Tuesday, 21 October 2014

Die schönen Bohnen



Einen der Blogs die ich besonders gerne lese, schreibt eine Engländerin namens Rachel, die in Roms trendigen Viertel Testaccio heimisch geworden ist. Ihre Gerichte sind unspektakulär, authentisch und elegant, die Geschichten über ihre Küche und ihre Familien in Italien und in England wunderbar zu lesen.
Bohnen gibt es öfter bei Rachel, in diesem Fall geht es um Wachtel- oder Borlottibohnen, die im Rohzustand so interessant gemustert und elegant lila sind. Kennengelernt habe ich die schönen Bohnen bei der Küchenschabe, sie hat mir sogar ein paar Bohnen geschickt. Der Versuch, sie auf meiner Terrasse anzubauen, ist aber leider grandios misslungen
Ich kaufte sie in der Dose, denn frisch kriegt man sie hier nur äußerst selten.
Wenn man sie kocht, werden sie eher unscheinbar und braun. Ich habe sie schon mit Feta zum Omelette gegessen und kalt als Thunfischsalat, angerichtet mit roten Zwiebeln. Rachels letzter Eintrag ließ mich meine Pastamaschine unter der Küchenbank herausholen und diese wunderbare Pasta e Fagioli nachkochen.
Ich kochte meine eigene Tomatensoße: eine halbe Stange Lauch, eine kleine Zwiebel und zwei Zehen Knoblauch in Olivenöl anbraten und mit einer kleinen Dose Tomaten ablöschen, salzen. Ich gebe immer noch ein bisschen Tomatenmark dazu, und ein Sträußchen Rosmarin und Oregano. Die Borlottibohnen in die Tomatensoße geben, sie darf mindestens eine halbe Stunde köcheln. 
Frische Tomaten benutze ich fast nie für Tomatensoße, außer ich bin irgendwo in Mittelmeernähe, wo die Tomaten nicht zu 90% aus Wasser bestehen.
Den Pastateig mache ich inzwischen ganz routiniert aus je einem Ei zu 100g Mehl - hier habe ich drei Eier und 300g Mehl genommen. Ich bringe immer aus Italien das Type 00 feine Weizenmehl mit, das gibt's hier auch in italienischen Läden. Man kann Pastateig aber auch mit Mehl Type 550 machen, oder mit Weizendunst (Spätzlemehl). Eine Nudelmaschine anzuschaffen wäre kein Luxus, wenn man gern selber Pasta macht - sie kosten so um 25 Euro.
Ich habe hier "Fazoletti" gemacht, (obwohl der Engländer nicht scharf darauf war, Taschentücher zu essen, haben sie ihm geschmeckt): 
Teig bis Nr.5 auf der Maschine ausrollen und in kleine Quadrate schneiden. In köchelndem Wasser etwa 5 Minuten kochen, dann unter die Tomatensoße mischen und ein paar Minuten ziehen lassen. Aufgewärmt schmeckt das Ganze noch besser.
Den übrigen Teig habe ich zu Pappardelle geschnitten und eingefroren.
  One of the blogs I love looking at is Rachel eats, written by an English woman who has "gone native" in Rome and posts traditional Italian recipes, simple (she has a way with beans), elegant and tasty. She also writes charming stories about her daily life, and about her families in Rome, Sicily and in England.
Her latest beanfeast inspired me to get the pasta machine out from under my kitchen bench and cook pasta e fagioli.
I used her recipe as inspiration, making my own favourite tomato sauce. Also, I used a small tin of borlotti beans - forget trying to get fresh beans in a village supermarket.
Now, pour a generous shot of good olive oil in a heavy pan and sauté a chopped onion and 2 cloves of garlic. 
Add 500 g fresh tomatoes ( if you live in a Mediterranean country or near a good market) -
I used a small tin of chopped tomatoes, they probably have more taste than the universal red waterballs. I also squeezed some tomato paste into the sauce.
Add salt and pepper, some fresh oregano and a sprig of fresh rosemary. Simmer for at least half an hour, adding the beans towards the end of the cooking time.
Make fresh egg pasta, cut them into squares (fazoletti), throw them into simmering water until they rise to the top - about 5 minutes.(I cut the remaining pasta dough into pappardelle - by hand - and put them in the freezer).
I took the pasta squares out with a slotted spoon and mixed them in with the tomato and bean sauce, adding a little of the pasta cooking water (q.b).
Make lots of this dish, because it tastes even better the next day.
Of course, I couldn't resist serving the dish with a sprig of basil, for extra colour.

