Friday, 29 April 2011

W wie Wedding, und wandern

Völlig erschöpft von einer Überdosis "royal wedding" und dem anschließenden langen Spaziergang zum Ausgleich. Oh - die Sonne scheint? In London war's eher neblig. Kochen kam nicht in Frage, so war dann heute ein Abendessen in unserer Lieblingsnachbarschaftswirtschaft  angesagt. Es ging ungewöhnlich gesellig zu; man trifft interessante Menschen in Taglaching, und alle wohnen in der Nachbarschaft!
Das Essen dort ist genau richtig. Schmackhaft, bodenständig und hauptsächlich bio, auch Vegetarier finden essbares jenseits von Kässpatzen. Und die Nachspeisen sind eine Wucht. Anschließend daheim musste ich nochmal die Highlights anschauen, während der Engländer anderweitig beschäftigt war. Ich schäme mich. Wieso eigentlich? Meine englischen Freunde werden das ja nicht lesen. Die sind alle in die Bluebell-bedeckten Wälder von Surrey geflüchtet, wo es keine Fernseher gibt. Vor 30 Jahren hatten wir alle zusammen im Trent Park ein "not the Royal Wedding" Picknick veranstaltet, dieses Mal war ich allein, in Deutschland und schwach. Es war super!
 Saltimbocca mit Kartoffelgratin potato gratin side dish
 die wunderbaren Bratkartoffeln - nothing but big chips
 und der legendäre Taglachinger Schnee - a pudding to die for

 After a day more or less spent pretending not to watch The Wedding on television, a long walk was required to work it off. Sun was shining, while London looked rather foggy. Later, cooking was not an option, so we visited our local pub. This place makes just the most wonderful down-to-earth,organic food, as well as the above puddings (to die for). The atmosphere is pleasant, as all the more interesting locals seem to somehow congregate there.  As it is the only reliable eaterie within a 20km radius, and non-carnivores can get more than an omelette, we spend a lot of time there. Later, back home, I just had to check the late wedding highlights. I can admit it, since none of my friends in England are reading this: they have all taken to the bluebell woods, where there is no telly. In 1981, we all organised a "Not the Royal Wedding" picnic. It is a long time ago...

Thursday, 28 April 2011

V for Variation

Es geht auch mal einfach: eine Kreation genannt: "Was von Ostern übrig blieb".
Aus einem Stück altem Brot in der Mitte ein Loch ausstechen. Eine hinterbliebene runzlige rote Paprika und eine Zucchini in der Pfanne braten, wenn alles gar ist das Brot mitbraten, ins Loch ein Ei reinschlagen. Ist fertig wenn es fertig riecht.  Zum Schluss die letzten Brösel der Belper Knolle drüberreiben. Die Idee mit dem Ei-Brot habe ich übrigens aus dem klasse Film "V wie Vendetta", wo Stephen Fry es für die flüchtende Natalie Portman brät. Super!
Sometimes simple is best: This creation is called "The remains of the Easter weekend". Fry that lonesome wrinkly red pepper and a soggy courgette in the last drops of the olive oil from Portugal. Add a piece of stale bread to the pan, with a hole cut in the middle (cookie cutter). Into this hole, I break an egg and fry the whole lot until, well, fried. Serve with the last crumbs of your favourite grating cheese. The idea for an egg in the bread hole comes from the motion picture, "V for Vendetta" - brilliant - where Stephen Fry...ahem...fries it for Natalie Portman.

