Wednesday, 6 March 2013

Übergangszeit

Während Mütterlein mit ihren Stammtischgenossinnen plaudert, mache ich einen Spaziergang´im schwindenden Sonnenschein auf der Suche nach Schneeglöckchen. Aber der Frühling ist wohl noch nicht ganz so weit, es blüht noch gar nichts, der eisige Schnee liegt immer noch schwer auf den Nordseiten. Mein Rhythmus ist auch noch eher winterlich. Morgens arbeiten, ein bisschen Küchenzauber, einkaufen mit Mum,  raus an die Sonne. Hin und wieder fahre ich in die Stadt. Aber ich spüre ein Kribbeln, eine Unruhe, ein leises Verlangen nach Tapetenwechsel.
Ich esse unter der Woche sehr oft alleine zu Mittag, und lasse mir dazu immer irgendwas tolles einfallen. Das Mindeste ist ein belegtes Brot, z.B. mit Lachs auf Ziegenfrischkäse, Wasabi und Avocado. Aber neulich hatte ich eine zündende Rumfort-Idee, um den Gemüseberg im Kühlschrank abzubauen: ich machte ein Rösti Tricolore! Ich rieb eine große Kartoffel, eine Karotte und ein Stück Sellerie, würzte es mit Majoran, Pfeffer und Salz und briet das einfach in Rapsöl gar. Dazu Yoghurt. Den Rest des Grünzeugs kriegen die Hühner meiner esoterischen Nachbarin.
I am coasting along quite pleasantly at the moment, working in the mornings, taking myself for walks in the sun, looking after Mum, which includes shopping, emptying rubbish bins and driving her to her various social engagements (Jeez - she has way more social life than I!!) and occasional fun outings to Munich. But even though spring is a long time coming, the snow still frozen solid on the northern slopes of my village, I can feel a little stirring of restlessness, wanting a change of scene.
Kitchen magic is a good placebo. During the week I eat mostly on my own at home, and I don't mind spoiling myself. The least I make is a good stylish sandwich, for example with salmon, goaty cream cheese and avocado, with wasabi. Sometimes I experience a creative flash - like my roesti tricolore, above, which helped me empty my vegetable drawer. I grated a carrot, a large potato and a piece of celeriac, added marjoram and salt and fried it in rapesee oil my iron pan. Tastes great with plain yoghurt. And my neighbour's chickens like the leftover veg. 
Und hier noch meine Empfehlung zur Fastenzeit: Die Pavlova, ein praktischer, no-nonsense (koa Schmarrn) Nachtisch aus Australien. Mit dem letzten meiner in Bayrischzell erworbenen Riesen-Baisers (oder Merenken) machte ich in Windeseile diese rudimentäre Pavlova - eine der einfachsten Torten überhaupt, die auch von Anfängern mühelos bewältigt werden kann. Einfach eine Schale mit Baisers ausbröseln, dick Schlagrahm drauf und oben drüber den Inhalt einiger Maracujas löffeln. Am besten ein bisschen durchziehen lassen, damit's richtig saftig wird. Kann aber auch gleich gegessen werden.
***
And here is my pudding for Lent: simple, sweet and stunning, my first attempt at a pavlova, a "Pav" as my friend Debbie calls it fondly, she has got it down to a fine art. I crumbled my last remaining giant merengue into a bowl, smother it in whipped cream and top it with six scraped-out passion fruit. I think it's best to leave it to soak through properly, but if you are desperate...

10 comments:

  1. Rösti Tricolore - das ist ein typisches Ilse-Gericht :) Würde mir jetzt schmecken - und die Pavlova natürlich auch. Aber wahrscheinlich ist wieder nix mehr übrig, oder!? Die Foto-Collage gefällt mir sehr gut!

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  2. Wieviel kleidsamer doch die farbigen klamotten für ältere Damen sind als dieses Rentner-Beige. Richtig hübsch die Damen in Lachs-rot??? und das Photo eine Wucht, wirklich
    Ger-traudchen

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  3. Also echt! - Gehts noch? Nicht gerade fair, mich in aller Herrgottsfrüh in die Küche zu treiben. Aber was sein muss, muss sein - ich mache jetzt erst einmal Baiser....

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  4. diese pavlova ist ja ein echtes "speed-rezept". werd ich mir merken, ich mag so zusammengepantschte sachen ;-)...

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  5. Hanne, für dich hau ich schnell noch eins in die Pfanne (hey das reimt sich ja!)
    Traudchen, ich freu mich so dass du mitliest! Ja, schick ist sie, die Trudl! Rentner-Beige kommt bei uns nicht ins Haus.
    Gerlinde, du machst also einfach so schnell mal Baisers? Mir gelingen die einfach nie. Muss ich halt wieder nach Bayrischzell fahren.
    Karin, die Pavlova kannst du als Erholung in dein strammes Backprogramm einschieben.

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  6. Dank Klimaunterschied von ca 3 Grad hat die Flora in der Innenstadt einen Vorsprung: Die Schneeglöckchen trauen sich in der Maxvorstadt und sogar in Sendling schon raus! - Dafür schwitzt man halt im Sommer auch ein bissl mehr als auf dem Land...
    Sind die "Etageren-Fotos" eigentlich gut angekommen? Grüße von Heike, der Freundin der Schneeflocke (ja - ich oute mich!)

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  7. @Inge: Ja, der Baiser-Boden für die Pavlova war ruchzuck zusammengerührt und während er in Backrohr war, habe ich gemütlich mit Mütterlein gefrühstückt. Mehr dann morgen bei mir.

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  8. Es tut gut so wache Frauen im hohen Alter zu sehen, die farbenfroh und altvertraut beieinander sitzen.
    Das kann den Weg in die eigene Zukunft weisen.

    Hier kommt der Winter die Tage zurück. Nun ja. Frühlingsanfang ist am 21.März oder so. Bis dahin halte ich still :O)

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  9. Boah, wie gemein ist das denn! Ich hab gestern zwei Kommentare getippt und irgendwie die Spamabfrage übersehen :-(
    Deine Mutter sieht gut aus und die Farbe steht ihr. Das Quartett finde ich besonders schön und es gibt, im wahrsten Sinne des Wortes, anschaulich deinen Text wieder.

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  10. Die Rösti-Tricolore finde ich ja super!

    Und auch Pavlova, die hatte ich bisher immer ganz selbst gemacht (also auch den Baiser), aber mit gekauften ist das natürlich praktisch. Gute Idee!

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