Monday, 26 March 2012

Blütentee und totale Sauerei*, part one

Ja, ich bin wieder aus Berlin zurück, körperlich lädiert, emotional überfordert und geistig im Ruhezustand-Modus. Dabei noch schlaflos und hyperaktiv: im Halbschlafe habe ich heute früh schon einen göttlichen Brioche/Buchtel/Zopf gebacken, dann die Sommerbetten aus dem Keller geholt, 7 von 10 Fenstern geputzt, die Winterbetten in der Sonne gelüftet, Spaghetti all'amatriciana gekocht...und nachmittags radelten Luisa und ich die kranke Mutter besuchen. Als ich erkältet aus Berlin zurückkam, wurde sie auch sofort krank, nach dem Motto: was du kannst, kann ich besser. Gemein? Pflegt ihr eine kapriziöse aber liebenswerte alte Mutter und fühlt euch gerade selber ein bisschen klapprig? Na also!
Irgendwann komme ich sicher dazu, ein paar Berliner Bilder zu zeigen. Inzwischen sei gesagt, dass ich in der knappen Woche mehr Kultur-, Shopping-, Freundetreff- und Essengehprogramm erlebt habe als keine Ahnung...ziemlich lange. Oder war ich irgendwann einfach jünger?
Hier ist jedenfalls erst mal die im Titel enthaltene Sauerei, verspeist bei Sarah Wiener im Hamburger Bahnhof:

Der Blütentee ist dort zu besichtigen.
Jetzt aber gibt es zur Belohnung für geduldiges Warten den 7-Uhr-morgens-Briochezopf, der einfacher nicht gehen könnte:
Man häufe einen 500g-Berg Mehl auf, in die Mitte eine Mulde in welche man einen Würfel Hefe bröckelt. Zwei EL Zucker, Prise Salz und warme Milch drauf, mit Mehl verrühren und gehen lassen.
Fenster putzen.
Dann zwei Eier verrühren, die Schale einer Biozitrone reinreiben, zusammen mit 60g weicher Butter in den gegangenen Vorteig rühren. Alles verkneten, bis der Teig elastisch wird, wenn nötig etwas lauwarme Milch reinmischen. Ich habe den Teig in zwei Hälften geteilt, ein bisschen verknotet und das Gebilde in einer Bratreine mit Butter übergossen und im vorgewärmten Backofen aufgehen lassen. Wenn die gewünschte Größe erreicht ist, auf 200° (ohne Umluft) erhitzen und backen bis er fertig ist (Holzstäbchen rein zum Testen etc.)
In dicke Scheiben schneiden und auf der sonnigen Terrasse wie den geliebten südenglischen "cream tea" anrichten: statt "clotted cream" dick Schlagrahm, und statt der traditionellen Erdbeermarmelade meine selbstgemachte Zwetschgenmarmelade drauf, dazu schwarzen Tee mit viel Milch. Himmlisch.
I came back from Berlin a mental, physical and emotional wreck after meeting more people, eating more meals out, browsing through more shops and doing more culture than since...I don't know when. Now I have gone into overdrive at home. Sneezing, coughing, baking brioche, cleaning half a dozen windows, cooking spaghetti all'amatriciana, shaking out winter duvets, putting out the deck chairs. Somebody stop me, please!
On top of it, my Mum got sick I as soon as I told her I was sick. In fact, sicker. You think I am being beastly? Are you looking after a capricious but charming parent while feeling under the weather? You see! Of course my sister and I did go on a bike excursion to visit Mum, anyway.
There will be quiet moments when I sort through my Berlin pics and post some. For now, let this blue drink be an inspiration, and check out the three piggy sausages, nicely arranged with pea shoots, I enjoyed in a Museum café.
For now, I would like to give you this recipe for a super easy brioche loaf that I made, half asleep, at 7a.m. this morning: Put 500g plain flour in a large bowl, make a hollow in the middle. In this you put 25g fresh yeast or the equivalent (a packet of dry yeast?), a couple of spoonfuls sugar, a pinch of salt and enough warm milk to make a little dough with a fork. This you leave to rise while you clean your windows, for example. Proceed to mix in two eggs (beaten with the zest of an organic lemon), and 60g soft butter, salted or unsalted, doesn't matter. Now you start to mix in the flour and make a serious dough with your posh Kitchenaid - I did it with my hands, kneading, mixing in warm milk until you get a supple ball. Now you can do what you like with it - make individual brioches in a muffin tin, or a bread loaf. I made a two-piece plait, covered it with liquid butter and put it in a warm oven so it could get cosy and rise properly. When it looks right, heat the oven to 200°C and bake the brioche - you will see when it's ready.
This is my Bavarian cream tea, with whipped cream and my home-made damson jam, on our sunny terrace. Country bliss.

17 comments:

jüre said...

hei diese bilder geben direkt hunger!
wünsch gute besserung und grüsse herzlich aus der schweiz

*HANNE* said...

ENDLICH wieder ILSE-LESEFUTTER! Köstlich, dieser Hefezopf. Den gibt's bei mir die nächsten Tage - spätestens zu Ostern. Und genial dabei finde ich, daß danach die Fenster wieder blitzblank sind ;)

Ach ja der Tee....ein wunderschönes Foto und ein interessantes Getränk.

Lovelydays said...

Ja, in Berlin da steppt halt der Bär, Ilse. ;-) Na ja, ich hab's ja eher ruhig angehen lassen, als ich dort war, kann mir aber vorstellen, dass es nicht schwer ist, ständig auf Achse zu sein. Freue mich auf Fotos, bitte unbedingt posten in Teil #2 oder #3.

waldviertelleben said...

also dein zopf ist viel schöner als der verlorene würstelteller.
gespannt auf weitere berlin-berichte. shopping - was? rote schuhe?
liebe grüße in den tag
ingrid

Heike said...

