Umzüge, und Gekicher in der Küche

Seit einem Jahr wohnen wir jetzt in Grafing. Und wie immer wenn ich umgezogen bin, finde ich alle möglichen Vorteile in der neuen Umgebung und halte mich an striktes Nostalgiemanagement.   Naja. Das erste Jahr in München, nach dem Umzug aus London, war hart. Ich hasste den Nymphenburger Park, weil er nicht Hampstead Heath war und verachtete die deutschen Supermärkte, weil sie weder Hummus noch Halloumi verkauften. Es gab keine Musik die uns gefiel und gefühlt waren alle unsere FreundInnen in England.  Inzwischen werden der Engländer und ich ein bisschen rührselig, wenn wir durch Neuhausen und Nymphenburg streifen - ach, wie glücklich wir hier waren! Niemals könnten wir wieder in London leben... Und Humus gibt es hier inzwischen auch!
Meine sieben Jahre ländliches Exil habe ich auch hinter mir gelassen, denn so schön es war -  hier in der Kleinstadt fahre ich mit dem Rad zum Einkaufen, die S-Bahn in die Großstadt ist nur einen Steinwurf entfernt. Und die Natur ist überall gleich um die Ecke.
Rezept des Tages ist heute eine Farinata. Keine Ahnung, warum ich diese Pfannkuchen/Pizza aus Kichererbsenmehl erst jetzt entdeckt habe - vielleicht, weil ich noch nie in Ligurien war, wo sie herkommt und als das regionale Streetfood gilt. Kichererbsenmehl wird übrigens als gram flour auch in der indischen Küche verwendet.
Ich habe die Farinata in der Pfanne gebacken wie Pfannkuchen.  Es ist kindisch leicht: einfach 100g Mehl mit einer Prise Salz und so viel Wasser anrühren, dass sich ein flüssiger aber nicht zu dünner Teig bildet. Kurz quellen lassen. Einen Schuss Olivenöl reinrühren und in der Pfanne golden backen.  Dazu habe ich ein Spiegelei oder ein pochiertes Ei gegessen, und ein paar Ofentomaten. Ein superschnelles und - ohne Ei - veganes Mittagessen.
It's a year now since I have moved back to my little  home town, from London via Munich and a tiny village in the countryside. Like with every move, at first I resented each new environment - boring Munich after London: no humus, no halloumi, no cranberry juice - OMG living in the country where I have to drive everywhere - and now I have ended up returning to my home town! But Munich turned out to be our happy place, in the countryside I was close to a lake that completely outshone the Hampstead Ladies Pond, and now in the little town, it seems appropriate for our twilight years that everywhere is easy to reach on the bike!  So, yay. All good. 

Today's recipe is - farinata!
How didI live to a ripe old age without knowing how to make a chickpea flour pancake? (Chickpea flour is also known as gram flour and used in Indian cooking). But this pancake comes from northern Italy, Liguria to be precise, where it is a kind of street food. I haven't been there myself yet, but I think it's on the cards.
The beauty of it  - it's dead easy to make, vegan and very tasty.
I made the farinata like a pancake, just mixed the flour with enough water to make a thin pancake batter, added a dash of olive oil and fried it in the pan. I can't do without a fried or poached egg, and oven tomatoes.


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Traditionally, farinata is baked in the oven  (image from gustoblog)

Slowly whisk together 250g chickpea flour with 700 ml cold water until you have a lump-free, thin batter. Allow to stand for 1 hour. 
Pre-heat the oven to 220° C. Add a handful of rosemary, a good pinch of sea salt and 3 tbsp good olive oil to the batter and give it a stir. 

Line a baking tray with baking paper and pour the batter into the tray. Bake in the hot oven for 35 to 40 minutes or until the farinata is golden, crisp around the edges and baked through.
When it's cooled, slide the farinate onto a board, cut it into wedges, sprinkle with pepper and serve it with a salad.

 Traditionell wird Farinata im Ofen gebacken

250g Kichererbsenmehl mit 700 ml kaltem Wasser verquirlen bis ein glatter, dünner Teig entsteht. Ca. eine Stunde quellen lassen.
Ofen auf 220° C vorheizen. Eine Handvoll Rosmarinnadeln, eine Prise Meersalz und 3 EL gutes olivenöl in den Teig rühren. 

