Wednesday, 6 June 2012

Krankenkost?

Bevor ich überhaupt hier anfange, muss ich eine  Literaturkritik der Sonderklasse empfehlen. Die Frau ist so saukomisch. Für alle die mehr über den unerklärlichen Bestseller "50 Shades of Grey" wissen wollen.
Before I go any further, I would like to recommend this hilarious piece of literary critiscism to all of you who don't quite get why"50 Shades of Grey" is topping the best-seller lists.
Ein Gruß aus dem Garten - an "amuse yeux" from the garden
***
Die letzte Woche war meine Mutter wieder mal im Krankenhaus. Meine Schwester und ich nehmen das relativ ruhig, so nach dem Motto "sie braucht mal wieder einen Kuraufenthalt". Sie kriegt halt schlecht Luft und da kann man schon in Panik geraten. Und im Krankenhaus ist sie sofort wieder in Bestform, sobald sie am Tropf und am Sauerstoff hängt: sie steckt den Putzfrauen 2Euro zu und schimpft über "die alte Frau" (Bettnachbarin, 92) die nachts "dauernd umanandaschleicht, da hab i mi gforchtn". Sie besteht auf ein Telefon, hört aber nichts und ich muss daheim so laut schreien, dass sie mich eigentlich auch ohne Telefon bis nach EBE hören müsste.
Zur Feier der Heimkehr machte ich Schwammerl und Knödl ("mog i jetzt ned"). Ich hätte es wissen müssen, dass Pfannkuchensuppe jetzt die einzige, weil zutiefst heilkräftige, Option ist.
Also gab's bei uns halt zweimal Schwammerl: einmal mit frischen Knödeln und einmal mit Serviettenknödel.
Wie Semmelknödel gehen, weiß ja wohl zwischen Main und Donaumündung ins Schwarze Meer jede Hausfrau: altes Weißbrot, zerkleinert mit warmer Milch einweichen. Ein bis zwei Eier, je nach Menge, eine Handvoll gehackter Petersilie, Muskatnuss, Salz. Wenn der Teig zu weich ist, lieber noch eine Semmel rein - Semmelnbröseln machen ihn dann zu hart.
Quellen lassen, knödeln, siedend kochen bis bissfest. Ich habe diesmal in die Knödlmitte noch mit Zwiebeln gebratene Speckstückchen reingearbeitet. Aus dem Rest des vielen, vielen Knödlteigs machte ich wie immer eine lange Wurst, rollte sie in Klarsichtfolie und fror sie ein. Man kann sie dann jederzeit in Scheiben schneiden und in der Pfanne braten - fast food!
 Die Soße besteht aus frischen Champignons, eingeweichten getrockneten Steinpilzen und TK-Schwammerlmischung aus Pfifferlingen und Steinpilzen, angebraten mit Zwiebeln, mit Mehl bestäubt und mit dem Pilzwasser und Sahne abgelöscht. Mit gemörserten Pfefferkörnern und Petersilie würzen.
This last week, my Mum ended up in hospital again. She does that periodically when she feels a bit insecure – my sister and have become quite philosophical about it – it’s like, “she needs her spa holiday”. She recovers immediately and becomes quite jolly, handing out tips to the cleaners, moaning about “the old woman” (two years older than she, but what a difference) in the bed next to her who keeps her awake at night (“she scares me”) and makes me shout at her down her hospital phone because she can’t hear.

Now, she is home again, and I made us a meal of dumplings and mushroom sauce. No, thanks, don’t like it. I should have know that  what she needed was the magical get-well-soup, nice broth with strips of pancake.
So we ended up having dumplings twice. Most housewives and pub landlords between Frankfurt and the Black Sea know how to make them. The "dough" is made from a bowl of stale white bread torn or cut into bits (in Germany you can even buy white rolls ready cut into  dumpling bread, "Knödlbrot") soaked in warm milk, mixed with two eggs, chopped parsley, and as a slightly sophisticated twist. Nutmeg. If the dough is too soft, mix some more bread bits in.