Tuesday, 26 April 2011

Regen bringt Segen

Manchmal kann ein Gewitter heiß ersehnt werden, einfach weil....so schön, so lang, das ist doch nicht normal! So ein Osterwochenende mit endlos Sonnenschein und viel zu vielen köstlichen Schmankerln, da muss auch mal wieder einfach Gemüsesuppe gegessen werden und draußen der Regen herunterprasseln. Jetzt, da ich Gartenbenutzerin bin, teile ich die Sorgen des Landwirts. Diesen April hat es ungefähr genau dreimal geregnet. Es wird Zeit, dieses wahnsinnige Blühen und Grünen mit Wasser zu unterstützen.
Ich habe zu Ostern einen Lammbraten gemacht, und er ist im Römertopf wie immer spielend gelungen, nachdem er über Nacht in Buttermilch mariniert wurde. Hat mir jemand geraten, und geschadet hat es dem Fleisch sicher nicht. Desolée, chère Smilla, aber ich mache es ja nur einmal im Jahr! Dazu gab es diesmal  grüne Bohnen und Spätzle. Die kann ich inzwischen aus dem ff: 300g Mehl mit zwei Eiern, Salz und etwas lauwarmem Wasser zu einem zähen Teig verrührt und durch den Spätzlehobel ins kochende Wasser hobeln, dann im Becken mit kaltem Wasser abschrecken und im Sieb abtropfen. Ich habe sie zur Feier des Ostern in Butterschmalz gebraten. Es reichte knapp für eine Familie von fünf guten Essern (standing joke der Lieblingsnichte: "wir sind nie satt - wir haben entweder Hunger oder uns ist schlecht"). Zum Schluss die Geheimwaffe: Mousse au chocolat auf Mürbteigbödchen. Vom Apfelkuchendeckel hatte ich noch Mürbteig übrig (Rezept, wie immer: wahllos Butter, braunen Zucker und Mehl verkneten bis der Teig fest genug aber nicht zu fest ist). Ich legte sechs Runden in die Muffinform und backte die Böden. Wenn erkaltet, eine Mousse aus einem Becher geschlagener Sahne und 150g geschmolzener dunkler guter Schokolade reinfüllen, über Nacht kühlen. Wir haben jetzt einen Keller zum Kühlen, wie früher, als dort immer der Kalte Hund erkaltete.
 
This Easter weekend was astonishing: hot, blue skies, fabulous food, of course, too much of it. Now I find myself longing for a skimpy broth and some refreshing rain. I have a garden now and think like a farmer, which is: we had only about three days of rain during this April. It was perfect for terrace dining and the required long walks, but surely the bloom and greenery needs a bit of water now to sustain it?









We had lamb for our Easter lunch, cooked to soft perfection. I am no great meat cook, but putting a kilo of good lamb shoulder in the clay pot (needs to be watered before use) after marinating it over night in buttermilk. Stick some garlic and rosemary into incisions made in the meat, cover it, and roast it in a 160°C oven for about 3 hours with some root veg. I made Spätzle (home-made drop pasta) to go with it, and green beens.
For pudding, I made little chocolate mousse tarts: I baked leftover scraps of shortcrust pastry in the muffin tin and when cooled, filled them with my instant chocolate mousse made of whipped cream with melted chocolate. Experiment! It's fun. We now have a cellar with proper shelves, where I put things to cool over night. I feel like a real person doing this.

Friday, 22 April 2011

Always look on the bright side of life, da-dum, da-dum da-dum da-dum

 Ich kann nicht behaupten, dass mein Leben derzeit ganz ohne Komplikationen, Knoten und Steilkurven verläuft. Nachts liege ich oft wach und wälze ich Gedanken und Probleme, die in einem unterhaltsamen Blog nicht vorkommen. Die Frage "war es ein Fehler, für Ostern Lamm zu bestellen, wo ich gerade im SZ-Magazin ein geniales Rezept für gefüllte Kalbsbrust gefunden habe?" ist noch das geringste davon. ABER - ich müsste schon die größte Trantüte (auf bayrisch: a richtig's  "Woasal") sein, wenn ich in der Früh auch nach wenigen Stunden Schlaf nicht mit einem breiten Lächeln aufwachte. Nie hätte ich mir erhofft, dass ich jemals einen blühenden Apfelbaum vor dem Fenster habe, dass ich zu Vogelgezwitscher aufwache und in die grüne Weite schaue. Und ich bin gestern sogar, ein paar kreischende Minuten lang, zum ersten Mal im Steinsee geschwommen.
 
No-one could say that my life is without complications, anxieties and dangerous twists ahead, not by any means. There is so much stuff that keeps me awake at night and does not make for jolly blogging. The least of the questions I ponder over in the small hours is currently "why on earth did I order lamb for Easter, when I just found the most delicious recipe for stuffed veal??" BUT - big but - I'd have to be a world-class misery if I woke up in the morning and not have a big smile on my face. I never hoped to live somewhere with apple blossoms outside my bedroom window. The sun seems to be shining all the time, the sky is blue, the birds are singing. The garden is so green, and I have even had my first dip in our nearby lake, for a few gasping minutes.
So, Easter will be happy. I hope for you, too.
Köstliches Rhabarberkompott mit Vanilleeis - A delicious rhubarb compote with vanilla icecream
 Also - Frohe Ostern euch allen!
http://www.youtube.com/watch?v=jHPOzQzk9Qo

