Monday, 25 June 2012

Gärtnerblues

Es stimmt schon, dass ich es schön habe. Aber manchmal werde ich saugrantig und zweifle am Sinn des Landlebens. Z.B. wenn ich morgens aufstehe und an den silbrigen Spuren erkenne, dass die Schnecken über Nacht aus meiner neuen Fingerhutblume Kleinholz gemacht haben, unbekannte Täter von meinen Bohnenstangen die Blüten, meine Hoffnungsträger für zukünftige Bohnen, abgefressen haben und sogar die Zucchini kränkeln. Ich bin kein Kämpfertyp. Es braucht nicht viel, mich mürbe zu machen. Ich werfe die Flinte ins Korn. Dann eben nur noch Geranien. Bitte!
Nach diesem frustrierenden Morgen besuchten Luisa und ich ein paar befreundete Gärten am Starnberger See. Eigentlich sollte es eine Essenseinladung werden, die ging aber total in die Hosen - die Gastgeberinnen warteten in München, wir warteten in ihrem Garten in Tutzing...
Als "Belohnung" für die fruchtlose Reise wollten wir in Ambach beim Fischmeister essen. Ich war schon länger nicht mehr dort gewesen, aber möchte über das Essen den Schleier des Vergessens breiten...was für eine Enttäuschung! Jede Bauernwirtschaft macht's besser. Konrad, der letzte Koch der Originalcrew, kocht jetzt im Franz Marc-Museum, und das schmeckt man. Aber C.s Garten hinter dem Haus ist eine Pracht. Sie meint, er sei einfach zu groß für feindliche Übernahmen durch Schnecken.
On the whole, I am pretty content with my life. Except early these last mornings, when I walk out on my terrace to view the damage done to my plants over night. Snail trails all over my foxglove, courgettes looking damaged, ants (or someone) have chomped the flowers off my beanstalks, my only hope for a beanfeast disappeared overnight.
I am annoyed and getting very close to just giving up the fight. I mean really, fighting with slugs? Pitting my intellect against ants? I may just settle for my lovely lavender and my trusty herbs and hope for some tomatoes.
Later that sad day, my sister and I drove halfway across the county to have dinner at some friends'. The garden was splendid but the house was strangely empty. A few phonecalls later it turns out they were expecting us in town, Too late to join them and deprived of dinner we decided to eat at a once favourite and reliably good country inn. What a disappointment - all the good chefs have gone and the new guys can't cook. A kingdom for a McD...
The gardens have improved vastly, though. And not a snail to be seen.
Am Ende dieses seltsam verdrehten Tages reichte es noch für ein erfrischendes Bad im frühabendlichen Starnberger See.
This bewildering day trip around Lake Starnbergersee ended happily with a beautiful swim in the evening sun-kissed ripples.
Und daheim gab's dann noch was Essbares - at home, at last I found something edible.

11 comments:

  1. diese enttäuschungen kenne ich gut. ich habe ein hochbeet bauen lassen, um die mäuse draussen zu halten. von denen dachte ich, die kämen von unten. also aus der erde. jaha....da sind sie AUCH, unter der erde. aber jetzt sitzen sie zusätzlich hoch oben im himmelsbeet, in eintracht mit den schnecken und fressen, sonnenbeschienen,mit paradiesischer aussicht nahezu, alles ab, was zart und grün ist.
    nur kürbisse und ein paar gurken, kräuter sowieso haben es an ihnen vorbei geschafft, sprich sind inzwischen aus dem gröbsten raus.
    da kann man schon sauer reagieren als gärtnerin, ich weiß es wohl.
    den schnecken biete ich dekorativ gläser mit bier, worin sie letztlich umkommen. aber das sind investitionen, manoman.
    ja, arme ilse, ich kenne das. jedes gartenjahr sage ich von neuem:nur noch blumen.... und dann geht es wieder los: man könnte ja noch mal versuchen, ein paar möhren, kräuter, gurken....
    siehe, du bist nicht allein! :-)
    m.

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  2. na das ist ja gemein, und laesst meinen grant, dass ich keinen garten zum gaertnern hab, ien bissl schwinden, danke !

    ja so tage gibts, aber kommen wieder bessere !

    schoenen gruss aus der grosstadt

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  3. Diese Schnecken! ttsss,,ttsss,,
    Da kann es einer auch den frühen Morgen verhageln. Ärgerlich.

    Zum Glück hat das Abendbrot den Tag etwas gerettet.

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  4. die ausbeute an bildern ist aber schön.
    die schnecken. wenn es wenigstens die netten mit dem häuschen wären, denen verzeiht man ja fast alles - aber die roten und getigerten sind eine pest.
    die speisenkarte von ambach liest sich ambitioniert. schade, daß sie's ned zsammbringa.

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  5. freu mich sehr, heute auf deinen erfrischenden, leckeren seiten gelandet zu sein...
    grüße aus oberösterreich
    cl*

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  6. Dieses Schneckenpack ist extrem hinterhältig.
    Ich kann dich gut verstehen. Früher hatten wir einen riesigen Garten, was im Klartext bedeutete, dass der Sommer harte Arbeit war. Oft genug um die Schnecken zu ernähren.
    Alles Liebe Karin

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  7. ab und zu "landmaus goes city" zum amüsieren u.a. und die schnecken dürfen sich dann ärgern ... ;-)

    gruß
    c.

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  8. Ach liebe Ilse, was für ein Jammer. Wenn ich DAS gewußt hätte, grade hab ich beim Haus-Ausräumen von meinem Mütterlein mehrere Packungen Schneckenkorn weggeworfen ... die hätt ich Ihnen glatt zukommen lassen. Interessant finde ich aber die Folge Ihres "Aufgebens": auf Deutsch landen Sie bei Geranien, im Englischen bei lavender - ich glaub, ich tät mich Ihnen eher Englisch anschließen. Wie immer Dank für die schönen Berichte und Rezepte!!

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  9. Ich stelle gegen die Schnecken einen "Topf" (ein Gefäß) in den Garten, in das ich das billigste Bier schütte, das ich bekomme. Der Schneckentod ist selig und süß. Ich kaufte mir eine Zange, damit sammle ich die Schnecken auch auf und werfe sie in das Bier. Das Entsorgen der Leichen ist allerdings nicht so angenehm. Aber es hilft.

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  10. Oh da kann ich dich auch verstehen. Leider kenne ich auch kein 100%iges Schneckenabwehrmittel. Hier sind Schnecken zwar da und mögen auch gerne courgettes, aber nicht so eine Pest wie bei euch.

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  11. Saxana: das mit dem Bier hab ich schon mal gehört - jetzt ab zu Aldi!
    Lihabiboun: Bei Mütterlein ausräumen? Ich hoffe es geht ihr gut. Und danke für das virtuelle Angebot und den Beifall!!

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