Thursday, 2 July 2015

Rettet die Griechen!

Unten habe ich noch einen Artikel von der Bloomberg-Website zitiert, wer englisch lesen kann. 
Der politische Philosoph Edmund Burke sagte einmal: Ich kenne keine Methode, nach der man eine ganze Nation unter Anklage stellen kann.

Ich finde, wir zeigen jetzt den Politikern, vor allem der "schwäbischen Hausfrau" Schäuble (eigentlich eine Beleidigung aller schwäbischen Hausfrauen), wie man ein leidendes Land unterstützt. Ihr habt doch sicher alle schon mal in Griechenland einen wunderbaren Urlaub verbracht? Unterstützt diese fantastisch kreative Initiative! Wenn's nicht klappt, kriegt ihr euer Geld zurück. Haha.

***
The political philosopher, Edmund Burke, said: I do not know the method of drawing up an indictment against a whole people.

Here's a way to show your political will, cutting out the middlemen. Think of your last Greek holiday and support Greece with this fabulously creative initiative that uses the power of the internet for a good thing. Save Greece or your money back!
Here is a quote from the Bloomberg site (hardly known for extreme leftwing opinions):

Europe Wants to Punish Greece With Exit

In my more than 30 years writing about politics and economics, I have never before witnessed such an episode of sustained, self-righteous, ruinous and dissembling incompetence -- and I'm not talking about Alexis Tsipras and Syriza. As the damage mounts, the effort to rewrite the history of the European Union's abject failure over Greece is already underway. Pending a fuller postmortem, a little clarity on the immediate issues is in order.
On Monday, European Commission President Jean-Claude Juncker said at a news conference that he'd been betrayed by the Greek government.
The creditor institutions, he said, had shown flexibility and sought compromise. Their most recent offer involved no wage cuts, he emphasized, and no pension cuts; it was a package that created "more social fairness." Tsipras had misled Greeks about what the creditors were asking. The talks were getting somewhere. Agreement on this package could have been reached "easily" if Tsipras hadn't collapsed the process early Saturday by calling a referendum.
Related: Greece Default Watch
What an outrageous passel of distortion. Since these talks began five months ago, both sides have budged, but Tsipras has given vastly more ground than the creditors. In particular, he was ready to accede to more fiscal austerity -- a huge climbdown on his part. True, the last offer requires a slightly milder profile of primary budget surpluses than the creditors initially demanded; nonetheless, it still calls for severely (and irrationally) tight fiscal policy.
And this is what the Guardian says

27 comments:

  1. Hmm... ich kann die Situation in ihrer Gesamtheit und / oder die Folgen nicht erkennen oder beurteilen.
    Naiv frage ich mich, wer jemals dieses Loch stopfen soll und wohin all das Geld versickert.

    Geld, welches man im eigenen Land gut auch für sinnvolle Dinge nutzen könnte. Schließlich hört eine oft davon, dass uns überall und ständig das Geld fehlt.

    Natürlich nicht um besseres Kr*iegspielzeug zu kaufen. Allein eine Milliarde (!) rein an Steuergelder für die B*undeswehr. Habe ich im Radio gehört. Andere Geschichte.

    Mir tun die Menschen in Griechenland leid, die ohnehin schon nie viel hatten.

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  2. Ganz meine Rede! Hab ich seit heute früh auch auf meiner Seite! Wir schaffen das!

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  3. Ich finde, die Informationspolitik zu Griechenland in deutschsprachigen Ländern ist schon längst nichts anderes als eine Propagandamaschinerie. Heute morgen habe ich angefangen einen Artikel zusammenzustellen, der (hoffentlich) in Kurzform zeigen wird, wer da seit 1990 mitgemischt hat... Shareholder Value, Goldman Sachs und andere Banken, die ehemaligen griechischen Regierungen, Schröder und Merkel und Co. mit Lohndumping an der eigenen Bevölkerung und Exportüberschüssen... das ist eigentlich schon die Kürzestform, doch ein bisschen ausführlicher soll er schon noch werden. Ich kann die selbstgerechten Reden nicht mehr hören. Zum Glück senden SRF TV und Radio ab und zu noch Berichte, die die Realität der Menschen zeigen und mit wieviel Courage und Solidarität viele die jetzige Situation meistern.