Wednesday, 20 April 2011

Let the music play

Heute gibt's ausnahmsweise mal nichts zu essen, sondern Musik. Seit Wochen geistert James Blake durch die Medien, neulich mit einem Beitrag auf 2Sat Kültürzeit - eine wirklich gute Sendung.
ABER
Auch die kapieren nicht, dass man Musik HÖREN will, nicht irgendwelche gescheiten, analytischen Erklärungen dazu. Das macht mich übrigens bei vielen Musiksendungen kirre: Hier ist ein tolles Programm über diese Band, aber du kriegst die Band selbst nicht zu hören, weil gnadenlos geklugscheissert wird. Zwei Takte, und es wird irgendein alter Knacker mit Pferdeschwanz interviewt, der "damals" dabei war. Info ist gut, aber vor und nach der Musik. Wir können doch Musik einfach für sich selbst reden lassen. Danach wissen wir, wie wir sie finden. Oder? Danke, youtube.
http://www.youtube.com/watch?v=oOT2-OTebx0
hört euch doch dieses Stück einfach an. James Blake.
Zur Belohnung gibt es noch den ersten Spargel dieses Jahres, gestern frisch aus dem Löwengarten. Ich war nämlich in der Stadt und habe Freunde getroffen. Wir haben darüber geredet, wie missrepräsentiert unsere Generation ist.  Wenn man die zarten Schößlinge des Protests in Japan sieht, und sie vergleicht mit Deutschland, einem Staat der nach dem 3. Reich ähnlich autoritär strukturiert war, kann man sagen, dass wir hier schon eine andere Mitsprachekultur haben. Und wer hat's erzwungen?
James Blake is the man of the moment here in all available media at the moment. There was a snippet about him on a TV programme I really like, but it really wound me up. What they do is, they tell you about a musician or a band, and then proceed to talk over the music, so you can't hear it. The thing to do is of course to go to youtube, where you really find everything you ever wanted to hear, tracks you loved twenty years ago as well as shit-hot hypes. And then you listen.
If you liked the link to James Blake, you will love this plate of asparagus, the first of its kind for this season. Eaten in my former local in Munich, where I met some friends and talked about the old days, about how our generation has achieved a bit more than shouting hohohochminh and worn bellbottoms.

Monday, 18 April 2011

Gesundheit!


















Gestern war in Herrmannsdorf mal wieder der Ostermarkt, ich war ganz scharf drauf, bei dieser jungen Dame wieder altes französisches Geschirr zu kaufen. Luisa und ich schlugen gut zu und fanden einiges für unsere übervollen Geschirrschränke - man hat ja jetzt Keller!
Vom abendlichen Spaziergang kam ich dann mit mehreren Handvoll Kräuter zurück: junge Brennesseln (autsch! aber soo gut für die Durchblutung..), Kresse von der Zauberquelle, Löwenzahnblätter und Taubnesselblüten. Daheim habe ich die Kräuter gehackt und in Butter angeschwitzt, mit zwei Esslöffeln Mehl bestäubt und mit ca. 3/4l ganz leichter Biobrühe abgelöscht. Nach ca. 10 Minuten köcheln mit dem Zauberstab püriert, einen 1/3 Becher Sahne reingerührt und mit den Taubnesseln geschmückt serviert. Ergibt 3 Teller grüne gesunde Brühe.  
Für Sauerampfer ist es scheinbar noch ein bisschen früh. Sauerampfersuppe habe ich in London kennengelernt, als ganz was besonderes - das Bündel gab's nur an Orten zu verkaufen, die per Mundpropaganda weitergesagt wurden ("es gibt da an der Essex Road ein Fischgeschäft, der hat ihn manchmal..."). Dann fand ich bei einem Spaziergang an den Klippen von Devon ganz viel davon und machte so eine Suppe - göttlich! Wenn ich denke, als Kinder haben wir Sauerampfer - diese Foodie-Kostbarkeit - gekaut und ausgespuckt!
Yesterday saw the long awaited spring fair in a neighbouring eco-village, with this fabulous stall that sells old French crockery. My sister and I didn't mess around and added to our bulging cupboards. Later, an evening walk ended with handfuls of lovely fresh herbs, dandelion leaves, watercress and nettle leaves (ouch! ouch!)  from the magic spring, which I made into a soup.
I chopped the herbs, sweated them in a knob of butter, sprinkled 2tbsp of flour over it and deglazed it with some organic broth, enough for three bowls of soup. After ten minutes of simmering, I blended the soup and stirred in half a tub of creám - it's up to you of course - and adorned it with deadnettle flowers.
It is a bit early for sorrel, the leaves are still small.  To think that as children we chewed it and spat it out, and now it is traded as a culinary treasure. In London, the stuff was more expensive than marijuana and hard to find ("psst - I saw some at the fishmongers in Essex Road...").
I once found some on a cliff in Devon, and the soup was heaven (rhymes!)