Den Teig auf ein mit  Backpapier ausgelegtes Backblech oder in eine runde Backform gießen.
Im Ofen ca. 35 bis 40 Minuten backen, bis die Farinata goldbraun und knusprig aussieht.
Mit frisch gemahlenem Pfeffer bestreuen, abkühlen lassen und mit grünem Salat servieren.
Übrigens habe ich meine rote Fleecejacke wieder entdeckt. 1996 habe ich sie in London gekauft, als ich zurückkam aus Sevilla, wo man solche Jacken eher nicht brauchte.
 Damals waren Fleecejacken noch etwas sensationell neues. Dann war sie mir plötzlich zu rot, zu "dotschert", nicht cool genug. Jetzt, 20 Jahre später, nach mehreren lebensverändernden Umstürzen, mit 71 Jahren, passt sie wieder wie die Faust aufs Auge, zu meinen praktischen Lands End-Schuhen und den sanften Flachlandspaziergängen, wo mir beim Bergsteigen doch schon so schnell der Dampf ausgeht. Zum Beispiel hier, an einem sonnigen Morgen in Herrsching. Wo ich in den nächsten Jahren wohl öfter sein werde. Da ist nämlich auch jemand umgezogen.
***
I recently rediscovered my red fleece jacket, bought 1996 in London on returning from a year in Seville. Fleece was a brand new thing then and I felt quite with it. And then suddenly I didn't, and the jacket disappeared at the back of the wardrobe. Wasn't my style any more, too red, too outdoor.
Now, after 20 odd years and several life-changing moves I am back to moderate outdoor activity, and the red jacket goes quite well with my sensible shoes and bracing walks. I am expecting to see this particular lake front more over the next few years - a very good friend has just moved here.

Comments

  1. Hello, Ilse. You look great in your new old red jacket.
    It is great to read that you are enjoying your new life by the lake. No wonder. It looks like a wonderful place where to spend your days carrying out your most beloved activities, going for walks and cooking these delicious recipes you show us.
    Your beautiful images of your lake and your dishes make my teeth grow larger - that's what we say in Spanish: we ponen los dientes largos!
    https://www.academia.andaluza.net/es/practicar-es/poner-los-dientes-largos/
    Thanks for visiting my blog. I sometimes feel you are the only one to read it! ;-)

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    1. Well, I am lucky enough to remember my Spanish from many years past. I always enjoy reading your blog. By the way, my lake is smaller! And the one in the picture is where my oldest very dear friend has moved to!

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    2. By the way - in German, instead of long teeth, we say it makes my mouth water - same as in English!

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    3. We also have that expresión: se me hace la boca agua.... Funny isn't it?!

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  2. Klasse siehste aus mit 71 und eine wunderschöne Landschaft habt Ihr in Bayern, da bin ich immer neidisch drauf. Aber in München (5 Jahre) bin ich nicht heimisch geworden. Aber die Berge mochte ich damals schon sehr gerne.Ich überlege, ob ich, wenn ich jetzt in Rente gehe bald doch an die Ostsee ziehe, na mal sehen.

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  3. witzig, dass die ungetragene Jacke auch nach mehreren Umzügen noch "lebt", sie steht dir gut!

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  4. Wunderbar, deine Geschichten von Stadt, Land und See.
    Und die Jacke steht dir wirklich sehr, sehr gut!
    Frohen Gruss durch den Herbstnebel,
    Brigitte

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  5. Oh mei, bisher habe ich den Ammersee ja immer schrecklich öde gefunden, aber auf deinen Fotos wirkt er geradezu magisch.
    Liebe Grüße
    Petra
    (die auch deinen rote Fleece-jacke toll findet, und natürlich die Frau, die drinsteckt …)

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    1. Der Ammersee ist ja riesig, er hat schöne Strände und wilde Ecken.. und der bergblick...

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  6. Mei, seid ihr alle lieb zu mir. Man könnte fast meinen, ich hätte Komplimente gefischt! 😉

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  7. Ich leg auch noch eins nach: ausgesprochen fesch, die Frau und die Jacke. Und der See. Und der Kichererbsenfladen. Ich geh mal in die Küche.... Liebe Grüße von Bettina

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  8. Ich mag das Bild von dir auch sehr :)

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  9. Danke, ihr Lieben - die Komplimentefischerei hat ja hervorragend geklappt. 😍

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