Monday, 26 August 2013

Küchen-Tanz


Freunde füttern...ist ja eines meiner Hobbies. Aber dieses letzte Sommerwochenende war ich ein bisschen überfordert von der Planung.
Ist es nicht schwer, einzuschätzen wie viel Leute essen werden? 
Ich hatte zuerst mal von allem zu viel eingekauft. Pastrami habe ich jetzt auf Monate hinaus genug - kann man aber sehr gut einfrieren. Pfundweise Feta und eine Melone, um den Salat des Jahres zu machen, vergaß ich im Kühlschrank. Einiges hatte ich in Luisas Kühlschrank geparkt und ebenfalls vergessen. Mit dem vielen Brot hätte man den Hunger in einem mittleren Land stillen können - so viele Knödel kann ich gar nicht machen, dass ich nicht doch noch was wegwerfen muss...und die tollen Minibrezen lagen zugedeckt im Körbchen und wurden vergessen. Irgendwie lief alles aus dem Ruder. Ein paar leckere Sachen habe ich doch geschafft, und meine Gäste brachten viel bewunderte Kuchen mit, sowie ein paar interessante Weine.
Und irgendwie wurde es dann doch ein Riesenspaß, obwohl wir nach zwei Terrassenstunden panisch alles ins Wohnzimmer räumen mussten, als aus dem Stand ein Sturm mit Regenböen daherkam, der die Bäume zum Rauschen brachte.
Feeding friends is one of my well-known hobbies. But this last weekend I somehow got into a blue funk, forgot all my culinary skills and managed to f*** up a lot of my planned spread.
 Isn't it soo difficult to judge how much food you will need for large numbers of people? For a start, I bought way too much of everything and forgot some of it in the fridge. So the planned Salad of the Year never saw the light of day, I will be eating melon and feta for a few months, ditto the mini pretzels which I kept covered so that no-one found them. Pastrami sandwiches went down well, but I bought about three times to much of it (in the freezer) - and the leftover baguette could feed a small starving country.
Still.  I was told it tasted great, and some guests brought delicious things to add to the spread. And we had fun although some two hours into the party we had to clear everything from the terrace very quickly, because a sudden thunderstorm swept us inside.
 Rosa machte diese absolut perfekten Canelès. Diese Frau tickt genau wie ich, hat sie sich doch extra für dieses wohl nicht häufig wiederholte Experiment die passende Form gekauft.Und Carin brachte diese hochkonzentriert-schokoladigen Kuchlein, von denen sie mir eine Reihe separat verpackt hatte - zum Einfrieren! Freundinnen!
 
Rosa made these state-of-the-art cannelés. A woman after my own heart, she bought the cake tin especially for this probably once a year experiment. 
Carin brought the death by chocolate little cakes. Very thoughtfully, she had wrapped some separately to put in the freezer...that's friendship for you!
***
Und hier ist mein erster Versuch, Pakoras zu machen. Sie wurden zwar mehr wie Gemüsepflanzerl mit Currygeschmack als Pakoras, schmeckten aber ausgezeichnet. 
Ganz einfach zu machen:
  • 300g Zwiebeln klein hacken, zwei große Gelberüben reiben (statt dem Spinat im Rezept), drei Frühlingszwiebeln in Röllchen schneiden, 300g gekochte Kartoffeln klein würfeln. Eine Handvoll Korianderblätter, falss vorhanden. 
  • Statt der Chilischote nahm ich einen Teelöffel Piment d'Espelette, da nur einer der Gäste ein echter Inder war, der das richtig scharfe Zeugs verträgt, 
  • 250g Kichererbsenmehl und 50g Weizenmehl mit 1Teelöffel Backpulver, Salz mit so viel Wasser mischen dass ein pfannkuchenartiger Teig entsteht. Den Saft einer halben Zitrone drunterziehn und mit je einem Teelöffel Garam masala, Currypulver und Kurkuma vermischen. Teig 15 Minuten stehen lassen. 
  • Das Gemüse unter den Teig mischen, je einen Löffel voll in viel heißem Sonnenblumenöl knusprig backen. Eigentlich sind sie ja frisch aus der Pfanne am besten, aber sie gehen auch kalt.
This was my first attempt to make pakoras, and they came out pretty tasty, although they were somehow more like curried vegetable patties. They are easy to make:
  • 300g boiled potatoes, peeled and cut into small pieces, 300g onions, finely chopped, 3 spring onions, finely chopped. Instead of spinach I used three grated carrots, and I couldn't get the required coriander leaves.
  • Make a batter with 250g gram flour (chickpea flour), 50g self-raising flour and enough water. Mix in the juice of half a lemon, a teaspoon each of curry powder, garam masala, turmeric and salt. 
  • Instead of the required red chilli, I used piment d'espelette, since only one of the guests was from India and had the necessary resilient taste buds. Leave to settle for 15 minutes.
  • Then add all the vegetable ingredients, heat up a lot of sunflower oil and fry spoonfuls of the batter til crisp. Best eaten straight from the pan, but for a party they are OK cold
 Luisas Zwetschgenkompott, soulfood für alle Gelegenheiten, es heilte sogar unsere von einem Asthmaanfall in Panik geratene Mutter.
Das Geheimnis ist angeblich: viel Zucker.
My sister makes a mean damson compote, soul food for any emergencies, even for my Mum when she can't breathe.
The secret apparently is lots of sugar.
In Südtirol gab es diese wundervolle Marillen-Mandeltarte, die ich unbedingt aus meinem Südtiroler Kochbuch nachbacken musste. 
  • 400g Mehl, 1 TL Backpulver, 200g Butter, 2 Eigelb, 2 EL Milch, eine halbe geriebene Tonkabohne (oder Vanillezucker) und 150g Zucker zu einem Mürbteig verkneten.
  • 100g Zucker, 100g geriebene Mandeln und ein Ei verrühren, 200 ml geschlagenen Schlagrahm darunterziehen. Die Masse auf dem ausgerollten Mürbteig verteilen.
  • genügend Marillen/Aprikosen halbieren und mit dem pelzigen Rücken nach unten darauf legen.
  • eine geschälte Mandel in die Öffnung jeder Aprikose legen (ich hatte es eilig und streute Mandelblättchen drauf. Bei 165° O/U backen bis alles durch ist. 
  • Ich gestehe, dass ich etwas mehr Teig machte und so für uns noch einen Sonntagskuchen beiseite schaffte!