Leave to swell a while, then form dumplings in your hands and put them in simmering water for 20 minutes or so.
I fried some bacon with onions and put them in the middle of each dumpling.
With the rest of the dough I made a long sausage, rolled it in cling-film first then in alu foil and steamed it in a saucepan of simmering water for about 25 minutes. Then you can either eat it as it is or freeze it for a nice, instant fry-up.

For the sauce, I fry onions, powder them with flour and deglaze them with the liquid of the soaked dried cepes or porcini. I added some mixed frozen mushrooms and the soaked cepes, crushed black peppercorns and more parsley. At the end, add cream to get a rich sauce – not a soup!
Zum Schluss, eine kleine Nachspeise aus Quark, Jogurt, Zucker und Zitrone.
A modest pudding to finish off - quark, yoghurt, lemon, sugar, lemon zest.

11 comments:

  1. eure mutter hat eben einen festen, starken willen. damit wird sie mindestens hundert werden!
    aus hamburg im nieselregen grüßt
    m.

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  2. Die Geschichten mir deiner Mutter sind köstlich - man braucht schon Nerven!!! Ähnlich war meine Oma, die wollte mit 70 nicht zum Frauenbund-Kaffeeklatsch: "Wos dad i denn dot - da hand o nur oide Weiba!" Meine Mutter ist jetzt auch schon 73 - aber zum Glück topfit!!!
    Schönen Feiertag,
    Doris

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  3. Hab ich richtig gegoogelt, dass die deutsch Ausgabe von obigen Buch noch nicht im Handel ist?
    LG Doris

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  4. Hihi, was Mütter und deren Ess- und anderen Gewohnheiten angeht, könnten wir beide scheints ohne Probe ein Duett singen *g*

    Habe ich das mit den Serviettenknödeln richtig verstanden? - du frierst sie ungekocht! ein, schneidest dann Scheiben ab und brätst diese?

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  5. Sorry, hab beim Abschicken meines Kommentars scheints Mist gebaut - er sollte nicht anonym sein :-)

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  6. Das sieht so wahnsinnig lecker aus, liebe Ilse!!!!
    Ihr hab' auch so Euer "Zutun's".....und keine Langeweile...
    Trotzdem finde ich Eure Mutter ziemlich "cool"....
    Viel Kraft und gute Nerven....
    Liebe Grüße
    Rosi

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  7. stöhn. mütterlein kann auch anstrengend...
    bewundere dich, wie du bei alledem noch zeit und nerven hast, schöne fotos und texte zu fabrizieren!
    diese buchkritik ist ein langer riemen und für mich nur mit der wortübersetzung zur gänze verständlich. ganz großartig!

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  8. Meine Mutter ist wahnsinnig stark und eigensinnig und cool und ich liebe sie, aber manchmal ist sie gerade deswegen sauanstrengend, weil sie eben nicht ein dankbares altes Mütterlein ist sondern eine Powerfrau.
    Doris - ich glaube das Buch steht uns noch bevor auf Deutsch.
    Gerlinde, NEIN die Serviettenknödel werden erst in der Folie gargekocht, sorry!!

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  9. Meine Mutter ist auch nicht mehr die Jüngste... und ich atme auch schon mehr als 2700 Wochen durch die Lungen....
    aber sie ist positiv und das denke ich ist deine starke Mutter auch.... ... und haben wir es nicht auch ein bisschen in den Genen, dieses STARKE, Eigensinnige und CoOLe? Die Äpfelchen vom selben Baum ähneln sich doch alle irgendwie...
    Das Knödeln werde ich auf die Winterzeit verschieben, aaaaaber das Dessert steht demnächst auf dem Tisch.... habe heute "en ville" einfach keine Bio-Zitronen gefunden!!
    Hier quarkt es ; )
    ♥-liche Grüsse nach Bayern aus dem ♥-en von Franzen
    La reine de D!

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  10. Smilla - apropos Knödl: hier IST Winter! wünsche dir erfolgreiche Zitronenjagd (selber anbauen?)

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  11. Das mit der Mutter kenne ich. Wenn mein Vater anruft und sagt, dass meine Mutter wieder auf der Intensiv liegt, dann bewegt es mich schon. Aber es versetzt mich nicht mehr in Panik.

    Gute Besserung an Dich und an die Frau Mama.

    Viele Grüße
    Oona

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