Sunday, 1 April 2012

Höhen und Tiefen, Nudeln und Kartoffeln

Ich bin immer noch merklich krank, hustend, frierend, schwitzend, und frage mich wie ein einziger Mensch so viele Taschentücher vollrotzen kann? Mit letzter Kraft schaffte ich es am Donnerstag, ein köstliches Nudelfest im Hukodi nicht zu verpassen: Legendäre Bloggerin Anke Gröner stellte ihr Buch "Nudeldicke Deern" im exzentrischen Kochlabor des ebenso legendären Mittagessenbloggers und Kochbochautors Sebastian Dickhaut vor. Aus dem Buch, eine Hymne an den Genuss und ein Bekenntnis zum entspannten Körper, wurde von La Gröner amüsant vorgelesen, während der Koch passend zum Buchtitel, ein Menü aus Nudelvariationen kreierte (Kommentar: so leise habe er noch nie kochen müssen, letztes Mal habe eine Tangoband gespielt). 
 Vorspeise war ein fein gewürzter asiatischer Salat mit Reisnudeln und Garnelen.
 Der Hauptgang: Dampfnudeln Dim Sum style, gefüllt mit Salsicce, serviert auf einer im Ofen leise gegarten Tomatensoße. Kritik von meiner Begleiterin: mehr Salsicce und weniger Teig wäre besser gewesen. Die Dampfnudeln werden auf einem Bett von Kartoffelscheiben gedämpft, zum Beispiel um eventuelles Anbrennen aufzufangen...Das wird demnächst mal nachgekocht.
Als Nachspeise gab es ziemlich köstlich aussehende Fingernudeln, in Mohn-Butter gewälzt und mit geriebener Schokolade bestreut. Da war ich leider schon nicht mehr nudelaufnahmefähig.
*****
Eins weiß ich jetzt genau: wenn man krank ist, muss man die Finger vom Kochen lassen. Zwei Versuche in den letzten Tagen gingen dermaßen daneben, dass ich jetzt praktisch Therapie brauche. Ein Zitronenmohnkuchen kam als gummiartiger Lappen aus dem Ofen, außerdem hatte ich statt Mohn aus Versehen Schwarzkümmel genommen...kreisch...).
Das Pesto schmeckt zwar hervorragend, denn mit Olivenöl aus portugiesischen Hainen, gutem Parmesan, Pinienkernen und Bio-Basilikum von der Lieblingsnichte kann nichts Schlechtes entstehen. Bei der Herstellung sprang jedoch das Rührgefäß auf den Küchenboden und hüpfte ein paarmal auf und ab bis der Henkel abfiel. Ich kratzte ganz ruhig fluchend die Reste zusammen, denn von meinem Boden kann man jederzeit essen.
Wenigstens eine Mahlzeit gelang - die Brühekartoffeln habe ich gestern hingekriegt. Das perfekte Essen für unterbelichtete Köchinnen. Einfach Kartoffeln schälen (lassen), in Stücke schneiden, etwa 3/4 mit Bio-Gemüsebrühe übergiessen. Ein paar Zweiglein Thymian und Rosmarin reinlegen und im Ofen bei mittlerer Hitze garen lassen. Da bleibt sogar noch ein Süppchen übrig. In Griechenland, wo dieses Gericht herkommt, wird noch Olivenöl drübergegossen, das haben wir gelassen. Wenn man viel davon macht, kann der Rest aber am nächsten Tag in Kartoffelsalat verwandelt werden. Dazu gabs Fleischpflanzerl. Und TK-Erbsen. Ugly Food?
My readers outside Germany will be less interested in the above described event I attended last week, although the chinese style yeasty dumplings filled with salsicce (served on an oven-roasted tomato sauce) will be worth trying out at home at some point.
NOT now, as I have just had some bad experiences trying to cook and bake while still sick. I made a spectacularly rubbery flat lemon cake, which instead of poppyseeds I flavoured with black cumin...not nice. A case for the bin.
And today I made pesto, which thanks to my severely impaired faculties jumped out of my hand onto the kitchen floor, breaking the handle off my mixing jug. Yes, fuck.
I did scrape most of it off the floor, because it was so delicious. Made with 100% organic Basil, a gift from my dearest of all nieces. Pine nuts, a handful. Olive oil brought back from her portuguese olive groves by my sister. And parmigiano. I love making pesto, even under difficult circumstances.
One dish that did come out edible and without accident was the above pictured dish of oven potatoes cooked in the oven on a low heat, 3/4 covered in vegetable stock and decorated with thyme and rosemary. Cannot fail, and makes a nice potato salad the next day. With olive oil, as the Greeks do it.
They invented this dish.

7 comments:

barbara said...

hier hilft nur noch eine hühnerbrühe und die kocht von allein. wird sich doch ein gockel fangen und den hals umdrehen lassen, oder?
die hühnerbrühe MIT dem fett in nicht homöopathischen dosen essen/trinken.
heißt auch "jüdisches penicillin".

Anonymous said...

Oh jeggerl, oh jeggerl! - Da hilft vielleicht auch ein dreifaches HEILE HEILE SEGEN.... ohne 3 Tage Regen... - Beste baldige Besserung VOR den Ostertagen wünscht Heike aus Stadtmitte!

Anonymous said...

Liebe Ilse,wenn ich krank bin gehts mir genauso, es gelingt nichts, eine Panne nach der anderen, ich mach dann auch nur noch ganz einfache Gerichte....ohne Kind würde ich das Kochen am liebsten dann ganz einstellen und von Butterbrot und Tee leben.....sei lieb gegrüßt es geht schon wieder aufwärts... Claudia

Helga said...

Gute Besserung - auf dass es bei dir schneller vorbei gehe als bei mir... Ich fand mich Donnerstag nicht gesellschaftsfähig;-)

Judit - Corina @WineDineDaily said...

Gute Besserung... und die Hühnerbrühe ist eine Gute Idee.
Gruss aus Kalifornien

Suse said...

Echt?
Zitronenkuchen mit Schwarzkümmel? uiuiui, da wird aber dringend Zeit, dass du wieder gesund wirst :o)))

*HANNE* said...

Liebe Ilse, ich hoffe, daß Du wieder AUF DER HÖHE bist! Falls nicht....GUTE BESSERUNG! Ich sing' Dir schnell noch ein Liedchen....Mädel, komm' bald wieder, bald wieder zurück :)