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  4. Verrückte Idee, aber besser, als das Elend mit anzusehen, bin dabei!
    Liebe Grüße Petra

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  5. In der Stadt habe ich beim Vorbeilaufen gehört, wie ein Schwabe einen griechischstämmigen Mitbürger fragte, ob er denn wieder nach Griechenland wolle. Der meinte "zum Urlaub machen schon, sonst eher nicht".

    Das griechische Desaster geht nun schon einige Jahre.

    Es gibt viele Länder in Europa, die auch gerne was vom europäischen Kuchen abhätten. Nur Griechenland schreit halt am lautesten.

    Wer erinnert sich zum Beispiel noch an Zypern (http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/forderung-der-ezb-zypern-verringert-anzahl-der-kredite-a-1029374.html). Das will dann 2016 bestimmt auch gerne gerettet werden.

    Wenn ich an Griechenland denke, dann denke ich auch die Reeder wie Niarchos, 862 ihrer 3760 Schiffe werden versteuert (Quelle Handelsblatt).

    Was fehlt ist eine griechische Wirtschaft, die ihre Leute ernährt. Nur der Tourismus wird wahrscheinlich nicht reichen.

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  6. Ihr seid die Besten!
    Liebe Oona und "Maschenzauber" - es gibt immer überall Argumente, aber das ist genau mein Punkt, die besserwisserischen Argumente a la Spiegel, Jauch, und auch Handelsblatt will ich eben gerade nicht mehr hören, sondern - ein bisschen Zauber!

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    1. Auf SZ-Online gibt's übrigens einen sehr schönen Kommentar von Stefan Ulrich "Was Europa den Griechen schuldet". Er plädiert dafür, mal grob gesagt, den Geist "Ode an die Freude", immerhin unsere Europa-Hymne, zu leben, rund um den Kernsatz: eines Freundes Freund zu sein und "den Griechen im Sinne der Ode" zu helfen. Das ist "ein bisschen Zauber" für mich.

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    2. Ja!!! Freude immer, Strafe nimmer.
      Mein verhasstester Satz ist nämlich "da könnte ja jeder kommen"!

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  7. ...auch wenn das jetzt uuuuuurpeinlich wird, aber wie geht das ohne kreditkarte????
    So eine hab ich nämlich nicht.
    Die Idee finde ich wirklich unterstützenswert, auch wenn ich gerne genauer wüßte, WEM das geld zukommt.
    Liebe grüße aus den bergen,
    Doris

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  8. Es geht mit Paypal, Doris. Und niemand weiß wem genau das Geld zukommt, aber danach fragt ja meistens auch niemand wenn nach einem Naturdesaster massenhaft gespendet wird. Angeblich wollen die Organisatoren das Geld zurückzahlen falls das Ziel nicht erreicht wird - aber mir ist es egal wer meine paar Euros kriegt - das ist mir die Geste wert.

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  9. Lily Not so scaryFriday, July 03, 2015

    done.
    Thank you , Ilse, always an inspiration! :-)
    Lily xx

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  10. Ach Lily - I knew I could rely on you!

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  11. Dein Post und all die Kommentare .... danke Dir dafür!
    Nun werd ich mich gleich mal noch intesiver mit all dem beschäftigen.
    Es wird eine Lösung, oder vielleicht auch mehrere Lösungen geben!
    herzliche Grüsse
    Elisabeth

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  12. Gregor Gysi im Bundestag :

    "Die drei von mir genannten Institutionen haben, wie bereits gesagt, 90 Prozent der Hilfsgelder in Höhe von über 240 Milliarden Euro in die Rettung der griechischen Privatbanken gesteckt. Dieses Geld kam den Gläubigern zugute. Gläubiger dieser Privatbanken waren übrigens auch deutsche und vor allem französische Banken. Dort ist das Geld hingeflossen. Warum konnte man die griechischen Banken nicht einfach pleitegehen lassen. Dann hätten die Großgläubiger und Großaktionäre eben zahlen müssen, weil sie sich einfach verzockt haben, und man hätte den Bürgerinnen und Bürgern und den kleinen und mittelständischen Unternehmen ihre Guthaben erstatten können. Das hätte man machen können. Das wäre ein vernünftiger Weg gewesen. (...) Frau Merkel, Sie tragen in diesen Tagen eine gewaltige historische Verantwortung. Finden Sie in letzter Sekunde noch eine Lösung! Sie haben die Chance, entweder als Retterin oder als Zerstörerin der europäischen Idee in die Geschichte einzugehen."