Saturday, 16 April 2011

Risotto casalingus

Mein Interesse am Kochen geht immer mehr in Richtung machbar, nachvollziehbar, mit nicht zu teuren aber guten Zutaten, massentauglich. Gourmet-Essen ist für mich eine Art Hobby, Foodporno, den ich über Blogs und Zeitschriften genüsslich verfolge. Aber was bei mir in der Küche stattfindet, ist hauptsächlich kreativer Alltag. Und hin und wieder gibt es jetzt wieder Essbares. Gestern fand ich ein Resterl Teig im Gefrierfach und machte nochmal diese Tarte, diesmal mit Wiesenkräutern wie Bärlauch und Löwenzahn (gibt's ja hier in Massen),  dazu Rucola und eine Handvoll Erbsen.

Heute war endlich wieder Risotto dran, und zu der Risottodiskussion die in Foodblogs immer wieder aufflammt, kann ich nur sagen: Keine Angst vor Risotto. Es ist kinderleicht, gelingt immer - allerdings muss der Reis weichgekocht werden, denn im Gegensatz zu Pasta ist Risotto al dente keine gute Sache.
Es handelt sich um ein Resterlrisotto, "risotto ai avanzi" sozusagen.
Bacon, mit der Schere geschnippelt, in Olivenöl gut angebraten
Große Tasse Reis im Öl wenden und glasig werden lassen. Mit einem Gläschen Weißwein (ich trinke zur Zeit einen sehr leckeren Bianco di Custoza) ablöschen, dann weiter Brühe zugießen. Ich benutzte Gemüsebrühe aus dem Biomarkt.
Dann habe ich Zucchini, ein übriges Mairübchen und eine gelbe Rübe, alle gewürfelt in den Topf.
Köcheln lassen, hin und wieder umrühren, wenn nötig mehr Flüssigkeit dazu. Ich habe zum beispiel den Sud von Spinat, den ich nebenbei kochte, noch mit reingerührt. Wenn der Reis dann wirklich keinen harten Kern mehr hat, ein Stück Butter gut reinrühren und eine Handvoll Parmesan oder auch mal Grana Padano - keine Todsünde - reiben und unterziehen. Risotto ist fast eine Sofortmahlzeit. OK, ein bisschen rühren muss man schon, aber das können wir doch, oder?

My interest in cooking is going more and more towards comprehensible dishes that don't cost an arm and a leg and leave room for variation. If there is something I hate it's fussy, snobby cooking for showing off. Gourmet food is a sort of luxury hobby for me, I read about it in blogs, and study complicated recipes in magazines while lounging on the sofa. Cooking around here happens mostly through creative improvisation, once in a while I  try really hard to follow someone's recipe. Yesterday I found a piece of pastry in the freezer for a Tarte I made weeks ago. I used it this time for a tart with wild garlic and dandelion (they always say use young leaves- and they don't get much younger than in April) and some rocket and frozen peas.
Today, for example, I made a fridge risotto. A convenience dish if ever there was one. I always have Arborio or Carnaroli rice in stock; when I go to Italy I buy big bags cause it's not like anything very gourmet there - it's just rice. And for the rest, I use what's in the fridge. If there is saffron I make a simple risotto Milanese, but today there was just a courgette, and a carrot, and a little white turnip. And some bacon, which I snipped with scissors into some heating olive oil, made it crispy. Then I added a big cup of rice and stirred it til it's coated with oil. Pour some decent white wine over it, stirred in all the diced veg and then you add stock as you go. The rice should definitely not be al dente, and there is some stirring involved, but nothing you can't handle. When its nicely puffed up, stir in a good knob of butter and some freshly grated Parmesan, Pecorino or Grana Padano. No cheddar please, even if we are British. Very tasty indeed.

