Friday, 22 November 2013

Suppe, erster Streich

 Bei der Wilden Henne sehe ich eine tolle Suppenmahlzeit nach der anderen und fühle mich irgendwie inspiriert, aber während draußen der graue November still vor sich hinschmollt, will drinnen die wahre Kochmuße (oder Muse) einfach nicht aufkommen. Deshalb beschränke ich mich heute auf eine Grießnockerlsuppe.
Was ich nebenbei und ständig aus dem Ärmel schüttle, sind Apfelkuchen. Gestern Apfelkuchen Rustique, heute Apfelquarkkuchen, morgen - wer weiß, Apfelkiachal?
Dieser war besonders einfach, weil ich jetzt ständig eine Kugel Mürbteig auf Vorrat eingefroren habe, der Keller voller Äpfel ist und meine Schwester mir vor der Reise noch einen 250-g-Becher Bio-Quark hinterlassen hat. Also - Quark mit einem Resterl Yogurt und einem halben Becher Frischkäse, Zitronenabrieb und Tonkabohne (oder Zimt), zwei Eigelb, sechs Esslöffel Zucker und sechs Löffel Stärkemehl verrühren. Eiweiß steif schlagen, drunterziehen. Mit den in kleine Scheiben geschnittenen Äpfeln vorsichtig mischen.
Boden auf dem Backpapier und unter Klarsichtfolie auswalken, Masse drauf streichen, im vorgeheizten Ofen bei 180 O/U backen bis ein Messer sauber rauskommt. Wenn er zu braun zu werden droht, Backpapier drüberlegen. Schmeckt göttlich, vor allem einen Tag später - wenn er sich so lange hält.
While the November gloom is quietly raging outside, I am still waiting for the cooking muses to kiss me. Cakes are easy, I seem to turn out cakes at the rate of one a day - there are so many apples to get rid of, and since I have started making industrial quantities of dough and freezing them, it has become laughably easy. You have seen my past efforts: this time, I made an apple cheesecake which, incidentally, tastes even better the next day. If it survives that long.
My sister had parked a 250-g tub of fine quark in my fridge, and I had a bit of yogurt and some cream cheese to get shot of. I mix all this with two egg yolks, six tblsp of sugar, six of cornstarch, some grated lemon peel, grated tonka bean (or cinnamon) and fold in the beaten egg whites. Carefully mix this mass with three or four apples, cut into slices.
Roll out the dough (I used the shortcrust dough I made here) lying on a baking sheet and covered with clingfilm - makes the transfer ...a piece of cake...
Spread the mass of the base, and bake in the oven preheated to 180°C for about 30 minutes, until a knife comes out clean.
  If it threatens to burn, cover it with a baking sheet.
 Übrigens weiß ich jetzt endlich, wozu dieses Löffelchen gut ist: Wenn beim Eiertrennen etwas Eigelb ins Eiweiß geflutscht ist, kann man es damit rausfischen!
 At last I know what my little spoon is useful for: when you separate eggs and a bit of yolk slips into the eggwhite, you can use it to fish it out.
 Und die Suppe? Ich sammle immer das Kochwasser von Gemüsen die ich koche und hebe es auf. Leicht gesalzen und mit etwas Bio-Gemüsewürfel gewürzt, ergibt das die perfekte Rumfortsuppe.
Die Grießnockerl habe ich nach Gefühl gebastelt, das Ausprobieren macht wirklich mehr Spaß als die aus dem Packerl!
Ca. 20g weiche Butter mit einem Ei verkleppern, Muskatnuss reinreiben, Pfeffer. So viel Weichweizengrieß reinrieseln lassen, dass es fest, aber noch rührbar wird. Zum Schluss Parmesan oder Pecorino dazu reiben. 10 Minuten quellen lassen, dann mit einem Löffel Nockerl formen und in die siedende - nicht kochende - Suppe geben und so 15 Minuten ziehen lassen.
 This is one of my favourite soul-food soups. I collect the vegetable stock when I boil or steam veg and make it into a soup, adding a bit of organic stock powder. This time I made little dumplings with semolina. You can also use polenta. I beat an egg with some very soft butter, about 20g, add grated nutmeg and pepper and enough polenta/semolina to make it firm but not too hard! At the end you grate parmesan into the batter, leave to swell for a few minutes and then, with a spoon, form little gnocchi shapes and simmer them in the broth for 15 minutes.
 Gestärkt ging ich anschließend ins Brucker Moos und schaufelte ein paar Maulwurfshügel in eine Plastiktüte, für meine Winteranpflanzung...hoffentlich habe ich nicht versehentlich einen Maulwurf erwischt!
***
All souped up, I took a walk down the valley and gathered up a couple of mole hills in a plastic bag for my winter planting. Hope I didn't accidentally bag a mole, too.

