Posts

Neues bei 356

Wildern in fremden Küchen

Image
Diese farbenprächtige Pfanne heißt Keema und kommt aus Indien. Es begegnete mir, wie so oft, in einem interessanten Artikel im Guardian - unsere Hausbibel. Ich wollte es sofort ausprobieren und holte Rinderhackfleisch beim Metzger unseres Vertrauens, die 300g die ich verlangte, wurden zu 400 nach dem Motto "derfs a bisserl mehr sei" na klar doch, her damit. Also: Fenugreeksamen (ich glaube der heißt Bockshornklee), Fenchelsamen, Koriander and Kardamom  in der trockenen Pfanne anwärmen. Falls nicht im Regal, erst die gehackte Zwiebel und Knoblauch in gutem Öl schön anschwitzen und mit interessanten Currygewürzen mischen, z.B. Garam Masala, Kurkuma. Ich tat auch etwas Ras-el-Hanout dazu, weil das neben Baharat mein Lieblingsgewürz ist. Und einen Schuss Granatapfelsirup, den liebe ich zur Zeit auch besonders. Dann gab ich eine in Streifen geschnittene rote Paprika rein und Chiliflocken, und endlich das Hackfleisch dazu. Einfach alles eine Weile auf kleiner Flamme köcheln. Jetzt

Gegen die Wand

Image
Es scheint wieder die Sonne, und ich bin flugs Richtung Berge und Schneeglöckchen gefahren (ja ich weiß schon, sind Märzenbecher. ich nenne sie halt Schneeglöckerl). Erinnert ihr euch an mein Lieblingsschwimmbad am Samerberg? So schaut es dort jetzt aus. ( info an Luisa: Schnitzel war zu! ) *** Sunshine is back and I quickly drove to the mountains and the snowdrops. This is my favourite mountain swimming pool, recovering from an icy winter. No schnitzel today ... And no translation today, because the book I am talking about it available only in German, you wouldn't have heard of it. It's about a woman in total lockdown. A fantasy that feels so close to reality these days. And - she really misses oranges. Immer auf der Suche nach Lesestoff, ist mir jetzt zufällig ein Buch in die Hände gefallen das sicher ganz viele Frauen hier schon gelesen haben: die Wand, von Marlen Haushofer.  Ich habe zwar vor Jahren den Film gesehen mit der großartigen Martina Gedeck, und ich fand ihn schö

Fladenbrotexperimente in der Lockdownküche

Image
    Das Wetter lockt mich trotz Sonnenschein nicht raus dieses Wochenende, bei minus 10 Grad betrachte ich auch gerne mein Fensterbrett mit dieser überraschend schönen Supermarktblüte und dem portugiesischen Hauswurz. Eine meiner ständigen Obsessionen sind Fladenbrote aus aller Welt, und ich werde nicht müde, sie zu alle zu backen - mit mehr oder weniger großem Erfolg. Eigentlich sind viele ja nur aus Mehl und Wasser, zum Beispiel Pitabrot oder Roti. Bei mir sehen sie momentan auch noch alle gleich aus, mit Giraffenmuster.... Hier habe ich mal die italienischen Piadine gemacht, die sind so einfach und so gut! *** Very indoorsy weather this weekend, with -10°C my motivation for walks diminishes sharply. Especially since my car is acting up. So I stay home and enjoy my beautiful supermarket flower and the thriving portuguese succulent. One of my current kitchen hobbies is trying out making the world's flatbreads. Mine still look pretty much all the same, with a giraffe style patte

Ich sehe rot!

Image
  Kompott aus roten Pflaumen, das habe ich von Debbie übernommen. Passt gut zum süßen Reisauflauf .  *** Making stewed plums to go with rice pudding - or anything else - is an idea I took from Debbie.   Aber lasst uns über das Backen von Semmeln reden. Nicht über das Erfolgserlebnis mit Bagels, das mir vor Jahren eine Freundin aus Berlin bescherte, sondern über ganz einfache Semmeln. Neulich traf ich eine Freundin beim Einkaufen, sie ist von Beruf Konditorin und bäckt halt jetzt, wie so viele, ihr eigenes Brot und Semmeln. Ich erzählte ihr von meinen zahlreichen Versuchen mit Semmeln, die alle daneben gegangen sind. Nein, ihr Rezept ist wirklich einfach: 200g Dinkelmehl, 200g Dinkelvollkornmehl, 100g Haferflocken - das ist ihr besonderer Dreh. 350g Wasser, ein Päckchen Trockenhefe, oder 1/2 Würfel Hefe. Mehl in einer Rührschüssel mischen, eine Mulde, etwas Wasser, die Hefe, Dampferl (das weiß jede Hefearbeiterin: Hefe anrühren mit etwas Wasser und Mehl und ein bisserl gehen lassen). D

Mei, immer das Essen...