Thursday, 14 April 2011

Back to life

Endlich scheint alles zu funktionieren. Die Spiegel hängen, Drucker druckt, Kräuter stehen in frischer Erde, Teppiche liegen da wo sie hingehören. Im Keller stehen ordentliche Regale, auf der Terrasse die Stühle aus nachhaltigem Eukalyptusholz. Emails kommen und gehen, Internetzugang ist geregelt. Die Krankenkasse weiß, dass ich umgezogen bin, die PIN für die neue Bankkarte ist da. Ich habe beim Reinfahren in die Garage (hallo! wir haben eine Garage!) dem Auto die ersten Verletzungen zugefügt. Wir hatten Sonne, jetzt regnet und stürmt es. Ich habe verstanden, wie die Küche funktioniert.  Der Geschirrspüler darf vorläufig in den  Ruhestand gehen, bis die Besuchermassen kommen. Das Gefrierfach über dem Kühlschrank ist ausreichend und wir brauchen den Gefrierelefanten (noch) nicht. Ich habe schon einige Kochunfälle von der Ceranplatte gekratzt und im Keller ein Vorratsregal angelegt. Wir haben zu dritt vier Räder und ein klappriges aber williges Auto in der Garage. Wir sind eine moderne Hausgemeinschaft.
Das mit dem Kochen ist noch nicht wirklich im vollen Gang, weil einfach ständig was ist - zum Beispiel waren heute die Handwerker bei meiner Mutter, weil sie sich die Wohnung völlig neu beleuchten lässt. Ich find's ja toll, wie sie es krachen lässt. Aber mal so ein Tag wo einfach nichts geschieht, wäre total nett.

 Trotzdem habe ich mich heute  mal wieder an einen Kuchen gewagt, und zwar den Ricottakuchen von Jutta Lorbeerkrone. Ich musste das Rezept leicht variieren und streckte die 250g Ricotta mit Quark. Das ging sehr gut. Statt Schokotropfen rieb ich vier fette Esslöffel Schokolade. Das Gitter habe ich leider vergessen. Nächstes Mal dann, denn diesen Kuchen mache ich sicher wieder!
 
At last, everything seems to be in place around here. Lamps are hanged, mirrors are smiling back. Rugs are laid where they are needed underfoot, the terrace is kitted out with seating arrangements made of sustainable wood . My insurances have been informed of change of address, my PIN has arrived and is working, and I have managed to dent the car driving into the garage (yes - very grown-up, we have a garage). Between three people we have 5 bikes (thanks, Andrea) and several computers that seem to be in working order).

You'd think, there is nothing to keep me from being creative in the kitchen. But there is always something, usually to do with my Mum. Most recently, she decided she wants new lighting everywhere and someone has to be there to charm the electricians. German craftsmen don't accept cups of tea, by the way. Cups of tea is an unknown quantity here. But boy, they are efficient. So, anyway.
I found time to bake a cake I lifted from a Loorbeerkrone, a very talented blogger who seems to be posting every dish ever cooked in Italy.
It is beautifully simple, just knead a short crust pastry with
1 egg and one yolk, 100g sugar, juice of half a lemon, 120g softened butter and 300g flour.
refrigerate, keeping about one sixth aside for a lattice (I forgot, as you can see).
make a smooth ricotta filling by mixing 400g ricotta, 2 eggs, 100g sugar, the other half of the organic lemon, juice and zest, 4 table spoons chocolate drops and a tbsp of cornflour. 
Preheat the oven to 180°C. Roll the pastry between two sheets of baking paper - this is a life saver, as it goes into the tin on the bottom sheet - easy.
I would bake the pastry for ten minutes before adding the filling (don't forget the lattice!), bake for 1/2 hour.
My tart had a slightly undercooked base and was - ahem - too brown on top. Delicious, anyway.

Sunday, 10 April 2011

Es geht um die Wurscht, und ums Gemüse

Sonntag mittags gehen wir bekanntlich oft mit dem Mütterlein essen. Oft ist das Essen grundsolide und gut. OK, in etwa acht von zehn Wirtschaften hier auf dem Land gibts praktisch nur Fleisch, und für Vegetarier dann Kässpatzen. Oder Salat. Mit Putenstreifen. Danke! Und in etwa einem Drittel aller Gaststätten ist das Essen einfach (das Wort grottenschlecht verbietet mein Anwalt)...wirklich nicht gut.  Oft in den schönsten Plätzen, wo man eigentlich nach dem Essen sich umsehen und zufrieden seufzen sollte. So wie in der Schönen Aussicht in Großhöhenrain, oder in Ebersberg im Klosterhof, in Grafing beim Wildbräu am Marktplatz. Auch in der Gass am Egglburger See könnte noch einiges verbessert werden, und ein paar andere will ich erst gar nicht nennen.

