Tuesday, 26 November 2013

Essen und lesen/Food and reading

Gschneibt hat's! *****We got snow!
 Gerade zu dieser Jahreszeit, wo einen wenig hinauslockt, liebe ich es, über Essen und Kochen zu lesen, abend im Bett, oder gemütlich auf dem Sofa. Deshalb habe ich auch die Effiliee abonniert, obwohl man eigentlich großzügigerweise alles in der Onlineausgabe zu sehen kriegt. Bei Effilie liebe ich alles, die Bilder, die Interviews, die "Gib mir Fünf"-Ideen, und die Schnellen Teller, die es auch als Video gibt. Ihr Schöpfer ist Stevan Paul, der total sympathische Autor von "Deutschland vegetarisch" und der Blogger hinter nutriculinary.com (es lesen hier ja nicht nur die hardcore Foodblogger).
Das Observer Food Monthly Magazin hingegen gibt es leider in Deutschland nicht. Ich lese online, was zu lesen ist, es ist voll schöner, vernünftiger, manchmal auch extravaganter Ideen, von Nigel Slater, dem Hauskoch von Guardian/Observer und Gastköchen wie Yotam Ottolenghi, im Weihnachtsheft sogar ein ganz normaler Gänsebraten von René Redzepi, dem Mann, der uns zeigte, wie man mit Moos und Birkenrinde kocht.
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This is the season for curling up on the sofa with a good read. Like most food lovers, I love to read about food, and most of all I love magazines about food. In Germany, there is a very fine food mag called Effilie, which I subscribe to. My regular English food read used to be the much-awaited monthly Observer Food supplement. As it's not available here (you get the Observer, minus supplement) I check it out online, to keep in touch with all those creative types, from Nigel Slater to Ottolenghi. In the Christmas issue the man who put tree bark on our plates,  René Redzepi of Danish super-restaurant Noma, offers a seemingly quite traditonal roast goose.
  Rezepte sind für mich in erster Linie Inspiration, aber manchmal überkommt mich die verrückte idee, etwas genau nachkochen zu wollen (klappt fast nie).  Dieses Rezept hatte es mir zum Beispiel angetan. Capelletti, Jakobsmuscheln, Safran, was kann da schiefgehen?  Einiges, wie sich herausstellte. Erstens wollten sich die Nudeln nicht zu ordentlichen Nestern fügen. Zweitens stellte ich fest, dass mir diese Jakobsmuscheln aus der Fischabteilung des Supermarkts nicht schmeckten. Wir haben sie natürlich gegessen, wo doch vier Stück zehn Euro kosten und Eiweiß ja gesund ist. In Andalusien hat mir das ganze Meeresgetier gut geschmeckt, aber vielleicht passt es einfach nicht ins winterliche Bayern.
 Am Sonntagabend schaute ich das Kochprogramm mit dem vegetarischen Sternekoch Michael Hoffmann auf Arte an, in dem der stärkste Mann Deutschlands vegane Kochratschläge kriegt. Das brachte mich auf die Idee, das Rezept vegetarisch zu verwandeln. Ich dämpfte etwas Blumenkohl (der Rest wird zu Suppe), drapierte ihn statt Muscheln auf die Nudeln, die sich beim zweiten Versuch etwas ordentlicher zu Nestern gruppierten. Zuerst nahm ich als Deko geraspelten Kürbis und Karotte (unten), aber schöner war der zweite Versuch, mit gebratenem Halloumi und Kürbis, beides gewürfelt (weiter unten). Darüber nochmal die Safran-Sahne-Sauce, wieder vergeblich schaumig geschlagen. Aber es schmeckt hervorragend. Der Halloumi gibt dem Ganzen ein bisschen Biss und salzigen Geschmack, der Kürbis die Süße, der Blumenkohl die Schönheit.
 Spätes Abendessen mit feinstem Rieslingsekt, getrunken aus dem Sektkelch von der Post-Anni, ein Erbstück von Luisa
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My vegeltarian (almost) midnight feast with a nice cup of bubbly in the posh goblet my sister inherited from an excentric old lady
For me, recipes usually serve as an inspiration, not as a blueprint. But for once I wanted to follow a recipe for capelletti (very thin spaghetti) with fried scallops, fileted oranges and a saffron cream spume. What could go wrong? A lot, of course. The noodles wouldn't curl into pretty nests, the spume looked like mayonaise in the picture and, worst of all, I discovered these supermarket scallops, unlike those I had eaten in Spain and in Italy, weren't tasty and rather spongy. We gamely ate the lot, since the four scallops cost more than two schnitzels.  I think I will stick to seafood when I am by the sea.
 Later that evening, I watched a very nice food progamme by German Michelin-starred vegetarian chef Michael Hoffmann;  he was feeding "Germany's strongest man", who happens to be vegan. It gave me the idea to try and adapt the recipe in a vegetarian style. So I steamed some cauliflower and pumpkin, fried a piece of halloumi, diced it all in a foodie style and draped it around the pasta, which almost formed a perfect nest. I topped it with the cream, orange and saffron foamed sauce. And that was really delicious!

10 comments:

  1. Das letzte Bild sieht fast überirdisch schön aus!

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  2. Hallo liebe Ilse,
    Ist das letzte Bild von eurer Gegend, sieht wie ein Modell aus. Irgendwie stelle ich mir auf dem Landleben urwüchsiger, nicht so akorat und glattrasiert vor.
    Silvia aus Berlin

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  3. Die vegetarische Variante sieht sehr lecker aus. Das macht Lust auf einen Nachkochversuch!

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  4. Danke! Ich war auch ganz bezaubert, Schnee und dazu noch Sonne. Das Bild ist mit Teleobjektiv gemacht, aber sonst nicht bearbeitet!
    Tja Silvia, so ist Bayern, gschleckt und glattrasiert! Aber wir haben auch urwüchsig im Angebot, falls erwünscht ;-)

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  5. Jakobsmuscheln mag ich unbandig gerne, wie alles aus dem Meer. Egal wo ich sie bisher kaufte, und es gibt sie auch als TK Ware bei Metro - nix hat mich überzeugt.
    Gut sind sie bei unserem Lieblingsitaliener mit dem Stern.
    Der bekommt den Fang vom Tag bis zum späten Vormittag in die Küche geliefert und im Kaufhaus liegen die Produke drei und auch vier Tage auf dem Eis. Dann haben sie ihrem Charme verloren.

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  6. Mmmmhhhh. Bei der vegetarischen Version läuft mir das Wasser im Mund zusammen!

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  7. Ich liebe das letzte Bild! Irgendwann komm' ich mal zu Dir, mache rasierte Fotos, schmökere in Deinen Kochbüchern und eß' Deinen Apfelkuchen :)

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  8. Das Landschaftsfoto wirkt auf mich im ersten Moment wie eine Collage in blau, grün, weiß! Wunderschön!
    Da denke ich direkt, dass es schon schee wäre "a zuagreists Madl" in dieser Gegend zu sein.
    Und die vegetarische Version der Nudelnester macht auch ganz schön Appetit!
    Gruß aus der von Bayern vergessenen Pfalz,
    Gela

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  9. Das letzte Bild sieht aus wie gemalt.

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