Thursday, 30 June 2011

Terrassen-Essen

 Als Studentin im Wohnheim am Biederstein hatte ich "French doors" in den Garten, in London hatten wir ein handtuchschmales Gärtchen hinter dem Haus, und in München einen klapprigen Balkon. Aber nie zuvor hatte ich eine private Terrasse, es ist praktisch der letzte Schritt in den Picknickhimmel. Wenn mal die Sonne scheint. Aber wenn sie scheint, und der Steinboden ganz warm unter den nackten Sohlen ist, dann fühle ich mich wie in Venice Beach. Und seit ich entdeckt habe, dass die Tagine praktisch ein Eintopf ist, experimentiere ich derzeit viel mit diesem schönen Gefäß. Gestern - vor dem letzten Großen Regen - machte ich Couscous mit Gemüse. Einen Becher Couscous in die geölte Keramikbasis, die zweifache Menge Gemüsebrühe drauf (ich nahm die Alnatura), und das geschnipselte Gemüse. Ich hatte 3 Karotten, 1 Paprika, eine rote Zwiebel, Knoblauch, eine Stange Lauch und vier große Champignons.  Fehler eins - die Pilze, schmeckte nicht wirklich besonders. Nächstes Mal nehme ich stattdessen wieder die herrlichen Aprikosen. Fehler 2: den Halloumi mit in die Tagine zu tun - er pappte steinhart wie Kaugummi am Rande. Fehler drei: die Karotten müssen in Scheiben geschnitten werden. Aber es ist kinderleicht und trotz allem köstlich. Zwischendurch noch einmal Brühe dazugeben, damit das Couscous unten nicht anbrennt. Ich ließ es zwei Stunden bei 150° im Ofen. Dazu einen frischen Pfefferminztea, oder einen gut gekühlten Bianco Sicilia (bio auch noch)aus  den Weinkellern der Firma Aldi.
  
In my de-luxe students' residence I had my first French doors to a communal garden. In London, the four of us had a tiny but well-used back garden. In Munich, I had a rickety balcony I hardly dared sit on. But now - now I have reached al-fresco eating heaven, deckchair nirvana. When the sun shines, of course. Which it did until yesterday, and what with the warm marble under my feet, the lavender smelling gorgeous, and the tomatoes ripening I feel like I am on a permanent holiday (today: holiday over, it's raining cats,dogs and any number of pets). Still, yesterday I experimented with the Tagine again, it's LOVE! I oiled it, put a large mug of couscous in the bottom, covered it with bouillon (? broth? when is a broth a stock and when is it a bouillion?). On top, a number of chopped vegetables like carrots, red peppers, garlic, a leek, and a few mushrooms, plus herbs, and spices like paprika and harissa. I made three mistakes: one, mushrooms don't taste particularly nice cooked like that. Two, I didn't add enough stock and the couscous stuck to the sides. Three, I put some chopped halloumi in which just burnt to the sides and was impossible to get off afterwards - think chewing gum. And the carrots were too big, a bit al dente. Stick it in the oven, low temperature, a few hours, whatever. Add a nice bottle of chilled white wine (in a glass). Or mint tea, for authenticity.

11 comments:

Anonymous said...

ja so eine Terrasse ist schon was feines, ich glaub meine Zeit für Wohung mit Terrasse oder Haus mit Terrasse ist auch bald gekommen !!
Dann haben die Katzen mehr Auslauf, und ich hab keine Katzenhaare mehr in der Wohnung!!!
....und ich will viele Obstbäume und Sträucher !

nata said...

Halloumi und Pilze hätten mich daran auch gestört. Das liegt aber eher daran, dass ich Pilze nicht vertrage und Halloumi nicht mag. Ansonsten ist das wirklich ein ideales Essen für einen lauschigen Abend auf der Terrasse.

Anonymous said...

....ein kleiner Tipp vielleicht zum "Eintopf", ich schmore das Gemüse (und auch Fleisch)lieber allein und in der Reihenfolge nach der "Bißfertigkeit" und mach das Couscous nebenbei dazu, dann ist es nicht so ein Gatsch.......

lg aus dem fast herbstlich kühlen Wien, diese Tempschwankungen sind schon der Hammer

waldviertelleben said...

schön hast du es. ja, das draußenleben, draußenessen, draußenfeiern hat was.
lg ins bayrische

barbara said...

ab nächster woche gibt es dort "quattro bianci" - eine sizilianische cuvée aus vier traubensorten. weine habe ich noch nie da gekauft, werde deine empfehlung jetzt mal probieren.
in marokko gab es seinerzeit eigentlich immer nur ein tajine: kartoffeln, karotten, wenige tomaten und eventuell mal a hennahaxl. und schon mal gar nicht war es gut gewürzt. habe die küche dort als ausschließlich öd erlebt.
der jüdische tscholent ist ähnlich deiner variante. schmeckt im winter sehr gut mit rinderbrust und gerstengraupen.

Oona said...

Diese Terrasse ist wirklich schön. Kein Vergleich zu dem lütten Balkon in München.
Worum ich Dich echt beneide ist die Hausgemeinschaft mit deiner Schwester. Mit Familie zusammen zu wohnen kann toll sein.
Gruß Oona

Anonymous said...

also, ich mach tajine ( leider viel zu selten) immer so: nicht im backofen, dafür auf der gasflamme.
öl in den keramikunterteil, zwiebel( wenns orientalisch werden soll auch die entsprechenden gewürze) drin anbraten und dann fleisch ( oder tofu) anbraten, mit etwas wasser angießen, gemüse ( und wenns passt, getrocknete früchte) reingeben.
deckel drauf, oben in den napf ein wenig wasser und alles gut durchkochen lassen.
fallweise rühr ich das ganze auch um.
reis, couscous oder brot gibts dann dazu.
vor allem die soße am schluß ist supergut...

lg, christa

365 Tage said...

Christa, Gasflamme hab ich leider nicht, und ich kann mir den Steinguttopf sowieso nicht auf Flamme vorstellen - geht das gut?

Mo said...

Think I'll come to lumch. Looks delicious

Michaela 3er said...

Uns hat die Tajine vor 2 Jahren durch den Sommer gerettet, als wir zwar ein Häusl mit Garten fanden aber noch keine Küchen hatten. Also setzten wie die Tajine auf die Grillkohle- keine 20 Minuten und alles ist durch aber noch bissfest (Vegetarisch+Fisch) - von Gatsch dann keine Rede! Auf Flamme (Gas) geht angeblich tatsächlich, genaue Infos sowie tolle Rezepte gibts übrigens bei AliBaba unter http://www.tajine.de/Rezepte/ - oder derzeit direkt auf Stand vom Tollwood. Grüße, Michaela

Nicole said...

Das sieht ja wohl sowas von lecker aus :D
Und der Garten ist einfach traumhaft!
Lieben Gruss unbekannterweise aus der 'Wueste' :)