Friday, 21 September 2012

Warum ich so gern auf dem Land lebe

Zugegeben, mein Leben war schon mal berichtenswerter, intellektuell mehr gefordert, kosmopolitischer, sexier, als ich jünger war und in London und Sevilla, in Rom und in München lebte. Jetzt hat das Leben mich wieder dahin gespült, wo ich angefangen habe: Grafing. Wo ich nie wieder hin wollte und jetzt wieder so gern bin. Wo mich auf der Straße sehr alte Damen ansprechen und fragen "Bist du der Trudl ihr Große oder die Kloane?" und sich noch an die Seilerei Pellkofer erinnern, den Laden meines Großvaters am Marktplatz. Wo ich beim Einkaufen im Bioladen Schulfreundinnen treffe, mit denen ich ganz selbstverständlich da weiterrede, wo wir vor 40 Jahren aufgehört haben, und wir uns gegenseitig beglückwünschen zu unserer Entscheidung, die Haare nicht mehr zu färben. Vor allem gefällt mir meine Wohnlage, der Blick auf die Föhn-Alpen, meine Terrasse mit Ackerbau, die Rufweite zu meiner Mutter und die exzentrischen Nachbarn (s.unten). Der Salzburger Schnellzug befördert mich für monatlich 56 Euro in 17 Minuten in die Stadt, und dank Internet kann ich immer sehen was meine FreundInnen, und jetzt auch deren Kinder, so machen, überall.
Admittedly, my life may have been more eventful, more intellectually stimulating, more cosmopolitan when I lived in Rome, in London, in Seville and then in Munich. Now, life's unpredictable tideshave washed me back to where I started out, a small Bavarian town where very old people still remember the shop my grandfather used to have in the main square (he was a ropemaker and the shop ended up being pretty ropey), and who ask me whether I am the older daughter or the "little one". Where I bump into old school friends in the wholefood shop and we just carry on chatting where we left off 40 years ago, including approval of each other's silvery, un-coloured hair.
Now I love living in the countryside, in cycling distance to my Mum, with a view of the Alps and an agriculturally ambitious terrace. Great neighbours (above), too. The internet keeps me in touch with most of my friends - and increasingly their children - everywhere, and best of all, a fast train gets me into Munich in 17 minutes, at a mere €56 for the monthly ticket. 
Meine Eier kaufe ich unten am Moos von einer Hippybäuerin
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I buy my eggs at the bottom of the hill from a real-live hippy chick
Luisa und ich essen ihre Hennasuppn auf der Terrasse
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we eat my sister's chicken broth on the terrace
 Dieses Jahr habe ich zum ersten Mal selbst Gemüse geerntet
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 I harvested my first homegrown vegetable crops this summer
 Und es ist einfach schee hier!
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It's simply very pretty here.

11 comments:

  1. ich habs ja immer gesagt, dass das landleben etwas spezielles hat. und ich bin froh, dass du es geniesst. wunderbar.
    liebgrüßt
    ingrid

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  2. Klingt nach ... Heimat und Wohlfühlen! Das ist sowas von berichtenswert, ebenso wie den letzten Modehype bei Ziegen abzulichten. Cool!

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  3. Na dann Prost du Landei... Wachtel, Huhn, oder Gans... du kannst die Grösse selber wählen... ist doch wunderbar.. trinkst du da ein dunkles Bierchen?
    Also ich bin ein Gänselandei!! gehe bald nach Paris und freu mich riesig.... aber hoffentlich finde ich mich da noch zurecht...
    Sei ♥-lich gedrückt und silbrig ist vielleicht nicht obersexi aber Pfeffer und Salz anständig scharfff!
    bisou Brigitte

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  4. Ich freue mich für dich, dass du dein Platzerl gefunden hast! Vielleicht grad deswegen, weil ich noch am Suchen bin, obwohl ich auch genau da bin, von wo es mich vor langer Zeit weggespült hat. Heimat ist es aber nimmer.

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  5. ui, so viel gemüse. paßt auf, dass ihr euch nicht übereßt !! ; ))

    ja schön ist es, ich genieße momentan wieder das stadtleben sehr mit allem, was es zu bieten hat, aber morgen fahr ich aufs land !

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  6. Du hast es geschafft liebe Ilse.....
    Ruhe und Frieden auf dem Land wünschen sich immer mehr.....und das ist gut so.
    Sevilla.....schön.....ich wünschte ich wäre dort gewesen.....Träume....

    Nein, ich will nicht wieder in's Dorf zurück. Das hab' ich schon hinter mir.....und bin wieder fort.
    Dörfler vergessen und verzeihen nicht. Noch heute bin ich "DIE".....was auch immer.....darauf kann ich gern verzichten.....und gehe lieber in die Anonymität der Wohnblocks.....
    Ich find's auch schade. Aber es ist wie es ist.....
    Liebe Grüße
    Rosi

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  7. ... synchron dazu fällt mir der kindersong ein: "...ging allein in die weite welt hinein ...da besinnt sich das kind - läuft nach hause geschwind..." ;-))))))
    gruß
    c.

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  8. Für mich heißt die Lösung: zwar aufs land, aber nicht zurück dahin wo ich her stamme. Wenn Frau nämlich in ein neues Dorf kommt, ist sie eine unbeschriebene Zuagraste, eine von denen, die alle ein bissl spinnen und schon lässt es sich recht ungeniert dahinleben. So hab ich das vor!

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  9. du bist da echt verwurzelt. ich wohne auch da, bin aber nicht warm geworden, im Gegenteil.
    Was ist denn das für eine Monatskarte für 56 euro?

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  10. Die Monatskarte ist eine Isarcard 60 Gesamtnetz (unter 60 kostet sie glaub ich 10 euro mehr).
    Bertha O.:ich bin einfach nicht (mehr)exzentrisch genug um hier groß aufzufallen...
    aber meine Schwester schafft's auch, gleichzeitig verwurzelt und ganz sie selber zu sein.

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  11. Ich genieß es sehr durch Dein Internetfenster in dieses schöne Landleben schauen zu dürfen!
    Liebste Grüß aus Wien
    Ursula

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