Monday, 9 February 2015

Türkisch-bayrischer Sonntag


Trotz Schneesturm wagte ich mich gestern "in die Stadt" - alle Züge fuhren pünktlich und ich musste mich am Rosenheimer Platz auch nicht etwa durch Schneewehen zum Rio Cinema kämpfen. Der Matineefilm, "Bavaria Vista Club", den ich mir mit dem Preißndirndl anschaute, war schon nett. Aber schon fast zu nett. Irgendwie fängt diese Bajuwarisierei - nach dem Motto "Bayern=Gaudi" - an, mich zu nerven. Bayern hat sehr viel schöne lustige, aber auch ernsthafte Musik, nicht nur diese Fetzerei. Es muss ganz gewiss keine steife Dirndl-und-Lederhose-Stubenmusi sein, wie die Beispiele der kabarettistisch-hochmusikalischen Zwirbldirn, und der sehr kreative Unterbiberger Hofmusik, die türkische Musik mit der bayerischen verwoben haben, zeigten. Insgesamt war es aber einfach zu wenig Singen und zu viel laute Gaudi für meine Bedürfnisse. Und Mantra-Jodeln und bayrischen Blues mog i scho garned (obwohl sowohl die Bluesgitarren und das Mantrajodeln musikalisch hervorragend waren).  Das Spezielle an der Bayrischen Musik ist für mich halt nicht der Blues, sondern das Jodeln. Und das auf Bayrisch.
Von den türkischen Klängen der Unterbiberger angeregt, gingen wir zum Mittagessen in einen neuen türkischen Imbiss, das reizende Lezizel in der Corneliusstraße, wo es interessante Manti mit verschiedenen mehr oder weniger knoblauchlastigen Saucen gibt. Meine Liebe zu Teigtaschen kennt ja keine Grenzen, und diese türkischen Mantis sind was Neues - winzigkleine Mikroteilchen, nicht so Platscharis wie meine selbstgemachten. Die nette Bedienung erklärte uns, dass in der Türkei die Größe der Manti im umgekehrten Verhältnis zum Geschick der Köchin steht, also je kleiner, desto besser, und sie werden wie Ravioli in Salzwasser gekocht. In manchen Ländern Zentralasiens - z.B. Mongolei, Kasachstan - sind die Mantis größer und werden gedämpft.
Dazu gibt's Getränke wie den echten pechschwarzen türkischen Tee, Cola Turka oder Ayramgetränke. Viele der Speisen sind vegan und vegetarisch.
Angeblich soll das immer noch mickrige Fastfoodpanorama in München jetzt endlich von den angesagten Food-Trucks bereichert werden, ich hab's aber selber noch nicht mitgekriegt.
Sunday saw me on a daring outing to "the big city", despite quite heavy snowstorms. Nothing bad happened, though. The car didn't get stuck in snowdrifts, the trains were punctual and the cinema I went to with a friend was right by the exit of the underground. We went to see a film about the "new Bavarian music", which is quite a big deal here now. I have to admit that, having lived in England with music from Fairport Convention and the sound of the Blues (while roundly rejecting the music I grew up with), I can't get excited about a Celtic revival band with Bavarian lyrics, or Bavarian blues songs. Although I have to admit they can play their guitars! Moving back to Germany, I rediscovered my roots, and now I just want to hear authentic music and a lot of harmony yodelling. I don't mind it all being modernised, but - call me stuffy - I don't like it my made into one big beery Octoberfest joke.
After the film, which also featured some very imaginative Turkish-Bavarian fusion music, my companion and I had lunch at a new-ish Turkish café, which specialises in manti. These were much smaller than my homemade ones, but as the charming waitress explained, for Turkish manti there is an inverse ratio between the size of the manti and the skill of the cook - the smaller, the better.
Munich is not exactly blessed with lots of international snack bars - although I heard that the food truck movement is finally hitting town -  so this is a welcome addition to my lunch menu.
 Ich hatte Glück und schaffte es heimzukommen, bevor der dunkle Himmel den nächsten Schneesturm ausschüttete.
***
I just made it back home before the darkened the sky released the next snowstorm.

8 comments:

  1. Ach wie schön, das noch mal rekapituliert zu sehen! Da ich ja Circles singe, kann's für mich in der Musik oft gar nicht "cross over" genug sein, weshalb ich mich auch mit Mantrajodeln anfreunden würde. Aber selbst singen ist natürlich noch tausendmal schöner als zuhören ... Was die Fodd-Trucks angeht: angeblich noch am 13. und 20.2. in der Hall of Taste Nähe Karolinenplatz (sagt "in München").
    Tolle Nachmittagsstimmung hast du noch erwischt ... Liebe Grüße Petra

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  2. Petra - ich kann nicht erklären wieso ich manche crossovers mag und manche nicht...z.B....
    Harvey - die Cubaboarischen mog i! Aber die waren in dem Film nicht dabei.

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  3. Und was ist das auf dem Bild oben links mit der weißen und roten Soße? Das sieht lecker aus, so frisch.

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  4. Sandra - das sind die Manti mit der Yogurt-Tomatensoße!

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  5. "Platschari"! Sagen tue ich das natürlich auch, habe es aber noch nie geschrieben gesehen.

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  6. Oder wäre es doch korrekter, "Blatschari" zu schreiben?

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  7. Das Restaurant fiel mir auf, als ich neulich mit dem Bus dran vorbeifuhr. Ich las den Namen in der Hand/Blume? und überlegte, was es dort wohl geben könnte. Dachte an was koscheres.

    Von dem Film habe ich mir die Vorschau angeschaut, wollte dann aber keinen ganzen Film davon sehen.

    Liebe Grüße aufs Land an dich und den Engländer :-)
    Constanze

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