Saturday, 21 August 2010

Nähre mich redlich

Habe mich gerade auf Luisas Webseite danach erkundigt, wie es ihr geht- wir hatten uns ja beide eine solide Grippe eingefangen, und sie mitten im Umzugsgewitter! Und wieder einmal amüsiert es mich, wie sie noch in der Fiebernacht die Herausforderung und die Möglichkeit eines Abenteuers sieht, während ich auch im Abenteuer alles zusammenhalten und "gemütlich" machen will. In England schaffte ich es, eine Wohngemeinschaft über 25 Jahre wie eine Familie zu leben, und in Spanien war ich nach einigen einsamen Monaten auch bald in Lolas warmen Nest gelandet, das sich inzwischen von Sevilla und Cordoba über München nach London erstreckt. Ich erinnere mich an meine revolutionären Jahre, wo mich im Hinterkopf eher beunruhigte, dass "die Revolution" das Ende von tee-gefärbten Spitzenvorhängen und Kaffee und Kuchen bedeuten würde. Ich bin nicht zum Umsturz geboren. Eigentlich wünsche ich mir nur, dass alles so bleibt wie es ist: Marmelade kochen, Kuchen backen, hin und wieder eine Reise, ab und zu eine Party. Gestern abend: Risotto mit getrockneten Steinpilzen, alles aus Italien mitgebracht (ein kg Carnarolireis 2 euro) - last night I made risotto with dried porcini mushrooms, all brought back from Italy where carnaroli rice costs €2 a kilo!
Samstagsfrühstück con tutto - luscious Saturday morning breakfast Meine selbstgekochte Lieblingsmarmelade: Schwarze Johannisbeere
my favourite home-made jam, blackcurrant
Just checked into Luisa's website to see how she is, as we both caught a vicious flu and hers seemed much worse than mine, in the middle of a tornado of moving house. Again it struck - and amused - me how she manages to see an auspicious challenge, an adventure lurking even in a dreadful feverish night. I have understood that my one desire is to hold things together, even in adventurous situations I want to recreate the familiar. In the sixties, the "revolution", although theoretically desirable, held little attraction for me as it meant goodbye to tea afternoons and hippy curtains. I lived communally in England over 25 years as in a family, I found myself with lasting relationships in Spain, which now stretch to London and even Munich. Nowadays, home-making is my new hobby, I cook jam and bake cakes like to the mother-role born, and I love it - as long as there is a trip and a good party now and then.
scrambled egg, naturally - Kein Samstag ohne Rührei

7 comments:

  1. diese verschiedenheit finde ich so spannend beim verfolgen eurer blogs - und so stärkend! es bildet zudem die zwei seelen ab, die in meiner brust wohnen... danke :)

    liebe grüße aus wien
    ursula

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  2. beim lesen deiner zeilen hab ich überlegt, wie es bei mir ist. ich möchte das gute alte behalten und die neuen abenteuer soll es dazu geben. für revolutionen tauge ich aber auch nicht.

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  3. och - zu kaffee und kuchen sagt doch sicher auch der gewaltbereiteste autonome nicht nein.

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  4. Liebe Ilse!
    In Bewegung war ich eigentlich schon immer, habe auch die Veränderung, die Herausforderung, das Anderssein, das Grenzübertreten gesucht, obwohl ich mit zunehmendem Alter merke, dass ich auch mal ganz froh bin, wenn etwas überschaulich und beständig sein kann, was es ja eigentlich nicht ist.....und ich bemühe mich weiterhin redlich.....mich an diesen Gedanken zu gewöhnen,...das nichts, aber auch gar nichts ewig währt, oder wirklich Bestand hat.
    Es ist halt so.....
    Liebe Grüße
    Rosi

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  5. Essen hält Seele und Leib zusammen! Zu Hause oder beim Abenteuer.

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  6. Der Teller unterm Rührei auf meiner Lieblingstischdecke - sooo delikat, alles.

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  7. Bei deinen Fotos muss steigt immer Almodovar Atmossphaere bei mir auf - dieses Bunt gefaellt mir ausserordentlich gut!

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