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Neues bei 356

Blauer Kaas und gelbe Blumen

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Im Garten habe ich diese Bluebells gefunden, die haben sich wohl auf dem Weg nach England hierher verirrt.
Alles ist blau und grün und gelb in diesem Frühling. Sogar die Kartoffeln vom Viktualienmarkt waren blau und rosa. Mein Instagramverseuchtes Hirn lechzte sofort nach einer Gelegenheit, etwas Unvergleichliches zu komponieren.
Und so koche ich die Kartoffeln: aufsetzen, an den Computer gehen und sie  komplett vergessen. Erst der vertraute Geruch nach Verbranntem ruft mich in die Küche. Was ich schon Töpfe geschwärzt habe! Meistens kriege ich sie mit dem Edelstahlkratzer wieder sauber. Wenn's schlimm ist, hilft eine Handvoll Waschpulver, Wasser drauf und tagelang im Keller stehen lassen, bis sich das Schwarze von selber gelöst hat. Leider nicht die Öko-Lösung. Dafür habe ich beim Waschen die Waschmittelzufuhr schon aufs Minimum gebremst; ein paar verbrannte Töpfe sind da schon noch drin.
Diesmal konnte ich die Kartoffeln noch vor Schwerstverbrennungen retten.
***
Added to all t…

Lieblingsbeschäftigungen

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Gestern noch strahlender Terrassentag. Fenster putzen quasi ein Vergnügen. Gin&Tonic abends unterm Sonnenschirm.
Dann ein Sonntag, der als sonnig angekündigt wird und morgens schon als grauer Lappen vor den Fenstern liegt. Da heißt es mutig sein, einfach ganz viel kochen, zwei Kuchen backen und den restlichen Tag vor dem Fernseher liegend verbringen. Zwischen Snacks, Mahlzeiten und Tee-und-Kuchen darf man dann so richtig hemmungslos Serien  schauen. Zur Zeit Mad Men, Jahre zu spät, dafür aber am Stück.

Was es heute alles gab: natürlich Frühstück. Nudeln (paccheri, die Instagram-Trendnudel - mir ist zum Ausprobieren nichts zu blöd) mit perfekter Tomatensoße und buttrigen Zucchinistreifen. Apfelkuchen und Mini-Guglhupf. Lindt Schokolade, Extradunkel. Kartoffel-Kressesuppe mit Bärlauchpesto (wir hatten ausreichend Bewegungsbedürfnis, die Kresse doch zu Fuß am Bach zu holen) und dazu im Waffeleisen getoastetes Schinken-Käsebrot. Das wird mit dem fluffigen Weißbrot gemacht, das am Woc…

Im Blütenrausch

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Ich weiß nicht, ob ich mir das einbilde, aber es kommt mir so vor als hätte es noch nie im Frühjahr so eine üppige, übermäßige Fülle von Blumen gegeben. Nach dem viel zu langen, viel zu kalten März sind innerhalb weniger Tage die gelben Büsche explodiert, an den Bäumen sprießen die Blätter und Knospen, und die Waldböden sind bedeckt von blauen, weißen, lila, rosa Blümchen. Ganz zu schweigen von den Bärlauchteppichen in vielen Wäldern. Aber um Bärlauch geht es hier heute nicht.

Ich bin ganz verzaubert von der Großzügigkeit der Natur - nie ist sie mir  robuster und kostbarer vorgekommen als jetzt, wo sie praktisch schon als Auslaufmodell gehandelt wird. Flächenfraß! Plastik überall! Wasser von der intensiven Landwirtschaft vergiftet! Artensterben.
Ich kann es nicht glauben, wenn ich die klaren Bächlein mit der Kresse am Ufer, die Veilchen an den Hängen, fast ausgestorbene Blüten wie den Seidelbast kräftig wachsen sehe und die Vögel vor meinem Fenster rumplärren. Irgendwie zeigt die Nat…

Die Schönheit der späten Reife

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Mein Blog wird derzeit überflutet mit Spam - kaum Kommentare, nur Spam. Es macht echt keinen Spaß, durch Dutzende blöder, anonymer Spamkommentare zu waten um die paar echten Perlen zu finden.
Dazu wurde auch mein Facebookkonto gehackt, so ärgerlich. Ich werde FB jetzt endgültig verlassen, - ich hatte es schon länger vor - weil mich dieser Verein nur noch nervt mit seinen ständigen Einmischungen in mein Leben und den Vorschlägen zur Verbesserung meines social life. Dazu kommen diese Erinnerungen "weißt du noch, vor drei Jahren"... und "Freundschaftsvorschläge". Hält denn das überhaupt noch jemand aus? Und das ganz abgesehen von den politischen Eingriffen, die FB ermöglicht hat. Ich fange an zu verstehen, warum Menschen sich völlig aus dem Internet zurückziehen.
Aber noch wird hier geblogt.

