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Dirndl, Storch und Kürbis - und Schokolade

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Immer wieder sieht man jetzt seit einigen Jahren - zumindest bei uns in der bayrischen Provinz - diese Störche rumstehen, neben Wäscheleinen voller Babykleidung. Die Kleidung ist nicht für vorbeiziehende arme Leute gedacht, sondern zeigt an, dass hier wieder ein Pankraz, ein Korbinian oder ein Balthasar geboren wurde - hin und wieder eine Sophia oder Maria. Glaubt man auf dem Land tatsächlich immer noch, dass der Storch die Kinder bringt? Natürlich nicht. Es handelt sich hier vielmehr um einer dieser neu erfundenen oder übernommenen Traditionen, solche wie der Kürbis für das inzwischen international gefeierte Halloween, oder die vielen Dirndlgwander zu bestimmten Jahreszeiten.
Wahrscheinlich ist diese Rückkehr zur übersichtlichen heilen Welt - die mir ja oft auch gefällt - eine Flucht vor der bevorstehenden Apokalypse, die uns ja ständig in den Medien vor Augen geführt wird.
Machma's uns gmiatlich, während uns das Wasser ringsum bis zum Hals steigt.


























 Mei - so ein Dirndl i…

Borschtsch! Gesundheit!

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Am Wochenende waren wir in Hohenaschau, da gab es im sehr schönen Haus Kunst und Kultur eine Ausstellung, wo wir lang verloren geglaubte FreundInnen wieder trafen und sehr viel Spaß hatten mit Bier und Katzenzungen.  Als wir morgens im Hotel aufwachten - aus dem linken Fenster die Kampenwand und rechts das Schloss - war alles neblig und oben schon leicht angeschneit. Als Kinder sind wir da, ohne darüber nachzudenken, mit unserer Bergsteigermama hinaufgewandert. Aber in den Jahren in England, und überhaupt mit den Jahren, ist mir das Bergsteiger-Gen verloren gegangen. Und vor dem Liftfahren graust mir auch. Wo ich doch die Berge immer noch so liebe!  Klar ist, da müssen wir nochmal hin, und dann fahre ich auch - mit Todesverachtung - auf die Kampenwand, in der Gondel.
Jetzt kommt also der Winter, und manchmal bedaure ich es, dass Weihnachten nur noch etwas ist, was man irgendwie überstehen muss. Lebkuchen seit Oktober in den Supermärkten! Glitzerzeug und Plastikkram, das als Sondermü…

Spaß mit Äpfeln, Teil 2.

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Am Samstag, den 1. November schwammen Luisa und ich, vielleicht zum letzten Mal, ein paar Züge im kalten See. Wir sind begeisterte Kaltwasserschwimmer, aber es tut gut, sich anschließend in der Sonne wohlig trocknen zu lassen. Jetzt schleicht sich der feuchtkalte November an - um vier Uhr beginnt die Sonne unterzugehen, und damit nehmen Fernseher und Netflix&Co. wieder ihren Platz ein.
Und das Kochen und Backen macht wieder so richtig Spaß.
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Last Saturday, my sister and I - veteran and enthusiastic cold water bathers - took what might be our final dip in the cool, cool lake.
But we dried in the sun, and that makes it fun.
Now the dreary, darkness-at-four-o'clock November is encroaching. Candles are being lit, and TV and streaming services take up a lot more space.
And cooking and baking feel so right again.

Ich freue mich jeden Tag über meine Äpfel (Achtung! Achtsamkeitalarm!) Und heute  fand ich auf dem Wertstoffhof - dem ich oft mal einen kurzen Besuch abstatte und wo ic…

Der tägliche Apfel

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Alle Äpfel sind schon da! Einige davon habe ich aus dem Keller geholt und zu Apfelmarmelade gekocht. Das ist inzwischen eine meiner Lieblingsmarmeladen, weil sie die Äpfel so wunderbar ver-körpert.
1,5kg klein gewürfelte Äpfel und 250g Einmachzucker 3:1 habe ich mit dem Saft und Zesten einer Biozitrone und einem Schuss Bio-Apfelsaft (kein Zimt, kein Zinnober - ich mag Apfel pur) weich gekocht und mit dem Zauberstab noch ein bisschen zerkleinert. Dann ca. vier Minuten heftig kochen lassen.
In heiß ausgewaschene Gläser füllen und auf den Kopf stellen, bis sie abgekühlt ist.
Ich machte eine Art Eton Mess mit der Marmelade: meine verunglückten Baisers wurden mit Schlagrahm bedeckt und ein paar Löffeln Apfelmarmelade geschmückt. Es war keine Zeit für Fotos...

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I have my cellar full of autumn apples, and some of them went into about six jars of apple jam. I love it, because it really is the sweet essence of apple and a sunny treat for the coming dark ages.
Peel and dice 1,5kg apples…

Oh du lieber Leonhard...

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Es ist zwar schon vorbei, und der strahlend schöne Sonntag ist, pünktlich mit der Zeitumstellung, einer fiesen grauen Woche gewichen, aber weil es so schön ist, muss ich diese Bilder doch noch loswerden!
In Grafing - das kennt ihr ja inzwischen zur Genüge - gibt es viele Brauchtümer. Eins von den uralten ist die alljährliche Leonhardifahrt, die tolle Zopffrisuren an wunderschön geschmückten Pferden und vor Stolz platzenden kleinen Mädchen mit sich bringt.
Zu diesem Anlass kommen auch immer die so genannten Nussbauern aus St.Marcellin und bringen, neben säckeweise Walnüssen, auch ihren weltberühmten gleichnamigen Käse mit. Der übrigens seit Menschengedenken für €1,80 verkauft wird. So sieht Großzügigkeit aus!

Die bayerische Amazone, zu bewundern auch bei Luisa *** You can see a better version of this Bavarian amazon on my sister's blog.



This amazing Bavarian Folk-fest happens every October in my home town, I must have seen it several dozen times and it never fails to enchant me. …

Umzüge, und Gekicher in der Küche

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Seit einem Jahr wohnen wir jetzt in Grafing. Und wie immer wenn ich umgezogen bin, finde ich alle möglichen Vorteile in der neuen Umgebung und halte mich an striktes Nostalgiemanagement.   Naja. Das erste Jahr in München, nach dem Umzug aus London, war hart. Ich hasste den Nymphenburger Park, weil er nicht Hampstead Heath war und verachtete die deutschen Supermärkte, weil sie weder Hummus noch Halloumi verkauften. Es gab keine Musik die uns gefiel und gefühlt waren alle unsere FreundInnen in England.  Inzwischen werden der Engländer und ich ein bisschen rührselig, wenn wir durch Neuhausen und Nymphenburg streifen - ach, wie glücklich wir hier waren! Niemals könnten wir wieder in London leben... Und Humus gibt es hier inzwischen auch! Meine sieben Jahre ländliches Exil habe ich auch hinter mir gelassen, denn so schön es war -  hier in der Kleinstadt fahre ich mit dem Rad zum Einkaufen, die S-Bahn in die Großstadt ist nur einen Steinwurf entfernt. Und die Natur ist überall gleich um die…