Tuesday, 6 December 2011

Landliebe

Das hat jetzt nichts mit der biologischen Haarfarbe zu tun, die wir alle in unserer Jugend ins Haar schmierten. "Henna" sind die Hühner, und der Bauernhof, der sich an Wochenenden in ein Café verwandelt , heißt auch nicht Café Hennadreck, als das viele Münchner es kennen. Es heißt Café Bauer, und weil früher die Hühner zwischen den Biergartentischen herum liefen, hieß es halt kurz und deskriptiv - Hennacafé. Eigentlich "Heenakaffee". Aber egal. Heute, zu Nikolaus, macht das Cafe Bauer für den Winter dicht. Die Geschwister Bauer halten sich bedeckt, ob sie im Frühjahr wieder aufmachen, "woas no ned, ob i wieda mog", sagt Herr Bauer. Während der Hochsaison backen sie nächtelang Kuchen, weil da das Telefon nicht stört, und mittags gibt es riesige Fleischportionen mit -zig Beilagen, je nachdem was halt da ist. Frau Bauer kennt ihre Kunden, mittags kommen die örtlichen Bau- und Landarbeiter, Rentner, ältere Ehepaare und hin und wieder welche von "auswärts". Wir fühlten uns zu Stammgästen geadelt, als Frau Bauer uns fragte, wo denn heute die Mama sei (krank, hängt am Sauerstoff, kommt derzeit nicht aus dem Haus: "Ja mir habn viele mit Sauerstoff".
Am Wochenende hat das Hennacafé inzwischen den gefährlichen Geheimtipp-Status erreicht, also neben den üblichen Radlern auch Porsche- und andere Cabriofahrer. Gestern wanderten Luisa und ich zum Abschied nochmal hinauf und trafen auf eine heitere Runde. Zum Abschied gab es Schmalznudeln, über die unsere Tischnachbarin sagte "Mei de san so fett" und sie, zum Entschärfen, in Zucker eintauchte.
Das ist das Gefährliche hier: man sieht sich um und sieht, wohin es figurmäßig hingehen kann. Aber jetzt ist ja erst mal Pause.
 Indoors during the cold season - ab November nur noch drinnen
 Das war der Biergarten zu Kirchweih, Mitte Oktober - Beergarden this sunny mid-October
 Manchmal trifft man Freunde - hier versuchen wir Maria davon zu überzeugen, dass ihr Rot steht.
Sometimes we meet friends (Luisa trying to sell the colour red to Maria)
 Der Weg ist das Ziel - even getting there is a treat
The beer garden during the summer has become something of a legend and "far too much work", and every year they are hovering on the brink of having had enough ("please don't tell any more people about us"). In winter, only the local farm and building workers, plus a few regulars, come to eat lunch indoors. When Frau Bauer asked after our Mum yesterday (at home, can't go out because she is hanging on an oxygen supply, to which she cheerily said "We have quite a few customers on oxygen"), we felt proudly accepted as tried and trusted regulars, because she can be quite short and sharp, too!
The only thing is - you look around the room after a lunch, and you see your future bodysize flash before your eyes. But first, we are all taking a long winter break now...
Kuchen zum mit heimnehmen - da braucht's diplomatische Beziehungen
Last cake take-away this year...

4 comments:

  1. mei, des schaut alles guat aus. und jetzt kommt die kekszeit für die figur.
    liebgrüßt aus dem schnee
    ingrid

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  2. Eine schöne, aber leicht traurige Geschichte, falls das Heenacafé dicht machen sollte. Wieder ein Stückerl Geschichte weg. Aber nachvollziehen kann man es ja schon, bei so viel Arbeit...Laut aufgelacht habe ich bei den fetten Schmalznudeln, die "zum Entschärfen" in Zucker getaucht wurden!!! :)

    Zum Glück habe ich mein Abendessen noch vor mir - bei so vielen Essensbildern ;)

    Lieben Gruß *Hanne*

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  3. Das Leben kann ja so viel bieten! :-)
    Mir gefällt diese Üppigkeit, auch in den Bildern und der Sprache.

    Ein Paradies nicht nur für die Hennen!

    Liebe Grüsse,
    Brigitte

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  4. Ich war so frech, die "entschärften" Schmalznudeln in unserem Blog (www.die-meine.de) zu erwähnen - nachdem ich unter dem Tisch wieder vorgekommen war...
    Vielen, vielen Dank für Ihre immer wieder meinen Tag humorvoll eröffnenden Einträge!

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