Saturday, 21 September 2013

Holleria!

So sah der Holler vor einem Monat aus - zu grün zum Verkochen. Gestern pflückte ich ein paar Dolden, um Hollergelee zu machen. Faul wie ich bin, habe ich sie an den kleinen Stangerln gelassen und nicht "abgebeerlt" (abgepult, ihr lieben Nordlichter). Erst als die Sache schon am Kochen war, rief ich meine Mutter an, die früher immer ein köstliche Holler-Zwetschgenmarmelade gemacht hatte. Sie riet mir, zum "abbeerln" (ich liebe dieses Wort). Zu spät.
Ich habe dann in meiner wunderbaren "Enzyklopädie der essbaren Wildpflanzen" nachgelesen über Sambucus nigra, die Hollerbeere, weil ich einmal einen Tag und eine Nacht gereihert habe, nachdem ich die schmackhaften Beeren roh gegessen hatte! Außer mir wissen das vermutlich sowieso alle.
Also - die grünen soll man nicht verkochen, und die Stangerl auch nicht, weil da Spuren eines Giftes enthalten sind. ABER: wenn man das Gewächs pasteurisiert (bei 80°C ca. 20 Minuten köchelt), ist es ok.
Und genau das habe ich gemacht, mit 1:1 Gelierzucker. Dann durch die saubere Windel durchpassiert und abgefüllt. Schmeckt traumhaft, aber fast zu süß. Wie Hollerbonbons. Nächstes Mal mach ich's mit weniger Zucker.
Übrigens, die Böhnchen unten links oben sind meine erste Ernte von Wachtelbohnen. Danke, liebe Küchenschabe!
Top left - my first crop of pinto beans! Hooray!
Yesterday I went for a bike ride to see what the elderberries were doing. Last time (top picture) they were too green, you are not supposed to cook green ones because there are traces of some poison in them, as well as the stalks. Also, don't ever eat the berries raw, I had a terrible night of being very sick after innocently - stupidly - stuffing my face with handfuls of them. Very bad!!
However, once you cook them they are fine. Being too lazy to pare the berries off the stalks I cooked the lot, 300g fruit with 300g preserving sugar. I phoned my Mum who used to make the world's finest elderberry and damson jam, and she said "take them off the stalks!"
Too late. But I checked it out, if you pasteurise them by simmering the fruit for 20 minutes at around 80°C, the poison is gone.
I got one very delicious jar of elderberry jelly that tastes just like - jelly fruits! Definitely less sugar for the next lot.

7 comments:

  1. Vielleicht ginge das "abbeerln" (wieder was gelernt) ganz einfach mit einer Gabel, so wie bei Johannisbeeren?
    Liebe Grüße Pepe

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  2. bei uns sagt man "obtrebaln" (keine ahnung, ob ich das mundartlich richtig geschrieben hab) ich mach mich sofort auf den weg zu den mir bekannten hollerstauden!
    bei uns gibt's dann als erstes "hollerkoch".

    den post mit der kürbiskartoffelsuppe, die du mit meinem öl geschärft hast, hab ich erst jetzt gelesen (ich komm im moment einfach nicht zum bloggen, mir rennt die zeit davon...) in dieser homöopatischen dosis kannst du dann wohl noch jahrelang damit würzen...;-)

    erstaunlicherweise sind aus meinen mikrigen pfefferonistauden dann doch noch einige früchte gewachsen. noch weiß ich aber nicht, ob die wieder so scharf sind... )

    liebe grüße zu dir nach bayern
    karin


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  3. namnam, lecker? ICh hab in Englan immer halb Holunder, halb Brombeerenmarmelade gekocht.Delicious! Natuerlich dismal wieder verpasst, die Brombeeren (extrem viele!) fingen erst an reif zu werden als ich wegmusste
    Have a nice sunday!
    BTW: fresh elderberry leaves are supposed to keep moths out of our woolies and mueslis...:-)
    love
    lily xx

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  4. In einem Wort: Küchenalchemie! ;-)
    Liebe Grüße aus dem Westen
    Gela

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  5. Pepe, danke für den Tipp!
    Karin, homöopathisch ist die einzige Art wie dieses Teufelszeug essbar wird ;-)
    Lily: they keep moths away by poisoning them?

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  6. Gela! danke für dein Kompliment.

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  7. Abbeerln - einfach süß! Aber ich liebe ja eh den bayrischen Dialekt. Klingt alles so gemütlich :) Übrigens...Deine Marmelade sieht toll aus und schmeckt bestimmt genial zu dem Käse!

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