Alles schwimmt in braunen Soßen
Brathering kommt aus der Dosen
Bratkartoffeln kalt
Salat uralt
Schnitzel ist zäh
Das Gemüse ist bäh.
Das Kraut is Not Bad
Der Reiberdatschi zu fett
Eine kleine Portion? Na, des geht ned.


Kein Wunder, langsam hat Mütterlein keine Lust mehr aufs Essen gehen. Erstens ist es immer zu viel. Und heute war es so weit:  "Naa, des mog i ned, da graust mir". Da bleibt nur noch eins:
HOME COOKING!


Daheim, da zaubere ich im Nu einen Teller Nudeln mit frischen Gemüse und getrockneten Tomaten. Richtig vegetarisch! Ist das denn so schwer, Leute? Ihr seid doch Profis!
This post is a lament. Lamenting the sad efforts of the many country inns we frequent during our Sunday outings with Mother. Admittedly, she is a picky eater. But so much of the stuff you find in a Bavarian Gasthaus should never have seen the light of day. For a start, it's all meat, and sausages, and meat hidden in potato dishes, in aspic. fried. boiled. roasted. with onions. on top of salad.
OK. Some of this meat is really good. But what if you want NO meat? There is gloopy pasta dripping with cheese and onion rings. There is of course vegetables with a fried egg. And the salad platter - OOPS! comes with grilled turkey strips.
Mum is beginning to tire of our lunch outings. And she doesn't like to see her plate piled high. At home, I make a quick pasta dish - bavette with a selection of spring greens and sundried tomatoes. Not so difficult, is it, folks?

Friday, 8 April 2011

Urlaubsstimmung

Es gab heute eine gesunde Hühnersuppe mit Buchweizennudeln. Das Hühnerschenkelchen habe ich mir radelnd in Herrmannsdorf geholt, mit Zwiebelringen leicht in Sesamöl angebraten, mit Wasser aufgegossen und dann Lauch, Karotten und Thymian (aus dem Garten) reingegeben. Wenn das Gemüse und Huhn weichgekocht sind, die Buchweizennudeln rein, die sind im Nu gar. Interessant übrigens, wie viel  fleischiger das Biohuhn ist als das wässrige Supermarktvieh, dem ich in Zukunft aus dem Weg gehen werde.
Today I made a quick chicken soup - with organic chicken from a famous eco-farm that happens to be in cycling distance. I lightly fried the chicken thigh, together with a sliced onion, in sesame oil, added a chopped leek and a carrot, and some thyme. Cooked it until everything was soft enough to eat, then added the buckwheat vermicelli as they cook very quickly. I found the chicken much meatier than the usual supermarket fare which I will try to avoid now.

 
 Inzwischen stelle ich mir natürlich die Frage - gute Frau, was war dein Problem? Die Miete ist billiger, ich lebe im Perma-Urlaub, in einem blühenden Garten, und anscheinend scheint auch pausenlos die Sonne. Ich koche wieder und wenn mal kein Kuchen da ist, wir haben ja die Kekse mit den Zacken sowie einen 100% bio-und-ethischen dunklen Schokoaufstrich zum Kaffee.
Now I am wondering why I didn't move to the country years ago. It is like being on holiday every day. The rent is cheaper, the sun is shining, the garden full of flowers. I am cooking again, and until I get round to baking a cake I am making do with some biscuits and my 100% ethical organic dark chocolate spread for afternoon coffee.

