Thursday, 26 July 2012

Gegessen wird auch im Sommer

Es ist Sommer. Ganz klar Sommer.Ich wandere behende durch den Wald zum Steinsee (ans andere Ufer, wo man gerne auch noch ganz ohne Bikini eine gute Figur macht).  Ich schwimme in dem himmlischen Moorwasser - möglichst vor die Schulkinder mit den Augustinertragerln kommen, oder auch am frühen Abend. Ich werkle im Garten und trotze den Schnecken Bohnen und Chiliblüten ab. Und wir essen natürlich.
Freitags geht's oft mit Mama nach Taglaching, wo sie gerne mit dem Wirt schäkert und das immer hervorragende Freitagsfischgericht isst. Montags und dienstags kann man im Café Bauer in Wildenholzen Mittag essen - nichts für Feiglinge! Vier bis fünf Beilagen ("schreit's wenns eich ned langt" und Fleisch (s.unten). Dieser Mittagstisch ist nämlich ursprünglich für die umliegenden Schwerstarbeiter und Bauern gedacht, aber auch unsere appetitlose Mutter lässt sich durchaus verführen - ganz zu schweigen vom Rest der Familie.
Doch meistens koche ich auch daheim, und oft sehen die Gerichte trotz weniger Kochhingabe sehr hübsch aus, so wie diese Ravioli hier.
Pastateig schüttle ich inzwischen aus dem Handgelenk: 2 Eier, 200g geeignetes Mehl (momentan noch der Rest meines 00-Typs aus Italien) und etwas warmes Wasser oder Olivenöl, damit der Teig geschmeidig wird. Dann einfach rollen, rollen, rollen, bis er die richtige Dicke hat. Mit Nudelmaschine geht's natürlich einfacher, und Eline vom Blog Küchentanz empfiehlt, den Teig nach einer Ruhepause mehrere Male durch die größte Öffnung der Maschine zu jagen und ihn zwischendurch immer wieder zu falten.
Wer keine Ausstecher hat, nimmt ein Glas und drückt die Ränder mit der Gabel zusammen.
Beim Kochen von Mangold (das weiß natürlich jede, aber ich sag's trotzdem) erst die Stiele schneiden und vorkochen, weil das Grün nur wenige Minuten braucht). Dazu machte ich mir ein kleines Gelberübengemüse, gebunden mit einem Hauch Maizena und Crème fraîche.

  It is summer again. I hike up hills through cool woodland to our lake where you can still swim in the nude without wasting much thought on "oh how is the state of my bikini figure today"? because noone else does, there. It's bliss in the soft, still cool water, whether at lunchtime - before the schoolkids arrive with their cases of beer - or early evening, after they have gone home for their dinner.
 We also like to go out for local meals, there is so much unpretentious and good home cooking, as well as the fine organic cuisine of our favourite local (picture at the top with my Mum, as usual, flirting with the landlord). Above is a wonderful place, a semi-private café run by a brother and sister. Originally they cooked for the local farmworkers, hence the scary size and quantity of the dishes. Despite complaining of lack of appetite, Mum always tucks in fearlessly.
I do cook at home, a lot, but it doesn't always look as pretty as this pasta dish I made the other day. I am getting really blasé about making pasta dough now - just knead 2 eggs and 200g plain flour with a little warm water or olive oil - you get the knack after a couple of attempts. Let the dough rest under a tea towel, then roll it out again and again until it has the right thickness. With a pasta machine it's easier, you chase the dough through the widest setting two or three times, having folded it each time.
If you don't own Ravioli cutters, use a glass and press the rims down with a fork.
For a filling I blanched some Swiss chard, stems first, because they take much longer than the leaves, then chopped it and mixed it with plain soft goat cheese. They were accompanied by a fine little carrot dish, the cooking liquid thickened with a bit of cornflour and crème fraîche.

7 comments:

  1. Juhu, endlich ein paar Tage Sommer! Das Auswärts-Essen sieht ja wirklich reichlich aus ... Und was hast du den Schnecken da noch schönes abgetrotzt, Lampionblumen, Physalis?

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  2. sehe ich da bei dir im garten eine andenbeere/physalis? ich habe eine und die trägt bereits, verkünde ich hier mit stolz.
    beste grüße aus der hitze des nordens
    m.

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  3. Ich gestehe ich hatte diese Samen für Chilis gehalten, aber wer weiß, vielleicht sind das dann wirklich Physalis? Ich bin gespannt, was da rauskommt dabei.

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  4. Bayrischer Sommer - schön! Süß, daß Deine Mama mit dem Wirt schäkert :)

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  5. What a beautiful place you live in! Thanks to your bi-lingual writing, I also get to practice a bit of German reading.

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  6. Wow - der Mittagstisch in Wildenholzen sieht fantastisch aus. Für gutes Essen kann ich mich immer begeistern. Was den Nudelteig angeht, mache ich das auch wie Frau Küchentanz, seit ich so eine geniale Nudelmaschine habe. Das ist so Kraft sparend.
    Und bei dir im Garten sieht es herrlich grün aus. Angeblich wirkt es entspannend, was Grünes anzugucken, sagt meine Freundin, die sich mit TCM beschäftigt.
    Viele, liebe Grüße,
    Constanze

    PS: Ich denke auch, dass diese grünen ballonartigen Dinger Physalis sind, entweder essbare oder einfache Lampionblumen, die man als Deko verwenden kann.

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  7. Nachtrag: Der Taglachinger Wirt ist ja auch ein ganz ein Netter (aus der Westfalen Ecke, wenn ich mich richtig erinnere). Kein Wunder, dass deine Mutter mit ihm schäkert.

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