Was ein Tempo zu anfang und dann der gemütliche Schluss :)
Nur die Erkältung, die wünsch ich mir weg!

magierin said...

erstens bin ich froh, dass du wieder da bist und hier ordentlich kochst und redest
zweitens finde ich deinen blog viel interessanter als sarahs speisekarte
da bin ich superarrogant.die mag ich nicht.aber ihre kenntnis zu nahrung und ihre haltung dazu ist prima.
drittens habe ich mich schon gewundert, wie ihr beide das mit der mutter immer so locker wegsteckt.ich habe das mit meinen beiden eltern seit drei jahren und viertigott bin ich im winter zusammengekracht.abgrenzen ist meine schwierigste aufgabe.ihr macht das so toll, wenn ich das nur hier verfolge.grantelnde eltern, die nie genug aufmerksamkeit bekommen obwohl so viel kommt, o mei...ok. geniessen wir den frühling, deinen tollen zopf und alles was noch kommt.auf dem winterfeldtpaltz hatte ich etwas rumgeschaut, weil ich dachte, dich dort auf dem markt vielleicht zufällig zu sehen.
na dann bis auf bald...

Anonymous said...

Mhhhh - nachdem Luisa schon vom Zopf geschwärmt hat, hab ich einen Blick darauf gewagt - und jetzt sitz ich vor dem Wunderwerk wie der Hund vor der Schweinshaxe.... hmmmm!!!
Vor allem aber : Gute Besserung für die Köchin und ihre widerspenstige Kranke! - Mein Mütterlein könnte wohl ihre Schwester sein - mir tönen die "Naaaa"s und "Mog i net"s, "Lass ma mei Ruah" förmlich in den Ohren!

Und zum Schluss noch ein Mega-Lob fürs Fensterputzen!!! - Ich hab nämlich nur 3 geschafft und dann hat's mir gereicht!
Grüße aus der Maxvorstadt von Heike W.

356 Tage said...

Ich muss sagen ich liebe Sarah Wiener, und das Gericht fand ich allerliebst.
rote Schuhe waren nicht dabei, dafür eine total perverse zitronenpresse.
Und: ich wusste es doch, dass unter den Elternpflegern dieses "du kannst mich jetzt mal"-Syndrom schon bekannt ist!

Schwemmholz said...

danke für das briocherezept! das kommt bei mir auch zu ostern zum einsatz. weißt du, ob ich diesen hefezopf auch mit dinkelmehl machen kann?
liebe Traumseegrüße!
karin

Smilla said...

Ich hoffe, dass deine körperliche Lädierung nicht grave ist!! Ansonsten höre ich da einen Kampf mit der Frühlingsmüdigkeit heraus.... obwohl deine Aktivitäten ja echt bewundernswert sind... der Zopf macht glustig!!! und ich denke, dass du in diesem Kampfe gestern mehrere Siege davongetragen hast!!
Habe gerade 1/13 meiner Scheiben geputzt und brauche nun ultimativ einen Apéro... hoffentlich kommt der Bauer bald rein ; )
Die Sauerei der S.W geht ganz bestimmt nicht in die Gelenke!!!
Bisou Brischitte

Anonymous said...

ich freu mich dass Du wieder da bist, liebe Grüße und gute Besserung, Claudia

Ich will............. said...

auch ich bin froh, dass du wieder da bist. und das auto fuhr und fuhr?
ich würde den zopf mal versuchen allerdings die zutat fensterputzen weglassen, die hasse ich.

Anonymous said...

????? ..... ich staune über die energy ...kontrast: ich liege mit meiner erkältung in muffigen winterbetten und starre durch dreckige fenster-scheiben während ich von deinem essen träume...(ausgenommen die süßen grunzenden schweinchen u.a. tiere)
gruß
c.

Grey Owl Calluna said...

Liebe Ilse....jetzt lach' bloß nicht.....ich hab' das erste Bild für "Zutaten" gehalten und nicht für das "fertige" Essen......im ersten Moment.....
Und eine "Energie" hast Du noch,....bewunderswert....
Liebe Grüße
Rosi

Wienermädel + Co said...

Darf ich dir sagen: dein 7-Uhr morgens Frühstück ist mir bei weitem lieber als die drei Würstchen von Sarah Wiener, die ich an sich nicht ungern habe, aber € 9,70 das sind, würde mein Mann sagen, ca. 130,-- alte österreichische Schillinge, das hätten wir niemals gezahlt in der alten Währung. Ich muss schmunzeln, ich habe nämlich heute eine Präsentation bekommen, Preisvergleich Euro-Schilling, da kommen einem die Tränen, deswegen der Kommentar in diese Richtung.Ganz liebe Grüsse aus Wien

356 Tage said...

Servus, Wienermädel&Co. Zum Thema Essen und Kosten werde ich demnächst was schreiben, das ist mir wichtig. €9.70 für drei Würsterl und an Erdäpfelsalat (UND vier Rübchen!!) ist viel, aber alles ist bio und ich weiß, was es kostet, in einem Restaurant gutes Essen einzukaufen. Da zahl ich lieber der SW an Zehner als dass ich für 7€ eine Riesenlappen Schnitzel esse wo ich nicht weiß, wo der herkommt.

Anonymous said...

Der Briochzopf war mein persönliches Highlight zu Ostern!! Vielen herzlichen Dank für das tolle Rezept und sonnige Grüße aus Wien, Sabine