13 comments:

  1. Schön, nun also auch bei Dir Suppe - es gibt doch bei diesem Schietwetter nichts besseres. Bei uns liegen übrigens gute 20 cm Schnee. Alles weiss - Winter isses.
    Sag, wie geht das mit den Maulwurfshügeln? Was machst Du damit? *aufmSchlauchsteh*

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  2. Oh yum! (all of it)!
    Probably done by others before me:
    I cut stale brezels into small discs and fry them in a bit of olive oil: voila, croutons!
    Btw: The molehill collection idea is brilliant!

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  3. O OHH! Was passiert im Fall der Fälle mit dem Grabowsky? Muss er in die Suppe? Oder zwischen die Äpfel ins Backrohr? ;-)
    Schönes Wochenende,
    Angela

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  4. Ach, Arbeitsteilung wäre schön.
    Du, liebe Ilse haust Kuchen um Kuchen in den Ofen und ich köchele uns die gehaltvollen Suppen.
    In diesem Herbst habe ich die Leguminosen wiederendeckt, gut.Borlottibohnen, schwarze Linsen, Kichererbsen - das alles schmeckt ganz herrlich.

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  5. Das hätte sich dann der Maulwurf auch nicht träumen lassen, dass er einmal so bequem die Buddelorte wechseln kann... Mit einem herzlichen Lachen gehe ich nun zu Bett.
    Träume von Apfelküchlein.
    Oona

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  6. Der Kuchen sieht SEHR lecker aus. Beim Lesen fiel mir gleich wieder ein, dass ich dir ein weiteres Apfelkuchenrezept zukommen lassen wollte. Werde ich später machen.
    Ein schönes Wochenende wünsche ich euch, auch wenn es grau ist,
    Constanze

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  7. Wie heißt es bei Emily Dickinson? November always seemed to me the Norway of the year.

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  8. Also, erstens mal: keine Sorge um Grabowski, der kann sich bei uns im Garten gleich wieder eingraben.
    Lily - ich hab schon Brezenknödel gemacht, aber Brezencroutons, das ist genial. Die halten nämlich ewig.
    Barbara - vielleicht sollst du mich mal wieder besuchen und wir machen Küchenmehrklang!
    Constanze, ich freu mich darauf. Dafür mach ich demnächst einen gedeckten Apfelkuchen ;-)
    SchnickSchnackschnuck, das ist eine schönes Zitat. Und ehrlich gesagt hat Norwegen auch was schönes.

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  9. Ach und chère Poulet, ich beneide dich schon ein bisschen um den Schnee. Da ist es aber für die Erde zu spät: Ich gehe spazieren mit einer Plastiktüte und einer Schaufel, und schaufle mir die schöne fette Erde in die Tüte, anstatt die sterile Supermarkterde zu kaufen. Voila!

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  10. Hahaha... I only saw (wrongly!) Griess snog.... didn't sound particularly appetising though.... then of course I took a second look - phew!

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  11. actually - looking again, I saw griess snog kerl suppe.... hmmm... no comments, please, Mr Freud!

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  12. Als ich zum ersten mal "Griesklösschen" selbst ausprobierte, hatte ich das Gefühl erwachsen zu sein. Denn es gibt nun kaum noch etwas gut gekochtes von Muttern, was ich nicht geschafft habe nachzukochen :-)
    Lecker!
    Ich mische den Weichweizen- mit Hartweizengries, da ich mich nie entscheiden kann.

    Herzliche Grüße,
    Beltane

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  13. Cesca, you have a way with words...
    Beltane, meine Mutter hat die Nockerl immer nit dem guten Bernbacher Nockerlgrieß gemacht, und bis vor kurzem dachte ich es sei RICHTIG SCHWIERIG, die selber zu machen.

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