Kochfreuden

 
 "Mit 32 fing ich an zu kochen. Davor habe ich nur gegessen", soll die amerikanische Kochlegende Julia Child (bekannt als Meryl Streep im Film "Julie und Julia") gesagt haben.
Wann habe ich angefangen, mich so intensiv für Kochen und Essen zu interessieren?
Wesentlich später, aber ich bin ja auch keine Fernsehköchin.
In meiner Kindheit kochte die Oma, Mutti war arbeiten. Oma machte hervorragenden Apfelstrudel, Kaiserschmarrn, Reiberdatschi und Fingernudeln, aber hin und wieder eine Milzsuppe: vor diesem Essen fürchtete ich mich schon morgens in der Schule.
Ich habe keine Erinnerung daran, wovon meine Mutter und ich lebten als Luisa in England ihre Au-pair-Zeit absaß und Oma einen Sommer lang in der Türkei bei einer Freundin verbrachte, die ein Kind bekommen hatte. Wahrscheinlich Käsebrote - ich kann mich jedenfalls nicht erinnern, für sie gekocht zu haben, und ihr Interesse am Kochen ging gegen Null.
Wie im Leben, bin ich auch in der Küche nicht ehrgeizig. Ich habe mir das Kochen komplett selbst beigebracht, oft ohne Rezept einfach was ausprobiert.
Mit komplizierten Sößchen herumzutröpfeln oder blutende Fleischberge am Grill zu verkohlen sind nicht mein Ding. Riesige Torten, die eine Nachbildung von Schloss Neuschwanstein oder ein Klavier darstellen überlasse ich den Profis. Ich komponiere auch keine Avocadofächer, und backe keine Focaccia mit Blumenmuster (das können Kochkünstlerinnen wie @lavenderandlovage und @jessicamadethis auf Instagram viel besser).
"I was 32 when I started cooking; up until then, I just ate", American cooking legend Julia Child (also known as Meryl Streep in the movie "Julie and Julia") is quoted as saying.
When did I start to get so interested in cooking and eating?
Much later, but then I am no TV chef.
During my childhood, my Granny did all the cooking while Mum went out to work. Oma made wonderful apple strudels and other sweet delights. I loved her latkes and other miracles she created with potatoes, but she also made some cheap and healthy meat soups that I feared in anticipation on the way home from school.While my sister did her year as an au-pair in England and Oma spent a summer in Turkey with a friend who was expecting a baby, my Mum and I probably lived of cheese sandwiches. I certainly don't recall cooking for her when she was at work, and her interest in cooking tended towards zero.
 
Same as in other areas of my life, I have no ambitions in the kitchen. I am a completely self-taught,  trial-and-error type cook. I have no interest (too lazy, scared of faillure?) in learning to make complicated sauces to dribble on a plate, or to turn bleeding meat mountains to charcoal on the barbequeue. Gigantic cake recreations of castles or pianos I happily leave to the professionals.
 I don't create fanned avocados, or bake flowergarden focaccias (there are artists on instagram who do this splendidly @lavenderandlovage and @jessicamadethis).
Ein paar Fleischgerichte mache ich ab und zu gern, so etwas wie Hackbraten und Fleischpflanzerl, Gulasch und Rouladen - und sogar ein Saltimbocca gelingt mir mal.
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I happily cook some basic meat dishes such as sheperd's pie, meatballs, goulash or involtini, I even make a nice saltimbocca

Zu meinen immer wiederkehrenden Greatest Hits gehören alle Arten von Pasta und Spätzle, hier obe meine Kasnudeln - mit dazugehörigen Beilagen. Da meine Küche zu klein ist für das italienische meterlange Nudelholz, macht mir die Arbeit mit der Nudelmaschine großem Spaß.
My greatest hits in the kitchen are all kinds of pasta dishes, including spätzle. I just love making all kinds of Italian filled pasta shapes, or these Austrian pierogi style pastas.
My kitchen is too small to swing a cat, let alone an Italian matarello, so I finish my dough sheets in the pasta machine.
Pappardelle mit Brokkoli, in einem Topf zusammen gekocht, mit Ricotta und Semmelbröseln in Olivenöl mit Kräutern und Sardellen geröstet. Ein Parmesan-Ersatz im armen Süden Italiens.
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Pappardelle with broccoli (both cooked in the same pot) , topped with ricotta and breadcrumbs toasted in olive oil with herbs and anchovies. A substitute for parmigiano in the poor Italian South
Spaghett mit der besten Tomatensoße ever
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Spaghetti with the best und simplest tomato sauce, ever
Noch ein Klassiker - Parmigiana von Auberginen
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Eggplant parmigiana, an italian classic.
Ich stieß auf eine geniale Art, Pfannkuchen im Ofen zu backen - einfach den Pfannkuchenteig in einer hohen Backform/Eisenpfanne backen
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Dutch babies, a grown-up version of Yorkshire puddings: bake your pancake batter in the oven, ideally in a cast iron pan


But my absolute love belongs to baking.
Lemon drizzle cakes, vegetable and fruit galettes, crostate, Apple tarts, chocolate biscuits... there is no end to it.
Aber meine Lieblingsbeschäftigung in der Küche ist das Backen - Zitronenkuchen, Gemüse- und Obst-Galettes, Marmeladen-Crostata und Apfelkuchen... kein Ende in Sicht...
Ich probiere einfach gern alles aus, um dann die Gerichte, die gut gelungen sind, hier zu teilen - und vor allem, daheim immer wieder auf den Tisch zu bringen.
Alle Rezepte findet ihr mit der Suchfunktion oben auf der Startseite
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I just love cooking by trial and error and come up with successes to share here and at home.
Find all the recipes with the search function on top of the starting page

Comments

  1. Replies
    1. Eine Freundin der Lieblingsnichte sagte mal"in meiner Familie sind wir nie satt. Wir haben entweder Hunger, oder uns ist schlecht". So schlimm ist es bei mir noch nicht.

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  2. Unglaublich, ich hätte gedacht, du warst immer schon eine Kochmeisterin! So schöne Fotos, so viel gutes Essen. Ich bin von (Eier)Spaghetti mit Ketchup durch mein italienisches Aupair-Jahr rasant zum gscheiten Kochen gekommen. In der Jugend war es grauslichste Internatsküche, unterbrochen von Mutter's Highlights am Wochenende. Danke jedenfalls für alle deine super Rezepte!

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    1. Essen und kochen wurde erst so in den 90ern ein Thema...

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  3. was für eine schöne Kochrevue! Im Augenblick wär's der Zitronenkuchen für mich (hab noch einen Schluck Kaffee vom Frühstück übrig).
    und ja - die Oma. Bei mir war es auch so, Mama, Papa, Opa waren in der Arbeit, die Oma hat gekocht. Sie hat in Heimarbeit Lederhandschuhe genäht, deswegen zuhause. Ihre Spezialitäten, ebenso: Reiberdatschi und Apfelstrudel. Und mein absoluter Favorit: Zwetschgenknödel!
    Habe versucht ihre Rezepte nachzukochen, gelungen - ja, schmeckte aber anders. Eines der großen Koch-Geheimisse - warum schmeckt ein Gericht mit identischen Zutaten und identischem Rezept gekocht von zwei Personen verschieden.....

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    1. Zutaten sind ja nie identisch, die von den Omas damals waren vielleicht doch besser!

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    2. ist aber doch geheimnisvoll... man nimmt gigantisch toll schmeckende Gerichte und Rezepte aus einem fremden Land mit nach daheim... und plötzlich... fehlt da der Zauber...

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