Sprachen sprechen
Deutsch war meine erste Fremdsprache - daheim sprachen wir meine Muttersprache, bayrisch. Das wollte uns die Schule austreiben, hochdeutsch war Amtssprache. Dann kam endlich englisch, das wurde meine zweite Muttersprache. Ich kam heim mit dem Wort Yellow. "yellow", sagte meine kleine Schwester andächtig. Von da an ging's voran, innerhalb weniger Jahre sprachen wir miteinander englisch - vor allem nachdem wir „The catcher in the Rye“ gelesen hatten. Wir hörten AFN, den Radiosender für GIs, und hatten eine Menge BrieffreundInnen in aller Welt. Noch heute weiß ich ihre Namen: Leonie aus York, Deepak Dhariwal aus Indien, Jean Anunda aus Mauritius, Nobuyoshi Iwase aus Japan. So aufregend, wenn die dünnen blauen Luftpostbriefe ankamen! Kaum war die Kindheit vorbei, fing mein italienisches Abenteuer an. Ich war 20 und steckte mitten im Abitur, nebenbei war ich Platzanweiserin im Luitpoldkino (das gibt’s nicht mehr, aber das Café Luitpold gibt’s noch in München). Eines Abends k...