Thursday, 27 October 2016

Berg-Heilung und purpurne Spaghetti

Man könnte sagen, dass meine Schwester und ich im Schoß des Alpenvereins aufgewachsen sind. Unsere Mutter war ein begeisterter "Bergfex" und Skifahrerin, wobei das Siegen nie ihr Ziel war: auch als Dritte von drei Teilnehmerinnen war sie zufrieden. Bei uns daheim war sie sowas wie die Vertreterin des Alpenvereins; wir verbrachten die Ferien unserer Kindheit fast nur im Schilager und auf Berghütten, verwöhnt von den "Mädeln" ihrer Mädelgruppe. Der Gruß "Berg Heil" kam uns ganz normal vor, genauso wie die Lieder, die so in Hütten gesungen wurden ("und mei Schwiegamuada des Schindaluada, hollari...!).
Nach einer 25-jährigen Pause, in der ich in England die Großstadt und das Meer lieben lernte, lebe ich jetzt mit Genuss wieder in Sichtweite der Berge. Aus mir ist nie eine Bergsteigerin und Skifahrerin geworden, aber wie gerne treibe ich mich in den niederen, gemütlichen Regionen herum - von Samerberg bis Südtirol fühle ich mich sofort wohl, wenn ich Berge sehe. Ein Wochenendausflug auf einen Berg - vor allem mit einer deftigen Brotzeit - und das innere Gleichgewicht ist wieder hergestellt.
***
My sister and I grew up in the lap of the "Alpenverein", the Alpine Association. Our Mum, a passionate mountaineer and skier, and founder of the local young women's group, brought the Alps into our home. We spent virtually all our holidays in ski camps and on mountain walks, staying in refuges, singing all the songs, mostly loving it. 
After a 25-year break in England that taught me to love the big city and the sea, I am now back among the mountains. And although I will never make a skier or a climber, nothing makes my heart sing like the view of the mountains, a gentle walk in the foothills - ideally followed by a hearty lunch with a view.

Und das eine knappe Stunde vor meiner Haustür *** All this is barely an hour's drive from my home
Ein Tisch mit wunderschöner Aussicht *** A table with a grand view


Daheim gilt die alte Bauernregel:
Ist das Wetter trübe,
Koch dir Rote Rübe!
Geht schnell und macht nach der gerade überstandenen Erkältung wieder rote Backen.
Das Rezept für dieses juwelengleiche Rote-Betepesto fand ich vor einiger Zeit hier:


-    1 Tasse Cashewkerne in einer Pfanne ohne Fett bei mittlerer Hitze anrösten. Abkühlen lassen und grob hacken.


-    1 mittelgroße Rote Rübe waschen, schälen und fein reiben. 
-    3 Zehen Knoblauch schälen und grob hacken.
-    Cashewkerne, Abrieb von 1 Biozitrone, rote Bete und Knoblauch im Mixer oder mit dem Pürierstab pürieren. Ca. 40 ml Olivenöl dazugeben und alles mit Pfeffer aus der Mühle, Flor de Sel und Zitronenzesten abschmecken.



After a week indoors, a walk in the mountains is a real tonic. Back home, a dose of beetroot helps to restore the colour to our cheeks after the annoyingly inevitable first seasonal cold.
This beetroot pesto is beautiful, delicious and restorative:
- Roast a cupful of cashews in a fat-free frying pan, chop them roughly
- Wash, peel and grate a medium-size beetroot
- peel and chop three cloves of garlic
- now blitz the cashews, beet, garlic and zest of an organic lemon.
- work in some 40ml olive oil, and season your pesto with flor de sel, lemon zest and freshly ground pepper







 Auf dem Heimweg grüßen nochmal die vom Föhn fein gezeichneten Berge
***
On the drive home, the mountains remain clear in the "Föhn", a special wind from beyond the Alps.

16 comments:

  1. Das alte Foto von euch beiden ist einfach sooo entzückend.
    Es berührt mich total. Danke, dass Du es der LeserInnen-Welt zeigst.
    **
    Die alte Bauernregel kannte ich nicht und erinnert mich schwer an den Satz meiner verstorbenen Freundin Uschi (20 Jahre älter als ich):
    "Ist das (Seelen-)Wetter noch so trüb´, hoch die Rüb´!!"

    Beste Grüße vonner Küste
    Oona

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    1. Mei, die Bauern, die wissen halt Bescheid! Liebe Grüße!

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  2. So ein nettes Foto von euch beiden. Ja, was man in der Kindheit lieben lernt, bleibt. Bei mir ist's der Wald, daher auch eher einfache Bergwanderungen, und gesungen wurde da auch :-)
    Liebe Grüße Petra

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  3. So schön bei uns in Bayern, gerade auch der Herbst mit seinen Farben. Die Berge sehe ich bei Föhn sogar vom östlichen Stadtrand der Landeshauptstadt und mit dem Zubizieger könnte man sie sogar benennen.
    Mit der Zubereitung dieses speziellen Pestos kann man aber auch ein mittelgroßes Desaster in der Küche anrichten;-)

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  4. Freut mich, dass es Dir geschmeckt hat 😊.

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  5. wenn diese armen nackerten Spaghetti jetzt noch schön von der Soße umhüllt wären, wären sie viel glücklicher und es gäb auch wirklich tolle purpurne Spaghetti! Aber gutes Rezept, mit rohen roten Beten kenn ich das noch nicht, ich nehm immer gekochte

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  6. Love it! Your pictures really do speak a thousand words. The beet pesto looks amazing too. Raw beets, yeah? I think it would be a great dip for crackers or pita too.

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    1. They are raw, and kind of marinated by the olive oil. Totally edible in any form!

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  7. Oh ist das herrlich! Da bekomme ich schon beim Zuhören und Zuschauen rote Bäckchen!
    Ja, die Berge können auf vielerlei Arten beflügeln.
    Dir einen schönen und gesunden Tag!
    Mit lieben Grüssen,
    Brigitte

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  8. winderschönes Foto von dir und deiner Schwester. Und natürlich auch die Bilder aus den Alpen. Es muß wundeerbar sein, dort aufgewachsen zu sein und dort zu leben.
    LG von Susa...ganz im Norden

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    1. Ich mag deine Fotos auch sehr! Aber ich glaube, meine Kommentare kommen nicht an.

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  9. rote-bete-pesto. seit heute ganz oben auf der muss-ich-haben-liste! :D

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    1. Ja - wenn du dich erst mal durch Gozo gekocht hast!;)

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  10. Oh dear ... jetzt hab ich ganz dollen Spaghettihunger. Sehe ich da Kapern in deinem Foto? Schön und vergnügt seht ihr beiden Mädels aus.

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  11. Frage:
    Was sind "Zitronenzesten"???
    noch nie gehört...

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