14 comments:

  1. Ich liebe diese wunderschönen Bohnen! Danke für den Link zu Rachel. :-)

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  2. Pasta & Fagioli ist ein herbstliches Lieblingsessen und so passend mit den Fazzoletti zur ersten Erkältungswelle.
    Borlotti gibt es getrocknet bei Feinkost Spina, der auch sonst einen ausgedehnten Einkaufsbesuch wert ist.
    Meine Gartentomaten waren nix, somit habe ich sie (nach Tim Mälzer) im Ofen zum Sugo gebacken. Kann ich sehr empfehlen.
    So, und nun hole ich meine hundertjährige Pastamaschine aus dem Keller!

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  3. Leckere Taschentücher ;)

    ich nutze auch vorwiegend Tomaten aus der Dose und Mark, die hiesigen haben selbst im Selbstanbau nicht genug Pfiff für ne leckere Sauce :)

    Liebe Grüße

    irkabeate

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  4. Nudeln selbst gemacht. Da muss ich an Italien denken. Die Mamas und Großfamilien. ACH... noch ein Glasel Vino und fertig.
    Bohnen sind nicht so meins. Obwohl es bei uns früher oft Birnen, Bohnen und Speck gab. Kennt eine das in Bayern?
    Dazu fällt mir gerade eine nette Geschichte mit meiner Oma ein. Vielleicht poste ich die demnächst.

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  5. Über die Verbindung von fazoletti und der ersten Erkältungswelle musste ich prusten.
    Und die armseligen Tomaten im Eigenbau dieses jahr bedürfen keines Kommentars.
    Ooona - kenne ich nicht! Und bitte Omageschichten posten.

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  6. meine paradeissauce mach ich genau so !! ; ))
    nur Bohnen und Nudeln hatte ich noch nie...........

    schöne grüße aus Österreich (wie an den Paradeisern lesbar ist ;)

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  7. Borlottibohnen sind mit das Beste, was es an Bohnen gibt. Leider bekommt man sie wirklich nur eine kurze Zeit im Jahr frisch. Ich verwende sie gerne in Gemüsesuppen und nehme sie dann aus der Dose oder auch die getrockneten. Vor allem in Kombination mit Tomaten oder auch anderen Gemüsen sind sie ideal.

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  8. Oh ... wie liest sich das gut. Die Bilder sind herrlich. Gut, dass ich schon zu Abend gegessen haben. Sonst würde ich auf der Stelle verhungern!
    Der Link ist auch super!
    viele Grüsse
    Elisabeth

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  9. Bin gerade über das Goo*gle-Konto bei Dir reingekommen. Du hast 19 Millionen Klicks?
    Grüßili
    Oona

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  10. Da haben sich wohl ein paar Millionen verklickt?

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  11. Ääähh... nee. Ich fand das einfach nur eine enorm hohe Zahl.
    Grüße
    Oona

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  12. Oona, ohne Scheiß - ich habe keine Ahnung wie diese Zahl zustandekommt. Hab mir schon ausgerechnet...wenn jeder Klick auch nur einen Cent wert wäre, hätte ich eine kleine Villa in Portugal verdient.

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  13. Die "Bohnengeschichte" ist jetzt online.

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  14. Rachels Seite lese ich auch immer mit Vergnügen

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