Thursday, 22 April 2010

Brennesselexperimente

Meine Mutter ist im Alter ziemlich "hoakel" geworden (ja, wie sagt man das auf Deutsch? sie isst halt nicht alles) und meine Kochkünste prallen so ziemlich an ihr ab. Zum Glück kocht sie sich noch selber ihre Süppchen, und wenn ich ihr etwas koche, muss ich mir schon was einfallen lassen. Neulich, im Rausch meiner Kräuterentdeckungen, machte ich ihr Brennesselpfannkuchen. Ich kaschierte sie allerdings als Spinat, und hab's ihr erst nachher gesagt - wäre aber gar nicht nötig gewesen, denn es hat sie sehr interessiert. Sie fand ihn gar nicht schlecht. Aber am liebsten geht sie doch essen. My Mum has become a mega fussy eater in her old age, and my cooking efforts usually leave her rather cold. She prefers to make herself a soup in one of her tiny doll's saucepans, but going out to eat is what she really loves most. Last week, at the height of my herb scavenging, I made her nettle pancakes. Mind you, I disgused them as spinach. They were delicious, and she ate a whole one, and she took the nettle revelation on the chin. She is quite happy to try anything.

15 comments:

notquitelikebeethoven said...

Vielleicht "wählerisch"? Wenn ich hier mitten in der Stadt mal irgendwo Brennessel finde dann probier ich diese Pfannkuchen auch mal.

365 Tage said...

das tolle an "hoakel" ist dass es sich nur auf Essen bezieht. Und pass auf wo du pflückst!

notquitelikebeethoven said...

Echt, nur aufs Essen? Da kann "wählerisch" natürlich nicht mithalten. Ich werde das für besondere Gelegenheiten in meinen Sprachschatz importieren...

365 Tage said...

ja - Kinder sind oft hoakel, man kann auch hoaklig sagen (für deinen Sprachschatz ;-)

Oona said...

Meine Mutter (70) kann manche Gerichte einfach nicht mehr sehen oder gar essen. Einen Holzlöffel/Brett will sie nicht mehr anfassen. Sie sagte: " Das möchte ich noch nie. Jetzt bin ich alt genug das auch zu lassen."
Interessant, daß sich das Wort "hoakel" nur auf das Essen bezieht.

barbara said...

Ich dachte, bei Brennessel muß man aufpassen wie man pflückt...
So tolle Rezepte und aus unerfindlichen Gründen wächst in unserem Garten in diesem Jahr aber auch nicht eine einzige Brennessel.
Schöne Fotos, Ilse, werden immer besser!

Oona said...

Ach ja, diese Pfannkuchen sehen köstlich aus!

365 Tage said...

Barbara - soll ja gesund sein, in die Nesseln langen! und danke für das Fotolob.
Jutta, das mit dem Holzbrett verstehe ich!

irka said...

hallo

in sachsen gibts die rede "XY ist mit dem essen heikel." Klingt ähnlich. Heikel sein bedeutet eher nicht wählerisch, sondern schwierig, bis ganz negativ "mäkelt rum".

LG irka

365 Tage said...

irka: natürlich - brett vorm kopf, heikel gibts ja. Und das heißt das gleiche wie auf bayrisch. Danke!

Toni said...

Da meine geschätzte Blogpartnerin Suse ja im hohen Norden ansässig ist, kann ich hier direkt die Übersetzung für Muschelschubser ;) liefern: krüsch

Karin said...

Hier im Norden heißt es "krüsch". Hier wird es am Sonntag Pellkartoffeln mit Saurer Sahne geben. Da kommen diverse Kräuter hinein, unter anderen auch Brennnessel.
Die neuen Kartoffeln sind da. Juchuuu.
Alles Liebe Karin

Suse said...

Mennooooo Tooooni,
das wollte ich schreiben *schippezieh*
Jetzt kann ich nur nach hinzufügen, dass ich bei dem Anblick von diesen Pfannkuchen mit der schönen Bräunung rcihtig Appetit bekomme.

Ingrid Jahn said...

Brennnesselsalat:
Sauce: Salz, Messerspitze Fenchel- und Macispulver, 2 Eßl. Zitronensaft, 6 Eßl. Öl
Salat: 200 g Brennnesseln (zarte Spitzen, das ganze bleibt ja roh), 2 Äpfel (in Stifte schneiden), 100g möglichst trockener Hüttenkäse alles mischen und mit gehackten Walnüssen bestreuen.

und: hoaklig ist mir schon bei deiner blutenburggeschichte eingefallen - geht mir auch so, wenn man selber gut kochen kann, muss es beim essen gehen schon wirklich passen...

Anonymous said...

in wien sagen wir ja "haaglich", wenn jemand wählerisch ist ( nicht nur aufs essen bezogen). und als 50%-mühlviertlerin ist mir "hoakel" oder auch "hoaklich" auch bekannt.
liebe grüße, christa