Thursday, 7 April 2011

Rhabarbarisch


 Wenn meine Londoner Freundin D. zu Dinnerparties eingeladen wird, heißt es immer "bitte bring deinen Passionsfruchtpudding mit". D., eine schlanke und ranke Vegetarierin, ist jetzt nicht jemand, der man solche Multi-Sahne-Verbrechen zutraut, aber sie macht diese Nachspeise konsequent mit double cream, Mascarpone und Crème Fraiche, als Basis nimmt sie Ingwerplätzchen, die es in England ja in jedem Supermarkt gibt.
Bei uns auf dem Lande gibt es derzeit eher weniger Passionsfrüchte, dafür aber Rhabarber in rhauen Mengen, unter anderem bei Aldi, in Herrmannsdorf (eine kurze Radltour entrfernt, also doppelt gesund), beim Biomarkt Korn und im türkischen Gemüseladen in Grafing (smart shopping heißt das).
Gestern machte ich das Experiment, die Passion fruit surprise mit Rhabarber zu machen. Da Ingwerplätzchen hier auch eher nicht zu finden sind, nehme ich Amarettini. Die werden zu dicken Bröseln (Krümel, für nicht-Bayern) gemörsert und kommen als Unterlage in die Schüssel. Darauf kommt bei mir eine verquirlte Mischung aus halbfettem Mascarpone - den ich aus Versehen statt vollfettem gekauft habe, aber er passt sehr gut - und Schlagrahm. Darauf kommt eine Lage abgetropftes Rhabarberkompott. Den Saft kann man sehr schön als Rhabarberschorle dazu trinken. Dann nochmal Brösel, Fett, Kompott, und oben drauf dekorativ nochmal Amaretti.
Simpel und köstlich, das ist eine Parade-Nachspeise, die man unendlich variieren kann.  Nimmt man nämlich statt Amaretti Merenken (Baisers) und als Früchte gefrorene Himbeeren oder frische Erdbeeren, heißt es Eton Mess und macht ganz schön was her. Statt Mascarpone geht auch Quark,aber Schlagrahm muss sein. 
My London friend D. makes this creamy passionfruit pudding, quite unexpected in such a slender salad eater. She uses all manner of creamy things - mascarpone, double cream and crème fraiche, and uses passion fruit for zing and ginger biscuits as a base. D.'s passion fruit surprise is a universal favourite which she always has to bring to dinner parties. I decided to make it the other day, with local variations. Instead of ginger biscuits, I used Amarettini, in the way of fruit there is now plenty of rhubarb around, while passion fruit is not a local staple. I crush the biscuits to make the bottom layer, then a layer of whipped cream beaten with low-fat mascarpone (this I bought by mistake, I usually don't discriminate against full-fat products). Then a layer of stewed and drained rhubarb, and the same again. The juice of the stewed rhubarb is delicious as a spritz with bubbly water, known as Rhabarberschorle in German cafés and usually drunk by - slender salad eaters. 

Tuesday, 5 April 2011

Weißer Mittag

 








Neulich war Nata Pastasciutta in München. Da habe ich natürlich gründlich nachgelesen, was eine Rheinländerin mit zertifizierter Kochleidenschaft hier bei uns so findet. Interessant fand ich die Belper Knolle vom Viktualienmarkt, und so holte ich sie mir denn auch gleich im Tölzer Kasladl. Heute mittag kochte ich  Spaghetti, dazu in der Pfanne in Butter ganz leicht anschwitzte weiße Frühlingszwiebeln sowie ein paar Mairübchen. Und darüber rieb ich den kostbaren Schweizer Käse. Siehe da, es war köstlich. Ein Knöllchen kostet €8.50 auf dem sonst für Apothekenpreise bekannten Viktualienmarkt, sie reicht bei mir für mindestens 6 Portionen. Empfehlung!
  
 The other day I was browsing the foodblogs, as one does. I came across a recommendation for a cheese I had really never heard about. The shop assistant explained that this "Belper Knolle (bulb)" is a Swiss invention, a hardened raw milk soft cheese dressed in Himalaya salt and black pepper, which keeps for months in the refrigerator. It is consumed by grating or shaving it over things like pasta, or vegetables etc. - just like truffle, but far less expensive. I grated some over spaghetti with turnips and spring onions sautéed in butter. Not bad at all. In fact, quite delicious.

Monday, 4 April 2011

Pink Sunday

 Der Sonntag ein Tag, der sich zum Terrasse-Einwohnen so richtig anbot, die Sonne schien so unentwegt dass wir sogar auf den verwegenen Gedanken kamen: Wir brauchen eine Markise! Und das Anfang April. Heute regnet's allerdings schon wieder. Gut für die Blumen.
Sunday was a day that invited life on the terrace, where the sun is so strong all day long that the idea of getting a marquee grew in our minds...spend, spend, spend...Today it rains, good for the garden.
*****
Sonntagnachmittag ein Ausflug mit wundersam genesener Mutter. Sie hat immer wieder neue Ausflugsideen, diesmal ins Berghotel Aschbach, bei Feldkirchen. Dort hatten nämlich der Onkel Wastel und die Tante Mari , die ganz früher bei der Schokoladenfirma Stollwerck Jäger und "Herrschaftsköchin" waren, später eine Gärtnerei, und im Berghotel wurde der 80. von der Tante Mari gefeiert. Ein echtes Old School Ausflugscafe mit Terrasse zu den Bergen! Mütterlein entdeckte ihre Begeisterung für Aperol Spritz, und ich ass Sachertorte zu Mittag.

