Tuesday, 21 July 2015

München, sonnig und bunt

Gestern trieb mal wieder  Pegida ihr Unwesen in München. Leider wird sie derzeit von der bayrischen Regierung schon fast übertroffen in ihrer missverständlichen "Strategie" gegen Asylsuchende, und mein Liebling, Herr Söder, beschwört gar eine "Katastrophensituation" herauf. Die einzige Katastrophe ist, wie unfähig unserer Gewählten mit einer Lage umgehen, die vorhersehbar und nicht umkehrbar ist (Kolonialismus? Ausbeutung von Afrika? Waffenexporte in Krisengebiete? die Argumente liegen auf der Straße).

Die grauen 150 Pegida-Anhänger konnten einem fast Leid tun, angesichts der 1000+ spektakelmachenden Bunten. Eine praktische Lösung haben wir natürlich auch nicht. Aber der Wille zum Helfen ist da, und wir wehren uns gegen die Anfänge.
 "Munich is colourful" was the motto of a demonstration yesterday in the main square, Marienplatz. There are people who feel insecure about the numbers of asylum seekers descending on their Bavarian villages, but organisations such as "Pegida" exploit that fear shamelessly and use it to create a xenophobic climate. Our Bavarian government is not far behind in fuelling those fears. The colourful crowd drowned out the speeches this time. We have to be watchful.
 Und was gab es dann zu essen? ***And what's for dinner?
 Eine halbe Aubergine und zwei Tomaten, mit Olivenöl in der Pfanne geschmort, ein Stück Ziegenrolle zwischen zwei Auberginescheiben und zum Schluss ein Ei in die Pfanne. Ein Stück Brot, um das Öl auszutunken, und ein grüner Salat. Einfach guad!
Half an aubergine, sliced, fried in olive oil with a couple of tomatoes and an egg. Served with two discs of melted goat cheese, a piece of bread to mop up the juices and a green salad. Yum!

13 comments:

  1. Die einzige wirkliche Hilfe, die wir leisten können ist: Platz schaffen, Zimmer ausräumen und geflüchtete Menschen aufnehmen, bei uns zuhause und mit ihnen leben und das womöglich ohne staatliche Unterstützung und mit allen Schwierigkeiten, die es gibt, aber davor fürchten wir uns wohl am allermeisten, aber wie sollte denn sonst die "Hilfe" ausschauen? Sollen die Leut in Turnhallen oder ehemaligen Schlachthöfen oder Fabriken hausen? Und bei uns gibt es beheizte Garagen, so groß, daß eine ganze Familie Platz hätte. Ja, und wenn wir nicht freiwillig Menschen aufnehmen, dann werden wir halt irgendwann gezwungen werden müssen, wie früher auch schon mal. Ich bin selbst das Kind einer "Verjagten" und wir hatten auch "Flüchtlinge" bei uns, jahrelang, in bitterster Armut, gezwungenermaßen, irgendwie ist das auch gegangen. Meine Güte, und jetztzögere ich immer noch, zu sagen, daß unser Haus breit ist und die Türe geöffnet für die, die einen Ort zum Leben brauchen. Aus Angst vor dem Fremden, Bequemlichkeit oder was? Letztendlich wird immer nur zählen, was der alte Kästner schon sagte: "Es gibt nichts Gutes, außer man tut es!" Wer fängt an?

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    1. moralische keule?:-( funktioniert nicht bei allen.
      humanistisch können wir uns alle in brd einvernehmlich zunicken - aber die wirkliche lösung findet auf politischer ebene statt - siehe elmau - wo herr obama herumprahlte, wie er das problem an seiner grenze zu mexiko löst (für europäer zu grenzwertig). siehe auch lesenswerten artikel von enzensberger "im fremden das eigene hassen?" von ´92.
      anonym "1961"

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  2. :-) ja, taucht p* in bunt. super. gefällt mir, wie ihr immer wieder aufsteht und euch hinstellt. danke.

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  3. Liebe Graugans - viele Leute haben schon angefangen, und das ist gut so. Aber nur privat und völlig unorganisiert geht das nicht, es müssen Wohnungen geschaffen werden und menschenwürdige Unterkünfte. Das ist doch nicht zuviel verlangt vom reichsten Land Europas. Ich finde es gut, dass du auch an die deutschen Vertriebenen erinnerst, ich weiß selber noch, wie feindselig die "Flüchtling" damals bei uns in Bayern empfangen wurden.

