Tuesday, 19 July 2011

Fotografieren

Fotografieren gehört zu meinem Leben wie kochen und essen, und ich vermute, atmen. Unsere Familie ist durch Fotos voll dokumentiert, wie wohl viele andere Familien. Meine Mutter machte wunderbare Bilder von den Bergen und ihrer "Mädlgruppe", während mein Vater mit Rolleiflex, Stativ und Selbstauslöser unterwegs war und meine Schwester und mich immer wieder zu kunstvollen Portraits arrangierte, was nur einer der Gründe war, warum wir Ferien bei ihm scheuten. Wenn ich nicht 1966 im letzten Moment einen Platz am Pestalozzigymnasium bekommen hätte, wäre ich heute gelernte Fotografin; meine Mutter hatte mir schon eine Lehrstelle besorgt.
Sobald ich eine eigene Kamera hatte, war ich nicht mehr zu halten. Dokumentiert wurden meine häufigen Reisen nach Rom in den 70ern, meine englische Punkphase in den 80ern, mein Leben als Caféwirtin in den 90ern sowie das Jahr 1995/6 in Sevilla. Das 21.Jahrhundert machte Schluss mit den schweren Fotoalben, mit Negativen und Filmrollen, und ich fühle keinen Funken Nostalgie dafür. In den 10er-Jahren fing dann das Kochen und "food photography" an, und das läuft ja bekanntlich weiter: Fortsetzung folgt.
 Meine Mutter unterwegs mit Kamera in den Bergen - my Mother taking pictures in the Alps
Eine der verhassten Selbstauslöserfotos, ich links mit geballter Faust, der Vater, und meine Schwester, die gute Miene zum bösen Spiel macht
The dreaded self-timer shot, me looking menacing, our Father, my sister humouring him
Do I like taking photographs? Is the Pope a catholic? I love taking fotos, sometimes I suspect I live to take fotos. If a twist of fate hadn't sent me to a "Gymnasium" (grammar school), I would be a trained photographer now: my Mum had already found me an apprenticeship. My whole family is about taking pictures, or in the case of my father, about "photography". Mum took countless pictures of her beloved mountains, he had a Rolleiflex, and when we were children, he would spend hours arranging my sister and I for arty portraits. We remained unamused, of course.
Ich mit Bine und Tony Allen in Camden Town, outside the Hawley Arms, in 1981
But as soon as I discovered taking fotos for myself, there was no holding me back. I took fotos of my endless trips to Rome in the 70s (cherchez l'homme), the band, the demos and the homes in London in the 90s, the café we opened, the trips we took, and my year in Seville in the mid-90's, and of course the friends, the lovers, the games, the clothes...Piles of foto albums now in the cellar, and finally, in the 2000s, everything went digital, no more lugging heavy fotobooks...I took to the digital like a duck to water and don't miss the rolls of films, the negatives, the paper fotos at all. My love affair with food photography is documented right here, in my blog and...to be continued.

6 comments:

  1. Das erste Bild der Mutter finde ich schön. Noch so richtig alt.
    Ohne Fotografie wären wir arm dran.
    Oona

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  2. Liebe Ilse,
    und da meintest Du letzte Woche noch, Dir fielen keine guten Geschichten mehr ein...
    Gerade diese Reise in die Vergangenheit habe ich seeehr genossen und komme mir gerade ein bisschen langweilig vor... spielt doch mein Leben seit 43 Jahren am selben Ort.
    Also: Ich freue mich sehr auf die Fortsetzung... und finde Deine Fotos und Texte über das gute Leben wunderbar!
    Danke fürs Teilhaben-Lassen.
    Anja

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  3. Nur weiter machen.Unsere erinnerungen leben mit unseren fotos:)

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  4. Fotos sind was wunderbares! Wir haben auch in unserer Familie gefühlte Millionen davon. Seitdem ich einen eigenen blog habe, wächst dieser "Berg" natürlich unaufhörlich weiter. Gerade heute ist "Ausmisten" angesagt. Die guten ins Töpfchen, die schlechten....;) Das Wetter ist wie geschaffen dafür.

    Ach übrigens....Ich hätte gerne ein paar Fotos aus der Caféhaus- und der Punkzeit gesehen :)

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  5. Boah, alles von eben weg, weil ich unvorsichtigerweise auf die Entertaste drückte, statt mir unten noch die passenden Kästchen auszuwählen. Also versuch ich's noch mal:

    Danke für die Fotoeinblicke in dein Leben. Die schroffen Felsen auf dem mütterlichen Foto haben gleich wieder totale Sehnsuchtsgefühle ausgelöst. Witzig die Kuh.
    Auf dem Papabild ist Luisa ja schon gut zu erkennen.
    Und deine Bilder aus der Musikzeit und wie du da aussahst, finde ich sowieso immer spannend.

    Liebe Grüße über die Äcker, constanze

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  6. Hallo ihr Lieben - danke für die Kommentare!
    Hanne - Cafe-Fotos gibts hier

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