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    1. Thank God for Gysi, kann ich da nur sagen. Ansonsten muss ich mir die vernünftigen Kommentare aus dem Guardian oder zum Beispiel hier holen!

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  13. Ilse, vielen Dank für diesen inspirirerenden Link und diese tolle Initiative, die mich mit der Begrenztheit meines eigenen Denkens konfrontiert und einen so erfrischenden, positiven Weg aus der stagnierenden Lage aufzeigt. Alleine die Verbindung innerhalb Europas durchs Mitmachen bei dieser Aktion hat eine so positive Energie, die gut tut. Vielen Dank Ilse für die Inspiration.

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  14. Sorry, ich kann das ganze Gedöns nicht mehr hören! Die beiden Geisterfahrer aus der griechischen Regierung (einer davon hat sich gottseidank verabschiedet) verarschen den Rest Europas doch richtig frech! Sie wollen ein anderes Europa. Gut, ihre Sache! Ich will kein Europa mit Korruption als Selbstverständlichkeit und Steuer auf freiwilliger Basis (vor allem für Superreiche) und Regierungskoalitionen aus (Alt-)Kommunisten und Nazis, die auch ihr eigenes Volk an der Nase herumführen!

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  15. Und ich mag keine anonymen troll-Schimpfkanonaden auf meinem Blog. Falls es dir entgangen ist: hier geht es um die Menschen in Griechenland, nicht um eine Regierung, die sowieso von Anfang an unter Generalverdacht stand (Huch! Kommunisten!)

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    1. Sorry, bin explodiert. Nota bene: Ich habe von einer Ex-Freundin (Griechin, wohnt in Thessaloniki) die Info, dass es den Griechen, auch den ärmeren nicht so schlecht ginge, wie es im Fernsehen (vor allem im deutschen) nicht herüberkommt sondern herübergebracht (!) wird. Übrigens ist sich Tsipras nicht zu schade, wenn er "gefrustet" aus Brüssel nach hause kommt sofort mit Putin zu telefonieren. Hier steckt Gefahr drin und Grund, den Griechen zu helfen! Die generelle Frage ist: Wie kann man den Griechen helfen und nicht diesen Demagogen aus der Regierung?

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    2. Schon OK. Aber wenn dir die deutschen Medien verdächtig sind in ihrer Berichterstattung, empfehle ich (falls du Englisch kannst), auch mal in US und englischen Medien reinzuschauen, da ist die Berichterstattung etwas anders.
      Paul Mason ist sehr gut auf
      https://www.youtube.com/watch?v=PY-qp9egjtk&feature=youtu.be
      Und - ich wüsste trotzdem gerne, mit wem ich hier über Griechenland diskutiere. Anonym mog i ned.

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    3. Wir waren schon einmal zusammen in Taglaching im Biergarten gesessen. Mehr sooch i ned.

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  16. Nein, ich werde sicherlich kein Geld einer völlig undurchsichtigen Kampagne spenden, wo man nicht weiß, wem wo was wie zugute kommt. Und vor allen Dingen löst das ja nicht das grundsätzliche Problem: schlecht oganisierter Staat, der als der große "Feind" gilt (seit dem Osmanischen Reich), den man möglichst geschickt besch...en muß, weil er einem sowieso nur Geld wegnimmt, dass dann irgendwo versickert. Dass das Geld aber in Leistungen für das Volk geht/gehen sollte, wird dabei ausgeblendet. Keine Frage, die EURO-Zonen-Zampanos haben extrem ungeschickt und fahrlässig agiert und das Problem verschärft - ganz zu Schweigen von der Schnapsidee, einen EURO zu schaffen mit so vielen Konstruktionsfehlern - das ändert aber überhaupt nichts an den innergriechischen Problemen und am Auftreten der griechischen Regierung. Ach ja, und Blomberg - den Amerikanern ist doch ganz recht, wenn Europa so mit sich beschäftigt ist und sich mit Miniproblemen beschäftigt, dass keiner mehr Zeit & Energie hat, eigenständige Politik zub etreiben oder der USA auf die Finger zu schauen. In letzter Zeit was von TTIP gehört vor lauter Griechenlandgriechenlandgriechenland? Eben.

