Friday, 30 September 2011

Küchendesaster

Heute muss ich mich mal etwas schmerzhaft als Versagerin outen. Meine Kochkunst ist komplett experimentell: ich habe eigentlich erst mit dem Bloggen so richtig gelernt, etwas Raffinierteres als spaghetti al pomodoro zu machen. Und vieles gelingt mir, schmeckt wunderbar und ermutigt zum weiter-experimentieren. Aber neulich habe ich mich endlich an Hannes Paneer gemacht. und es is so richtig grandios misslungen!
Was habe ich falsch gemacht? Statt Frischmilch habe ich ihn mit H-Milch gemacht. Den Zitronensaft habe ich - ungeduldig - vielleicht zu früh reingeschüttet. Auf jeden Fall hatte der "Käse" die Konsistenz von Couscous, schmeckt wie Pappe (Bappadeckel heißt das übrigens bei uns) und war - ungeniessbar.
Dabei kann man ja - wie man hier sieht - auch die grauslichst misslungene Versuchsserie noch schönfotografieren! Und noch was zum Thema Versagen: meine Sirupe - sowohl der Ribisl (so heissen Johannisbeeren nämlich auf österreichisch), der Rhabarber als auch der vom Holler - haben sich leider nicht als konservierbar erwiesen. Sie haben alle wunderbar geschmeckt, aber selbst im Kühlschrank nicht länger als zwei Wochen gehalten und sind böse verschimmelt.  Hat irgendjemand einen Ratschlag - welches Konservierungsmittel hätte ich außer Zucker und Zitronensaft benutzen sollen?
This one is about failure. About cocking up, about producing inedible food. The other day I finally got round to trying out a recipe for an Indian cheese, paneer. I had found it on a German blog. Hanne's paneer looked deliciously creamy. Mine turned out looking like couscous grains, and tasting of cardboard. What did I do wrong? Instead of fresh milk, I used long-life. And quite possibly I put the lemon juice in too early.
But as you can see, it is possible to make even inedible food look delicious - I believe that is the secret of food photography, anyway.
Another disaster, while we are on the topic of failure, was my (admittedly first ever) syrup production. I made rhubarb, elderberry and raspberry syrups, all of which tasted wonderful, but did not keep. I had to chuck the lot because they went mouldy after a few weeks.
Any advice?

22 comments:

  1. http://www.ichkoche.at/kalter-ribiselsaft-rezept-5866
    du bist sicher die beste köchin zwischen palermo und scheibbs.
    ich ja gar nicht, wollte dir für den saft zu pektin raten, die von ichkoche.at nehmen einsiedehilfe. ist ja wahrscheinlich ähnlich. und ich denke das wichtigste ist sterilisieren.
    der spruch zum tag: wahre größe entsteht im scheitern.
    liebgrüßt
    ingrid

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  2. Hahaha... Ilse, Du bist mir so sympathisch. Nicht viel haben die Größe sich zu "outen" im Küchenbereich.
    Das Foto mit der Zeitung als Unterlage hat mich laut zum Lachen gebracht. Herrlich!
    Ganz lieben Gruß von Oona
    aus dem so strahlend schönen Bremen mit super Wetter und LICHT.
    Gerade esse ich meinen ersten Pflaumenkuchen in diesem Jahr.
    LECKER !

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  3. Liebe Ilse ich denke, dass es an der H-Milch lag....in der experimentellen Küche ist ein kleines Desaster oft auch ein Kitzel für weitere Höhenflüge... bei mir wenigstens : )
    Werde mich gleich ans simple Rezept ohne Schnigg-Schnagg wagen....
    Muss die Milch noch nutzen, höre am Sonntag mit der Melkerei für diese Saison auf.
    Merci für den Hinweis
    et à bientôt
    Brischitte

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  4. denk dir nichts, um gut zu werden muss man fehler machen.

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  5. Es hat geklappt chère ilse....
    jetzt muss ich noch auf rezeptsuche....
    bbbbb

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  6. ha .... vor dem problem stand ich auch. lösung: saft in viele kleine plastik-babyfläschchen füllen - und einfrieren.
    gruß
    c.

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  7. Am Besten finde ich die Tischedecke mit "die Arbeit als Lebensvernichtungsm(ittel/maschine?)". Ungenießbar sieht trotzdem optisch sehr ansprechend aus.

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  8. ich bedanke mich für die aufbauenden worte!!
    Ingrid - wer kocht dann in Scheibbs? danke für den Tipp, ebenso an C. für die praktischen Babyflascherl!
    Und Brischitte - so ein Käsli machst du doch im Schlaf!!

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  9. ...also sicher lags an der H-Milch, ich kenn jetzt das Rezept nicht, aber zum Käse machen braucht man Milchsäurebakterien oder ?? und die sind in der H-Milche sicher tot.....

    das Problem mit den Sirups kenn ich auch, hab auch noch keine Lösung dazu gefunden, aber vielleicht tuts einfach mehr Zucker und ein bissl Einmachhilfe...

    Das letzt Foto mit der Arbeits UND dem mißlungenen Käs stimmt mich traurig.......aber es ist natürlich genial !

    trotzdem schönes WE aus wien, vielleicht gibts ja noch guten Kuchen für Sonntag !!

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  10. Wie immer sehr gutes Stueck mit fantastishe Fotos;)

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  11. Ach Ilse :) Du machst sogar aus einem mißlungenem Käse einen witzig-schönen Beitrag. Das Zeitungsfoto - ich habe gerade laut rausgelacht! Das nächste mal wird's was, wirst sehen :)

    Lieben Gruß *Hanne*

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  12. Kochtipps kann ich dir keine geben, Ilse, - aber die Fotos sind sowas von gelungen, echt! Auch das Headerbild ist vom Feinsten!