Ich habe nämlich am Sonntag einen köstlichen Apfel-Quarkauflauf gemacht, der durchaus gut aufgenommen wurde. So gut, kaum Zucker, und so schnell zu machen:
Eine Auflaufform mit But…

Neues vom "Planet Gourmand"

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Das Leben ist im Sauseschritt weitergegangen. Trotzdem möchte ich jetzt noch meinen Lyon"zyklus" abschließen, und zwar endlich mit dem Thema Essen. Wir sind ja hier schließlich ein foodblog! *** Life goes on at great speed. But now it's time to finish off my Lyon "cycle" with the most important topic: what I ate (or didn't). This is a food blog, after all.  Es geht in dieser Stadt sehr viel um Austern. Sie sind wunderschön und elegant, aber überhaupt nicht mein Essen. Ich bin ein Mädel aus den Bergen. Wir essen Kaiserschmarrn und Leberkäs, keine Austern.
Und Schnecken kennen wir nur aus dem Garten, wo der einzige Gedanke darum kreist, wie man die widerlichen Dinger loswird. Essen?
Eher weniger.
***
This city is all about strange foods that I feel no desire to eat. Oysters! I am a mountain goat and don't eat slimy things that are still alive when you eat them. snails! they are a garden pest, as far as I am concerned.
 Und es geht in Lyon nichts ohne ihn…

Weiter geht's mit Rhône und Saône

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Als ich am Samstag Abend in der Rue Duquesnes ankam, machte ich sofort eine Erkundungsrunde. Zum Glück war mein vorübergehendes Zuhause fast direkt an derRhône, und so fand ich sogleich mein erstes Kinderkarussell und gleich daneben einen kleinen, feinen Markt - Käse, Baguettes, Brioches, Wein - wie man es sich halt vorstellt. Ich ging dann im Abendlicht über die Brücke auf die Presqu'île, das ist die Altstadt von Lyon, zwischen Rhône und Saône (die vielen Circonflex machen mich wahnsinnig - ich find sie nicht auf der Tastatur und muss die Namen ständig aus dem Internet kopieren - ab jetzt akzentfrei!). Dort pulsiert das Leben: die ganzen großen Markenläden sind da, die Kaufhäuser, die Prachtbauten wir Opéra, Hotel de Ville, das Museum des Beaux Arts - ich sag's euch, Wien nix dagegen. Dann die unglaubliche Renaissance-Altstadt Vieux Lyon, die sich den Hügel hinaufschleicht auf besagten Treppen, links bis zur Basilika, rechts zum Croix Rousse, wo in den riesigen hohen Häusern…

Lyon - the Album

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Das Wichtigste zuerst: überall in Lyon sind diese entzückenden Kinderkarussells.. *** The first thing I noticed in Lyon were all the old-fashioned carousels  Der Held von Lyon ist Guignol, der Kasperl. Er vertritt die rebellischen Seidenweber, und trägt ihre traditionelle Mütze. Was man alles lernt in einer Woche. *** And the inofficial Saint of Lyon, Guignol - he wears the traditional hat of the silk workers, the canuts, and he can say anything he wants because he is just having a laugh Croix Rousse
Guillotère
Parc Tete d'Or

Irgendwo an den Hängen...
nochmal Croix Rousse

 Ich habe noch nie eine Stadt mit so vielen Treppen erlebt. Es geht von der Presq' Île, dem Stadtzentrum auf der Halbinsel zwischen Rhone und Saône, in jede Richtung nach oben, man merkt erst garnicht wie hoch man schon ist, bis man sich umdreht. Neben Treppen gibt es noch die ca. 500 verzweigten, oft geheimen Aufgänge in den hohen Gebäuden der Seidenweber, die Traboules. Ein paar wurden uns gezeigt, ein paa…