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  17. ...hm, wir leben eben in spannenden zeiten, denke ich, liebe anonymousse...
    Das eine schließt halt das andere nicht aus.
    Übrigens hat die oben genannte kampagne ihr ziel nicht erreicht( und das gegebene geld sollte refundiert werden).
    Kein wunder bei dem angestrebten ziel von ich weißnichtwieviel milliarden euros.
    Der initiator hat ein neues crowdfunding gestartet mit dem sehr viel realistischeren ziel von 1 million euronen.
    Mal sehen, war doch fein, wenn es auch einschlägt.
    Im übrigen gibt es immer wen, dem doch längst nicht so schlecht geht und dennoch gehn z.b. griechischen spitälern die medis aus, weil z.t. nicht mehr geliefert wird.
    Und dann finde ich auch, das es um die idee von europa geht.
    Lg aus den bergen
    Doris

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    1. Den griechischen Firmen, die das Unternehmen meines Mannes beliefert, geht das Material deshalb nicht aus, weil sie - mit Problemen rechnend - rechtzeitig Tochtergesellschaften in anderen Ländern gegründet haben, über die sie ihre Rechnungen abwickeln können. Es geht also. Man sage mir nicht, ein Staat schafft nicht, sich da eine Lösung zu organisieren, wenn kleine Unternehmen das auch hinbekommen.
      Sollte der Staat kein Geld für Medikamente haben - vor einiger Zeit war ein Artikel im Spiegel, in dem es um die Steuerzahlungen der gut verdienenden Griechen ging - die fließen sehr, sehr, sehr sehr sparsam...Fazit: dem Staat sind seine einfachen Bürger, die auf Sozialhilfe und Transferleistungen angewiesen wären, einfach egal. Sonst würde er nämlich mal im eigenen Land eine Steuerverwaltung aufbauen, die den Namen auch verdient (diverse europ. Länder haben übrigens angeboten, mit Know-how auszuhelfen - wurde abgelehnt, kein Interesse....). Und dafür, dass die griechischen Regierungen genau das verabsäumen, kann Europa überhaupt nichts. Dass Griechenland massig Geld aufgenommen hat und eben nicht in eine Verbesserung des Staatswesens gesteckt hat, ditto.
      Und die Idee von Europa kann auch nicht sein, dass die Slowakei, Bulgarien und die baltischen Staaten sich an eine Transferunion für Griechenland beteiligen...dort ist der Lebensstandard auch nicht so prickelnd hoch, und die haben sich sehr solidarisch gezeigt...

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    2. Ich finde auch dass Griechenland ein schlecht organisierte sLand ist, und dass den konservativ regierten Staaten (siehe UK) die einfachen Leute weniger als egal sind, sieht man an den "Sparmassnahmen" die immer auf Kosten der untersten SChichten gehen. Aber Syriza hat ja noch gar keine Gelegenheit gehabt, diesen Augiasstall auszumisten, sie mussten sich ja ständig in Brüssel mit Herrn Schäuble et al auseinandersetzten.

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  18. So, du Liebe, Hitze und Hashimoto machten einen dicken Strich durch die Rechnung, doch jetzt habe ich es endlich geschafft, den Artikel zu Griechenland zu schreiben. Fehlt zwar ein vorgesehener Teil, aber "jä nu, für alles reicht es nicht", http://www.aincaart.ch/2015/07/10/syriza-willkommener-s%C3%BCndenbock/

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  19. Doris, ich habe meinen Beitrag schon über paypal zurückbekommen, alles sehr ehrlich.

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