    Liebe Grüsse,
    Brigitte

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  13. zu der langanhaltenden haltbarkeit der siruppe:meine schwedische schwiegermutter und meine tiroler almwirtin haben das so gelöst:abfüllen in kleine plastikflaschen(kleine selters)und dann ab in die gefriertruhe.beide arbeiten ohne konservierungsmittel.wenn ich so eine kleine flasche dann herrausnehme, hält sie bei zügigem verbrauch locker drei wochen im kühlschrank.und kein schimmel und kein dreck und leckka

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  14. mit den säften kenn ich mich nicht aus.
    mit paneer schon.
    mit 3 liter frischmilch und nach rezept hergestellt, kam ein ähnlicher murks raus wie bei dir.
    ich mag paneer mit spinat ganz gerne, und nun kaufe ich ihn beim inder hinterm kaufhof am stachus.
    der kann den.

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  15. Aha - die Plastikflascherl sind die Antwort auf den Sirup.
    Und Paneer fertig kaufen ist die Lösung für Nr.1
    Frau kann ja nicht alles können.
    Ich freu mich sehr über euer lustiges und aufbauendes Feedback!

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  16. Als nicht-kochende Schlemmerin kann ich leider zur Lösung der Konservierungsprobleme nichts beitragen - möchte aber unbedingt endlich mal mein großes VERGNÜGEN an Ihren/Deinen wunderschönen Küchen-Utensilien (wie z.B. aktuell das alte Salat-Sieb!!) bekunden!! - Wie gesagt: ich koche höchst selten und dann äußerst schlicht - aber wenn, dann ist Teil der "rituellen Handlungen" beim Entstehen von Suppen etc. immer auch altes "Graffl". Mein Lieblings-Graffl ist ein alter Kartoffeldämpfer (unten Wasser, dessen Dampf dann über die Kartoffeln im aufgesetzten löchrigen Oberteil zieht und sie, ohne sie auszulaugen, gart... - Wunderbar altmodisch und höchst effektiv! - Ein wunderschönes Wochenende und Grüße von Heike, der Freundin der Erdäpfel!

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  17. Hallo Heike, danke für dein Lob meines alten Graffls!
    Mir ist sofort unser dunkelroter Emaille-Kartoffeldämpfer eingefallen - genau der von dir beschriebene - den leider meine Mutter im zuge des wohlstands rausgeschmissen hat. Ich liebe es auf Flohmärkten nach Graffl zu suchen!

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  18. Hach, wie lieb, auch mal die Miserfolge zeigen. Es geht uns ja allen so, mal ein grandioses (oder einfaches) Rezept ausprobieren, und dann passiert was. Bei mir klappte es bei einer Hollandaise nicht, und ich fing nochmal von vorn an.
    Den Kaese hab ich schon oefter gemacht, hier mehr bekannt als Ricotta - dasselbe Rezept - aber immer mit Frischmilch, und wird wirklich wunderschoen, und bis jetzt ist mir nicht gelungen, ihn anders als einfach nur pur zu essen oder zu verbrauchen.
    Weiter so! Ich freu mich schon auf neue Bilder oder Geschichten (aber es ist kein Druck dahinter, einfach leben ist wichtiger)
    LG

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  19. Hallo Ruth - danke für den Ricotta-tipp! Und - in der Küche gibts keinen Druck, alles Spaß!

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  20. It does look wonderful...but to be honest, I wouldn't even clean my car with H-Milch... I can't drink tea or anything else with that in it... Igitt!!! But I'd give it another go if I were you....in fact I might try it myself.Hope you're all well x

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  21. Man muss eben auch so richtig grandios scheitern können! Wunderbare Fotos dazu, die mich sehr erheitert haben, auch wenn ich zur Lösung Ihrer Probleme wenig mehr als ein Lachen beizutragen habe. Nämlich auch nur den allseits erwähnten Tipp mit der Frischmilch.

    Sie befinden sich in bester Gesellschaft, wer produziert nicht bisweilen Küchenunfälle? Bei mir gab's am Samstag eine richtig hässliche Tarte Tatin, die sich im Ofen zu Apfelmatschmus auf Mürbteig entwickelte ... nicht fotografabel und ich habe ihr ihre Unansehlichkeit übel genommen. Zumal sie aus - wohl zu mehligen - Märchenäpfeln aus der Mitnehmkiste hergestellt wurde. Aber sie schmeckt erheblich leckerer als sie aussieht, das versöhnt ...

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  22. Liebe Ilse,
    ich glaub, das gehört dazu, dass bei Küchenexperimenten auch mal was schief geht oder eben nicht so supertoll schmeckt. Ging und geht mir genauso. Der Hollersirup ist, glaub ich, noch gut. Also was den in meinem Keller angeht, bin ich mir nicht ganz sicher (ich mag zu dieser späten Stunde auch nicht mehr im Nachthemd runtergehen und gucken), aber die Flasche, die bei Andreas steht, sah am letzten WE noch ganz unschuldig und unschimmelig hellgelb aus. Ich hab das Zeug zweimal gekocht. Einmal Wasser, Zucker und Zitronensäure kochen, dann die Hollerblüten dazu und mehrere Tage ziehen lassen. Anschließend abgeseihert, noch mal aufgekocht und in Flaschen gefüllt. Die hab ich kurz umgedreht, so wie ich das mit den Marmeladegläsern auch mache. Muss morgen dringend mal in den Keller ...

    Liebe Grüße nach England,
    Constanze

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