Ever since seeing it in South Tyrol, I wanted to bake this apricot and almond tart, the recipe I found in a local cookbook:

Combine 400g self-raising flour, 150g sugar, 200g unsalted butter, some grated tonka bean or vanilla sugar and 2 egg yolks with 2 tbsp milk, to make a shortcrust pastry.
  • Mix 100g ground almonds with 100g sugar and an egg. Then add 200ml whipped or double cream and  spread it over the rolled-out base.
  • Cut apricots in half and put them face up on the base, put a shelled almond in each hole. I used almonds flakes,  I was in a hurry. 
  • Bake for about 35-40 minutes at 165°C without fan. Enjoy!!
I admit I made a bit more pastry, to have a little cake for Sunday, too! 
Die Ruhe vor dem Sturm***The calm before the storm

14 comments:

  1. ALLES SOOOO TOLL!!!!!
    liebgrüße
    ingrid

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  2. kann man kuchen beamen ? wenn ja -zu mir -jetzt gleich bitte ! (den mit den marillen , od der mit schokolade od ...)
    liebe grüße ursula

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  3. Oh ja, das kenne ich auch. Kommt nur die engste Verwandtschaft, kann ich relativ gut einschätzen, was und wieviel gekauft werden muss. Anders sieht es aus, wenn auch Leute kommen, die nicht regelmäßig zu Gast sind, da gehen dann auch die Vorrats- und Kühlschränke über und ich komme in den Folgetagen in Verarbeitungsstress.
    Aber wie auch immer - deinen Gästen hat es bestimmt an nichts gemangelt. Sieht alles ganz toll aus!
    Liebe Grüße
    Gerlinde

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  4. isch will den marillenkuchen und die schokkistücke und ein glas vom wein Lecker mhmhmhmh

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  5. eine tanzende göttin in der küche, die in hülle und fülle herstellt war mal/ist ein motiv eines meiner bilder (titel: fülleherstellerin alias mangelverwalterin)

    ...;-)

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  6. Deinen Tanz (könnte auch eine Yogaübung für mehr Gelassenheit beim großen Kochen sein) in der Küche finde ich auch ganz wundervoll und da kann ich dich auch endlich mal im ganzen, schönen Kleid sehen (ohne Pulli). Gefällt mir.
    Liebe Grüße, Constanze

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  7. Ich verschätze mich auch immer immer immer bei Mengen. Aber lieber zu viel da als dass die Leut hungrig heimgehen. Sieht doch alles köstlich aus!

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  8. Hach - schaut alles wieder so toll und appetitlich aus! So süß - die tanzende Küchenfee *ILSE* :)

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  9. Liebe Ilse,
    jetzt verfolge ich schon einige Zeit deinen Blog und bin jedesmal ganz angetan von deinen Bildern...wow, wie wunderschön. Das ein oder andere Rezept habe ich schon nachgekocht.Danke, dass du uns daran teilhaben lässt.
    Herzliche Grüße von Heike aus Landsberg

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  10. erinnert mich an fliegendes spaghetti- irgendwas ;-)))
    der marillenkuchen sieht wieder mal echt lecker aus!
    bei uns ist ja die marillenzeit definitiv vorbei, ich werd ihn wohl mit kompott-marillen versuchen.

    liebe grüße, christa

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  11. Christa, was sind denn fliegende Spaghetti?
    Ich würde euch alle am liebsten zum Resterl-Essen einladen! Wenigstens virtuell seid ihr alle dabei.

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  12. Jetzt komm.... Das war doch ein Gelage! Aber nichts ist so appetitlich, wie eine gutgelaunte, tanzende Gastgeberin!

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  13. Ich hoffe, die Melone und der Feta haben sich letztendlich doch noch gefunden und sind nicht im Kühlschrank hängen geblieben :-))
    Lieben Gruß aus Wien von Frau Ziii

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  14. Liebe Alle - ich freu mich sehr, dass ihr so wohlwollend kommentiert!
    und, Frau Ziii, der Melonen-Fetasalat wird morgen zum möglicherweise letzten Sommertag serviert.

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