Sunday, 6 March 2011

Praktisch perfekt

Bis jetzt definieren banale Einzugs- und praktische Hürden meinen intellektuellen Horizont. Die Integrität von akademischen Auszeichnungen? E-book verdrängt das Gedruckte? Uii - bei Ebersberg gibts an riesigen Baumarkt! Revolten stellen die gesamte arabische Welt neu auf? Wann habe ich endlich Zeit, zu Ikea zu fahren und einen Schrank zu kaufen, damit ich meine Klamotten wiederfinde? Oscarverleihung (ok, interlektuell ist hier wohl zu hoch gegriffen, einigen wir uns auf kulturell)? Bei rundum frühlingsdüngenden 8-jährigen Traktorfahrern unbedingt Fenster zu lassen! Tiger Mums und Bionade-Biedermeier am Prenzlauer Berg? Wen interessiert's - wir brauchen unbedingt einen Toaster. Im Schlafzimmer fehlt eine Art Nachtkastl. Deckenlampe muss montiert werden, wir haben viel zu viele Bilder, die Wäsche braucht eine Woche um im Keller zu trocknen. Welcher Müll muss wohin? Das sind die Themen die mich bewegen. Kreatives Kochen fängt schon allmählich an, lesen findet abends im Bett statt, 20 Minuten max, Radfahren fast jeden Tag. Und der Fernseher, den uns die Vormieter dagelassen haben, dieser Fernseher - WOW! Da sieht jeder Tatort aus wie man sich ein Theatererlebnis vorstellt, würde man denn ins Theater gehen. Und einfach geschenkt, nur weil die Vormieter was Flacheres wollten. Seit gestern steht auch mein Arbeitsplatz, alles steht, klickt und hat seine Ordnung.  Ohne Ordnung und ein paar Bilder an der Wand ist bei mir nämlich weder Kultur noch Intellekt. Übrigens ist Österreich auch nicht weit, ein Mittagessensausflug. Aaah, Amadou and Mariam, wie schön, ich habe wieder Musik (für dieses Stück darf man sich entspannen).
 



Currently, all my brain-space is filled with questions such as: WHERE IS...everything? WHEN can I drive to Ikea and geht a quick wardrobe? I am wearing and washing the same clothes since day one I moved here. Washing takes long to dry in the basement. But at least we have a basement where washing occurs, no more knickers drying on the radiators, or in the bathroom for that matter. WHY does the country have to be full of 8-year old boys driving tractors that scatter shit over every surface? HOW do you attach a lamp to the ceiling? WHICH rubbish goes in what bag? (we have four kinds of rubbish now). WHO cares about what is happening to Julian Assange when you have to decide which wall to hang those two pictures on? HOW LONG will it take before I know exactly where everything is? And will I ever stay up later than 10.30 pm again? We do have a new (inherited) monster TV set with quite a few channels, so there is hope. My work place, too, is now organised, order is emerging out of chaos. And Austria is near, for a Sunday lunch...Ahhh - how lovely, Amadou and Mariam,  music is back (this is a song to listen and get lost in).

8 comments:

  1. Das eine Bild sieht aus wie die Radlanfahrt von Wildenholzen nach Bruck oder täusche ich mich? Kann gut verstehen, dass nach so einem Umzug das Hirn noch eine Weile im Spagat hängt zwischen dem Basalen und Universalen, ähm oder so ähnlich.
    Oh ja, der Duft ... da musst du aber die meiste Zeit des Jahres das Fenster zulassen, so weit ich mich erinnere. Liebe Grüße.

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  2. Viel Spass und (Ent)spannung beim Einleben.
    bbea

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  3. Aber, aber, so wie es ausschaut ist das Schlimmste überstanden.
    Und, den Odel haben wir hier am Münchner Stadtrand auch. Aber Einspruch, liebe Lovelydays, das wird nur im Frühling gemacht, dann ist Schluß damit.Ansonsten pflegen wir den achtjährigen auf dieFinger zu hauen... Wie sollten wir sonst den Sommer auf unseren Terrassen genießen können.
    Übringens kenne ich "den Mo" auch noch als "den Meinen" - wobei e und i unbedingt getrennt ausgesprochen werden.

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  4. landleben verpraktischt. zurück zu den wurzeln.

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  5. Bonjour,
    J'aime la façon dont tu te résentes dans ton profil, avec beaucoup d'humour et de vérité. Rien que pour cela, je vais aimer ton blog, puisque c'est toi qui le fais.
    Bravo, et vis bien ta vie,
    Amitiés,

    Roger

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  6. Das sieht doch schon sehr nach geordneter Welt aus, auch wenn da noch das eine oder andere Puzzleteil fehlt...

    Viel Eingewöhnungslust und -glück!

    Gruss, Brigitte

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  7. Manchmal ist eben das praktische Leben und die damit verbundenen Fragen wichtiger als alles interlektuelle. Irgendwann hat denn alles seinen Platz und dann ist auch wieder der Blick nach aussen da. Alles Liebe Karin

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  8. Märzbecher! Bei dir gibt's Märzbecher! Neid! Und frohes Einhausen noch! "alsessen" verlangt das Sicherheitsorakel von mir! =8-0

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