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  4. "Diese Menschen mit ihrer vielfältigen Kultur, ihrer Herzlichkeit, ihrer Lebensfreude sind uns willkommen, sie sind eine Bereicherung für uns alle" ((Zitat).
    Also, flugs ein Zimmer freigeräumt für eine Flüchtlingsfamilie. Stelle mir gerade so gemeinsames Kochen und gemütliches Beisammenensein vor. Und den Kindern könnte man als Volunteer die deutsche Sprache beibringen.
    Dass so schnell genügend Wohnungen zur Verfügung gestellt werden, glaube ich nicht.
    Die Flüchtlinge wollen nicht in die Wallachei (kein stabiles Netz, kein ÖPN usw.) was man verstehen kann.
    Und es sollen ruhig noch mehr kommen, immerhin fließen durch die Alimentierung der Flüchtlinge derzeit 540 Milliarden an die zurückgebliebenen Familien in den Herkunftsländern, sozusagen als Ergänzung zur Entwicklungshilfe.
    Alles gut, die Pegida wird sich sicher bald schleichen.

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  5. Wallachei? ÖPN? liebe Barbara du sprichst in Rätseln. Flüchtlinge im eigenen Haus aufnehmen ist ja wohl mit bürokratischen Hürden gepflastert.

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  6. Naja, so im hintersten Niederbayern meinte ich. Da möchten die Flüchtlinge eben nicht so gerne hin wg. fehlender Infrastruktur.
    Die Hürden für eine Aufnahme sind inzwischen kaum noch vorhanden, Beispiele von Menschen die Flüchtlingen ihr Haus geöffnet haben sind im Netz zu finden.
    Öffentlicher Personen Nahverkehr - oder wie heißt das gleich?

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  7. Bunt, frisch und fröhlich - ja, so kann man dem grauen Mief am besten entgegnen!
    Lieben Gruss,
    Brigitte

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  8. ja! ich habe auch schon von mehreren beispielen gelesen, wo menschen ihr haus oder auch teile davon (einliegerwohnung oä) für flüchtlinge geöffnet haben! die bürokratischen hürden sind tatsächlich geringer geworden.
    an der stelle wird's spannend, find ich. wenn wir anfangen, uns selbst zu fragen...
    daniela

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    1. Ja, da wird´s sehr spannend, wenn´s um das eigene Leben geht, an die eigenen Ordnungen usw...ich möcht auch immer gern Gutes tun und helfen, wer nicht? Und dann, wenn es wirklich drum geht, jemand bei sich aufzunehmen, weil sie/er nirgends mehr hingehört, da merke ich, wie viel Angst ich selber habe vor dem Fremden...ja, da wirds spannend! Ich kenne Jugendhilfeträger, die suchen verzweifelt Leute, die minerjährige Geflüchtete bei sich aufnehmen, da gibt es sogar Geld dafür und man braucht nichts anderes machen, als mit den Jugendlichen zu leben und ihnen zu helfen bei allem, wie man das halt auch bei eigenen Kindern oder FreundInnen in Not macht, Heimat geben. Diese Jugendlichen sind traumatisiert von dem, was ihnen begegnet ist auf oft jahrelanger Flucht, ja...spannend...wovor nur fürchten wir uns so? Die Luisa hat mal was Gutes gesagt: wenn was ganz problematisch wird, muß man ganz nah hingehn, auch bei Angst, ja, ich werd da jetzt mal die ersten Schritte gehen und versuchen, meine Angst in diesen Kinderaugen anzuschauen...ich selber wäre nicht auf der Welt, wenn die bayrische Bevölkerung nicht gezwungen worden wäre, in jedem Haushalt "Flüchtlinge" aufzunehmen...wir dürfen nicht aufhören, darüber zu sprechen und uns auszutauschen in dem, was wir erleben beim Helfenwollen. Auch da hat die Luisa recht: Jetzt sind wir dran, ob wir das wollen oder nicht, die Völkerwanderung hat längst, längst begonnen...

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    2. Ich selber kann mich schön drücken, weil ich zur Miete in einer kleinen Wohnung lebe, da geht eh nix. Ich verstehe auch, wenn man ungern sein Daheim mit fremden Menschen teilt - bin ja selber nach Jahren in WGs mit Freuden in die traute Zweisamkeit geflüchtet!

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    3. ich sehe das ähnlich .... wir können auf demonstrationen präsent sein, über die politik als solches schimpfen etc etc (nur zu, ich schließ mich gerne an...!), aber: sobald sich möglichkeiten eröffnen (beispiel: tatsächlich weniger hürden, jemanden bei sich aufzunehmen) setzen bei den meisten (auch hier schließe ich mich gerne mit ein) die ersten größeren gefühle von gewaltiger hemmnis, gefühlen des eher unmöglichen ein!
      und: eh klar - das kann natürlich keine langfristige vermutlich nicht mal mittelfristige lösung sein - hier sind ganz andere strukturen gefragt - aber warum keine kurzfristige, um ganz akute (wohn)not wenigstens zu lindern?
      ich bleib dabei..... spannend!
      daniela

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  9. um mangelnde empathie in brd als bedürftige/er zu erfahren/erleiden, braucht man/frau kein flüchtling zu sein - das lernt z.b. mittellose mutter mit kind, die kurz vor einer wohnungsräumung steht. (alle weg, dumme tips, blöde statements - en masse)

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