Monday, 20 July 2015

Landleben mit Cocktails

Ich gestehe, dass ich selbst bei 37°C auf der Terrasse kein Verlangen nach kalten Suppen habe. Dafür bin ich aber einem Getränk durchaus nicht abgeneigt, gern auch alkoholisch.
Gin&Tonic ist der Favorit des Hauses 356, aber ich habe meistens auch einen Cremant oder Cava im Kühlschrank, für einen Hugo mit selbstgemachtem Hollersirup. Bis ich von einer Pop-up-Cocktailbar in London hörte - ach ja, schön wär's - die unter anderem einen hausgemachten Sirup aus Mädesüß verwendet. Da dachte ich - holla, das kann ich auch hier machen! Stehen doch die Wiesen dieses Jahr voll von cremig-weißem, schaumigem Mädesüß, der im übrigen auch noch gesund ist - soll als Tee gut gegen Kopfweh sein. Meine kräuterkundige Schwester hat sogar ein Buch nach der Wiesenkönigin benannt.
Bei der Sirupherstellung hielt ich mich an das Rezept der Cocktailexpertin Lottie Muir, die alle Zutaten für ihre 'Wild Cocktails' selber in der Londoner Wildnis sucht. "Foraging" ist ja das A&O der trendy cuisine Englands - je tiefer aus dem Wald etwas kommt, desto besser. Toprestaurants haben ihre eigenen "foragers", die ihnen Kräutlein, Beeren, Blüten und Pilze bringen. Bei uns hieß das früher Schwammerlsuchen und außer Petersilie gab's einfach kein Kräutleinzeug.
Also, ich ging ins Moos hinunter, zum foragen, und brachte meine 15 Blütendolden mit heim.
Die wurden erst mal gut ausgeschüttelt, wie halt beim Holler auch, um darin wohnhafte Insekten zu verabschieden.
Aus 1l Wasser und 1kg Zucker wird ein Sirup gekocht. Wenn der Zucker ganz aufgelöst ist, die Dolden und den Abrieb einer Biozitrone ins Wasser geben und über Nacht ziehen lassen.
Am nächsten Tag nochmal kurz aufkochen, dann hab ich es so gemacht: die Flüssigkeit aus dem Topf in einen Krug mit Schnabel seihen, dann vorsichtig in zwei mit heißem Wasser gut ausgewaschene Gefäße gießen. 
Lotties Cocktail habe ich so adaptiert:
Einen Schuß abgekühlten Mädesüßsirup in ein Gläschen Sekt geben, und einen winzigen Schuss Kognac dazu. Aber nur abends, wenn es kühler ist. Der haut rein.
Oder einfach Sirup mit Mineralwasser mischen, erfrischt auch!

Und das Fazit nach der Versuchsreihe?
Mädesüßsirup ist vor allem - süß. Hat nicht das köstliche Aroma von Holunder, aber dafür hilft es vielleicht, das Kopfweh zu verhindern, das man nach Genuss von Cocktails unweigerlich kriegt!
Over my lifetime, I have found that cold soups of the gazpacho variety do nothing for me, even during the hottest days, 
with 37°C on my terrace. On the other hand, i am not averse to a nice chilled drink, with or without alcohol. Gin&tonic is the family favourite around here. I also tend to have a bottle of bubbly in the fridge for a quick Elderflower spritz that is now called Hugo, with my home-made elderflower syrup. 
In the Independent on Sunday I read about a Pop-up-Cocktailbar in London - yeah, would be nice - where Lottie Muir makes her wild cocktails, this one based on her home-made meadowsweet syrup which she forages in the wilds of Walthamstow - foraging being the new rock'n'roll, of course.
Now, meadowsweet is something we have plenty of around here, the fields and streams are lined with the fluffy cream-coloured stuff, which incidentally is said to cure headaches when made into a tea.
I went out and got 15 nice fully-blooming heads of the stuff.
The syrup is made along the lines of elderflower cordial:

Shake the heads of fully opened meadowsweet blossom to allow insects time to leave. Strip them from the stems and stalks.
Make a simple syrup by dissolving 1kg sugar in 1l of water in a pan over a low heat, stirring occasionally.
Remove the syrup from the heat when it starts boiling. Add the zest of an organic lemon and the flowers. Leave to infuse over night.
Next day, add the lemon juice, stir, then strain the syrup to remove the flowers and zest. Reheat the syrup gently in a pan. Wash a couple of bottles with very hot water and funnel it  into them while still piping hot. 
I adapted Lottie's cocktail by putting a shot of the cooled syrup into a glass of bubbly and adding a small shot of brandy - sort of a healthy champagne cocktail. 
Of course you can just flavour a glass of sparkling mineral water with the syrup - very refreshing!

At the end of my trials, I find that meadowsweet syrup ist above all: sweet. 
I prefer elderflower cordial, it has more fragrance, but if it's true that meadowsweet it a remedy against headache, it could be a perfect component for cocktails...


10 comments:

  1. Das sieht ja königinnenhaft-golden aus. Lässt sich das Aroma des "Lottie" irgendwie beschreiben? Liebe Grüße Petra

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    1. Ich hab die Aromabeurteilung noch dazugeschrieben. Fazit: nicht umwerfend, aber vielleicht gesund.

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  2. sieht so hochsommerlich köstlich aus, salute!

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  3. Sehr lecker! Ich gestehe, nie Mixgetränke zu trinken, sondern bevorzuge die Getränke pur, egal welche. Trotzdem würde ich gerne mal was mit Holunder trinken.

    Sigrun

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  4. Cool! Da kann natürlich meine kalte Suppe nicht mithalten. Und lustiger machen Deine Drinks mit Sicherheit auch ;) Prost!

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    1. Doch, Hanne! deine kalte Suppe ist toll, viel food-bloggiger als mein Gesöff!!

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  5. Dieses Getränk liebe ich, seit ich es das erste Mal am Bodensee probierte. Leider habe ich in Maine noch keinen Holunder gesehen :(

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    1. IKEA verkauft einen ganz brauchbaren Hollersirup, schau coch mal ob die den auch in Maine verkaufen!

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  6. Ich mache den Hollersirup mit Weißwein statt Wasser. Schmeckt köstlich z.B. in einem Glas Buttermilch. Und wenn ich ihn zum morgendlichen Porridge (Porridge, nicht Müsli) verwende, habe ich nach dem Frühstück einen winzigen Schwips. ;-))

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    1. ein ganz kleiner Schwips in aller Früh - das klingt bezaubernd!

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