Sunday afternoon my marvellously recovered Mum suggested an outing to a hillside cafe she knew as a child. It is rather more grand and touristy now than in the days when she would visit an aunt and an uncle who were "in service" as gamekeeper and cook with a local chocolate manufacturer (yes! some real "upstairs, downstairs" factor in my background). Mum had asparagus and my prosecco with Apérol, which she loved. I had Sachertorte for/instead of lunch.
                                                                *****
Abends gab es dann Sauerkraut mit Pellkartoffeln und Leberwurst - die Leberwurst koche ich im Kraut mit, anstatt sie zu braten, damit das Ganze an der unteren Fettgrenze bleibt. Das Sauerkraut wird mit einer Zwiebel in Öl angebraten, mit Salz, 2 Lorbeerblättern und etwa 8 Wacholderbeeren gewürzt, und mit etwas Wasser aufgegossen.
In the evening we had sauerkraut with boiled potatoes and liver sausage cooked in the sauerkraut (which is cooked on a fried onion, seasoned with salt, a couple of bay leaves and a handful of juniper berries and has some water added to it) rather than fried separately - keeping the fat content down.

Saturday, 2 April 2011

Green day

Mein Lieblingsmittagessen derzeit - schnell, schön, schmackhaft. Eggs Florentine. Eine halbe weiche weiße Semmel toasten, ein paar Handvoll Blattspinat schnell in ganz wenig Wasser blanchieren, abtropfen lassen. Ein pochiertes Ei drauf, Sauce Hollandaise wärmen und drüberlöffeln, Pfeffer. Sehr gut ist die von Maille, wenn man wie ich eine Hollandaise auf die Schnelle nicht hinkriegt. Aber samma ehrlich - wenns pressiert bin ich mir nicht zu gut, das Ganze mit TK-Blattspinat und Thomy Hollandaise zu machen.
Nur das Ei, das muss frisch und bio sein. In kochendes Wasser, das zu einem Strudel gerührt wird, plumpst es vorsichtig rein, nach einigen Minuten mit dem Schaumlöffel rausfischen, abtupfen. Schmeckt himmlisch.
 My current favourite quick lunch is eggs florentine. I first ate them in Café Mozart in Highgate, now I make them at home. Instead of muffins, I use soft white rolls, toasted. Heap blanched spinach leaves on (frozen leaf spinach will do if you can't get fresh, heat and drain it well). Then comes the poached egg - if you don't have a poacher, gently drop a fresh organic egg in boiling water that you stirred to make a whirl. Then spoon some home-made (not for me) or bought good hollandaise sauce over it. Divine.
 Es war so sommerlich warm heute, Terrassenwetter und Radlwetter. Ich besuchte unsere Zauberquelle und holte mir Kresse und junge Nesseln, das gibt eine Suppe für morgen, mit einem Hennahaxerl, meinen japanischen Buchweizennudeln und einem Ei, reingeschlagen.
Such a sunny day today! During a little bikeride and a walk to the local magic spring I picked this nice bunch of water cress and a few new nettles. I will make a soup with a chicken leg, my Japanese buckwheat noodles and a beaten egg tomorrow.
 Fast über Nacht fängt es überall zu blühen an - als wäre nie Winter gewesen.
Almost overnight, the flowers have come out everywhere, as if winter never happened.
We also went to the DIY paradise today, to buy blinds and visit the headless Solar powered Buddha. The sign says: "please don't pick him up by the head."
Im Baumarkt waren wir auch, Jalousien kaufen, und besuchten wieder mal den kopflosen Solarbuddha. Immer wieder amüsant.
  So sah heute der morgendliche Verkehr aus.
Bedanke mich bei der Lieblingsnichte für die Idee, mal wieder Van Morrison "Astral Weeks" zu hören!
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This is what Saturday morning traffic looks like down my way.
And thanks to my niece for making me listen to Astral Weeks again.