Saturday, 6 September 2014

Überlebensküche

Nach nur zwei Wochen Kochen fürs Mütterlein, zweimal täglich, war es so weit - die Lust am Kochen ist mir granatenmäßig vergangen. Grenzenlos bewundere ich meine Schwester, die es die meiste Zeit schafft, eine Mutter zu verköstigen deren Interesse am Essen gegen Null geht.
In diesen zwei Wochen habe ich nichts für mich gekocht, die Inspiration verließ mich. Ich habe mit Mütterlein Pfannkuchensuppe und Krautwickel, Spinat und Spiegelei, Brotsuppe ("de hob i mir anders vorg'stellt") und Arme Ritter gegessen. Nur bei der Haferflockensuppe bin ich ausgestiegen.
So ähnlich muss es sein, sich tagtäglich was für mäkelige Kinder einfallen zu lassen.
Kinder habe ich nicht - ich hatte nur Wohngemeinschaft, und da war nichts unmöglich.
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Currently, I am not in the right mood for creative kitchen work, after cooking for my Mum these two weeks. For her, I had to cook something she recognises as food; soups and dumplings and spinach (yes, she likes spinach), and quite often ends up "not hungry" anyway. It's a labour of love, I can imagine a bit like cooking for children who really only want to go to MacDonalds (I have no children, so I'm guessing). Amazingly, my sister manages this high-wire act most of the time. I am losing the will to live after only two weeks...
Mein bestes Essen diese letzte Woche war ein Döner Kebab vom hervorragenden Grafinger Türkendeli.  
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My best meal this week was a kebab from my local Turkish deli - spectacular.
Gestern hatte ich die Schnapsidee, mich an einem "todsicheren" libanesischen Orangenkuchen zu versuchen.. Empfohlen von meiner Freundin J., "gelingt immer". Das hätte ich lieber lassen sollen. Er ist ganz spektakulär missraten - ein gatschiger gelber Batz, gerade so essbar, aber kein wirklicher Genuss. Wenigstens weiß ich jetzt, wo der Fehler lag (außer dass ich koch-spirituell nicht bei der Sache war): ich habe drei Riesenorangen genommen, aber eigentlich reichen laut diesem Rezept zwei mittelgroße.
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Yesterday I had a sudden brainwave that led me to have a go at baking a "foolproof" (as my friend J. said) Lebanese orange cake. I shouldn't have bothered, it turned out a spectacularly soggy failure. Edible, yes, but not one to go all "Yum" over. The original English language recipe  is from Claudia Roden, the doyenne of Middle Eastern cooking, and I will give it another go, sometime.
So sehen die Orangen aus nachdem sie eine Stunde weichgekocht worden sind: gelber Matsch.
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This is what becomes of the oranges after they have been boiled for an hour: mush
Eigentlich ein feiner Kuchen, nächstes Mal werde ich ihn richtig machen. Der Schokoguss bringt's.
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It could be a fine cake, especially with a proper chocolate icing. Next time.

8 comments:

  1. Bei meiner Arbeit in einem Altenheim im letzten Jahr habe ich gelernt: "...und sie werden wie die Kinder!". Das ist definitiv so!

    Solch' einen Koch-Alltag hatte ich für einige Jahre auch, bis meine Kinder diesbezüglich ein vernünftigeres Alter erreichten. Meine Lust war tot!

    Ja, Ilse, so isses!

    Inzwischen sieht mein Leben auf einen Schlag völlig anders aus - und siehe, meine Gelüste ändern sich.

    Aber ehrlich, Ilse - Zitrusfrüchte mag ich eigentlich eh' nur in Saftform - und der Gedanke, die Dinger eine Stunde lang zu kochen, der treibt mir Wellen von Gänsehaut über meine Zunge... hua!



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  2. Bisher "no comments"?! - Aber Trost muss sein! - Und daher ziehe ich meinen innerlichen Hut vor der 2-wöchentlichen Bemühung! - Kinder und alte Leut' eines gewissen "Schlags" nehmen einfach keine konventionelle Rücksichten mehr... was in der Regel nicht persönlich gemeint ist... aber das wiederum ist leicht gesagt... - dies von der Tochter eines altbayrischen "Mütterleins" mit ähnlich dezidierten Vorstellungen! - Chapeau! - Vielleicht hilft ein lauter Juchzer? Es grüßt Heike aus Muc-Mitte!

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  3. Hier ist eine Idee: Lemon and Rosemary Cake von Diany Henry
    http://oxfordfood.wordpress.com/2009/11/09/lemon-and-rosemary-cake/
    Einfach, schnell, lecker. Ist immer gut aufgenommen worden.

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  4. Ach Ilse, ich kenn' das. Hatte nämlich zwei mäkelige Kinder ( jetzt essen sie fast alles... ). Vielleicht schaffe ich es, Dich demnächst mit -hoffentlich- guten Inspirationen aus Amsterdam wieder zum Kochen zu verführen. Bis dahin mach's gut :)

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  5. der kuchen sieht so aus, als würde man ihn in ein glas geben können, mit irgendeinem feinen alkohol übergießen, vielleicht noch einige himbeeren oder so dazu und ein bisserl schlag - dann rutscht der sicher köstlich hinunter.
    liebe grüße
    ingrid

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  6. Ingrid, das sind ja kreative Serviervorschläge! Der Kuchen hat heute - nach zwei Tagen im Kühlschrank - mit Schlagrahm tatsächlich ausgezeichnet geschmeckt!
    Kvinna, eigentlich ist das Zitrusfrüchte kochen ja für Marmalade ganz bekannt, und...siehe oben. Freut mich, dass bei dir alles so toll läuft!
    Hanne - Amsterdam?? bin gespannt!
    Heike - juchzen kommt nächste Woche.
    Und - Anonymous One, danke für den Tipp.

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  7. I really like your post about "Uberlebenskuche"

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  8. Puh, kochen für Nörgler ist wohl die Königsdisziplin am Herd! Bon courage, Ilse, ich bewundere dich für deine Fürsorge!

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