Image
Ich koche, deshalb bin ich hier im Internet, auf diesem Blog. Das ist mein Ding. Aber im letzten Jahr hat dieser Fokus auf Nahrungsmittel überhand genommen. Es ist so ungefähre das Wichtigste, was ich mache, als gäbe es in meinem Leben nichts anderes mehr. Es langweilt mich ein bisschen. Ich vermisse es, einkaufen zu gehen, in richtige Läden. Die Wohnung ein bisschen verändern - ich sehne mich nach der Billigecke bei Ikea, wo ich vielleicht ein neues Sofa günstig finden könnte (ganz zu schweigen von den Kottbüllar)... Unser Sofa muss raus nach dem Lockdown, es hat eine Art  Sofa-Koma-Symbolik angenommen.  (Ein Cartoon der gerade die Runde macht: 2020: Ach, ich möchte so gern mal wieder nach Paris! 2021: Ach, ich möchte so gerne mal wieder zu C&A!) Außerdem möchte ich zum Computerladen am Hauptbahnhof, mit einem wirklichen Menschen sprechen der mir dann ein funktionierendes Laptop verkauft das mich nach dem Einschalten nicht eine halbe Stunde warten lässt. Ich will Yoga machen, kich

Lebenszeit, oder: time flies when you're enjoying yourself

Image
Neulich, eines der vielen Engländer-Bonmots aus unserem gleichzeitig eintönigen und schnelllebigen lockdown-Leben: "Seit wann folgt denn Freitag auf Montag?"  Die Tage scheinen geradezu vorbeizurasen, ist jetzt schon Februar oder noch Dezember? Gefühlt jeden zweiten Tag muss ich meine Fingernägel schneiden, meine Haare sind zu einer Pande-Mähne gewachsen, plötzlich ist schon wieder Sonntag und wir haben vergessen einzukaufen. Das stellt übrigens kein Problem dar, denn Essen einkaufen die einzige uns verbliebene kreative Interaktion mit der Welt, und unser Kühlschrank kennt nur noch ein Lied „ iss mich leer, ich kann nicht mehr“. Verhungern ist eine der Todesarten, die gerade am wenigsten drohen. Eine unserer Lieblingskonversationen manchmal nachts, wenn wir beide aufwach: "Sollen wir frühstücken?" Aber immer! sagt meine Schwester. Dieses Leben im langsamen Zeitraffer heißt aber auch - irgendwann geht auch das vorbei. Selbst die Spanische Grippe stoppte irgendwann,

Und was macht ihr so im Lockdown?

Image
 Zur Machtübergabe in Washington ist alles gesagt. Ein Seufzer der Erleichterung geht um die Welt. Lockdown und Winter - eine lähmende Kombination! Winterschlaf will nicht so recht gelingen, wir sind ja trotz allem keine Winterschläfer! Was schön ist: ausschlafen. Es geht ja um nix. Wenn ich nachts schlecht schlafe - was immer wieder mal vorkommt, vielleicht weil ich doch nicht genug an die frische Luft gekommen bin - dann liege ich halt um 4 Uhr früh da und warte,  Daumen drehend, dass ich wieder einschlafe. Oder ich steh auf und backe Plätzchen. Ich bin Rentnerin, das Leben ist nur noch Genuss, sogar während der Pandemie. Und manchmal fahre ich nach München und gehe im Nymphenburger Park spazieren, und erinnere mich an meine Zeit in München. Irgendwann fängt man dann mit Netflix an, mal mehr, mal weniger, weil ja das Fernsehen nicht wirklich viel bietet. Bei Netflix kommt man übrigens auch schnell an seine Grenzen. Youtube ist grenzenlos, man kann sich stundenlang von einem Thema zum

Dancing in the dark

Image
Über mangelnde Unterhaltung im Fernsehen kann ich derzeit nicht klagen. Es ist entweder das Spektakel der amerikanischen Rassisten, die sich völlig ungestört im Capitol austoben, oder, für Freunde von Sado-Maso  - man kann täglich zig-mal in den Nachrichten zuschauen, wie lebenden Menschen lang Nadeln in den Arm gestochen werden, bevorzugt in die müde Haut alter Menschen.. Müssen wir uns das unbedingt 50mal am Tag mitansehen? Wir sind doch alle als Kinder geimpft worden und wissen, wie das geht. Vielleicht sollen die vielen anschaulichen Bilder darüber hinwegtäuschen, dass praktisch garnicht geimpft wird? Man kann dazu stehen wie man will, aber wenn man schon das Impfen als Heilsbotschaft ankündigt, dann sollte das auch ordentlich organisiert sein.  Man hat wirklich das Gefühl, eine wirklich epische Inkompetenz mitanzusehen.  Zum Glück pressiert es mir wirklich nicht mit dem Impfen, ich halte mich lieber von den bösen Menschen fern, die keine Masken tragen wollen und einem beim Spazier

Und wie war 2020 für Sie so, miz356?

Image
Wir sind sehr viel spazieren gegangen in 2020, frische Luft, raus aus dem gefühlten Gefängnis während der Lockdowns. Ich habe wieder öfter meinen Blog geschrieben, viele Bücher gelesen. Aber die Hauptaction fand am Herd und am Nudelbrett statt. Was ich 2020 in meiner Küche perfektioniert/geübt/ verworfen habe: Hefeteig in Form von Pizza und Foccaccia - geht super! Granatapfelsirup mit alles! in die Salatsoße, Tomatensoße, zu Zwiebeln beim Anbraten (karamelisiert) Pastateig und Spätzle schüttle ich aus dem Ärmel - die magische Formel: 1 Ei, 100g Mehl. Bei Spätzle noch so viel Wasser, bis die Konsistenz stimmt. Ich kann jetzt auch schaben! Zum Schaben muss der Teig dicker sein, wenn er nur durch einen Spätzleseiher läuft, eher flüssige. Ausprobieren. Es war das Jahr der Fladenbrote... siehe unten ...und der Teigtaschen, Ravioli sowieso, auch gekauft im Asiamarkt, z.B. Gyoza Ich habe Brandteig wiederentdeckt. Hallo Windbeutel ! Ich kann sehr gut ohne Kimchi leben - wir haben ja Sauerkra