Sunday, 5 April 2009

Bayrisch


This entry is just about trains and my mother tongue - Bavarian, so no English translation here. Palmbuschen - noch schnell draufgepackt.

Heute wie so ziemlich jeden Sonntag fuhr ich zu meiner Mutter, wie meist mit dem Regionalexpress, der in meinem Heimatort ("Grafing Bahnhof! Hier Grafing Bahnhof") hält, bevor er zu aufregenderen Orten wie Rosenheim, Prien und sogar Salzburg weiterfährt. Was ich an diesem Zug liebe, sind die kernig-bayrischen Laute die man hier noch hört, von den Leuten die vom Chiemgau nach München pendeln, von Kindern die in München studieren und am Sonntagabend mit Essensvorräten beladen wieder in die Stadt fahren, oder heute von einer Gruppe Sportlern. Da hört man noch Formen wie "ees" für die 2. Person Plural ("seids ees jetzt fertig?) und von den Sportlern "der billige Aluschläger hod ned gscheid g'hebt" (Übersetzung: hat nicht gehalten). "A diam" (manchmal) hab ich auch schon gehört, von älteren Jahrgängen, ebenso wie "du Kläzn" (du Armer im Geist), "vogelwuid" (erstaunlich), oder eine Mutter zum Kind "dua ned trenzn" (kleckern, auf deutsch). Eine Sprache die Worte wie "Hosnträträ" enthält und "dynamisch" auf "damisch" reimt (ex-Diatonischer Jodelwahnsinn Otto Göttler und Sepp Raith), muss man einfach lieben.
Meine Mutter ist auch so eine wandelnde Schatztruhe an bayrischen Worten: bei der Beobachtung eines Djs beim scratchen fragt sie "warum dean denn de d'Platten mit de Händ o?" Gute Frage.

5 comments:

  1. I remember the first time I travelled by train to southern Germany (Augsburg). At the time, we had been living in Nordrhein-Westfallen for a few months and were already more or less able to understand what the people around us were saying. But when we made the stop in Stuttgart, the Lokführer changed and all announcements became unintelligible.
    When we moved to Karlsruhe I honestly didn't understand what the people were saying even if they were speaking with just a mild Badisch accent, and I am still having problems (four years on!) with the dialect of the older generations. But I have a Bavarian neighbour who speaks perfect Hochdeutsch :) Sometimes I feel like I'm living in the twilight zone. Will my linguistic tortures never end?

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  2. Hallo Ilse,
    dein neues Headerbild ist einfach fantastisch schön!
    Über bayerischen Dialekt hab ich auch erst neulich nachsinniert und dass z.B. "diarm" kein Nichtbayer verstehen wird. Obwohl ich zwar ursprünglich keine Bayerin bin, aber seit dem zweiten Lebensjahr hier aufgewachsen, mag ich diesen Dialekt sehr und freu mich, ihn ab und an zu hören. Selber sprech ich ja meist ein Mischmasch, verfalle aber ins Boarische, wenn oana so red.

    Liebe Grüße aus der Provinz ;-)
    Constanze

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  3. Liebe Ilse!
    Hier im Thüringischem hat jeder Ort seinen eigenen Dialekt, sodaß man immer heraushört, wenn jemand spricht, wo sie/er herkommt.
    Kennst Du eine "Hitsche"?
    .....und wenn Jörg anfäng zu sächseln, dann komm´ich gar nicht mehr mit.....schmunzel....
    Liebe Grüße
    Grey Owl

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  4. "Trenzen" heißt bei uns (badisch): Fest schnaufen!

    Liebe Grüße
    Luitgard

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  5. Das "ees" wie in "ees Hundsbuam!" ist ein alter Dualis, eine zusätzliche Form zwischen Singular und Plural. Leider höre ich es so selten, dass ich noch nicht verifizieren konnte, ob es tatsächlich immer für zwei Leute verwendet wird.

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