    viel kraft für diese in jeder hinsicht anstrengende nächste zeit.
    von herzen liebe grüße
    karin

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  8. Liebe Ilse- natürlich bin ich auch mit meinen Gedanken viel um euch drei herum - und ich bin wirklich froh über deinen Mut - als Tochter !- es so ehrlich auszusprechen, was du dir wünscht für die mama aber auch für euch -es tut so wohl, wenn das ehrlich u ohne falsches Pathos ausgesprochen wird- und das selbe wünsche ich auch Euch (schon seit einiger Zeit)...
    und dann wünsch ich euch noch viel 'rest-kraft' für streicheln, trösten, beruhigen und lieben und sterben können..ja, da soll man plötzlich 'loslassen 'können- wo doch das leben manchmal so schön ist.. aber was gut ist :lies nach bei gottfr.benn 'was gut ist'....das fällt mir da immer ein. Tr.aus KF

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  9. http://www.aincaart.ch/Friday, June 05, 2015

    ich fühle mit euch mit. Herzlich, Ainca

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  10. Sorry to hear. Your strength in these times is amazing.

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  11. Thinking of all of you.
    Same time last year we were where you are now.
    Hugs to you and to Luisa, and your Mum.
    Lily xx

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  12. Oh, wie tapfer! Möge ihr letzter Gang möglichst leicht und sowohl für sie als auch für euch zu bewältigen sein!
    Beste Wünsche und ganz liebe Grüsse,
    Brigitte

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  13. Liebe Ilse, meine Gedanken sind seit zwei Tagen auch immer wieder bei Euch und Eurem Mütterlein....Ich schließe mich Euren Wünschen an. Möge sie bald sanft einschlafen. Alles Liebe *Hanne*

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  14. Ich denke an Euch! Alles Gute, Petra

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  15. Ilse und Luisa,

    sie hatte euch - ihr hattet sie. mehr geht nicht.

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  16. Tschuldigung - das Benngedicht heißt: was schlimm ist.... aber die entsprechende Zeile beginnt mit :gut ist es.... Tr.

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  17. Ihr seid toll, wie eine Schar Freundinnen, die uns so gut verstehen - es hat ja jede diese Situation entweder schon erlebt oder es kommt auf uns zu.
    Es gibt nichts neues von Mutti, sie liegt da und lässt wohl ihr Leben vor ihrem inneren Auge vorüberziehen. Hoffentlich nur die schönen Erlebnisse.
    Außerdem sind gleichzeitig unsere beiden Auto kaputtgegangen und verschrottet. Super.

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  18. ich wünsche eurer Mutter ein friedliches und schmerzfreies Einschlafen! Ihr habt ihr schöne (oder bestmöglichste schöne) letzte Jahre geschenkt, wie ich in beiden Blogs immer gerne verfolge,
    lg

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  19. Liebe Ilse, ich denke auch viel an euch. Mein Vater war so alt wie euere Mutter und ist im Februar gestorben. Ich hoffe sehr, dass eure Mutter friedlich gehen kann. Alles Liebe für euch, Bettina

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  20. liebe Ilse! Mein ganzes Mitgefühl für Euch. Ich bin, Jin-Shin-Jyutsu Praktikerin,als mein Vater im sterben lag hab ich angewandt was ich gelernt habe und hab ihm das energeischloss Nr. 4 gehalten, das am Knubbel links und rechts des Hinterhauptslochs liegt, dort wo die Wirbelsäule in das Hirn ein tritt. Diese Schloss hoft dem Geist und deer Seele sich in die Erde zu inkarnieren und sich von ihr zu lösen und wenn wir einem Meschen auf dem weg zu seien himmlischen Wurzel dieses Schloß links unsd rechts des Hinterhauptsloch hatlen, dann helfen wir ihm ohne Kampf und Krampf , ohne Atembeschwerden in seine himmlichesn Wurzel zu fließen. Klar das kann dauern, aber ich hab erlebt wie viel ruhiger und schneller mein Vater nach einem Schlaganfall hinübergleiten durfte als seine zimmer genossen und es hat mir sehr geholfen ihm dabei zu helfen. Wenn es dazu noch fragen gib kontaktier mich unter evalengauer@gmx.at Glg und alles was ihr bracht Eva

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  21. Wie weit der Tod doch aus unserer Gesellschaft gedrückt wird - es schreckt mich immer wieder. Ich wünsche deiner Mutter eine gute Reise nach drüben - und bin ein Mal mehr froh, dass ich fest verankert bin, in einem Glauben an die geistige Welt. Sonst würden mich solche Themen vermutlich zutiefst ratlos machen. Das Gefühl der Trauer mildert das aber nicht. Dafür wünsche ich dir alles Gute...

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  22. Alles alles Liebe für diese intensive Zeit!
    Herzliche mitfühlende Grüße
    ELisabeth

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